27.12.2020, 18:09
Was könnt ihr empfehlen, wenn man als Jurist nicht nur den gesellschaftsrechtlichen, sondern auch den Investmentteil mit abdecken möchte? Machen das die von euch genannten Kanzleien auch, oder machen das nur die Jungs mit dem wirtschaftswissenschaftlichen Hintergrund ? Falls letzte Frage ja: Reicht ein MBA aus
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LG
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27.12.2020, 18:11
(27.12.2020, 18:09)Gast schrieb: Was könnt ihr empfehlen, wenn man als Jurist nicht nur den gesellschaftsrechtlichen, sondern auch den Investmentteil mit abdecken möchte? Machen das die von euch genannten Kanzleien auch, oder machen das nur die Jungs mit dem wirtschaftswissenschaftlichen Hintergrund ? Falls letzte Frage ja: Reicht ein MBA aus
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LG
Was meinst du mit "Investmentteil"?
27.12.2020, 18:19
(27.12.2020, 13:16)Gast schrieb:S&C ist ohne Frage stark im Public M&A, aber keinesfalls so dominant wie bei der IPO-Beratung.(27.12.2020, 12:55)Gast schrieb: Welche GK kann man denn in Publicity M&A empfehlen, wenn man von den Besten lernen möchte ?
Absolute Marktspitze in dem Bereich ist S&C.
Hengeler hat einige renommierte M&A-Stars in Düsseldorf, Frankfurt und München.
Neben den bereits von einem anderen User genannten Adressen würde ich auch Freshfields (v.a. Seibt) anführen.
Mit den Neuzugängen von Latham kann man auch Noerr (Düsseldorf) in Betracht ziehen.
27.12.2020, 18:42
(27.12.2020, 18:11)Gast schrieb:(27.12.2020, 18:09)Gast schrieb: Was könnt ihr empfehlen, wenn man als Jurist nicht nur den gesellschaftsrechtlichen, sondern auch den Investmentteil mit abdecken möchte? Machen das die von euch genannten Kanzleien auch, oder machen das nur die Jungs mit dem wirtschaftswissenschaftlichen Hintergrund ? Falls letzte Frage ja: Reicht ein MBA aus
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Was meinst du mit "Investmentteil"?
Target suchen, dressing the Bride etc.
27.12.2020, 19:02
(27.12.2020, 18:42)Gast schrieb:Okay, verstehe nun, was du meinst.(27.12.2020, 18:11)Gast schrieb:(27.12.2020, 18:09)Gast schrieb: Was könnt ihr empfehlen, wenn man als Jurist nicht nur den gesellschaftsrechtlichen, sondern auch den Investmentteil mit abdecken möchte? Machen das die von euch genannten Kanzleien auch, oder machen das nur die Jungs mit dem wirtschaftswissenschaftlichen Hintergrund ? Falls letzte Frage ja: Reicht ein MBA aus
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Was meinst du mit "Investmentteil"?
Target suchen, dressing the Bride etc.
Grundsätzlich würde ich sagen, dass dieser Teil nicht von Kanzleien abgedeckt wird. Das machen eher Strategieberater und Investmentbanker.
Es mag Ausnahmen geben - etwa dass der strategische Kaufinteressent sich frühzeitig eine zweite Meinung bei einem geschätzten Anwalt holt. Die eigentliche Entscheidung trifft der Mandant am Ende aber richtigerweise unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten.
Davon einmal abgesehen: Juristen sind dennoch vielfältig in der Phase der Vorbereitung eingebunden. Wenn man als Verkäufer erst eine Sparte aus dem Unternehmen herauslösen muss (sog Carve-out), erfordert das die Beratung durch Großkanzleien. Auch die Ansprache des börsennotierten targets ist aufgrund der Vorschriften zur ad hoc Publizität zum Teil nicht so einfach. Man wird aber keine Unternehmensbewertung vornehmen. Das ist der Job von anderen Beratern (s.o.). (ausgeklammert lasse ich, dass die Kenntnis der Bestimmung eines Unternehmenskaufpreises für den Juristen bei der Vertragserstellung und -verhandlung dennoch Bedeutung hat)
Ob ein MBA reicht, würde ich eher bezweifeln. Nach meinem Verständnis ist das ein eher generalistischer Fortbildungsansatz. Case studies über Personalführung bringen für die von dir angesprochene Tätigkeit wohl nicht so viel. Ich möchte aber nicht ausschließen, dass man mit einer ersten Berufserfahrung im Transaktionsgeschäft einer GK und einem klug gewählten und renommierten MBA "die Seiten wechseln" kann.
27.12.2020, 19:18
(27.12.2020, 19:02)Gast schrieb:Herzlichen Dank für die ausführliche Antwort !(27.12.2020, 18:42)Gast schrieb:Okay, verstehe nun, was du meinst.(27.12.2020, 18:11)Gast schrieb:(27.12.2020, 18:09)Gast schrieb: Was könnt ihr empfehlen, wenn man als Jurist nicht nur den gesellschaftsrechtlichen, sondern auch den Investmentteil mit abdecken möchte? Machen das die von euch genannten Kanzleien auch, oder machen das nur die Jungs mit dem wirtschaftswissenschaftlichen Hintergrund ? Falls letzte Frage ja: Reicht ein MBA aus
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Was meinst du mit "Investmentteil"?
Target suchen, dressing the Bride etc.
Grundsätzlich würde ich sagen, dass dieser Teil nicht von Kanzleien abgedeckt wird. Das machen eher Strategieberater und Investmentbanker.
Es mag Ausnahmen geben - etwa dass der strategische Kaufinteressent sich frühzeitig eine zweite Meinung bei einem geschätzten Anwalt holt. Die eigentliche Entscheidung trifft der Mandant am Ende aber richtigerweise unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten.
Davon einmal abgesehen: Juristen sind dennoch vielfältig in der Phase der Vorbereitung eingebunden. Wenn man als Verkäufer erst eine Sparte aus dem Unternehmen herauslösen muss (sog Carve-out), erfordert das die Beratung durch Großkanzleien. Auch die Ansprache des börsennotierten targets ist aufgrund der Vorschriften zur ad hoc Publizität zum Teil nicht so einfach. Man wird aber keine Unternehmensbewertung vornehmen. Das ist der Job von anderen Beratern (s.o.). (ausgeklammert lasse ich, dass die Kenntnis der Bestimmung eines Unternehmenskaufpreises für den Juristen bei der Vertragserstellung und -verhandlung dennoch Bedeutung hat)
Ob ein MBA reicht, würde ich eher bezweifeln. Nach meinem Verständnis ist das ein eher generalistischer Fortbildungsansatz. Case studies über Personalführung bringen für die von dir angesprochene Tätigkeit wohl nicht so viel. Ich möchte aber nicht ausschließen, dass man mit einer ersten Berufserfahrung im Transaktionsgeschäft einer GK und einem klug gewählten und renommierten MBA "die Seiten wechseln" kann.
02.01.2021, 23:38
(27.12.2020, 12:21)Gast schrieb: Hör auf den Kollegen, der dir Public M&A empfiehlt. Der hat alles dazu gesagt.
Die private M&A und PE Affen braucht keiner. Wenn ich nichts zu verlieren hätte, würde ich die mir in strafrechtlich relevanter Weise alle vorknöpfen. Das sind Wichtigtuer. Rühmen sich damit, wie lange und hart sie arbeiten würden. Halten sich für die allerwichtigsten in der Kanzlei. Das allerschlimmste: Sie meinen ernsthaft, dass sie wegen Surfen im Datenraum und ausfüllen von excel Tabellen Ahnung vom Gesellschaftsrecht hätten.
Die Wahrheit ist: die M&A Affen sind während Corona die UmsatzOberlooser in der Kanzlei. Sich mit Corporate Housekeeping über Wasser halten können die nicht weil sie erstens keine Ahnung davon und zweitens nicht die Mandanten dafür haben.
Public M&A ist anspruchsvoll. Du entwickelst echte Expertise und bist ein Denker. Vor allem bleibst du Mensch und mutierst nicht zum gestörten Affen.
Wer „Loser“ mit zwei O schreibt, ist aber hoffentlich in keinem der Bereiche tätig, oder er sollte dringend einen Englischkurs besuchen...
03.01.2021, 14:32
Der Frust sitzt beim Kollegen anscheinend sehr tief, man fragt sich welches Trauma dahinter steckt...
Natürlich ist private M&A juristisch herausfordernd, insbesondere ist es eine Schnittstellenmaterie aller wirtschaftlich relevanten Rechtsgebiete. Man braucht daher Grundkenntnisse im Steuerrecht, Kartellrecht, Arbeitsrecht, Bankaufsichtsrecht, Insolvenzrecht und je nach Sparte des zu verkaufenden Unternehmens eben noch genaue Kenntnisse im Energierecht, Medizinprodukteverordnungen usw.
Die DD ist vielleicht nicht das Highlight einer Transaktion, aber absolut notwendig da die daraus gewonnenen Erkenntnisse wesentliche Grundlage für den Kaufvertragsentwurf (zB ein SPA) sind. Im SPA wird dann das gesamte gesetzliche Mängel Gewährleistungs Recht üblicherweise abbedungen und maßgeschneidert komplett neu aufgezogen. Das ist höchst anspruchsvoll und gutes vertragsdrafting ein seltener und wichtiger Skill
Zusammen mit dem hohen Anteil an Projektmanagement gibt es schon einen Grund wieso M&A ler beliebte Bewerber auch außerhalb des Kern M&A sind
Natürlich ist private M&A juristisch herausfordernd, insbesondere ist es eine Schnittstellenmaterie aller wirtschaftlich relevanten Rechtsgebiete. Man braucht daher Grundkenntnisse im Steuerrecht, Kartellrecht, Arbeitsrecht, Bankaufsichtsrecht, Insolvenzrecht und je nach Sparte des zu verkaufenden Unternehmens eben noch genaue Kenntnisse im Energierecht, Medizinprodukteverordnungen usw.
Die DD ist vielleicht nicht das Highlight einer Transaktion, aber absolut notwendig da die daraus gewonnenen Erkenntnisse wesentliche Grundlage für den Kaufvertragsentwurf (zB ein SPA) sind. Im SPA wird dann das gesamte gesetzliche Mängel Gewährleistungs Recht üblicherweise abbedungen und maßgeschneidert komplett neu aufgezogen. Das ist höchst anspruchsvoll und gutes vertragsdrafting ein seltener und wichtiger Skill
Zusammen mit dem hohen Anteil an Projektmanagement gibt es schon einen Grund wieso M&A ler beliebte Bewerber auch außerhalb des Kern M&A sind
03.01.2021, 23:59
(03.01.2021, 14:32)C8H10N4O2 schrieb: Der Frust sitzt beim Kollegen anscheinend sehr tief, man fragt sich welches Trauma dahinter steckt...
Natürlich ist private M&A juristisch herausfordernd, insbesondere ist es eine Schnittstellenmaterie aller wirtschaftlich relevanten Rechtsgebiete. Man braucht daher Grundkenntnisse im Steuerrecht, Kartellrecht, Arbeitsrecht, Bankaufsichtsrecht, Insolvenzrecht und je nach Sparte des zu verkaufenden Unternehmens eben noch genaue Kenntnisse im Energierecht, Medizinprodukteverordnungen usw.
Die DD ist vielleicht nicht das Highlight einer Transaktion, aber absolut notwendig da die daraus gewonnenen Erkenntnisse wesentliche Grundlage für den Kaufvertragsentwurf (zB ein SPA) sind. Im SPA wird dann das gesamte gesetzliche Mängel Gewährleistungs Recht üblicherweise abbedungen und maßgeschneidert komplett neu aufgezogen. Das ist höchst anspruchsvoll und gutes vertragsdrafting ein seltener und wichtiger Skill
Zusammen mit dem hohen Anteil an Projektmanagement gibt es schon einen Grund wieso M&A ler beliebte Bewerber auch außerhalb des Kern M&A sind
"Gesellschaftsrecht ist immer häufiger eine austauschbare Kompetenz", Dr. Nils Ipsen, PSWP (https://www.azur-online.de/artikel/verleiht-fluegel-gefragte-oeffentlichrechtler/)
04.01.2021, 00:16
Uiuiuui ein Öffrechtler findet Gesellschaftrecht doof. Das soll mir jetzt was sagen?


