18.08.2026, 17:12
(11.08.2026, 04:54)HLLM schrieb:(10.08.2026, 21:31)BayJur00 schrieb:Ich bin familiär (Einzelkind/Partnerin ist Landesbeamtin) an die Region Ruhrgebiet/Westfalen gebunden. In dieser Region ist es laut Auskunft der Mitarbeiterinnen des OLG nahezu ausgeschlossen, dass man mit meiner Note genommen wird. Außerdem werden die Einstellungszahlen eher sinken als steigen, sodass evtl. sogar die abgesenkte Notenschwelle aufgehoben wird.(10.08.2026, 19:16)HLLM schrieb: Moin! Ich wollte immer in die Justiz, aber dieser Traum ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit leider ausgeträumt (NRW, 7,93 nach Verbesserung). Ich schäme mich ein wenig für die Note, aber so ist es halt. Ging es noch jemandem von Euch so, dass er seine komplette berufliche Zielsetzung neu „planen“ musste? Wie seid ihr damit umgegangen? Unternehmen/MKs sind ja bei der aktuellen Lage auch schwierig.Aber wieso sollte der Traum mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeträumt sein? Ich zitiere: „Zwingende formale Mindestvoraussetzung für eine Bewerbung und Einladung zum Auswahlgespräch in Nordrhein-Westfalen sind jedoch mindestens 7,76 Punkte im zweiten Examen plus besondere persönliche oder schulisch-akademische Zusatzqualifikationen.“
Ehrlicherweise ist es im Rahmen des aktuellen Arbeitsmarkts in ganz NRW unrealistisch damit in der Justiz genommen zu werden. Dafür ist die Note einfach zu schlecht. Ich habe mittlerweile sogar Angst, dass ich keine Stelle mehr finde bzw. nur Jobs, die mir keinerlei Freude im Leben bereiten.
Soweit Justiz hier StA einschließt halte ich eine Bewerbung nicht für aussichtslos, ruf doch mal bei den GStAen Düsseldorf und Hamm an, wie dort gerade so der Stand ist.
Es ist zwar viel eingestellt worden zuletzt, teilweise auch nur mit knapp über 7,0 und dann halt den übrigen relevanten Qualifikationen. Kann daher sein, dass die Schwelle aktuell wieder höher ist, aber der Bedarf bleibt hoch.
Die Frage wäre also, was Du ansonsten mitbringst.
Im Übrigen ist ggf. Strafvollzug etwas?
19.08.2026, 08:36
(17.08.2026, 21:52)Gast mit Account schrieb:(11.08.2026, 04:54)HLLM schrieb:(10.08.2026, 21:31)BayJur00 schrieb:Ich bin familiär (Einzelkind/Partnerin ist Landesbeamtin) an die Region Ruhrgebiet/Westfalen gebunden. In dieser Region ist es laut Auskunft der Mitarbeiterinnen des OLG nahezu ausgeschlossen, dass man mit meiner Note genommen wird. Außerdem werden die Einstellungszahlen eher sinken als steigen, sodass evtl. sogar die abgesenkte Notenschwelle aufgehoben wird.(10.08.2026, 19:16)HLLM schrieb: Moin! Ich wollte immer in die Justiz, aber dieser Traum ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit leider ausgeträumt (NRW, 7,93 nach Verbesserung). Ich schäme mich ein wenig für die Note, aber so ist es halt. Ging es noch jemandem von Euch so, dass er seine komplette berufliche Zielsetzung neu „planen“ musste? Wie seid ihr damit umgegangen? Unternehmen/MKs sind ja bei der aktuellen Lage auch schwierig.Aber wieso sollte der Traum mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeträumt sein? Ich zitiere: „Zwingende formale Mindestvoraussetzung für eine Bewerbung und Einladung zum Auswahlgespräch in Nordrhein-Westfalen sind jedoch mindestens 7,76 Punkte im zweiten Examen plus besondere persönliche oder schulisch-akademische Zusatzqualifikationen.“
Ehrlicherweise ist es im Rahmen des aktuellen Arbeitsmarkts in ganz NRW unrealistisch damit in der Justiz genommen zu werden. Dafür ist die Note einfach zu schlecht. Ich habe mittlerweile sogar Angst, dass ich keine Stelle mehr finde bzw. nur Jobs, die mir keinerlei Freude im Leben bereiten.
