• Suche
  • Deine Referendarswelt
    • Juristenkoffer.de - Kommentare mieten
    • RefNews - Das Blog zum Referendariat
    • Infoseiten zum Referendariat
    • Referendarbuchladen - Bücher für Rechtsreferendare
    • Stationsradar.de - Stationsangebote u. Nebenjobs
    • Protokolle-Assessorexamen.de - Protokolle für das 2. Examen
    • Referendarswelt - Die Stadt für Rechtsreferendare
    • Infoseiten: Richter / Staatsanwalt werden
Einloggen oder Registrieren » Hallo, Gast! Auch als Gast kannst Du Beiträge posten. Besser nutzbar ist das Forum aber, wenn Du Dich registrierst und einloggst.
Login
Benutzername/E-Mail:
Passwort: Passwort vergessen?
 
  1. Startseite
  2. Zur letzten Instanz - Das Forum für Rechtsreferendare
  3. Instanzen für Rechtsreferendare
  4. Berufseinstieg nach dem Referendariat
  5. Schlimmes Erwachen im Berufseinstieg
« 1 ... 11 12 13 14 15 »
 
Antworten

 
Schlimmes Erwachen im Berufseinstieg
nachdenklich
Senior Member
****
Beiträge: 313
Themen: 1
Registriert seit: Sep 2023
#121
25.03.2026, 17:58
(25.03.2026, 16:52)Silverywintersweet schrieb:  Ich kann den Frust wirklich komplett nachvollziehen. 

Ich hab 2021 mein 2. Staatsexamen gemacht. Eigentlich wollte ich immer in die Justiz. Als ich dann durch war, wollte ich dann doch erstmal Berufserfahrung sammeln in einer Anwaltskanzlei. Ich hab auch direkt einen Job gefunden, aber bei dem Bewerbungsgespräch war ich dann doch sehr negativ überrascht. Da steht man dann mit beiden Examen (VB und gutes befriedigend) und bekommt einen Stundenlohn von 14€ geboten (2021). Ich hab in der Zwischenzeit zwischen 1. Ex und Ref für ein paar Monate in einem MVZ als Hilfskraft gearbeitet und für diese ungelernte Arbeit bereits 14€/h bekommen. Neben dem Ref habe ich in einer Kanzlei als HiWi gearbeitet und 16€/h verdient. Das war dann tatsächlich erstmal ein ziemlicher Schock. In der Kanzlei, in der ich im Ref gearbeitet habe, wollte ich nicht als Anwältin arbeiten, da das Arbeitsklima da wirklich absolut unmöglich war. In der anderen Kanzlei habe ich dann für 17€/h angefangen, also nicht mal 36k Jahresbruttogehalt. Nach 6 Monaten habe ich dann das erste mal nachverhandelt. Und ich muss sagen, dass ich es einfach absolut mühselig finde. Ich hatte wirklich keine Ahnung von der freien Wirtschaft. Urlaubstage nicht angesprochen, zack, gesetzliches Minimum von 20 Tagen im Jahr. Wenn man nicht in eine GK will, hat man als normaler Juraabsolvent auch wirklich absolut gar keine Ahnung, was man überhaupt in normalen/kleineren Kanzleien verlangen kann. Woher soll man das überhaupt wissen? Irgendwie redet niemand über Geld. Natürlich sind 60k Jahresbrutto wirklich viel Geld, aber alle denken auch, dass man als Anwalt einfach viel Geld verdient. Wenn ich mich aber in meinem Umfeld umgucke, bin ich als Anwältin nach dem Abschluss das absolute Rücklicht, was mein Gehalt angeht. Ich hab so viele Freundinnen, die mit einem Geschichtsmaster oder einem Bachelor in Fachkommunikation mehr verdienen als ich bei weniger Wochenarbeitszeit und deutlich weniger Leistungsdruck. Zwei Kommilitoninnen haben in der für 120k und 145k Jahresbruttogehalt angefangen. Ich bin mit 60k Vorstellung in die Gehaltsverhandlung gestartet und hab am Ende nicht mal 36k bekommen. Ich glaube, dass zwischen Berufseinsteigern viel zu wenig darüber geredet wird, was man in Kanzleien, die keine GK sind, überhaupt realistisch als Einstieg verdienen kann. Das Gehalt variiert dazu noch enorm je nach Stadt und Rechtsgebiet. Inzwischen arbeite ich seit 5 Jahren als Anwältin und bin bei 53k Jahresbrutto. Über 60k kann ich bisher nur Träumen. Das ist als Einstiegsgehalt in meiner Stadt auch unrealistisch. Da liegt das Einstiegsgehalt noch immer eher bei 40-50k im Jahr. Da meine aktuelle Kanzlei auch ein wirklich schlechtes Arbeitsklima hat und viele Zusagen nicht eingehalten werden, bin ich erneut auf der Suche und das ist wirklich absolut frustrierend. Stellenangebote gibt es kaum, also bewerbe ich mich initiativ. Bei meinem letzten Bewerbungsgespräch wurden mir 42k Jahresbrutto geboten als Anwalt mit doch ganz passablen Examen und 5 Jahren Berufserfahrung. Es ist einfach absolut enttäuschend. Im ÖD als Angestellter bekommt man e13, Jobticket, Sport, Weihnachtsgeld, 30 Tage Urlaub, Vollzeit sind 38,7 h. Solche Benefits findet man kaum in einer Durchschnittskanzlei. Natürlich haben wir Vertrauensarbeitszeit, aber wenn man tatsächlich mal Überstunden frei machen möchte, wird man schief angeguckt. 

