28.01.2021, 13:45
Liebe Forumsleser*innen,
ich habe das Problem, dass ich kurz vor dem Examen stehe (im April geht es los) und ziemlich planlos bin, wie man die Zeit bis dort hin noch möglichst effektiv mit lernen füllt.
Ich kann "alles ein bisschen" aber nichts gut.
Die Standardwerke je Rechtsgebiet und sämtliche Kaiserskripte sind vorhanden und auch gelesen aber wenig gemerkt.
Können ehemalige Kandidat*innen, die das Examen schon erfolgreich hinter sich gebracht haben, sagen, wie sie an meiner Stelle jetzt vorgehen würden?
Ich danke im voraus für eure Antworten
ich habe das Problem, dass ich kurz vor dem Examen stehe (im April geht es los) und ziemlich planlos bin, wie man die Zeit bis dort hin noch möglichst effektiv mit lernen füllt.
Ich kann "alles ein bisschen" aber nichts gut.
Die Standardwerke je Rechtsgebiet und sämtliche Kaiserskripte sind vorhanden und auch gelesen aber wenig gemerkt.
Können ehemalige Kandidat*innen, die das Examen schon erfolgreich hinter sich gebracht haben, sagen, wie sie an meiner Stelle jetzt vorgehen würden?
Ich danke im voraus für eure Antworten
28.01.2021, 15:41
Wie sind denn so deine Ergebnisse in den Übungs- und AG-Klausuren?
28.01.2021, 15:49
Ich selbst habe versucht, die basics bestmöglich zu können: VU, Aufrechnung, Anklageschrift, all sowas. Wenn das Rubrum schon nicht passt, ist der erste Eindruck kacke. Das Gleiche im materiellen Recht.
Definitiv würde ich im Nachhinein mehr Klausuren schreiben - wirklich jeden Tag eine. Zur Not nur das Rubrum und den Tatbestand ausformulieren und die Entscheidungsgründe stichwortartig, aber einmal im Kopf formulieren.
Wie du am besten lernen kannst, musst du wissen. Mir selbst bringt es nichts, wenn ich ein Skript nur lese. Ich habe zu allem wie uach im 1. mein eigenes Skript geschrieben. Das war am Ende ein Mix aus, Kaiser, Gehle, Knörringer, Hemmer und Urteilen. Das habe ich mir in den letzten 3 Wochen nur noch reingeballert.
Mach dir auf jeden Fall einen Plan, welches Rechtsgebiet du in den letzten 2 Monaten noch wie machst. Bspw. 1 Monat Zivilrecht, 2 Wochen Strafrecht, 2 Wochen Ö-Recht.
Viel Erfolg! Gib alles!!
Definitiv würde ich im Nachhinein mehr Klausuren schreiben - wirklich jeden Tag eine. Zur Not nur das Rubrum und den Tatbestand ausformulieren und die Entscheidungsgründe stichwortartig, aber einmal im Kopf formulieren.
Wie du am besten lernen kannst, musst du wissen. Mir selbst bringt es nichts, wenn ich ein Skript nur lese. Ich habe zu allem wie uach im 1. mein eigenes Skript geschrieben. Das war am Ende ein Mix aus, Kaiser, Gehle, Knörringer, Hemmer und Urteilen. Das habe ich mir in den letzten 3 Wochen nur noch reingeballert.
Mach dir auf jeden Fall einen Plan, welches Rechtsgebiet du in den letzten 2 Monaten noch wie machst. Bspw. 1 Monat Zivilrecht, 2 Wochen Strafrecht, 2 Wochen Ö-Recht.
Viel Erfolg! Gib alles!!
28.01.2021, 16:59
(28.01.2021, 15:49)Gast12345 schrieb: Ich selbst habe versucht, die basics bestmöglich zu können: VU, Aufrechnung, Anklageschrift, all sowas. Wenn das Rubrum schon nicht passt, ist der erste Eindruck kacke. Das Gleiche im materiellen Recht.
Definitiv würde ich im Nachhinein mehr Klausuren schreiben - wirklich jeden Tag eine. Zur Not nur das Rubrum und den Tatbestand ausformulieren und die Entscheidungsgründe stichwortartig, aber einmal im Kopf formulieren.
Wie du am besten lernen kannst, musst du wissen. Mir selbst bringt es nichts, wenn ich ein Skript nur lese. Ich habe zu allem wie uach im 1. mein eigenes Skript geschrieben. Das war am Ende ein Mix aus, Kaiser, Gehle, Knörringer, Hemmer und Urteilen. Das habe ich mir in den letzten 3 Wochen nur noch reingeballert.
Mach dir auf jeden Fall einen Plan, welches Rechtsgebiet du in den letzten 2 Monaten noch wie machst. Bspw. 1 Monat Zivilrecht, 2 Wochen Strafrecht, 2 Wochen Ö-Recht.
Viel Erfolg! Gib alles!!
Das interessiert mich auch, auch wenn ich nicht Threadsteller bin. Zivilrecht sitzt bei mir ziemlich...
Was würdest du (oder jemand anders) bei einem Zeitrahmen von 2 Wochen für ÖR und 2 Wochen für Strafrecht empfehlen?
Klar ist: Formalia (zB Aufbau auf Anklage)
und ansonsten?
