10.12.2019, 20:25
Hi,
es dürfte vermutlich unstreitig sein, dass Strafrecht für Anfänger ein schwieriges Pflaster ist. Daher meine Frage, ob es da Patentlösungen gibt, wie man sich da als RA langsam aber stetig Erfahrung gewinnt und sich eine Spezialisierung aufbaut. Ich bin gerade als Berufsanfänger mit eher ernüchternden Examensergebnissen in einer kleinen Kanzlei gelandet und arbeite mich da an verwaltungsrechtlichen Altfällen ab. Langfristig finde ich aber Strafverteidigung deutlich spannender und - vom Hörensagen und nach einem Blick in das RVG - wohl langfristig auch auskömmlicher. Nun gibt es aber bereits einen RA, der überwiegend nur Strafrecht macht. Er meinte zwar, dass er mir auch mal kleinere Fälle abgeben kann, aber ich denke schon, dass er es nicht so gerne sieht, wenn ein Neuling in seinem Fachbereich wildert.
Ich habe auch schon überlegt, mich bei einer auf Strafrecht spezialisierten Kanzlei zu bewerben, aber die wollen meist alle Berufserfahrung in diesem Gebiet.
Daher würde ich mich über Erfahrungen anderer Strafrechtler freuen.
es dürfte vermutlich unstreitig sein, dass Strafrecht für Anfänger ein schwieriges Pflaster ist. Daher meine Frage, ob es da Patentlösungen gibt, wie man sich da als RA langsam aber stetig Erfahrung gewinnt und sich eine Spezialisierung aufbaut. Ich bin gerade als Berufsanfänger mit eher ernüchternden Examensergebnissen in einer kleinen Kanzlei gelandet und arbeite mich da an verwaltungsrechtlichen Altfällen ab. Langfristig finde ich aber Strafverteidigung deutlich spannender und - vom Hörensagen und nach einem Blick in das RVG - wohl langfristig auch auskömmlicher. Nun gibt es aber bereits einen RA, der überwiegend nur Strafrecht macht. Er meinte zwar, dass er mir auch mal kleinere Fälle abgeben kann, aber ich denke schon, dass er es nicht so gerne sieht, wenn ein Neuling in seinem Fachbereich wildert.
Ich habe auch schon überlegt, mich bei einer auf Strafrecht spezialisierten Kanzlei zu bewerben, aber die wollen meist alle Berufserfahrung in diesem Gebiet.
Daher würde ich mich über Erfahrungen anderer Strafrechtler freuen.
10.12.2019, 22:31
Gemischte Kanzlei mit netten Kollegen und nicht so Ego-Shootern wie dein jetziger.
Ich bin auch relativ neu und bekommen diverse Strafmandate am AG zugeschoben.
Schwerpunkt der Kanzlei ist eigentlich eher im Zivilrecht aber es sitzt halt auch ein FA für StrafR drinnen.
Ich bin auch relativ neu und bekommen diverse Strafmandate am AG zugeschoben.
Schwerpunkt der Kanzlei ist eigentlich eher im Zivilrecht aber es sitzt halt auch ein FA für StrafR drinnen.
14.12.2019, 02:50
Das Buch „Verteidigung im Ermittlungsverfahren“ von Bosbach finde ich ganz gut. Hierdurch erlangt man gute praktische Kenntnisse.
03.01.2020, 14:25
Hat noch jemand Erfahrungen? Würde mich auch interessieren, wie man ohne einschlägige Kontakte mit einem
frisch gebackenen zweiten Examen in die Strafverteidigung sinnvoll einsteigen kann.
frisch gebackenen zweiten Examen in die Strafverteidigung sinnvoll einsteigen kann.
08.01.2020, 10:43
Einfach bei ner kleineren Kanzlei bewerben. Ggf. vorher dort Wahlstation machen.
08.01.2020, 17:59
Schwierig. Ich bin vor ca. einem Jahr als Berufsanfänger in einer kleineren Kanzlei eingestiegen und habe - wie meine Kollegen hier auch - nur strafrechtliche Mandate. Ich habe aber auch schon seit dem Studium in dieser Kanzlei mitgearbeitet (und erfreuliche Noten in beiden Examina).
Allgemein sind die Kollegen Strafverteidiger meiner Erfahrung nach eher skeptisch gegenüber Frischlingen. Viele Strafrechtler sind Einzelkämpfer und wollen niemanden, der Ihnen Mandate klaut. Strafrechtskanzleien sind häufig kleine Kanzleien. Die Anstellung eines Anwalts, der keine Erfahrung im Bereich der Strafverteidigung hat, den man nicht kennt, der noch nie mit schwierigen Mandanten zu tun hatte, ist ein hohes finanzielles Risiko, das selten eingegangen wird. Zumindest hier im Umkreis (Süddeutschland).
Ein guter Freund von mir hat sich als Strafverteidiger einfach in Bürogemeinschaft selbstständig gemacht. Kredit aufgenommen und los, drei Wochen nach dem Examen. Mutig, wie ich finde, aber bei ihm läuft's!
Wenn das für dich nicht in Frage kommt, würde ich dir wirklich empfehlen, dich einfach bei kleinen Kanzleien, die sich teilweise oder ganz aufs Strafrecht spezialisiert haben, zu bewerben. Vielleicht erstmal nur als WissMit (ich weiß, dass das doof ist, aber so bekommt man einen Fuß in die Tür)..?
Stell dich aber so oder so darauf ein, anfangs grottenschlecht bezahlt zu werden.
Viel Erfolg! Der Job ist - wenn man etwas Frustrationstoleranz und schwarzen Humor mitbringt - großartig.