Mir macht das Anwaltsdasein wirklich erstaunlich viel Spaß und ich würde eigentlich gerne weiter als Anwältin arbeiten. Aber das Arbeitsklima in vielen Kanzleien, die Leistungserwartung, die Benefits und das Gehalt, was geboten werden, stehen für mich nicht in einem passenden Verhältnis. Ich werde mein Glück daher wohl doch in der Justiz finden müssen, wie eigentlich geplant.  Aber der Ausflug in das Anwaltsdasein lässt mich aufgrund der Umstände aktuell wirklich sehr frustrieren. Wenn man sich die aktuellen Umfragen der RAK anguckt, geht es ja vielen anderen Berfusanfängern ähnlich wie mir, wodurch viele in den ersten Jahren die Anwaltschaft wieder verlassen. In meiner Kanzlei werden mehr als die Hälfte der Berufsträger in den nächsten 5 Jahren in Rente gehen. Junge Anwälte, die die Mandanten dann übernehmen können, haben wir außer mir nicht.

vielen Dank für deine ehrliche Bestandsmeldung, die in vielen kleineren Einheiten das Tagesgeschäft prägen wird. Vor dem Hintergrund der Verantwortung, dem Arbeitstress und der immer mitschwingenden Haftungsfalle, kann ich mir sehr gut vorstellen wie ungerecht du dein Gehalt empfindest. Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Glück für deinen geplanten Absprung in den ÖD oder gar Justiz.

Aber ja, je nach Region sind die Gehälter in der Anwaltschaft oftmals ernüchternd (Vor dem Hintergrund von Stress und Verantwortung und auch Komplexität). Und damit meine ich gar nicht nur den Osten der Republik, sondern auch viele Landtstriche in Bayern, BW oder auch NRW. Platzhirsche verlangen da gerne mal zumindest ein VB bzw jedenfalls 2x hohes B (und natürlich ist gerne auch eine Promotion gesehen), wobei das Einstiegsgehalt oftmals zwischen 45-50k liegt. Nachwuchsprobleme scheinen die trotzdem nicht zu haben. Und die Entwicklungsmöglichkeiten sind häufig auch nicht mit Erfahrungsstufen des ÖD vergleichbar.


Der ÖD ist ohne Zweifel ein sehr attraktiver Arbeitgeber. Das  war er auch schon immer und nicht erst seit der Rezession. Dass der ÖD teilweise von Assessoren gar nicht in Erwägung gezogen wurde/wird, liegt häufig daran, dass sie weder reale Vorstellungen von der Anwaltschaft in kleineren und mittleren Kanzleien haben (damit sind nicht die handverlesenen JUVE-MKs oder diejenigen aus den Hochglanz-Referendarsführern gemeint) und gleichzeitig nicht ausreichend informiert sind bzgl der Vorzüge des ÖD. Ich erinnere mich noch, wie viele keine Ahnung vom Gehalt, jährlichen Sonderzahlungen, automatischem Aufstieg in Erfahrungsstufen, 30 bzw 31 Tage Urlaub (wobei 24. und 31. häufig nicht mitzählt) im ÖD hatten (von den beamtenrechtlichen Vorzügen rede ich erst gar nicht).
Suchen
Zitieren
JurisRef
Member
***
Beiträge: 239
Themen: 6
Registriert seit: Dec 2023
#122
26.03.2026, 04:23
(25.03.2026, 16:52)Silverywintersweet schrieb:  Ich kann den Frust wirklich komplett nachvollziehen. 

Ich hab 2021 mein 2. Staatsexamen gemacht. Eigentlich wollte ich immer in die Justiz. Als ich dann durch war, wollte ich dann doch erstmal Berufserfahrung sammeln in einer Anwaltskanzlei. Ich hab auch direkt einen Job gefunden, aber bei dem Bewerbungsgespräch war ich dann doch sehr negativ überrascht. Da steht man dann mit beiden Examen (VB und gutes befriedigend) und bekommt einen Stundenlohn von 14€ geboten (2021). Ich hab in der Zwischenzeit zwischen 1. Ex und Ref für ein paar Monate in einem MVZ als Hilfskraft gearbeitet und für diese ungelernte Arbeit bereits 14€/h bekommen. Neben dem Ref habe ich in einer Kanzlei als HiWi gearbeitet und 16€/h verdient. Das war dann tatsächlich erstmal ein ziemlicher Schock. In der Kanzlei, in der ich im Ref gearbeitet habe, wollte ich nicht als Anwältin arbeiten, da das Arbeitsklima da wirklich absolut unmöglich war. In der anderen Kanzlei habe ich dann für 17€/h angefangen, also nicht mal 36k Jahresbruttogehalt. Nach 6 Monaten habe ich dann das erste mal nachverhandelt. Und ich muss sagen, dass ich es einfach absolut mühselig finde. Ich hatte wirklich keine Ahnung von der freien Wirtschaft. Urlaubstage nicht angesprochen, zack, gesetzliches Minimum von 20 Tagen im Jahr. Wenn man nicht in eine GK will, hat man als normaler Juraabsolvent auch wirklich absolut gar keine Ahnung, was man überhaupt in normalen/kleineren Kanzleien verlangen kann. Woher soll man das überhaupt wissen? Irgendwie redet niemand über Geld. Natürlich sind 60k Jahresbrutto wirklich viel Geld, aber alle denken auch, dass man als Anwalt einfach viel Geld verdient. Wenn ich mich aber in meinem Umfeld umgucke, bin ich als Anwältin nach dem Abschluss das absolute Rücklicht, was mein Gehalt angeht. Ich hab so viele Freundinnen, die mit einem Geschichtsmaster oder einem Bachelor in Fachkommunikation mehr verdienen als ich bei weniger Wochenarbeitszeit und deutlich weniger Leistungsdruck. Zwei Kommilitoninnen haben in der für 120k und 145k Jahresbruttogehalt angefangen. Ich bin mit 60k Vorstellung in die Gehaltsverhandlung gestartet und hab am Ende nicht mal 36k bekommen. Ich glaube, dass zwischen Berufseinsteigern viel zu wenig darüber geredet wird, was man in Kanzleien, die keine GK sind, überhaupt realistisch als Einstieg verdienen kann. Das Gehalt variiert dazu noch enorm je nach Stadt und Rechtsgebiet. Inzwischen arbeite ich seit 5 Jahren als Anwältin und bin bei 53k Jahresbrutto. Über 60k kann ich bisher nur Träumen. Das ist als Einstiegsgehalt in meiner Stadt auch unrealistisch. Da liegt das Einstiegsgehalt noch immer eher bei 40-50k im Jahr. Da meine aktuelle Kanzlei auch ein wirklich schlechtes Arbeitsklima hat und viele Zusagen nicht eingehalten werden, bin ich erneut auf der Suche und das ist wirklich absolut frustrierend. Stellenangebote gibt es kaum, also bewerbe ich mich initiativ. Bei meinem letzten Bewerbungsgespräch wurden mir 42k Jahresbrutto geboten als Anwalt mit doch ganz passablen Examen und 5 Jahren Berufserfahrung. Es ist einfach absolut enttäuschend. Im ÖD als Angestellter bekommt man e13, Jobticket, Sport, Weihnachtsgeld, 30 Tage Urlaub, Vollzeit sind 38,7 h. Solche Benefits findet man kaum in einer Durchschnittskanzlei. Natürlich haben wir Vertrauensarbeitszeit, aber wenn man tatsächlich mal Überstunden frei machen möchte, wird man schief angeguckt. 