Eine Frage dazu: Ist die Aussage, die Einstellungszahlen würden sinken und die gesenkte Notengrenze aufgehoben, deine persönliche Vermutung oder wurde dir das am OLG so erklärt? Ehrlich gesagt, kann ich es mir angesichts der galoppierenden Pensionswelle nicht vorstellen, dass da zukünftig sogar weniger eingestellt wird.
In puncto Note habe ich zudem die Erfahrung, dass es nicht am aktuellen Arbeitsmarkt liegt. Mit 7,93 war es auch vor einigen Jahren enorm kompliziert; die Note liegt eben nur sehr knapp über der Mindestgrenze und du hast selbst bei Kandidaten ohne VB noch einen ganzen Pulk mit mittlerem/oberen 8,X vor dir. Ich würde es an deiner Stelle aber weiterhin probieren.
Ich werde es auf jeden Fall probieren, mich aber auch in der Verwaltung und der freien Wirtschaft bewerben. Die Aussage stammt von einem Gespräch mit einer Vertreterin des OLG auf einer Karrieremesse. Die Aussage war ja auch, dass sie unter den aktuellen Bedingungen aufgehoben werden könnte, sie es aber auch nicht genau sagen kann, planmäßig jedoch nur die jetzt ausscheidenden Boomer ersetzt werden, sodass nach deren Ausscheiden die Zahl der Einstellung wieder sinken wird. Die fortgesetzte Herabsetzung sei jedenfalls nicht garantiert. Momentan sei es selbst mit einem knappen VB nicht mehr so leicht in die Justiz zu kommen, da bei den beliebteren Gerichten mehr als ausreichend Kandidaten mit VB/Gut vorhanden seien und die Bewerberpools immer weiter anwachsen. Hinsichtlich der typischen Randgebiete sei es auf lange Sicht auch unter 8 Punkten nicht komplett aussichtslos (ich habe ja auch noch 15 Jahre bis zur Altersgrenze haha), aber eher unwahrscheinlich.
Mit der StA würde ich mir und auch anderen Menschen wohl keinen Gefallen tun. Die Tätigkeit ist der des Richters ähnlicher als die meisten anderen Jobs (und gut bezahlt), aber ich war in der StA-Station und in den S1-Klausuren nie besonders gut. Strafrecht war immer mein "unliebsamstes" Gebiet. Ich überlege es mir noch, bin jedoch eher abgeneigt.
19.08.2026, 12:15
Mir geht es aktuell genau so. Wollte immer in die Justiz und hab in meinem Bundesland leider eine Absage bekommen. Mich hat das komplett aus der Bahn geworfen und ich weiß nicht mehr, was ich stattdessen machen möchte. Habe mich jetzt in der Verwaltungslaufbahn beworben und bei der Steuerverwaltung, aber habe Angst, dass ich da vielleicht nicht glücklich werde. Ich möchte gerne was mit Strafrecht machen und hoffe, dass ich bei der Steuerverwaltung vielleicht bei der Steuerfahndung unterkommen könnte. Es ist wirklich sehr hart, wenn man wirklich hart auf etwas hingearbeitet wird und der Traum dann platzt.
19.08.2026, 13:57
(19.08.2026, 08:36)HLLM schrieb:(17.08.2026, 21:52)Gast mit Account schrieb:(11.08.2026, 04:54)HLLM schrieb:(10.08.2026, 21:31)BayJur00 schrieb:Ich bin familiär (Einzelkind/Partnerin ist Landesbeamtin) an die Region Ruhrgebiet/Westfalen gebunden. In dieser Region ist es laut Auskunft der Mitarbeiterinnen des OLG nahezu ausgeschlossen, dass man mit meiner Note genommen wird. Außerdem werden die Einstellungszahlen eher sinken als steigen, sodass evtl. sogar die abgesenkte Notenschwelle aufgehoben wird.(10.08.2026, 19:16)HLLM schrieb: Moin! Ich wollte immer in die Justiz, aber dieser Traum ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit leider ausgeträumt (NRW, 7,93 nach Verbesserung). Ich schäme mich ein wenig für die Note, aber so ist es halt. Ging es noch jemandem von Euch so, dass er seine komplette berufliche Zielsetzung neu „planen“ musste? Wie seid ihr damit umgegangen? Unternehmen/MKs sind ja bei der aktuellen Lage auch schwierig.Aber wieso sollte der Traum mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeträumt sein? Ich zitiere: „Zwingende formale Mindestvoraussetzung für eine Bewerbung und Einladung zum Auswahlgespräch in Nordrhein-Westfalen sind jedoch mindestens 7,76 Punkte im zweiten Examen plus besondere persönliche oder schulisch-akademische Zusatzqualifikationen.“
Ehrlicherweise ist es im Rahmen des aktuellen Arbeitsmarkts in ganz NRW unrealistisch damit in der Justiz genommen zu werden. Dafür ist die Note einfach zu schlecht. Ich habe mittlerweile sogar Angst, dass ich keine Stelle mehr finde bzw. nur Jobs, die mir keinerlei Freude im Leben bereiten.