Lieben Dank für die Lastminute Tipps
28.01.2021, 20:54
ÖR habe ich mir nochmal exotischere Sachen reingezogen materiell-rechtlich (Beamtenrecht, Schulrecht, StrWG, BImSchG). Wenn sowas kommt (und es kommt oft) dann fühlt man sich deutlich besser, wenn man nicht bei 0 anfängt. Ansonsten natürlich prozessual so Standardsachen - da kommt ja gefühlt im ÖR selten so mega krasse Sachen.
Im Strafrecht ist die stpo für viele ja Neuland. Also die typischen Konstellationen für Fehler der Behörden/Gerichte reinballern. Das hilft dann für beide Klausuren. Da geht der Russack super systematisch vor. Dann auf jeden Fall die kompletten Konstellationen „was passiert wenn jemand falsch belehrt wird“ (Zeuge, Beschuldigter, Angeklagter). Und Anklage üben. Und zwar „wie kritzel ich sie besonders schnell hin“ ?. Materiell-rechtlich bin ich jedenfalls Delikt im Fischer durchgegangen und hab geschaut, wie gut ich mit ihm wo arbeiten kann. Wenn ne Definition dort super war, hab ich sie nicht gelernt. Wenn schlecht, dann rein damit.
Ich merke immer wieder, dass viele jedoch zu doll auswendig lernen und Probleme im Kern nicht verstanden haben. Glaube wenn man das bewusster macht, ist schon sooo viel gewonnen (bspw: was ist bei der Revisions-Klausur anders, wenn der Nebenkläger oder die StA Revision einlegt und eben mal nicht der Angeklagte; wie wirkt sich eine Streiverkündung in den jeweiligen Konstellationen auf den Vor- und Nachprozess aus?).
Das ist natürlich kein Patenteezept. Das war nur meine Arbeitsweise. Viel Erfolg an alle.
Im Strafrecht ist die stpo für viele ja Neuland. Also die typischen Konstellationen für Fehler der Behörden/Gerichte reinballern. Das hilft dann für beide Klausuren. Da geht der Russack super systematisch vor. Dann auf jeden Fall die kompletten Konstellationen „was passiert wenn jemand falsch belehrt wird“ (Zeuge, Beschuldigter, Angeklagter). Und Anklage üben. Und zwar „wie kritzel ich sie besonders schnell hin“ ?. Materiell-rechtlich bin ich jedenfalls Delikt im Fischer durchgegangen und hab geschaut, wie gut ich mit ihm wo arbeiten kann. Wenn ne Definition dort super war, hab ich sie nicht gelernt. Wenn schlecht, dann rein damit.
Ich merke immer wieder, dass viele jedoch zu doll auswendig lernen und Probleme im Kern nicht verstanden haben. Glaube wenn man das bewusster macht, ist schon sooo viel gewonnen (bspw: was ist bei der Revisions-Klausur anders, wenn der Nebenkläger oder die StA Revision einlegt und eben mal nicht der Angeklagte; wie wirkt sich eine Streiverkündung in den jeweiligen Konstellationen auf den Vor- und Nachprozess aus?).
Das ist natürlich kein Patenteezept. Das war nur meine Arbeitsweise. Viel Erfolg an alle.
29.01.2021, 11:34
(28.01.2021, 20:54)Gast12345 schrieb: ÖR habe ich mir nochmal exotischere Sachen reingezogen materiell-rechtlich (Beamtenrecht, Schulrecht, StrWG, BImSchG). Wenn sowas kommt (und es kommt oft) dann fühlt man sich deutlich besser, wenn man nicht bei 0 anfängt. Ansonsten natürlich prozessual so Standardsachen - da kommt ja gefühlt im ÖR selten so mega krasse Sachen.
Im Strafrecht ist die stpo für viele ja Neuland. Also die typischen Konstellationen für Fehler der Behörden/Gerichte reinballern. Das hilft dann für beide Klausuren. Da geht der Russack super systematisch vor. Dann auf jeden Fall die kompletten Konstellationen „was passiert wenn jemand falsch belehrt wird“ (Zeuge, Beschuldigter, Angeklagter). Und Anklage üben. Und zwar „wie kritzel ich sie besonders schnell hin“ ?. Materiell-rechtlich bin ich jedenfalls Delikt im Fischer durchgegangen und hab geschaut, wie gut ich mit ihm wo arbeiten kann. Wenn ne Definition dort super war, hab ich sie nicht gelernt. Wenn schlecht, dann rein damit.
Ich merke immer wieder, dass viele jedoch zu doll auswendig lernen und Probleme im Kern nicht verstanden haben. Glaube wenn man das bewusster macht, ist schon sooo viel gewonnen (bspw: was ist bei der Revisions-Klausur anders, wenn der Nebenkläger oder die StA Revision einlegt und eben mal nicht der Angeklagte; wie wirkt sich eine Streiverkündung in den jeweiligen Konstellationen auf den Vor- und Nachprozess aus?).
Das ist natürlich kein Patenteezept. Das war nur meine Arbeitsweise. Viel Erfolg an alle.
Ich danke Dir. Das ist eine super Antwort. Ich bin leider jemand der sowieso nur auf Verständnis lernen kann, auswendig ist eher schwierig... Die Formalia muss ich deswegen auch immer wieder lesen und lesen und lesen und schreiben...
Falls jemand weitere Tipps hat - sie sind willkommen :)
29.01.2021, 20:41
Planlos und 2 Monate vor dem Examen?
Du hast verloren xD
Du hast verloren xD
30.01.2021, 10:01