Mir macht das Anwaltsdasein wirklich erstaunlich viel Spaß und ich würde eigentlich gerne weiter als Anwältin arbeiten. Aber das Arbeitsklima in vielen Kanzleien, die Leistungserwartung, die Benefits und das Gehalt, was geboten werden, stehen für mich nicht in einem passenden Verhältnis. Ich werde mein Glück daher wohl doch in der Justiz finden müssen, wie eigentlich geplant.  Aber der Ausflug in das Anwaltsdasein lässt mich aufgrund der Umstände aktuell wirklich sehr frustrieren. Wenn man sich die aktuellen Umfragen der RAK anguckt, geht es ja vielen anderen Berfusanfängern ähnlich wie mir, wodurch viele in den ersten Jahren die Anwaltschaft wieder verlassen. In meiner Kanzlei werden mehr als die Hälfte der Berufsträger in den nächsten 5 Jahren in Rente gehen. Junge Anwälte, die die Mandanten dann übernehmen können, haben wir außer mir nicht.

Ja, es redet keiner drüber auch oftnals wegen unzulässigen Verbotsklauseln. Zumindest habe ich die Erfahrung gemacht dass solche Kanzleien sogar eine Verschwiegenheitsklauseln in uhren Verträgen haben die die Vergütungsvereinbarung mit umfassen. Also dass man nichtmals über sein Gehalt sprechen darf. Was ich ein absolutes Unding finde. Dass eine Kanzlei solch unzulässige Klauseln in Arbeitsverträge aufnimmt, hat mich auch ziemlich schockiert. Selbst meine Eltern, die nie was mit Jura zu tun haben wissen dass solche Klauseln unzulässig sind
Suchen
Zitieren
JurisRef
Member
***
Beiträge: 239
Themen: 6
Registriert seit: Dec 2023
#123
26.03.2026, 04:31
(25.03.2026, 17:16)Sunshine07 schrieb:  Was soll man dann als Jahresbruttogehalt als Einsteiger angeben? 
Hab in letzter Zeit immer 55.000 € angegeben. Jetzt mache ich mir Sorgen, dass die sich deshalb gar nicht mehr bei mir melden. Man hat halt auch gar keine Vorstellung wie viel man verlangen kann. 
Noten spielen wohl für das Gehalt keine Rolle 😂

Ich habe immer monatlich mich an den ÖD in meiner Region orientiert (4.700/4.800€), also das sind ja ca. 55K. Aber die sagen dann meistens sie sind weit von ÖD entfernt und schlagen dann 3.200€ vor. Ob ich deshalb keine Zusage bekam kann ich nicht sage oder ob ich generell nicht selbstsicher genug bin. Eine Kanzlei hat mir aber zugesagt mit 3.200€, auch wenn ich über 4.000€ verlangt hat und doch schon mehr als 1.000€ weniger angeboten wurde. Ich sah es aber auch nicht an wenn man mich nach Gehalt fragt dann irgendwas mit 3.000€ zu nennen, weil dann werden sie auch bei 3K bleiben. Bin auch deshalb kein Freund von Gehaltsverhandlungen. Aber denke solange du nicht ganz erwartungsvoll 70K forderst, wird das jetzt nicht zum Verhängnis. Bleib bei den 55K einfach und signalisier aber dann deine Verhandlungsbereitschaft. Dann wird das denke ich schon reichen
Suchen
Zitieren
NRWExamenMai2025
Junior Member
**
Beiträge: 9
Themen: 0
Registriert seit: May 2025
#124
26.03.2026, 13:44
(25.03.2026, 16:52)Silverywintersweet schrieb:  Ich kann den Frust wirklich komplett nachvollziehen. 