Eine Frage dazu: Ist die Aussage, die Einstellungszahlen würden sinken und die gesenkte Notengrenze aufgehoben, deine persönliche Vermutung oder wurde dir das am OLG so erklärt? Ehrlich gesagt, kann ich es mir angesichts der galoppierenden Pensionswelle nicht vorstellen, dass da zukünftig sogar weniger eingestellt wird.
In puncto Note habe ich zudem die Erfahrung, dass es nicht am aktuellen Arbeitsmarkt liegt. Mit 7,93 war es auch vor einigen Jahren enorm kompliziert; die Note liegt eben nur sehr knapp über der Mindestgrenze und du hast selbst bei Kandidaten ohne VB noch einen ganzen Pulk mit mittlerem/oberen 8,X vor dir. Ich würde es an deiner Stelle aber weiterhin probieren.
Ich werde es auf jeden Fall probieren, mich aber auch in der Verwaltung und der freien Wirtschaft bewerben. Die Aussage stammt von einem Gespräch mit einer Vertreterin des OLG auf einer Karrieremesse. Die Aussage war ja auch, dass sie unter den aktuellen Bedingungen aufgehoben werden könnte, sie es aber auch nicht genau sagen kann, planmäßig jedoch nur die jetzt ausscheidenden Boomer ersetzt werden, sodass nach deren Ausscheiden die Zahl der Einstellung wieder sinken wird. Die fortgesetzte Herabsetzung sei jedenfalls nicht garantiert. Momentan sei es selbst mit einem knappen VB nicht mehr so leicht in die Justiz zu kommen, da bei den beliebteren Gerichten mehr als ausreichend Kandidaten mit VB/Gut vorhanden seien und die Bewerberpools immer weiter anwachsen. Hinsichtlich der typischen Randgebiete sei es auf lange Sicht auch unter 8 Punkten nicht komplett aussichtslos (ich habe ja auch noch 15 Jahre bis zur Altersgrenze haha), aber eher unwahrscheinlich.
Mit der StA würde ich mir und auch anderen Menschen wohl keinen Gefallen tun. Die Tätigkeit ist der des Richters ähnlicher als die meisten anderen Jobs (und gut bezahlt), aber ich war in der StA-Station und in den S1-Klausuren nie besonders gut. Strafrecht war immer mein "unliebsamstes" Gebiet. Ich überlege es mir noch, bin jedoch eher abgeneigt.
Die Notengrenze von 7,76 besteht ja schon seit 1999, also seit fast 30 Jahren. Vor allem in den 00er-Jahren, als noch die Nachwirkung der Juristenschwemme, aber zugleich kein demographischer Druck zu spüren war, konnte die Justiz auch bequem Doppelprädikatler ablehnen, aber die Untergrenze von 7,76 wurde dennoch nie aufgehoben.
In den nächsten paar Jahren scheiden rund ein Drittel der Richter und Staatsanwälte aus dem Dienst aus. Zugleich stagniert die Absolventenzahl bzw. wird laut einem Bericht der Bucerius sogar sinken, da ab den späten 10er-Jahren, deren Studienanfänger also jetzt langsam den Arbeitsmarkt betreten, weniger Abiturienten ein Jurastudium begannen als zuvor. Wenn zugleich noch die Wirtschaft wieder etwas in Schwung kommt und Kanzleien mehr einstellen, wird die Justiz weniger Bewerber haben, vor allem im ansonsten eher unattraktiven Ruhrgebiet und dem ländlichen Raum Ostwestfalens.
