16.07.2026, 21:12
Ich finde ja spannend. Der Kollege schreibt, er will in die Justiz und alle schreiben über KI-Entwicklungen in der Anwaltswelt.
Zudem hat niemand den Elefanten im Raum angesprochen:
Promotion als Übergangslösung? Die Promotion ist kein Lückenbüßer oder so. Das sollte man schon aus intrinsischer Motivation herausmachen. An meiner alma mater würde kein Professor einen Doktoranden annehmen, bei dem das nicht deutlich wäre.
Zudem hat niemand den Elefanten im Raum angesprochen:
Promotion als Übergangslösung? Die Promotion ist kein Lückenbüßer oder so. Das sollte man schon aus intrinsischer Motivation herausmachen. An meiner alma mater würde kein Professor einen Doktoranden annehmen, bei dem das nicht deutlich wäre.
16.07.2026, 21:26
(16.07.2026, 15:26)Arbeitsloser2026 schrieb: Ich finde KI nicht unbrauchbar. KI kann die anwaltliche Beratung noch nicht übernehmen, allerdings ermöglicht sie mir, die Mandate schneller zu bearbeiten.
Copilot schreibt meine E-Mails in weniger als 5 Minuten und liest all meine Texte Korrektur. Copilot findet dabei mehr Fehler als ein Wiss Mit und ist schneller.
Auch Beck Noxtua ist noch nicht ganz ausgereift, allerdings jetzt schon besser als so mancher Wiss Mit (+ Beck Noxtua hat immer Kapazität).
Bei der Verwendung von Copilot sollte man als Anwalt durchaus § 203 StGB im Auge behalten.
17.07.2026, 10:37
Wenn du gerne promovieren willst, könntest du ja auch extern promovieren. Du suchst dir eine Kanzlei, in der du Teilzeit arbeiten kannst und den Rest der Zeit kannst du an der Doktorarbeit schreiben. So hab ich das gemacht und für die berufliche Erfahrung find ich das eigentlich echt gut, gerade wenn man eigentlich nicht langfristig in der Anwaltschaft ist. Den Einblick find ich aber wirklich total wertvoll. Ich würde aber auch sagen, dass eine Doktorarbeit einem beruflich eigentlich nicht wirklich weiter bringt. Ich hab ein Thema gehabt, was ich wirklich mega spannend finde und wozu ich gerne was schreiben sollte, aber beruflich hat es mir gar nicht geholfen bisher. Inzwischen hinterfrage ich meine Entscheidung auch etwas. Die Arbeit hat deutlich länger gedauert als ursprünglich geplant (ist meine Schuld) und ich hab die ganze Zeit nur Teilzeit gearbeitet. Das ist finanziell und für die Zukunft blöd und mit einer Vollzeittätigkeit wäre ich beruflich wahrscheinlich auch schon an einem ganz anderen Punkt. Aber meine Doktorarbeit mag ich trotzdem mega gerne und ich hab mich super gerne damit auseinander gesetzt.
18.07.2026, 11:57
Ich bin da auch total verunsichert. Ich wollte auch immer in die Justiz, aber eigentlich vorher noch einen LLM machen, sodass ich erst 2028 einsteigen könnte. Ich überlege diesen Traum jetzt zu überspringen und mich direkt zu bewerben. Die Bewerbungslage für die Justiz wird ja perspektivisch immer schlechter werden (gerade unter/mit knappem VB).
18.07.2026, 14:30
(16.07.2026, 16:09)Lawmuc schrieb: Bei Berufseinstieg würde ich auch darauf achten, in eine Kanzlei zu gehen, die dir etwas bringt. Perspektivisch werden stupiden Arbeiten in einer Wirtschaftskanzlei ersetzt werden. Verschwende Deine Zeit nicht mit irgendwelchen Datenräumen oder NDA‘s. Ich würde immer wieder bei einer gut laufenden mittelständischen Kanzlei anfangen. Gute Arbeit, ausgewogene Arbeitszeiten und interessante Leute, die man zu beraten hat.
