05.10.2026, 16:40
(05.10.2026, 16:36)Neuorientierung schrieb: Ich habe auch während Corona mein 2. Examen und den Verbesserungsversuch gemacht und fand das schon wirklich doof. Unsere AG fand per Whatsapp-Sprachnachrichten statt, Übungsklausuren musste man von zu Hause schreiben und wurden teilweise per Youtubevideo besprochen und alles hatte zu. Ich konnte nicht in der Bib lernen, AG mit meiner Lerngruppe musste über Skype stattfinden, weil man sich nicht treffen konnte, es gab fast keinen persönlichen Austausch mehr mit anderen und ich saß ganz alleine in meiner Wohnung fest. In der mündlichen Prüfung mussten wir FFP2 Masken tragen. Wie das bei den Klausuren war, weiß ich gar nicht mehr. Es war unklar, ob mein Durchgang tatsächlich am geplanten Termin schreiben konnte, der Termin vor uns ist ausgefallen. Wir haben dann in einem Doppeldurchgang geschrieben. Ich kann leider zu Hause nicht so gut lernen und hab für das 1. Examen quasi in der UB gelebt. Das emfpand ich schon als einen großen Nachteil, dass das bei dem 2. Examen nicht ging. Auch die AG über Whatsapp-Sprachnachrichten zu komplett unregelmäßigen Zeiten fand ich furchtbar. Fragen konnte man kaum klären, weil die entweder gar nicht beantwortet wurden oder dann so 5 Tage später. Diesen völligen Stillstand und das ständige allein sein in der eigenen Wohnung, fand ich sehr belastend. Sportkurse als Ausgleich zum Lernen fanden auch nicht statt. Den Verbesserungsversuch habe ich im Februar geschrieben und es mussten durchgängig alle Fenster komplett sperrangelweit offen sein. Wir saßen in Winterjacke im Raum und meine Hände waren so kalt und taub, dass ich super langsam war und meine Hände weh taten. Ich fand die Zeit wirklich noch mal deutlicher belastender als beim 1. Examen. Da konnte ich mit meiner Lerngruppe jeden Tag in der Bib sitzen, man hatte einen persönlichen Austausch, ich konnte ins Fitnessstudio gehen. Das war irgendwie deutlich erträglicher. Die Noten in meinem Durchgang waren auch wirklich schlecht. Viele sind in den Verbesserungsversuch gegangen.Die Kommunikation war auch wirklich sehr schlecht bei uns. Das war auch sehr nervig
06.10.2026, 07:27
(05.10.2026, 16:36)Neuorientierung schrieb: Die Noten in meinem Durchgang waren auch wirklich schlecht. Viele sind in den Verbesserungsversuch gegangen.
Ist das anekdotische Evidenz oder war Eure Abweichung statistisch signifikant? Meines Wissens waren die Prüfungsergebnisse bundesweit auf normalen Niveau (Daten sind ja öffentlich) im Vergleich zum vorherigen und nachfolgenden Zeitraum.
06.10.2026, 09:37
(05.10.2026, 16:40)Neuorientierung schrieb:(05.10.2026, 16:36)Neuorientierung schrieb: Ich habe auch während Corona mein 2. Examen und den Verbesserungsversuch gemacht und fand das schon wirklich doof. Unsere AG fand per Whatsapp-Sprachnachrichten statt, Übungsklausuren musste man von zu Hause schreiben und wurden teilweise per Youtubevideo besprochen und alles hatte zu. Ich konnte nicht in der Bib lernen, AG mit meiner Lerngruppe musste über Skype stattfinden, weil man sich nicht treffen konnte, es gab fast keinen persönlichen Austausch mehr mit anderen und ich saß ganz alleine in meiner Wohnung fest. In der mündlichen Prüfung mussten wir FFP2 Masken tragen. Wie das bei den Klausuren war, weiß ich gar nicht mehr. Es war unklar, ob mein Durchgang tatsächlich