24.10.2026, 13:15
Wird wieder auf hohem Niveau gejammert?
In der Tat, ohne all die Zulagen, PKV-Beihilfe und Einsparung von Rentenzahlungen lässt sich von einem R1-Gehalt in Köln, Düsseldorf und Umgebung kaum noch leben.
Komisch, dass trotz der Staatsdienst trotz der prekären Situation boomt wie noch nie.
In der Tat, ohne all die Zulagen, PKV-Beihilfe und Einsparung von Rentenzahlungen lässt sich von einem R1-Gehalt in Köln, Düsseldorf und Umgebung kaum noch leben.
Komisch, dass trotz der Staatsdienst trotz der prekären Situation boomt wie noch nie.
24.10.2026, 14:05
(24.10.2026, 13:15)Negatives Tatbestandsmerkmal schrieb: Wird wieder auf hohem Niveau gejammert?
In der Tat, ohne all die Zulagen, PKV-Beihilfe und Einsparung von Rentenzahlungen lässt sich von einem R1-Gehalt in Köln, Düsseldorf und Umgebung kaum noch leben.
Komisch, dass trotz der Staatsdienst trotz der prekären Situation boomt wie noch nie.
Warum schreibst du das eigentlich laufend bei jeder Gelegenheit, auch in verschiedenen Diskussionsfäden? Und vor allem: Warum sprichst du immer nur völlig unsubstantiiert von "all den Zulagen"? Zeige doch bitte mal auf, welche Zulagen namentlich ein normaler R1-Richter oder A13/A14-Beamter regelmäßig bekommt. Allenfalls in Betracht kommen Amtszulagen für spezifische Funktionen, die kein normaler Richter oder Beamter bekommt, sondern beispielsweise ein Vizepräsident. Die in manchen Bundesländern übliche "allgemeine Zulage" hat auch nur den Zweck, nicht zum ruhegehaltsfähigen Grundgehalt zu rechnen, also beim Ruhegehalt zu sparen, hilft also argumentativ auch nicht weiter. Was sind dann also "all die Zulagen", von denen du laufend sprichst?
Und bitte komm mir jetzt nicht - zumal begrifflich falsch - mit Familien-/Kinderzuschlag als Feigenblatt für dein substanzloses Gerede.
Und dann erklär mir noch, warum es ein Vorteil sein sollte, dass das "Netto" des Beamten/Richters kein echtes Netto ist - wie das Arbeitnehmernetto -, sondern dass davon auch noch die PKV gezahlt werden muss.
Wenn der Staatsdienst so traumhaft ist, warum suchst du dir dann nicht deinen Traumjob?
24.10.2026, 16:09
(24.10.2026, 14:05)Historische Rechtsschule schrieb: Wenn der Staatsdienst so traumhaft ist, warum suchst du dir dann nicht deinen Traumjob?
Den Staatsdienst idealisieren meist diejenigen am stärksten, für die er unerreichbar wirkt.
Ich und die meisten in meinem Umfeld mit den geforderten Noten haben ordentlich mit der Entscheidung gehadert und verschiedene Optionen gegeneinander abgewogen. Mehrere von uns haben Verwaltung, Justiz oder auch eine GK schnell wieder verlassen, weil es jeweils doch nicht das Richtige war.
Wirklich sicher kann man sich bei der Berufswahl erst nach einigen Monaten oder Jahren sein, als Außenstehender ist das meist schwierig zu beurteilen.
Ich habe ohnehin den Eindruck, dass bei Vielen hier lediglich auf die Sicherheit und Besoldung, aber weniger auf den damit verbundenen Beruf geschaut wird. Wer es unbedingt möchte und flexibel ist, wird auch mit schwächeren Noten irgendwo, irgendwie, irgendwann seine A13/R1 bekommen. Ob euch das dann glücklich macht, wenn Tätigkeit, Kollegen oder Standort nicht zu euch passen? Ich bezweifle es.
24.10.2026, 16:51
(24.10.2026, 16:09)RRalf schrieb:Wahre Worte!(24.10.2026, 14:05)Historische Rechtsschule schrieb: Wenn der Staatsdienst so traumhaft ist, warum suchst du dir dann nicht deinen Traumjob?
