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Ungleichbehandlung durch Partner
ich111
Junior Member
**
Beiträge: 18
Themen: 6
Registriert seit: Dec 2022
#1
20.05.2026, 13:32
Mir ist schon als Wimi/Ref aufgefallen, dass einige Partner manche ihrer Associates ziemlich bevorzugen. Der eine wird regelmäßig zu Events und Mandantentreffen mitgenommen und kriegt konstruktives Feedback, während der andere durchweg im Hinterzimmer untergeht. Auch von Bekannten höre ich manchmal von jedenfalls unterschwelligen Ungleichbehandlungen, aber die genauen Umstände kennt man als Außenstehender natürlich nicht.

Ist das reine Sympathie oder erkennt er bei bestimmten Mitarbeitern mehr Entwicklungspotenzial? Kommt sowas oft vor, wie sind eure Erfahrungen?

Ich stehe kurz vor dem Berufseinstieg und mir ist ein Chef, der mich fordert und fördert, gerade zu Beginn sehr wichtig. Achtet ihr auf konkrete Punkte, bevor ihr einer Stelle zusagt? Oder kann man das am Ende ohnehin erst einschätzen, wenn man wirklich dort arbeitet?
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Silverywintersweet
Junior Member
**
Beiträge: 17
Themen: 3
Registriert seit: Mar 2026
#2
20.05.2026, 14:51
(20.05.2026, 13:32)ich111 schrieb:  Mir ist schon als Wimi/Ref aufgefallen, dass einige Partner manche ihrer Associates ziemlich bevorzugen. Der eine wird regelmäßig zu Events und Mandantentreffen mitgenommen und kriegt konstruktives Feedback, während der andere durchweg im Hinterzimmer untergeht. Auch von Bekannten höre ich manchmal von jedenfalls unterschwelligen Ungleichbehandlungen, aber die genauen Umstände kennt man als Außenstehender natürlich nicht.

Ist das reine Sympathie oder erkennt er bei bestimmten Mitarbeitern mehr Entwicklungspotenzial? Kommt sowas oft vor, wie sind eure Erfahrungen?

Ich stehe kurz vor dem Berufseinstieg und mir ist ein Chef, der mich fordert und fördert, gerade zu Beginn sehr wichtig. Achtet ihr auf konkrete Punkte, bevor ihr einer Stelle zusagt? Oder kann man das am Ende ohnehin erst einschätzen, wenn man wirklich dort arbeitet?
Ich hab mir damals zum Berufseinstieg auch extra eine kleinere und spezialisiertere Kanzlei gesucht, weil es mir wirklich wichtig war, dass die Kanzlei gute Arbeit leistet und man viel lernen kann und es zwischenmenschlich gut läuft. Das hab ich damals auch im Bewerbungsgespräch direkt so angesprochen. Meine Erfahrung jetzt hat mir gezeigt, dass man das leider vorher wirklich kaum abschätzen kann. Der eine Partner (der auch unbedingt einen  Nachfolger für sein Dezernat benötigte) war total begeistert und wollte mich einarbeiten, aber konnte wirklich gar keine Arbeit abgeben. Die Aussagen, die er im Bewerbungsgespräch und bei Nachfragen getätigt hat, waren etwas ganz anderes als die gelebte Praxis. Selbst wirklich aktives hinterherlaufen hat immer nur kurzzeitig geholfen. Die Zusammenarbeit war wirklich mehr als mühselig. Ein anderer Partner war dafür sichtlich bemüht, mich einzuarbeiten und bei den Mandanten bekannt zu machen. Das lief wirklich sehr gut und hat viel Spaß gemacht. Die eine Partnerin, über die damals auch der erste Kontakt lief, war vordergründig sehr nett und hilfsbereit und hat gute Ansichten vertreten, aber im Alltag hat sich gezeigt, dass sie mit anderen Frauen nicht gut kompatibel war und das, was sie gesagt hat, was ganz anderes war als das, was sie gelebt hat. Sie war auch eine typische Einzelkämpferin. Auch mit weiblichen ReFas hat sie sich immer irgendwann überworfen, sodass bei ihr viel Wechsel war und für sie teilweise nur noch männliche HiWis gearbeitet haben. 