Allgemein sind die Kollegen Strafverteidiger meiner Erfahrung nach eher skeptisch gegenüber Frischlingen. Viele Strafrechtler sind Einzelkämpfer und wollen niemanden, der Ihnen Mandate klaut. Strafrechtskanzleien sind häufig kleine Kanzleien. Die Anstellung eines Anwalts, der keine Erfahrung im Bereich der Strafverteidigung hat, den man nicht kennt, der noch nie mit schwierigen Mandanten zu tun hatte, ist ein hohes finanzielles Risiko, das selten eingegangen wird. Zumindest hier im Umkreis (Süddeutschland).
Ein guter Freund von mir hat sich als Strafverteidiger einfach in Bürogemeinschaft selbstständig gemacht. Kredit aufgenommen und los, drei Wochen nach dem Examen. Mutig, wie ich finde, aber bei ihm läuft's!
Wenn das für dich nicht in Frage kommt, würde ich dir wirklich empfehlen, dich einfach bei kleinen Kanzleien, die sich teilweise oder ganz aufs Strafrecht spezialisiert haben, zu bewerben. Vielleicht erstmal nur als WissMit (ich weiß, dass das doof ist, aber so bekommt man einen Fuß in die Tür)..?
Stell dich aber so oder so darauf ein, anfangs grottenschlecht bezahlt zu werden.
Viel Erfolg! Der Job ist - wenn man etwas Frustrationstoleranz und schwarzen Humor mitbringt - großartig.
08.01.2020, 21:49
(08.01.2020, 17:59)Xyz schrieb: Schwierig. Ich bin vor ca. einem Jahr als Berufsanfänger in einer kleineren Kanzlei eingestiegen und habe - wie meine Kollegen hier auch - nur strafrechtliche Mandate. Ich habe aber auch schon seit dem Studium in dieser Kanzlei mitgearbeitet (und erfreuliche Noten in beiden Examina).
Allgemein sind die Kollegen Strafverteidiger meiner Erfahrung nach eher skeptisch gegenüber Frischlingen. Viele Strafrechtler sind Einzelkämpfer und wollen niemanden, der Ihnen Mandate klaut. Strafrechtskanzleien sind häufig kleine Kanzleien. Die Anstellung eines Anwalts, der keine Erfahrung im Bereich der Strafverteidigung hat, den man nicht kennt, der noch nie mit schwierigen Mandanten zu tun hatte, ist ein hohes finanzielles Risiko, das selten eingegangen wird. Zumindest hier im Umkreis (Süddeutschland).
Ein guter Freund von mir hat sich als Strafverteidiger einfach in Bürogemeinschaft selbstständig gemacht. Kredit aufgenommen und los, drei Wochen nach dem Examen. Mutig, wie ich finde, aber bei ihm läuft's!
Wenn das für dich nicht in Frage kommt, würde ich dir wirklich empfehlen, dich einfach bei kleinen Kanzleien, die sich teilweise oder ganz aufs Strafrecht spezialisiert haben, zu bewerben. Vielleicht erstmal nur als WissMit (ich weiß, dass das doof ist, aber so bekommt man einen Fuß in die Tür)..?
Stell dich aber so oder so darauf ein, anfangs grottenschlecht bezahlt zu werden.
Viel Erfolg! Der Job ist - wenn man etwas Frustrationstoleranz und schwarzen Humor mitbringt - großartig.
Bist du im Kernstrafrecht oder im Wirtschaftsstrafrecht unterwegs?
09.01.2020, 13:18
Kernstrafrecht.
10.01.2020, 21:04
Off Topic: meine Liebe galt seit jeher auch immer dem Strafrecht. Ich bin aber seit 7 Jahren Anwalt in einer auf Unternehmensrecht ausgerichteten 7-Mann-Bude im ländlichen Bereich. Delinquenten werden hier aber ungern gesehen, sodass sich meine strafrechtliche Praxiserfahrung auf einige Nebenklagen beschränkt. Ich mochte aber immer die Geschichten und die Beteiligten dazu.
Ich würde gerne mein eigenes Ding machen und mich (gerne auch in Bürogemeinschaft) ausschließlich dem Strafrecht und seiner Klientel widmen. Die Standardverteidiger hier in der Gegend haben altersbedingt ihren Zenit bald überschritten.
Meint jemand, es erscheint unsinnig, wenn ich trotz Topmotivation nochmal umsattel?!
Ich würde gerne mein eigenes Ding machen und mich (gerne auch in Bürogemeinschaft) ausschließlich dem Strafrecht und seiner Klientel widmen. Die Standardverteidiger hier in der Gegend haben altersbedingt ihren Zenit bald überschritten.
Meint jemand, es erscheint unsinnig, wenn ich trotz Topmotivation nochmal umsattel?!
10.01.2020, 22:21
(10.01.2020, 21:04)Ramsih Artmann schrieb: Off Topic: meine Liebe galt seit jeher auch immer dem Strafrecht. Ich bin aber seit 7 Jahren Anwalt in einer auf Unternehmensrecht ausgerichteten 7-Mann-Bude im ländlichen Bereich. Delinquenten werden hier aber ungern gesehen, sodass sich meine strafrechtliche Praxiserfahrung auf einige Nebenklagen beschränkt. Ich mochte aber immer die Geschichten und die Beteiligten dazu.
Ich würde gerne mein eigenes Ding machen und mich (gerne auch in Bürogemeinschaft) ausschließlich dem Strafrecht und seiner Klientel widmen. Die Standardverteidiger hier in der Gegend haben altersbedingt ihren Zenit bald überschritten.
Meint jemand, es erscheint unsinnig, wenn ich trotz Topmotivation nochmal umsattel?!
Es ist nie zu spät. Ich würde umsatteln.