Den Staatsdienst idealisieren meist diejenigen am stärksten, für die er unerreichbar wirkt.
Ich und die meisten in meinem Umfeld mit den geforderten Noten haben ordentlich mit der Entscheidung gehadert und verschiedene Optionen gegeneinander abgewogen. Mehrere von uns haben Verwaltung, Justiz oder auch eine GK schnell wieder verlassen, weil es jeweils doch nicht das Richtige war.
Wirklich sicher kann man sich bei der Berufswahl erst nach einigen Monaten oder Jahren sein, als Außenstehender ist das meist schwierig zu beurteilen.
Ich habe ohnehin den Eindruck, dass bei Vielen hier lediglich auf die Sicherheit und Besoldung, aber weniger auf den damit verbundenen Beruf geschaut wird. Wer es unbedingt möchte und flexibel ist, wird auch mit schwächeren Noten irgendwo, irgendwie, irgendwann seine A13/R1 bekommen. Ob euch das dann glücklich macht, wenn Tätigkeit, Kollegen oder Standort nicht zu euch passen? Ich bezweifle es.
Ich denke mittlerweile, der Staatsdienst hat gerade auf Berufsanfänger eine besondere Wirkung, weil er einen mit einem Schlag aus der gerade für die juristische Ausbildung charakteristischen langjährigen Situation der Ungewissheit herausholt. Die meisten von uns bleiben bis zum letzten Tag, sprich der mündlichen Prüfung im 2. StEx, im Unklaren darüber, welche beruflichen Wege ihnen offenstehen. Da wirkt das Versprechen „Ernennung auf Lebenszeit“ für viele erst mal sehr verlockend. Und für den Start ist das Gehalt bei A13 bzw. R1 auch wirklich ordentlich.
Wenn man dann allerdings nach ein paar Jahren mal schaut, was damit perspektivisch so möglich ist, zb Eigentum im einem Ballungsraum zu erwerben, am besten noch mit 2 Kindern und einem Ehepartner in Teilzeit, dann stellt sich schon eine gewisse Ernüchterung ein. Das kann man dann Jammern auf hohem Niveau nennen, schließlich ist der Kühlschrank am Ende des Monats voll usw. Aber wenn man überlegt, dass man insgesamt 7-8 Jahre in diese anspruchsvolle Ausbildung investiert hat, um am Ende zu den vielleicht besten 5-10% zu gehören und sich dann ohne Erbschaft nicht mal eine schmale Doppelhaushälfte im äussersten Speckgürtel leisten zu können, dann relativiert sich das mit den „Privilegien“ im Staatsdienst doch. Da werden dann mangelnde Entwicklungsmöglichkeiten wieder ein Thema.
25.10.2026, 13:10
„Wenn man dann allerdings nach ein paar Jahren mal schaut, was damit perspektivisch so möglich ist, zb Eigentum im einem Ballungsraum zu erwerben, am besten noch mit 2 Kindern und einem Ehepartner in Teilzeit, dann stellt sich schon eine gewisse Ernüchterung ein.“
Das ist so, allerdings: in welchem Job kann man sich denn als Jurist überhaupt Eigentum in einer größeren Stadt leisten? Ich verdiene mit R1 aktuell 4400 Netto abzüglich PKV, das ist objektiv schon ein ordentliches Gehalt. Da krieg ich allenfalls in einer GK mehr oder wenn es als selbstständiger Anwalt sehr gut läuft. Vielleicht auch noch in einem Unternehmen, wenn man entsprechende Berufserfahrung hat. Dafür muss ich als Richter aber auch monatlich nichts für meine Altersvorsorge zurück legen, meine Pension ist (Stand jetzt) sicher. Und das bei einem 9-15 Uhr Job und extremer Flexibilität. Das ist schon ein gutes Gesamtpaket.