Ich hab 2021 mein 2. Staatsexamen gemacht. Eigentlich wollte ich immer in die Justiz. Als ich dann durch war, wollte ich dann doch erstmal Berufserfahrung sammeln in einer Anwaltskanzlei. Ich hab auch direkt einen Job gefunden, aber bei dem Bewerbungsgespräch war ich dann doch sehr negativ überrascht. Da steht man dann mit beiden Examen (VB und gutes befriedigend) und bekommt einen Stundenlohn von 14€ geboten (2021). Ich hab in der Zwischenzeit zwischen 1. Ex und Ref für ein paar Monate in einem MVZ als Hilfskraft gearbeitet und für diese ungelernte Arbeit bereits 14€/h bekommen. Neben dem Ref habe ich in einer Kanzlei als HiWi gearbeitet und 16€/h verdient. Das war dann tatsächlich erstmal ein ziemlicher Schock. In der Kanzlei, in der ich im Ref gearbeitet habe, wollte ich nicht als Anwältin arbeiten, da das Arbeitsklima da wirklich absolut unmöglich war. In der anderen Kanzlei habe ich dann für 17€/h angefangen, also nicht mal 36k Jahresbruttogehalt. Nach 6 Monaten habe ich dann das erste mal nachverhandelt. Und ich muss sagen, dass ich es einfach absolut mühselig finde. Ich hatte wirklich keine Ahnung von der freien Wirtschaft. Urlaubstage nicht angesprochen, zack, gesetzliches Minimum von 20 Tagen im Jahr. Wenn man nicht in eine GK will, hat man als normaler Juraabsolvent auch wirklich absolut gar keine Ahnung, was man überhaupt in normalen/kleineren Kanzleien verlangen kann. Woher soll man das überhaupt wissen? Irgendwie redet niemand über Geld. Natürlich sind 60k Jahresbrutto wirklich viel Geld, aber alle denken auch, dass man als Anwalt einfach viel Geld verdient. Wenn ich mich aber in meinem Umfeld umgucke, bin ich als Anwältin nach dem Abschluss das absolute Rücklicht, was mein Gehalt angeht. Ich hab so viele Freundinnen, die mit einem Geschichtsmaster oder einem Bachelor in Fachkommunikation mehr verdienen als ich bei weniger Wochenarbeitszeit und deutlich weniger Leistungsdruck. Zwei Kommilitoninnen haben in der für 120k und 145k Jahresbruttogehalt angefangen. Ich bin mit 60k Vorstellung in die Gehaltsverhandlung gestartet und hab am Ende nicht mal 36k bekommen. Ich glaube, dass zwischen Berufseinsteigern viel zu wenig darüber geredet wird, was man in Kanzleien, die keine GK sind, überhaupt realistisch als Einstieg verdienen kann. Das Gehalt variiert dazu noch enorm je nach Stadt und Rechtsgebiet. Inzwischen arbeite ich seit 5 Jahren als Anwältin und bin bei 53k Jahresbrutto. Über 60k kann ich bisher nur Träumen. Das ist als Einstiegsgehalt in meiner Stadt auch unrealistisch. Da liegt das Einstiegsgehalt noch immer eher bei 40-50k im Jahr. Da meine aktuelle Kanzlei auch ein wirklich schlechtes Arbeitsklima hat und viele Zusagen nicht eingehalten werden, bin ich erneut auf der Suche und das ist wirklich absolut frustrierend. Stellenangebote gibt es kaum, also bewerbe ich mich initiativ. Bei meinem letzten Bewerbungsgespräch wurden mir 42k Jahresbrutto geboten als Anwalt mit doch ganz passablen Examen und 5 Jahren Berufserfahrung. Es ist einfach absolut enttäuschend. Im ÖD als Angestellter bekommt man e13, Jobticket, Sport, Weihnachtsgeld, 30 Tage Urlaub, Vollzeit sind 38,7 h. Solche Benefits findet man kaum in einer Durchschnittskanzlei. Natürlich haben wir Vertrauensarbeitszeit, aber wenn man tatsächlich mal Überstunden frei machen möchte, wird man schief angeguckt. 

Mir macht das Anwaltsdasein wirklich erstaunlich viel Spaß und ich würde eigentlich gerne weiter als Anwältin arbeiten. Aber das Arbeitsklima in vielen Kanzleien, die Leistungserwartung, die Benefits und das Gehalt, was geboten werden, stehen für mich nicht in einem passenden Verhältnis. Ich werde mein Glück daher wohl doch in der Justiz finden müssen, wie eigentlich geplant.  Aber der Ausflug in das Anwaltsdasein lässt mich aufgrund der Umstände aktuell wirklich sehr frustrieren. Wenn man sich die aktuellen Umfragen der RAK anguckt, geht es ja vielen anderen Berfusanfängern ähnlich wie mir, wodurch viele in den ersten Jahren die Anwaltschaft wieder verlassen. In meiner Kanzlei werden mehr als die Hälfte der Berufsträger in den nächsten 5 Jahren in Rente gehen. Junge Anwälte, die die Mandanten dann übernehmen können, haben wir außer mir nicht.

Ich bin mit vb/schwaches b für 70k, 40h, 30 Urlaubstage eingestiegen und hatte das Gefühl sogar noch mehr hätte verhandeln zu können. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass dieser Erfahrungsbericht der Realität entspricht, vorallem wenn bachelorabsolventen plötzlich mehr verdienen...
Suchen
Zitieren
Patenter Gast
Posting Freak
*****
Beiträge: 752
Themen: 0
Registriert seit: Oct 2022
#125
26.03.2026, 13:55
Die Bandbreite ist eben sehr groß, auch abhängig von der Region und - das muss man auch sagen - von der jeweiligen Person. Wer einerseits Rechtsanwalt ist (voll ausgebildet) und sich dann andererseits bei den Urlaubstagen über den Tisch ziehen lässt, weil man keine Ahnung hat... und wenn im Zweifel sollte man nach 5 Jahren im Job hinreichend Geschäft aufgebaut haben, um sich notfalls selbstständig zu machen, wenn das Gehalt demgegenüber so schlecht ist. Wer andersrum natürlich kaum Geschäft hat, darf sich auch nicht über das schlechte Gehalt wundern.
Suchen
Zitieren
Silverywintersweet
Junior Member
**
Beiträge: 12
Themen: 2
Registriert seit: Mar 2026
#126
26.03.2026, 15:59
(26.03.2026, 13:44)NRWExamenMai2025 schrieb:  
(25.03.2026, 16:52)Silverywintersweet schrieb:  Ich kann den Frust wirklich komplett nachvollziehen. 