Klar, Spekulation meinerseits, aber die Historie zeigt, dass der Arbeitsmarkt in der Justiz immer Schwankungen unterlegen war, von daher erscheint mir die Aussage der OLG-Mitarbeiterin, dass die aktuellen Notenerfordernisse bei der Demographie auch langfristig bestehen bleiben würden, als unrealistisch.
19.08.2026, 14:34
(19.08.2026, 13:57)Gast mit Account schrieb:(19.08.2026, 08:36)HLLM schrieb:(17.08.2026, 21:52)Gast mit Account schrieb:(11.08.2026, 04:54)HLLM schrieb:(10.08.2026, 21:31)BayJur00 schrieb: Aber wieso sollte der Traum mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeträumt sein? Ich zitiere: „Zwingende formale Mindestvoraussetzung für eine Bewerbung und Einladung zum Auswahlgespräch in Nordrhein-Westfalen sind jedoch mindestens 7,76 Punkte im zweiten Examen plus besondere persönliche oder schulisch-akademische Zusatzqualifikationen.“Ich bin familiär (Einzelkind/Partnerin ist Landesbeamtin) an die Region Ruhrgebiet/Westfalen gebunden. In dieser Region ist es laut Auskunft der Mitarbeiterinnen des OLG nahezu ausgeschlossen, dass man mit meiner Note genommen wird. Außerdem werden die Einstellungszahlen eher sinken als steigen, sodass evtl. sogar die abgesenkte Notenschwelle aufgehoben wird.
Ehrlicherweise ist es im Rahmen des aktuellen Arbeitsmarkts in ganz NRW unrealistisch damit in der Justiz genommen zu werden. Dafür ist die Note einfach zu schlecht. Ich habe mittlerweile sogar Angst, dass ich keine Stelle mehr finde bzw. nur Jobs, die mir keinerlei Freude im Leben bereiten.
Eine Frage dazu: Ist die Aussage, die Einstellungszahlen würden sinken und die gesenkte Notengrenze aufgehoben, deine persönliche Vermutung oder wurde dir das am OLG so erklärt? Ehrlich gesagt, kann ich es mir angesichts der galoppierenden Pensionswelle nicht vorstellen, dass da zukünftig sogar weniger eingestellt wird.
In puncto Note habe ich zudem die Erfahrung, dass es nicht am aktuellen Arbeitsmarkt liegt. Mit 7,93 war es auch vor einigen Jahren enorm kompliziert; die Note liegt eben nur sehr knapp über der Mindestgrenze und du hast selbst bei Kandidaten ohne VB noch einen ganzen Pulk mit mittlerem/oberen 8,X vor dir. Ich würde es an deiner Stelle aber weiterhin probieren.
Ich werde es auf jeden Fall probieren, mich aber auch in der Verwaltung und der freien Wirtschaft bewerben. Die Aussage stammt von einem Gespräch mit einer Vertreterin des OLG auf einer Karrieremesse. Die Aussage war ja auch, dass sie unter den aktuellen Bedingungen aufgehoben werden könnte, sie es aber auch nicht genau sagen kann, planmäßig jedoch nur die jetzt ausscheidenden Boomer ersetzt werden, sodass nach deren Ausscheiden die Zahl der Einstellung wieder sinken wird. Die fortgesetzte Herabsetzung sei jedenfalls nicht garantiert. Momentan sei es selbst mit einem knappen VB nicht mehr so leicht in die Justiz zu kommen, da bei den beliebteren Gerichten mehr als ausreichend Kandidaten mit VB/Gut vorhanden seien und die Bewerberpools immer weiter anwachsen. Hinsichtlich der typischen Randgebiete sei es auf lange Sicht auch unter 8 Punkten nicht komplett aussichtslos (ich habe ja auch noch 15 Jahre bis zur Altersgrenze haha), aber eher unwahrscheinlich.
Mit der StA würde ich mir und auch anderen Menschen wohl keinen Gefallen tun. Die Tätigkeit ist der des Richters ähnlicher als die meisten anderen Jobs (und gut bezahlt), aber ich war in der StA-Station und in den S1-Klausuren nie besonders gut. Strafrecht war immer mein "unliebsamstes" Gebiet. Ich überlege es mir noch, bin jedoch eher abgeneigt.