Vom Fachgebiet her natürlich in erster Linie das, was einen interessiert. Jedoch habe ich immer geschaut, den Markt im Blick zu haben. D.h., was wird gebraucht. Steuerrecht/Arbeitsrecht/gewisse Bereiche des Gesellschaftsrechts/InsolvR/Verkehrsrecht/ErbR und FamR sind mE recht konjunkturunabhängige Gebiete, auf die ich mich fokussieren würde. ESG und Governance Beratung würde ich eher die Finger von lassen. Das fällt für mich unter „Luxusberatung“ (einige sehr wenige Ausnahmen abgesehen, die im Wesentlichen durch Regulatorik geschaffen wurden), sprich der Staat verschafft Arbeit.
Umstrukturierungen, Scheidungen, Tod, Steuern gibt es laufend, unabhängig davon, ob die Wirtschaft draußen boomt oder nicht. Im Gegenteil, unsichere Zeiten beflügeln das Geschäft auch in den verschiedensten Bereichen.
Verschaff Dir Berufserfahrung auf einem Gebiet, was Dich interessiert und einen Mehrwert beim Mandanten bringt.
Danke Dir! Finde Deine Gedanken (für mich persönlich) sehr hilfreich und wertvoll :)
18.07.2026, 14:33
(16.07.2026, 21:12)RefNdsOL schrieb: Ich finde ja spannend. Der Kollege schreibt, er will in die Justiz und alle schreiben über KI-Entwicklungen in der Anwaltswelt.
Zudem hat niemand den Elefanten im Raum angesprochen:
Promotion als Übergangslösung? Die Promotion ist kein Lückenbüßer oder so. Das sollte man schon aus intrinsischer Motivation herausmachen. An meiner alma mater würde kein Professor einen Doktoranden annehmen, bei dem das nicht deutlich wäre.
Ja klar, das mag sich erstmal so lesen und ist ein berechtigter und wichtiger Einwand. Ich habe aber tatsächlich auch die intrinsische Motivation zur Diss und hielt es für meine Frage jetzt nicht für nötig meine konkreten Hintergründe genauer auszuführen. An meiner Motivation und meinem Interessen wird es auf jeden Fall nicht scheitern :)
18.07.2026, 14:35
(17.07.2026, 10:37)Silverywintersweet schrieb: Wenn du gerne promovieren willst, könntest du ja auch extern promovieren. Du suchst dir eine Kanzlei, in der du Teilzeit arbeiten kannst und den Rest der Zeit kannst du an der Doktorarbeit schreiben. So hab ich das gemacht und für die berufliche Erfahrung find ich das eigentlich echt gut, gerade wenn man eigentlich nicht langfristig in der Anwaltschaft ist. Den Einblick find ich aber wirklich total wertvoll. Ich würde aber auch sagen, dass eine Doktorarbeit einem beruflich eigentlich nicht wirklich weiter bringt. Ich hab ein Thema gehabt, was ich wirklich mega spannend finde und wozu ich gerne was schreiben sollte, aber beruflich hat es mir gar nicht geholfen bisher. Inzwischen hinterfrage ich meine Entscheidung auch etwas. Die Arbeit hat deutlich länger gedauert als ursprünglich geplant (ist meine Schuld) und ich hab die ganze Zeit nur Teilzeit gearbeitet. Das ist finanziell und für die Zukunft blöd und mit einer Vollzeittätigkeit wäre ich beruflich wahrscheinlich auch schon an einem ganz anderen Punkt. Aber meine Doktorarbeit mag ich trotzdem mega gerne und ich hab mich super gerne damit auseinander gesetzt.
Danke Dir! Genau eine Teilzeit-Lösung wäre für mich aktuell auch die realistischste Variante, im "best case" finde ich eine Kanzlei, bei der ich das zeitlich gut unter den Hut bekomme. Ein 1-Jahr arbeiten und 1-Jahr Diss Modell (wie es sich zB bei Gleiss Lutz findet), wäre mir dagegen zu einseitig, ich kann mir den Mix gut vorstellen und finde es auch spannend, einerseits wissenschaftlich und andererseits praktisch zu arbeiten.