am geplanten Termin schreiben konnte, der Termin vor uns ist ausgefallen. Wir haben dann in einem Doppeldurchgang geschrieben. Ich kann leider zu Hause nicht so gut lernen und hab für das 1. Examen quasi in der UB gelebt. Das emfpand ich schon als einen großen Nachteil, dass das bei dem 2. Examen nicht ging. Auch die AG über Whatsapp-Sprachnachrichten zu komplett unregelmäßigen Zeiten fand ich furchtbar. Fragen konnte man kaum klären, weil die entweder gar nicht beantwortet wurden oder dann so 5 Tage später. Diesen völligen Stillstand und das ständige allein sein in der eigenen Wohnung, fand ich sehr belastend. Sportkurse als Ausgleich zum Lernen fanden auch nicht statt. Den Verbesserungsversuch habe ich im Februar geschrieben und es mussten durchgängig alle Fenster komplett sperrangelweit offen sein. Wir saßen in Winterjacke im Raum und meine Hände waren so kalt und taub, dass ich super langsam war und meine Hände weh taten. Ich fand die Zeit wirklich noch mal deutlicher belastender als beim 1. Examen. Da konnte ich mit meiner Lerngruppe jeden Tag in der Bib sitzen, man hatte einen persönlichen Austausch, ich konnte ins Fitnessstudio gehen. Das war irgendwie deutlich erträglicher. Die Noten in meinem Durchgang waren auch wirklich schlecht. Viele sind in den Verbesserungsversuch gegangen.Die Kommunikation war auch wirklich sehr schlecht bei uns. Das war auch sehr nervig
Ich kann den persönlichen Blickwinkel nachvollziehen. Die Situation war auch für mich nicht schön und beklemmend. Und ich persönlich hätte in dieser zeit auch nicht Ref machen wollen. Aber aus anderen Gründen wir du. Ich habe in dieser Zeit tolle Menschen kennengelernt und mir hat die Zeit für meine Persönlichkeitsentwicklung gut getan.
Aber der Ausgangspost hat ja einen etwas anderen Punkt. Welche Nachteile man in Hinblick auf die Prüfung hatte. Und das muss dann sicher anders beurteilen. Das fehlende Fitnessstudio, deine persönliche Lernpräferenzen sind da nicht entscheidend. Schlechte oder ausgefallene AGs kennt sicher jeder aus seinem Ref. Egal ob Covid oder nicht.
06.10.2026, 09:45
(06.10.2026, 07:27)Dogu schrieb:Das ist jetzt schlicht meine Erfahrung. Ich hatte eine sehr starke AG, wir hatten in der AG alle ein Prädikat im 1. Examen, die meisten zweistellig und die schriftlichen Noten waren wirklich schlecht bei vielen von uns. Aber soweit ich weiß gibt es keine genauen Zahlen. Aber vielleicht ist es auch normal, dass einige in den Verbesserungsversuch gehen. Ich hatte beim Referendarrat nachgefragt, die haben eine kleine Anfrage bzgl. der Klausurnoten von 2022-2025 in meinem Bundesland ausgewertet. Da kam als Rückmeldung, dass es keine vergleichbare öffentliche Statistik über die Noten im 2. Examen gibt, nur den groben Jahresüberblick des Bundesamtes für Justiz. Wenn du so eine genaue Statistik hast, wo die Klausurnoten so aufgedröselt werden, wäre ich da wirklich sehr interessiert dran. Der Referendarrat bestimmt auch.(05.10.2026, 16:36)Neuorientierung schrieb: Die Noten in meinem Durchgang waren auch wirklich schlecht. Viele sind in den Verbesserungsversuch gegangen.
Ist das anekdotische Evidenz oder war Eure Abweichung statistisch signifikant? Meines Wissens waren die Prüfungsergebnisse bundesweit auf normalen Niveau (Daten sind ja öffentlich) im Vergleich zum vorherigen und nachfolgenden Zeitraum.
06.10.2026, 09:56
(06.10.2026, 09:37)Freidenkender schrieb:Für mich war bereits das 1. Examen psychisch schon eine Herausforderung. Da waren aber die Umstände total gut, dass man das gut in den Griff bekommen und kontrollieren konnte. Die Zeit war super zu strukturieren. Während Corona bestand da für alle eine Ausnahmesituation. Wir wussten nicht mal, ob wir an unserem Prüfungstermin schreiben konnten oder nicht, wie das organisiert wird mit dem doppelten Durchgang, die Kommunikation war schlecht und man wurde wirklich ziemlich allein gelassen. Natürlich sind die Examen herausfordernd, aber das ganze Drumherum war ja noch mal auf eine ganz andere Art belastend. Bei uns sind vor Corona tatsächlich kaum AGs ausgefallen. Wie gut die AG vor Ort gewesen wäre, kann ich natürlich nicht sagen, da ich keinen vergleich habe. Und ob man gut zu Hause oder eher in der Bib lernen kann, ist ja auch komplett eine persönliche Präferenz. Aber man war durch die Situation einfach schon in einer ganz anderen Verfassung.(05.10.2026, 16:40)Neuorientierung schrieb:(05.10.2026, 16:36)Neuorientierung schrieb: Ich habe auch während Corona mein 2. Examen und den Verbesserungsversuch gemacht und fand das schon wirklich doof. Unsere AG fand per Whatsapp-Sprachnachrichten statt, Übungsklausuren musste man von zu Hause schreiben und wurden teilweise per Youtubevideo besprochen und alles hatte zu. Ich konnte nicht in der Bib lernen, AG mit meiner Lerngruppe musste über Skype stattfinden, weil man sich nicht treffen konnte, es gab fast keinen persönlichen Austausch mehr mit anderen und ich saß ganz alleine in meiner Wohnung fest. In der mündlichen Prüfung mussten wir FFP2 Masken tragen. Wie das bei den Klausuren war, weiß ich gar nicht mehr. Es war unklar, ob mein Durchgang tatsächlich am geplanten Termin schreiben konnte, der Termin vor uns ist ausgefallen. Wir haben dann in einem Doppeldurchgang geschrieben. Ich kann leider zu Hause nicht so gut lernen und hab für das 1. Examen quasi in der UB gelebt. Das emfpand ich schon als einen großen Nachteil, dass das bei dem 2. Examen nicht ging. Auch die AG über Whatsapp-Sprachnachrichten zu komplett unregelmäßigen Zeiten fand ich furchtbar. Fragen konnte man kaum klären, weil die entweder gar nicht beantwortet wurden oder dann so 5 Tage später. Diesen völligen Stillstand und das ständige allein sein in der eigenen Wohnung, fand ich sehr belastend. Sportkurse als Ausgleich zum Lernen fanden auch nicht statt. Den Verbesserungsversuch habe ich im Februar geschrieben und es mussten durchgängig alle Fenster komplett sperrangelweit offen sein. Wir saßen in Winterjacke im Raum und meine Hände waren so kalt und taub, dass ich super langsam war und meine Hände weh taten. Ich fand die Zeit wirklich noch mal deutlicher belastender als beim 1. Examen. Da konnte ich mit meiner Lerngruppe jeden Tag in der Bib sitzen, man hatte einen persönlichen Austausch, ich konnte ins Fitnessstudio gehen. Das war irgendwie deutlich erträglicher. Die Noten in meinem Durchgang waren auch wirklich schlecht. Viele sind in den Verbesserungsversuch gegangen.Die Kommunikation war auch wirklich sehr schlecht bei uns. Das war auch sehr nervig
Ich kann den persönlichen Blickwinkel nachvollziehen. Die Situation war auch für mich nicht schön und beklemmend. Und ich persönlich hätte in dieser zeit auch nicht Ref machen wollen. Aber aus anderen Gründen wir du. Ich habe in dieser Zeit tolle Menschen kennengelernt und mir hat die Zeit für meine Persönlichkeitsentwicklung gut getan.
Aber der Ausgangspost hat ja einen etwas anderen Punkt. Welche Nachteile man in Hinblick auf die Prüfung hatte. Und das muss dann sicher anders beurteilen. Das fehlende Fitnessstudio, deine persönliche Lernpräferenzen sind da nicht entscheidend. Schlechte oder ausgefallene AGs kennt sicher jeder aus seinem Ref. Egal ob Covid oder nicht.
Dass aber plötzlich alles ausgefallen ist und sich erstmal finden musste, empfinde ich aber schon als einen Nachteil. Bei uns musste ja sowas wie digitale AG und Klausurbesprechung erstmal eingeführt werden. Da gab es nun mal gar keine Vorbereitung. Wir hatten ja nicht mal mehr einen wirklichen Klausurenkurs und keine wirkliche Klausurenbesprechung mehr. Nachfragen konnte man nicht persönlich stellen, sondern nur per E-Mail. Normalerweise hat man sich vor Ort für die Klausuren Kommentare im Gericht ausleihen können. Zu Hause hatte ich keine Kommentare, um die Klausuren zu schreiben. Auch die Bedingungen, unter denen wir die Klausuren geschrieben haben oder mit Maske eine mündliche Prüfung halten, sind ja einfach anders gewesen. Also ich würde schon sagen, dass es einen Unterschied macht, ob man komplett im Lockdown in die heiße Phase eingestiegen ist oder aktuell.