Die Notengrenze von 7,76 besteht ja schon seit 1999, also seit fast 30 Jahren. Vor allem in den 00er-Jahren, als noch die Nachwirkung der Juristenschwemme, aber zugleich kein demographischer Druck zu spüren war, konnte die Justiz auch bequem Doppelprädikatler ablehnen, aber die Untergrenze von 7,76 wurde dennoch nie aufgehoben.
In den nächsten paar Jahren scheiden rund ein Drittel der Richter und Staatsanwälte aus dem Dienst aus. Zugleich stagniert die Absolventenzahl bzw. wird laut einem Bericht der Bucerius sogar sinken, da ab den späten 10er-Jahren, deren Studienanfänger also jetzt langsam den Arbeitsmarkt betreten, weniger Abiturienten ein Jurastudium begannen als zuvor. Wenn zugleich noch die Wirtschaft wieder etwas in Schwung kommt und Kanzleien mehr einstellen, wird die Justiz weniger Bewerber haben, vor allem im ansonsten eher unattraktiven Ruhrgebiet und dem ländlichen Raum Ostwestfalens.
Klar, Spekulation meinerseits, aber die Historie zeigt, dass der Arbeitsmarkt in der Justiz immer Schwankungen unterlegen war, von daher erscheint mir die Aussage der OLG-Mitarbeiterin, dass die aktuellen Notenerfordernisse bei der Demographie auch langfristig bestehen bleiben würden, als unrealistisch.
Ich habe keine verifizierten Quellen und kann nicht sagen, ob es bundesweit so ist oder nicht, aber das mit der Pensionierungswelle muss nicht immer so kommen. Beim Vorstellungsgespräch in der Justiz von RLP sagte man mir, dass die Altersstruktur unter den Richtern und Staatsanwälten absolut ausgeglichen sei, also jeder Jahrgang annähernd gleich stark vertreten sei. Zumindest in dieser Justiz wird es also eine Pensionierungswelle nicht geben, so ausdrücklich die Worte der Sachbearbeiterin der Personalabteilung im JM.
19.08.2026, 14:51
(19.08.2026, 14:34)Neu_im_Dienst schrieb:(19.08.2026, 13:57)Gast mit Account schrieb:(19.08.2026, 08:36)HLLM schrieb:(17.08.2026, 21:52)Gast mit Account schrieb:(11.08.2026, 04:54)HLLM schrieb: Ich bin familiär (Einzelkind/Partnerin ist Landesbeamtin) an die Region Ruhrgebiet/Westfalen gebunden. In dieser Region ist es laut Auskunft der Mitarbeiterinnen des OLG nahezu ausgeschlossen, dass man mit meiner Note genommen wird. Außerdem werden die Einstellungszahlen eher sinken als steigen, sodass evtl. sogar die abgesenkte Notenschwelle aufgehoben wird.
Ehrlicherweise ist es im Rahmen des aktuellen Arbeitsmarkts in ganz NRW unrealistisch damit in der Justiz genommen zu werden. Dafür ist die Note einfach zu schlecht. Ich habe mittlerweile sogar Angst, dass ich keine Stelle mehr finde bzw. nur Jobs, die mir keinerlei Freude im Leben bereiten.
Eine Frage dazu: Ist die Aussage, die Einstellungszahlen würden sinken und die gesenkte Notengrenze aufgehoben, deine persönliche Vermutung oder wurde dir das am OLG so erklärt? Ehrlich gesagt, kann ich es mir angesichts der galoppierenden Pensionswelle nicht vorstellen, dass da zukünftig sogar weniger eingestellt wird.
In puncto Note habe ich zudem die Erfahrung, dass es nicht am aktuellen Arbeitsmarkt liegt. Mit 7,93 war es auch vor einigen Jahren enorm kompliziert; die Note liegt eben nur sehr knapp über der Mindestgrenze und du hast selbst bei Kandidaten ohne VB noch einen ganzen Pulk mit mittlerem/oberen 8,X vor dir. Ich würde es an deiner Stelle aber weiterhin probieren.