Ich hab 2021 mein 2. Staatsexamen gemacht. Eigentlich wollte ich immer in die Justiz. Als ich dann durch war, wollte ich dann doch erstmal Berufserfahrung sammeln in einer Anwaltskanzlei. Ich hab auch direkt einen Job gefunden, aber bei dem Bewerbungsgespräch war ich dann doch sehr negativ überrascht. Da steht man dann mit beiden Examen (VB und gutes befriedigend) und bekommt einen Stundenlohn von 14€ geboten (2021). Ich hab in der Zwischenzeit zwischen 1. Ex und Ref für ein paar Monate in einem MVZ als Hilfskraft gearbeitet und für diese ungelernte Arbeit bereits 14€/h bekommen. Neben dem Ref habe ich in einer Kanzlei als HiWi gearbeitet und 16€/h verdient. Das war dann tatsächlich erstmal ein ziemlicher Schock. In der Kanzlei, in der ich im Ref gearbeitet habe, wollte ich nicht als Anwältin arbeiten, da das Arbeitsklima da wirklich absolut unmöglich war. In der anderen Kanzlei habe ich dann für 17€/h angefangen, also nicht mal 36k Jahresbruttogehalt. Nach 6 Monaten habe ich dann das erste mal nachverhandelt. Und ich muss sagen, dass ich es einfach absolut mühselig finde. Ich hatte wirklich keine Ahnung von der freien Wirtschaft. Urlaubstage nicht angesprochen, zack, gesetzliches Minimum von 20 Tagen im Jahr. Wenn man nicht in eine GK will, hat man als normaler Juraabsolvent auch wirklich absolut gar keine Ahnung, was man überhaupt in normalen/kleineren Kanzleien verlangen kann. Woher soll man das überhaupt wissen? Irgendwie redet niemand über Geld. Natürlich sind 60k Jahresbrutto wirklich viel Geld, aber alle denken auch, dass man als Anwalt einfach viel Geld verdient. Wenn ich mich aber in meinem Umfeld umgucke, bin ich als Anwältin nach dem Abschluss das absolute Rücklicht, was mein Gehalt angeht. Ich hab so viele Freundinnen, die mit einem Geschichtsmaster oder einem Bachelor in Fachkommunikation mehr verdienen als ich bei weniger Wochenarbeitszeit und deutlich weniger Leistungsdruck. Zwei Kommilitoninnen haben in der für 120k und 145k Jahresbruttogehalt angefangen. Ich bin mit 60k Vorstellung in die Gehaltsverhandlung gestartet und hab am Ende nicht mal 36k bekommen. Ich glaube, dass zwischen Berufseinsteigern viel zu wenig darüber geredet wird, was man in Kanzleien, die keine GK sind, überhaupt realistisch als Einstieg verdienen kann. Das Gehalt variiert dazu noch enorm je nach Stadt und Rechtsgebiet. Inzwischen arbeite ich seit 5 Jahren als Anwältin und bin bei 53k Jahresbrutto. Über 60k kann ich bisher nur Träumen. Das ist als Einstiegsgehalt in meiner Stadt auch unrealistisch. Da liegt das Einstiegsgehalt noch immer eher bei 40-50k im Jahr. Da meine aktuelle Kanzlei auch ein wirklich schlechtes Arbeitsklima hat und viele Zusagen nicht eingehalten werden, bin ich erneut auf der Suche und das ist wirklich absolut frustrierend. Stellenangebote gibt es kaum, also bewerbe ich mich initiativ. Bei meinem letzten Bewerbungsgespräch wurden mir 42k Jahresbrutto geboten als Anwalt mit doch ganz passablen Examen und 5 Jahren Berufserfahrung. Es ist einfach absolut enttäuschend. Im ÖD als Angestellter bekommt man e13, Jobticket, Sport, Weihnachtsgeld, 30 Tage Urlaub, Vollzeit sind 38,7 h. Solche Benefits findet man kaum in einer Durchschnittskanzlei. Natürlich haben wir Vertrauensarbeitszeit, aber wenn man tatsächlich mal Überstunden frei machen möchte, wird man schief angeguckt. 