06.10.2026, 10:04
Und uns wurde damals auch vermittelt, dass es auch dem Prüfungsamt bewusst ist, dass Corona eine absolute Ausnahmesituation ist. Aber mehr Rückmeldung kam da auch nicht. Ich glaube, es stand auch immer wieder im Raum, dass uns mit dem Verbesserungsversuch entgegen gekommen wird, also das er nur die Hälfte kosten soll oder sogar kostenlos in Anspruch genommen werden kann. Ich weiß noch, dass uns viele Dinge "schön" geredet wurden, aber dann einfach gefühlt gar nichts umgesetzt wurde und wir alle wirklich frustriert waren, wie kommuniziert wurde.
06.10.2026, 11:23
ich verstehe wirklich deinen Frust und es war sicher nicht leicht. Das will ich nicht klein reden.
Aber mal aus meinem Ref: VerwaltungsAG volles Desaster. AG-Leiterin krankheitsbedingt ausgefallen. Ersatz noch nie AG geleitet. Keinerlei eigene Unterlagen, keine Idee was gemacht werden sollte und ab dem 3 Termin einfach ausgefallen und nur einen Literaturhinweis gegeben. AG-Klausuren kamen dann gebündelt am letzten Tag der AG ohne Besprechung zurück. Da musste man sich dann selbst organisieren. Kommentare musste man alle kaufen, da es keine durch das Gericht zu leihen gab.
Damit will ich nicht deine Themen klein machen, aber jede AG war anders und es gab immer wieder Wunderlampen, die angegangen sind
Aber mal aus meinem Ref: VerwaltungsAG volles Desaster. AG-Leiterin krankheitsbedingt ausgefallen. Ersatz noch nie AG geleitet. Keinerlei eigene Unterlagen, keine Idee was gemacht werden sollte und ab dem 3 Termin einfach ausgefallen und nur einen Literaturhinweis gegeben. AG-Klausuren kamen dann gebündelt am letzten Tag der AG ohne Besprechung zurück. Da musste man sich dann selbst organisieren. Kommentare musste man alle kaufen, da es keine durch das Gericht zu leihen gab.
Damit will ich nicht deine Themen klein machen, aber jede AG war anders und es gab immer wieder Wunderlampen, die angegangen sind
06.10.2026, 11:51
(06.10.2026, 11:23)Freidenkender schrieb: ich verstehe wirklich deinen Frust und es war sicher nicht leicht. Das will ich nicht klein reden.Ich will damit ja auch gar nicht sagen, dass die Ausbildung im Ref sonst immer super ist und total hilfreich. Ich weiß nicht, wie die AG gewesen wäre, wenn sie stattgefunden hätte. Unsere VerwaltungsAG war auch unfassbar veraltet. Aber allein der Austausch vor Ort und die Möglichkeit, Fragen zu stellen, wenn man etwas nicht wusste und sich dann ggf. in der Gruppe darüber auszutauschen, empfand ich schon als hilfreich. Aber natürlich ist in der generellen Ausbildung auch noch unfassbar viel Spiel nach oben, um sich zu verbessern. Die Kommentare, die wir für die Klausuren ausleihen konnten, haben teilweise auch nicht für alle gereicht und teilweise waren die älter als ich. In einem anderen Bundesland wurden die aussortierten Kommentare an die Referendare einfach verschenkt. Die waren aktueller als unsere und die konnten die Referendare mit nach Hause nehmen. Die Ausbildungsqualität der einzelnen Bundesländer untereinander unterscheiden sich ja schon massiv. Es fängt ja schon damit an, wie lange man vor den Klausuren tauchen kann und wie streng das kontrolliert wird. Es sollte einfach eine feste Zeit erlaubt werden, in der man sich für das Examen vorbereiten kann.
Aber mal aus meinem Ref: VerwaltungsAG volles Desaster. AG-Leiterin krankheitsbedingt ausgefallen. Ersatz noch nie AG geleitet. Keinerlei eigene Unterlagen, keine Idee was gemacht werden sollte und ab dem 3 Termin einfach ausgefallen und nur einen Literaturhinweis gegeben. AG-Klausuren kamen dann gebündelt am letzten Tag der AG ohne Besprechung zurück. Da musste man sich dann selbst organisieren. Kommentare musste man alle kaufen, da es keine durch das Gericht zu leihen gab.