Ob man wirklich gefordert und gefördert wird, hängt sehr von dem jeweiligen Partner ab, wie gut Arbeit abgebeben werden kann, wie gut man zwischenmenschlich klar kommt und wie viel Interesse an einer Zusammenarbeit liegt. Leider sind einige Anwälte noch immer Einzelkämpfer. Meiner Meinung nach ist es kaum möglich, das vor dem Arbeitsalltag sicher feststellen zu können. Da hilft nur sich umzuhören, wie andere Junganwälte ihre Einarbeitung so wahrnehmen und auch im Bewerbungsgespräch schon sagen, was man sich von einer Zusammenarbeit wünscht und welche Ziele man hat.
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Sonnenschein
Member
***
Beiträge: 138
Themen: 3
Registriert seit: Apr 2025
#3
20.05.2026, 19:13
(20.05.2026, 14:51)Silverywintersweet schrieb:  
(20.05.2026, 13:32)ich111 schrieb:  Mir ist schon als Wimi/Ref aufgefallen, dass einige Partner manche ihrer Associates ziemlich bevorzugen. Der eine wird regelmäßig zu Events und Mandantentreffen mitgenommen und kriegt konstruktives Feedback, während der andere durchweg im Hinterzimmer untergeht. Auch von Bekannten höre ich manchmal von jedenfalls unterschwelligen Ungleichbehandlungen, aber die genauen Umstände kennt man als Außenstehender natürlich nicht.

Ist das reine Sympathie oder erkennt er bei bestimmten Mitarbeitern mehr Entwicklungspotenzial? Kommt sowas oft vor, wie sind eure Erfahrungen?

Ich stehe kurz vor dem Berufseinstieg und mir ist ein Chef, der mich fordert und fördert, gerade zu Beginn sehr wichtig. Achtet ihr auf konkrete Punkte, bevor ihr einer Stelle zusagt? Oder kann man das am Ende ohnehin erst einschätzen, wenn man wirklich dort arbeitet?
Ich hab mir damals zum Berufseinstieg auch extra eine kleinere und spezialisiertere Kanzlei gesucht, weil es mir wirklich wichtig war, dass die Kanzlei gute Arbeit leistet und man viel lernen kann und es zwischenmenschlich gut läuft. Das hab ich damals auch im Bewerbungsgespräch direkt so angesprochen. Meine Erfahrung jetzt hat mir gezeigt, dass man das leider vorher wirklich kaum abschätzen kann. Der eine Partner (der auch unbedingt einen  Nachfolger für sein Dezernat benötigte) war total begeistert und wollte mich einarbeiten, aber konnte wirklich gar keine Arbeit abgeben. Die Aussagen, die er im Bewerbungsgespräch und bei Nachfragen getätigt hat, waren etwas ganz anderes als die gelebte Praxis. Selbst wirklich aktives hinterherlaufen hat immer nur kurzzeitig geholfen. Die Zusammenarbeit war wirklich mehr als mühselig. Ein anderer Partner war dafür sichtlich bemüht, mich einzuarbeiten und bei den Mandanten bekannt zu machen. Das lief wirklich sehr gut und hat viel Spaß gemacht. Die eine Partnerin, über die damals auch der erste Kontakt lief, war vordergründig sehr nett und hilfsbereit und hat gute Ansichten vertreten, aber im Alltag hat sich gezeigt, dass sie mit anderen Frauen nicht gut kompatibel war und das, was sie gesagt hat, was ganz anderes war als das, was sie gelebt hat. Sie war auch eine typische Einzelkämpferin. Auch mit weiblichen ReFas hat sie sich immer irgendwann überworfen, sodass bei ihr viel Wechsel war und für sie teilweise nur noch männliche HiWis gearbeitet haben. 

Ob man wirklich gefordert und gefördert wird, hängt sehr von dem jeweiligen Partner ab, wie gut Arbeit abgebeben werden kann, wie gut man zwischenmenschlich klar kommt und wie viel Interesse an einer Zusammenarbeit liegt. Leider sind einige Anwälte noch immer Einzelkämpfer. Meiner Meinung nach ist es kaum möglich, das vor dem Arbeitsalltag sicher feststellen zu können. Da hilft nur sich umzuhören, wie andere Junganwälte ihre Einarbeitung so wahrnehmen und auch im Bewerbungsgespräch schon sagen, was man sich von einer Zusammenarbeit wünscht und welche Ziele man hat.

100% Zustimmung. Im Gespräch erzählen Sie einem immer Vieles und versprechen die Welt... die Realität meistens ganz anders leider. Und es wird bewusst damit gespielt, da ein Wechsel oftmals ja auch schwierig ist.
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Egal_
Posting Freak
*****
Beiträge: 1.432
Themen: 1
Registriert seit: Feb 2022
#4
24.05.2026, 21:43
Ich denke, es ist ein Mix aus beidem. Symphatie, aber auch Potential des Associate. Wenn der Partner der Meinung ist, Event XY oder Meeting mit Mandant Z wäre für Associate A sinnvoll, weil es zu seinen aktuellen Aufgaben oder seiner Entwicklung passt, wird er ihn mitnehmen. Wenn es bzgl. der Aufgaben nicht passt oder die sozialen Kompetenzen von Associate B nicht besonders ausgeprägt sind, macht es eher weniger Sinn, ihn mitzunehmen.
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