Mir macht das Anwaltsdasein wirklich erstaunlich viel Spaß und ich würde eigentlich gerne weiter als Anwältin arbeiten. Aber das Arbeitsklima in vielen Kanzleien, die Leistungserwartung, die Benefits und das Gehalt, was geboten werden, stehen für mich nicht in einem passenden Verhältnis. Ich werde mein Glück daher wohl doch in der Justiz finden müssen, wie eigentlich geplant.  Aber der Ausflug in das Anwaltsdasein lässt mich aufgrund der Umstände aktuell wirklich sehr frustrieren. Wenn man sich die aktuellen Umfragen der RAK anguckt, geht es ja vielen anderen Berfusanfängern ähnlich wie mir, wodurch viele in den ersten Jahren die Anwaltschaft wieder verlassen. In meiner Kanzlei werden mehr als die Hälfte der Berufsträger in den nächsten 5 Jahren in Rente gehen. Junge Anwälte, die die Mandanten dann übernehmen können, haben wir außer mir nicht.

Ich bin mit vb/schwaches b für 70k, 40h, 30 Urlaubstage eingestiegen und hatte das Gefühl sogar noch mehr hätte verhandeln zu können. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass dieser Erfahrungsbericht der Realität entspricht, vorallem wenn bachelorabsolventen plötzlich mehr verdienen...

In meiner Umgebung würdest du nichts mit 70k Einstiegsgehalt finden. Auch nicht 2026. Es ist ja auch krass, dass das sehr stark vom Bundesland bzw. der Stadt, in der man arbeitet, abhängig.
Wie groß ist denn deine Kanzlei?
Suchen
Zitieren
Silverywintersweet
Junior Member
**
Beiträge: 12
Themen: 2
Registriert seit: Mar 2026
#127
26.03.2026, 16:12
(26.03.2026, 13:55)Patenter Gast schrieb:  Die Bandbreite ist eben sehr groß, auch abhängig von der Region und - das muss man auch sagen - von der jeweiligen Person. Wer einerseits Rechtsanwalt ist (voll ausgebildet) und sich dann andererseits bei den Urlaubstagen über den Tisch ziehen lässt, weil man keine Ahnung hat... und wenn im Zweifel sollte man nach 5 Jahren im Job hinreichend Geschäft aufgebaut haben, um sich notfalls selbstständig zu machen, wenn das Gehalt demgegenüber so schlecht ist. Wer andersrum natürlich kaum Geschäft hat, darf sich auch nicht über das schlechte Gehalt wundern.
Vor dem Ref und neben dem Ref hab ich tatsächlich in deutlich größeren Betrieben/Kanzlei gearbeitet, da war das für alle Neuen einheitlich geregelt, wie viel Urlaub man hatte. Das war einfach keine Verhandlungsbasis. Bei meinen aktuellen Bewerbungsgesprächen hab ich natürlich explizit Urlaubstage angesprochen und da gab es dann auch meistens die Aussage, dass X Tage Urlaub angeboten werden. Das war nie das gesetzliche Minimum. Inzwischen bin ich auch bei 30 Tagen Urlaub, man lernt aus seinen Fehlern. 

Wir sind zwar eine sehr kleine, aber unfassbar spezialisierte Kanzlei, sodass wir für unsere Größe wirklich sehr große Mandate und wenig kleinere haben. Wenn ich mich jetzt alleine selbstständig machen würde, würde ich solche Mandate niemals bekommen  Happywide Natürlich könnte ich mich selbstständig machen, aber für mich war der große Vorteil bei der Anwaltschaft das miteinander arbeiten. Das man als Kanzlei sich zusammenfügt, zusammen was aufbaut, sich fachlich ergänzt und austauscht. Also von den äußeren Umständen ist meine Kanzlei genau das, was ich suche. Aktuell scheitert es eher am Zwischenmenschlichen. Und da ich inzwischen das Gefühl hab, dass das Zwischenmenschliche in vielen Kanzleien ein Problem ist, weiß ich nicht, ob in der Anwaltschaft meine Zukunft liegt. Aber ich wollte dem ganzen zumindest eine Chance geben.
Suchen
Zitieren
JurisRef
Member
***
Beiträge: 239
Themen: 6
Registriert seit: Dec 2023
#128
26.03.2026, 18:47
(26.03.2026, 13:55)Patenter Gast schrieb:  Die Bandbreite ist eben sehr groß, auch abhängig von der Region und - das muss man auch sagen - von der jeweiligen Person. Wer einerseits Rechtsanwalt ist (voll ausgebildet) und sich dann andererseits bei den Urlaubstagen über den Tisch ziehen lässt, weil man keine Ahnung hat... und wenn im Zweifel sollte man nach 5 Jahren im Job hinreichend Geschäft aufgebaut haben, um sich notfalls selbstständig zu machen, wenn das Gehalt demgegenüber so schlecht ist. Wer andersrum natürlich kaum Geschäft hat, darf sich auch nicht über das schlechte Gehalt wundern.