Ich werde es auf jeden Fall probieren, mich aber auch in der Verwaltung und der freien Wirtschaft bewerben. Die Aussage stammt von einem Gespräch mit einer Vertreterin des OLG auf einer Karrieremesse. Die Aussage war ja auch, dass sie unter den aktuellen Bedingungen aufgehoben werden könnte, sie es aber auch nicht genau sagen kann, planmäßig jedoch nur die jetzt ausscheidenden Boomer ersetzt werden, sodass nach deren Ausscheiden die Zahl der Einstellung wieder sinken wird. Die fortgesetzte Herabsetzung sei jedenfalls nicht garantiert. Momentan sei es selbst mit einem knappen VB nicht mehr so leicht in die Justiz zu kommen, da bei den beliebteren Gerichten mehr als ausreichend Kandidaten mit VB/Gut vorhanden seien und die Bewerberpools immer weiter anwachsen. Hinsichtlich der typischen Randgebiete sei es auf lange Sicht auch unter 8 Punkten nicht komplett aussichtslos (ich habe ja auch noch 15 Jahre bis zur Altersgrenze haha), aber eher unwahrscheinlich.
Mit der StA würde ich mir und auch anderen Menschen wohl keinen Gefallen tun. Die Tätigkeit ist der des Richters ähnlicher als die meisten anderen Jobs (und gut bezahlt), aber ich war in der StA-Station und in den S1-Klausuren nie besonders gut. Strafrecht war immer mein "unliebsamstes" Gebiet. Ich überlege es mir noch, bin jedoch eher abgeneigt.
Die Notengrenze von 7,76 besteht ja schon seit 1999, also seit fast 30 Jahren. Vor allem in den 00er-Jahren, als noch die Nachwirkung der Juristenschwemme, aber zugleich kein demographischer Druck zu spüren war, konnte die Justiz auch bequem Doppelprädikatler ablehnen, aber die Untergrenze von 7,76 wurde dennoch nie aufgehoben.
In den nächsten paar Jahren scheiden rund ein Drittel der Richter und Staatsanwälte aus dem Dienst aus. Zugleich stagniert die Absolventenzahl bzw. wird laut einem Bericht der Bucerius sogar sinken, da ab den späten 10er-Jahren, deren Studienanfänger also jetzt langsam den Arbeitsmarkt betreten, weniger Abiturienten ein Jurastudium begannen als zuvor. Wenn zugleich noch die Wirtschaft wieder etwas in Schwung kommt und Kanzleien mehr einstellen, wird die Justiz weniger Bewerber haben, vor allem im ansonsten eher unattraktiven Ruhrgebiet und dem ländlichen Raum Ostwestfalens.
Klar, Spekulation meinerseits, aber die Historie zeigt, dass der Arbeitsmarkt in der Justiz immer Schwankungen unterlegen war, von daher erscheint mir die Aussage der OLG-Mitarbeiterin, dass die aktuellen Notenerfordernisse bei der Demographie auch langfristig bestehen bleiben würden, als unrealistisch.
Ich habe keine verifizierten Quellen und kann nicht sagen, ob es bundesweit so ist oder nicht, aber das mit der Pensionierungswelle muss nicht immer so kommen. Beim Vorstellungsgespräch in der Justiz von RLP sagte man mir, dass die Altersstruktur unter den Richtern und Staatsanwälten absolut ausgeglichen sei, also jeder Jahrgang annähernd gleich stark vertreten sei. Zumindest in dieser Justiz wird es also eine Pensionierungswelle nicht geben, so ausdrücklich die Worte der Sachbearbeiterin der Personalabteilung im JM.
Ich kenne nur die Meldungen aus der Presse oder solche der Richterbundes von Anfang Juli 26:
https://www.drb.de/positionen/verbandsthemen/belastung
Ganz übel sieht es wohl im Osten auch, aber wenn dort 60% ausscheiden, dürften es im Westen, der demographisch zumindest eine Nuance besser steht, wohl auch 30-40% sein. Klar, die Quelle (Richterbund) ist natürlich ein Stück weit "biased" und die Pebbsy-Daten sollen wohl aus diversen Gründen auch nicht ganz unproblematisch sein.
Möglicherweise hat RLP diesbezüglich schon vor langer Zeit vernünftig geplant und eingestellt.