Das ist so, allerdings: in welchem Job kann man sich denn als Jurist überhaupt Eigentum in einer größeren Stadt leisten? Ich verdiene mit R1 aktuell 4400 Netto abzüglich PKV, das ist objektiv schon ein ordentliches Gehalt. Da krieg ich allenfalls in einer GK mehr oder wenn es als selbstständiger Anwalt sehr gut läuft. Vielleicht auch noch in einem Unternehmen, wenn man entsprechende Berufserfahrung hat. Dafür muss ich als Richter aber auch monatlich nichts für meine Altersvorsorge zurück legen, meine Pension ist (Stand jetzt) sicher. Und das bei einem 9-15 Uhr Job und extremer Flexibilität. Das ist schon ein gutes Gesamtpaket.
25.10.2026, 14:28
(25.10.2026, 13:10)VerzweifelterJurist schrieb: „Wenn man dann allerdings nach ein paar Jahren mal schaut, was damit perspektivisch so möglich ist, zb Eigentum im einem Ballungsraum zu erwerben, am besten noch mit 2 Kindern und einem Ehepartner in Teilzeit, dann stellt sich schon eine gewisse Ernüchterung ein.“Zukünftig am ehesten als Richter in Brandenburg 😉
Das ist so, allerdings: in welchem Job kann man sich denn als Jurist überhaupt Eigentum in einer größeren Stadt leisten? Ich verdiene mit R1 aktuell 4400 Netto abzüglich PKV, das ist objektiv schon ein ordentliches Gehalt. Da krieg ich allenfalls in einer GK mehr oder wenn es als selbstständiger Anwalt sehr gut läuft. Vielleicht auch noch in einem Unternehmen, wenn man entsprechende Berufserfahrung hat. Dafür muss ich als Richter aber auch monatlich nichts für meine Altersvorsorge zurück legen, meine Pension ist (Stand jetzt) sicher. Und das bei einem 9-15 Uhr Job und extremer Flexibilität. Das ist schon ein gutes Gesamtpaket.
Und die o.g. beiden Bekannten, die mit Ende 40 in der B-Besoldung mit 7.200 Euro netto nach Hause gehen, dürften das ebenfalls schaffen.
Ich habe übrigens nie über meine NRW-R1 gejammert. Das war der Deal, den ich damals bewusst akzeptiert habe. Aber wie viele meiner Kollegen habe ich nach einiger Zeit die Justiz auch wieder verlassen, weil mE das Gesamtpaket immer weniger stimmt. Die neuesten Besoldungswinkelzüge passen leider ins Gesamtbild.
Von 9-15 Uhr konnten am VG übrigens die wenigsten (in Vollzeit) arbeiten, ohne dass ihr Dezernat vollläuft bzw. überaltert. Das war vielleicht mal in den goldenen Zeiten vor 2015 so.
25.10.2026, 17:26
(25.10.2026, 13:10)VerzweifelterJurist schrieb: „Wenn man dann allerdings nach ein paar Jahren mal schaut, was damit perspektivisch so möglich ist, zb Eigentum im einem Ballungsraum zu erwerben, am besten noch mit 2 Kindern und einem Ehepartner in Teilzeit, dann stellt sich schon eine gewisse Ernüchterung ein.“
Das ist so, allerdings: in welchem Job kann man sich denn als Jurist überhaupt Eigentum in einer größeren Stadt leisten? Ich verdiene mit R1 aktuell 4400 Netto abzüglich PKV, das ist objektiv schon ein ordentliches Gehalt. Da krieg ich allenfalls in einer GK mehr oder wenn es als selbstständiger Anwalt sehr gut läuft. Vielleicht auch noch in einem Unternehmen, wenn man entsprechende Berufserfahrung hat. Dafür muss ich als Richter aber auch monatlich nichts für meine Altersvorsorge zurück legen, meine Pension ist (Stand jetzt) sicher. Und das bei einem 9-15 Uhr Job und extremer Flexibilität. Das ist schon ein gutes Gesamtpaket.
Ich bin seit ein paar Monaten Richter bei einem AG und bin wirklich sehr glücklich über diese unglaubliche Flexibilität dieses Berufs - aber es ist Sonntagnachmittag und ich bin gerade noch 5min am Handy, bevor ich mich an ein Urteile setze. Weil ich weiß, dass ich ansonsten das Pensum für die Woche nicht schaffe, wenn ich jetzt nicht vorarbeite. Also 9-15 Uhr wäre sehr nice, im Moment sind es aber durchschnittlich 45 - 48 Stunden bei mir. Ich hoffe sehr, dass sich das mal legen wird, wenn man in seinem Dezernat drin und es ein wenig aufgeräumt ist.
26.10.2026, 09:43
(24.10.2026, 16:51)Spencer schrieb:(24.10.2026, 16:09)RRalf schrieb:Wahre Worte!(24.10.2026, 14:05)Historische Rechtsschule schrieb: Wenn der Staatsdienst so traumhaft ist, warum suchst du dir dann nicht deinen Traumjob?
Den Staatsdienst idealisieren meist diejenigen am stärksten, für die er unerreichbar wirkt.
Ich und die meisten in meinem Umfeld mit den geforderten Noten haben ordentlich mit der Entscheidung gehadert und verschiedene Optionen gegeneinander abgewogen. Mehrere von uns haben Verwaltung, Justiz oder auch eine GK schnell wieder verlassen, weil es jeweils doch nicht das Richtige war.
Wirklich sicher kann man sich bei der Berufswahl erst nach einigen Monaten oder Jahren sein, als Außenstehender ist das meist schwierig zu beurteilen.
Ich habe ohnehin den Eindruck, dass bei Vielen hier lediglich auf die Sicherheit und Besoldung, aber weniger auf den damit verbundenen Beruf geschaut wird. Wer es unbedingt möchte und flexibel ist, wird auch mit schwächeren Noten irgendwo, irgendwie, irgendwann seine A13/R1 bekommen. Ob euch das dann glücklich macht, wenn Tätigkeit, Kollegen oder Standort nicht zu euch passen? Ich bezweifle es.
Ich denke mittlerweile, der Staatsdienst hat gerade auf Berufsanfänger eine besondere Wirkung, weil er einen mit einem Schlag aus der gerade für die juristische Ausbildung charakteristischen langjährigen Situation der Ungewissheit herausholt. Die meisten von uns bleiben bis zum letzten Tag, sprich der mündlichen Prüfung im 2. StEx, im Unklaren darüber, welche beruflichen Wege ihnen offenstehen. Da wirkt das Versprechen „Ernennung auf Lebenszeit“ für viele erst mal sehr verlockend. Und für den Start ist das Gehalt bei A13 bzw. R1 auch wirklich ordentlich.
Wenn man dann allerdings nach ein paar Jahren mal schaut, was damit perspektivisch so möglich ist, zb Eigentum im einem Ballungsraum zu erwerben, am besten noch mit 2 Kindern und einem Ehepartner in Teilzeit, dann stellt sich schon eine gewisse Ernüchterung ein. Das kann man dann Jammern auf hohem Niveau nennen, schließlich ist der Kühlschrank am Ende des Monats voll usw. Aber wenn man überlegt, dass man insgesamt 7-8 Jahre in diese anspruchsvolle Ausbildung investiert hat, um am Ende zu den vielleicht besten 5-10% zu gehören und sich dann ohne Erbschaft nicht mal eine schmale Doppelhaushälfte im äussersten Speckgürtel leisten zu können, dann relativiert sich das mit den „Privilegien“ im Staatsdienst doch. Da werden dann mangelnde Entwicklungsmöglichkeiten wieder ein Thema.
Letzteres kann ich so um ehrlich zu sein nicht wirklich nachvollziehen. Dass die Stadtvilla in Düsseldorf-Oberkassel nicht drin ist, dürfte klar sein. Dass man aber als Jurist im Staatsdienst kein Reihenhaus oder Wohnung im Speckgürtel finanzieren könnte, sehe ich - vielleicht abgesehen von München und Hamburg - nicht so wirklich. Muss man halt ein bisschen was selbst machen oder auch mal ein paar Jahren auf Fernreisen verzichten. Die finanziellen Belastungen, die man da hat, treffen wahrscheinlich 95% der anderen Immobilienkäufer genauso. Wenn man bereit ist, auch mal eine halbe Stunde zu pendeln, sieht die Welt überall in NRW sowieso schon wieder ganz anders aus.