Die Kanzlei wird sich nicht um dich reißen, gibt genug Bewerber vor der Tür aktuell. Und in manchen Regionen bekommt man nirgends bessere Angebote. Mir ist bei uns keine Kanzlei bekannt die 30 Tage Urlaub gibt 😅 Und 4K ist schon ein Top Einstiegsgehalt bei mir in der Region
Suchen
Zitieren
JurMUC
Member
***
Beiträge: 116
Themen: 1
Registriert seit: May 2022
#129
31.03.2026, 11:40
(26.03.2026, 18:47)JurisRef schrieb:  
(26.03.2026, 13:55)Patenter Gast schrieb:  Die Bandbreite ist eben sehr groß, auch abhängig von der Region und - das muss man auch sagen - von der jeweiligen Person. Wer einerseits Rechtsanwalt ist (voll ausgebildet) und sich dann andererseits bei den Urlaubstagen über den Tisch ziehen lässt, weil man keine Ahnung hat... und wenn im Zweifel sollte man nach 5 Jahren im Job hinreichend Geschäft aufgebaut haben, um sich notfalls selbstständig zu machen, wenn das Gehalt demgegenüber so schlecht ist. Wer andersrum natürlich kaum Geschäft hat, darf sich auch nicht über das schlechte Gehalt wundern.

Die Kanzlei wird sich nicht um dich reißen, gibt genug Bewerber vor der Tür aktuell. Und in manchen Regionen bekommt man nirgends bessere Angebote. Mir ist bei uns keine Kanzlei bekannt die 30 Tage Urlaub gibt 😅 Und 4K ist schon ein Top Einstiegsgehalt bei mir in der Region
Aus Interesse - um welche Region geht es?
Suchen
Zitieren
kumpelanton
Member
***
Beiträge: 103
Themen: 0
Registriert seit: Feb 2024
#130
31.03.2026, 12:42
(31.03.2026, 11:40)JurMUC schrieb:  
(26.03.2026, 18:47)JurisRef schrieb:  
(26.03.2026, 13:55)Patenter Gast schrieb:  Die Bandbreite ist eben sehr groß, auch abhängig von der Region und - das muss man auch sagen - von der jeweiligen Person. Wer einerseits Rechtsanwalt ist (voll ausgebildet) und sich dann andererseits bei den Urlaubstagen über den Tisch ziehen lässt, weil man keine Ahnung hat... und wenn im Zweifel sollte man nach 5 Jahren im Job hinreichend Geschäft aufgebaut haben, um sich notfalls selbstständig zu machen, wenn das Gehalt demgegenüber so schlecht ist. Wer andersrum natürlich kaum Geschäft hat, darf sich auch nicht über das schlechte Gehalt wundern.

Die Kanzlei wird sich nicht um dich reißen, gibt genug Bewerber vor der Tür aktuell. Und in manchen Regionen bekommt man nirgends bessere Angebote. Mir ist bei uns keine Kanzlei bekannt die 30 Tage Urlaub gibt 😅 Und 4K ist schon ein Top Einstiegsgehalt bei mir in der Region
Aus Interesse - um welche Region geht es?

würde mich auch mal interessieren in welcher region 48k ein TOP einstiegsgehalt ist. MV ländlich?
Suchen
Zitieren
« Ein Thema zurück | Ein Thema vor »
« 1 ... 11 12 13 14 15 »
 
Antworten



 

Zur letzten Instanz

Das Forum "Zur letzten Instanz" ist das einzige Forum speziell für Rechtsreferendare. Diskutiere mit bei Fragen Rund um den juristischen Vorbereitungsdienst und zum Zweiten Staatsexamen!

Quick Links



Kontaktiere uns

E-Mail an uns  Datenschutzhinweise

Impressum 

Linearer Modus
Baumstrukturmodus