19.07.2022, 20:05
(19.07.2022, 19:15)Gast schrieb: Also dann müssen sich die Qualifikationen der Partner in den letzten fünf Jahren massiv verbessert haben :D Ich habe 2016 zweites Examen gemacht und danach 2 Jahre in FFM in einer recht renommierten GK gearbeitet, bevor es mich über die Justiz ins BMJ gezogen hat. Die Formalqualifikationen in meiner Abteilung im BMJ sind ausnahmslos ziemlich hoch. Fast niemand ohne Dr, die paar jüngeren ohne Dr haben zumindest einen LLM (gefühlt viel Oxon oder Cantab).Vermutlich liegen wir beide nicht gänzlich richtig, aber auch nicht gänzlich falsch. Meine Erfahrung - natürlich ebenfalls bloß mit ankedotischer Evidenz - mit Partnerprofilen geht eher in die Richtung des von dir geschilderten BMJ-Profils: Dr., ggf. LLM, Publikationen, ggf. Honorarprofessur und (zB anhand der Masteruni absehbar) Top-Examensnoten.
In meiner GK Zeit hat mir mein Partner ziemlich offen erzählt, dass er mit seinen Qualifikationen (zwar Dr, aber kein VB, Examina eher unteres als oberes befriedigend, kein LLM) heute in der Kanzlei nicht mal eine Chance auf ein Vorstellungsgespräch hätte und er nur von Glück sprechen kann, dass er Mitte der 90er mit seinen Noten nicht in den Staatsdienst gekommen ist. Dabei sei er nicht der einzige in seiner Generation. Und der war fachlich und menschlich richtig gut. Kurzum: Die Anerkennung und den Erfolg erwirbt man in der Praxis, nicht im Examen.
Uneingeschränkt zutreffend ist, dass der berufliche Erfolg nicht aus dem formalen Profil resultiert, sondern aus den erbrachten Leistungen. Aber auch hier sollte man sich vor einem lebensverändernden Berufswechsel fragen, ob man wirklich glaubt, das Zeug dazu zu haben.
19.07.2022, 20:53
Ich kann Deinen Wunsch nach einem Wechsel schon nachvollziehen. