19.07.2026, 15:41
(19.07.2026, 15:01)Äfes schrieb:(19.07.2026, 12:56)Gast133 schrieb: Aber wie hast du dann deine Kosten decken können die ersten 6 Monaten? Und ab welchem Zeitpunkt hat sich die Selbständigkeit finanziell gelohnt?
Rücklagen, Partner, der ausreichend Umsatz gemacht hat und (vierstelliges) Privatdarlehen meiner Lebensgefährtin (war nur notwendig, weil die Rücklagen als Einlage in der Kanzlei waren und nicht aufgebraucht werden sollten und auch nur, bis der Widerspruch durchging und die Nachzahlung vom Amt kam). Unsere Kosten waren aber mit zwei Büros einer Angestellten von Beginn an und einer Refa nach 4 Monaten auch vergleichsweise hoch.
Ich habe kürzlich mit einem älteren Kollegen gesprochen, bei dem ein anderer Kollege als Einzelanwalt für 300€/Monat zwei Büros angemietet hat und den Besprechungsraum nutzt. Wenn Du also ohne Angestellte und alleine startest, kommst Du wahrscheinlich erstmal mit 1k/Monat an Kosten hin. Zumindest die hätte ich im ersten Monat schon wieder reingeholt.
Die Frage ist, was "sich lohnen" bedeutet? Meine Entnahme entspricht netto gerechnet ca. seit dem 9. Monat dem, was ich vorher angestellt bekommen habe. Ich entnehme aber nicht den vollständigen Gewinnanteil, eher 1/2 - 2/3 davon. Wir halten gern etwas Liquidität zurück, zumal wir ab Herbst eine Kollegin in Teilzeit einstellen und voraussichtlich ab Winter eine weitere Refa und ab Januar eine weitere Vollzeitkollegin. Jedenfalls wenn die letzteren beiden zusagen. Daher haben wir gern die Kosten + Entnahmen für die nächsten ~3 Monate als Puffer. Ich rechne trotzdem mit einer zusätzlichen fünfstelligen Entnahme Ende des Jahres (gerade läuft der 12. Monat der Selbstständigkeit).
Persönlich hat es sich vorher schon gelohnt, weil ich arbeite wie und wo ich Lust habe, Zeit für Frau und Kind habe oder zumindest flexibel einteilen kann und Entscheidungen selbst treffe. Außerdem mache ich inhaltlich zu 95% das, was ich machen will.
Vielen vielen Dank für deine Ausführungen!!! Sehr nett von dir :-)
19.07.2026, 16:02
Im Zweifel kann man die Fixkosten auch über Terminsvertretungen decken ohne eigene Mandate. Dafür gibt’s ja einige Portale
Gestern, 09:58
(19.07.2026, 15:02)Äfes schrieb:(19.07.2026, 13:18)Patenter Gast schrieb:(19.07.2026, 12:56)Gast133 schrieb: Aber wie hast du dann deine Kosten decken können die ersten 6 Monaten? Und ab welchem Zeitpunkt hat sich die Selbständigkeit finanziell gelohnt?
Variante 1: Man hat Rücklagen.
Variante 2: Man hat einen Partner, der zahlt.
(Variante 3: Du bist abends Uber Eats Fahrer)
Du brauchst einen Business Plan und auf dessen Basis kannst du auch ausrechnen, ab wann sich eine Selbstständigkeit für dich lohnt.
Das Ding beim Businessplan ist halt, dass man keine Ahnung hat, welche Menge an Mandaten wirklich reinkommt. Dann steht im Businessplan "lohnt sich ab 10 Mandaten/Monat". Das hilft wegen der Ungewissheit aber nur bedingt. Wenn man schon Mandate hat und mitnehmen mann, ist das anders
Aber man macht sich dadurch seine pot. Ausgaben bewusst und wie viel man zum Leben on top bräuchte.
Alle Business Pläne haben diese Unsicherheit. Der Friseur weiß vorab nicht, wie viele Kunden kommen. Das Startup mit einem neuen Produkt weiß nicht, wie viele Menschen diese Produkt am Ende kaufen werden. Die Unsicherheit gehört überall dazu und ist nicht Anwalts-exklusiv.
Es hilft aber mE schon, wenn man sich im Vorfeld bewusst ist, ob man nun 10, 30 oder 100 Mandanten pro Monat braucht, um erfolgreich wirtschaften zu können. Ebenso alle möglichen Kosten und Ausgaben im Vorfeld aufzulisten.
Gestern, 12:20
(Gestern, 09:58)Patenter Gast schrieb:(19.07.2026, 15:02)Äfes schrieb:(19.07.2026, 13:18)Patenter Gast schrieb:(19.07.2026, 12:56)Gast133 schrieb: Aber wie hast du dann deine Kosten decken können die ersten 6 Monaten? Und ab welchem Zeitpunkt hat sich die Selbständigkeit finanziell gelohnt?
Variante 1: Man hat Rücklagen.
Variante 2: Man hat einen Partner, der zahlt.
(Variante 3: Du bist abends Uber Eats Fahrer)
Du brauchst einen Business Plan und auf dessen Basis kannst du auch ausrechnen, ab wann sich eine Selbstständigkeit für dich lohnt.
Das Ding beim Businessplan ist halt, dass man keine Ahnung hat, welche Menge an Mandaten wirklich reinkommt. Dann steht im Businessplan "lohnt sich ab 10 Mandaten/Monat". Das hilft wegen der Ungewissheit aber nur bedingt. Wenn man schon Mandate hat und mitnehmen mann, ist das anders
Aber man macht sich dadurch seine pot. Ausgaben bewusst und wie viel man zum Leben on top bräuchte.
Alle Business Pläne haben diese Unsicherheit. Der Friseur weiß vorab nicht, wie viele Kunden kommen. Das Startup mit einem neuen Produkt weiß nicht, wie viele Menschen diese Produkt am Ende kaufen werden. Die Unsicherheit gehört überall dazu und ist nicht Anwalts-exklusiv.
Es hilft aber mE schon, wenn man sich im Vorfeld bewusst ist, ob man nun 10, 30 oder 100 Mandanten pro Monat braucht, um erfolgreich wirtschaften zu können. Ebenso alle möglichen Kosten und Ausgaben im Vorfeld aufzulisten.
Das stimmt. Und dann am besten 20% draufschlagen, weil immer noch irgendwas dazu kommt, was man nicht auf dem Schirm hat.
Gestern, 12:21