Damit will ich nicht deine Themen klein machen, aber jede AG war anders und es gab immer wieder Wunderlampen, die angegangen sind
Ein ehemaliger Refkollege musste auch einen Durchgang abbrechen, weil entweder sein Test positiv war oder er angeblich Coronasymptome hatte, obwohl er sich eigentlich gesund gefühlt hat. Aber das bekomm ich jetzt auch nicht mehr wirklich zusammen.
Ich mein, am Ende hat es ja alles für das Bestehen gereicht. Aber zu sagen, es sei überhaupt nicht erkennbar, inwieweit die Pandemie damals für die betroffenen Referendare zu Nachteilen geführt haben soll, find ich einfach fast schon frech. Vielleicht ist die Ausbildung tatsächlich so schlecht, dass es faktisch keinen Unterschied macht, ob sie angeboten wird oder nicht. Aber die gesamten Umstände, der Lock down, die Unsicherheit, ob man Schreiben kann oder nicht und wenn ja, unter welchen Umständen, die Isolation und die schlechte Kommunikation waren einfach zusätzlich belastend. Bei Jura ist es ja meistends das persönliche Pech, wenn man unter den Umständen "leidet", weil man z. B. besser vor Ort lernen kann und auch vor Ort disziplinierter ist, was das Schreiben der ExÜs unter Examensbedingungen angeht. Am Ende wird es einem ja eher als persönliche Schwäche und fehlende Disziplin ausgelegt, wenn man damit gehadert hat. Die Entscheidung des VG war dahingehend mMn auch eigentlich erwartbar.
06.10.2026, 14:30
Das Problem für die Klagenden ist in diesem Fall eher Ursache und Wirkung darzustellen. Gerade weil die Situation auch etwas mit eigenem Empfinden und Wertung zu tun hat. Jemand, der sehr selbständig ist und die AGs hat störendes Beiwerk betrachtet, betrachtet das am Ende anders als andere.
Aber wie soll ein Gericht das werten? Daher sehe ich es eher als fast folgerichtige Entscheidung an.
Aber noch einmal: das sagt nicht, dass ich deine Situation nicht anerkenne. Dich als Person hat es das Ref erschwert. Das kann ich absolut nachvollziehen. Ich war in der Zeit nicht im Ref, aber auch mich hat die Situation massiv belastet und ich bin froh, dass ich da keine Prüfung schreiben musste. Ich hätte in dieser Zeit aber auch kein Studium aufnehmen wollen, oder in den ersten Job starten. Alles besch... Situationen
Aber wie soll ein Gericht das werten? Daher sehe ich es eher als fast folgerichtige Entscheidung an.
Aber noch einmal: das sagt nicht, dass ich deine Situation nicht anerkenne. Dich als Person hat es das Ref erschwert. Das kann ich absolut nachvollziehen. Ich war in der Zeit nicht im Ref, aber auch mich hat die Situation massiv belastet und ich bin froh, dass ich da keine Prüfung schreiben musste. Ich hätte in dieser Zeit aber auch kein Studium aufnehmen wollen, oder in den ersten Job starten. Alles besch... Situationen
06.10.2026, 21:45
Wir sehen an diesem Fall vielleicht ein bisschen, wie es oft den Parteien in unseren Prozessen geht: sie setzen in den Rechtsstreit Erwartungen, die nicht erfüllt werden können. Beispielsweise will der Kläger im Arzthaftungsprozess ein Eingeständnis des Fehlers oder der Geschädigte einer unerlaubten Handlung eine Entschuldigung usw. Streitgegenstand ist aber eine Feststellung oder ein Geldbetrag. Und genau so ist es hier auch: Du willst die Anerkennung, dass Du durch die Umstände eine schwere Zeit und schlechtere Ausgangssituation als in anderen Zeiten hattest. Das Verwaltungsgericht prüft dagegen, ob falsch korrigiert wurde oder Verfahrensfehler unterlaufen sind, sodass neu korrigiert werden muss oder Du nochmal schreiben darfst (abhängig vom gestellten Antrag). Nur darum geht es in dem Verfahren, und alles andere interessiert von vornherein nicht. Das ist einfach nur ein Rechtsstreit und das erklären wir immer den Menschen, aber wenn man selbst in der Situation ist, geht es einem trotzdem nicht gut damit... Wenn weder falsch korrigiert wurde (ohnehin schwierig und zudem nur Neubescheidung, also selbst bei Prozesssieg Ende offen) noch schwere Verfahrensverstöße (die aber wahrscheinlich hätten gerügt werden müssen), dann wird der Prozess zu nichts führen.









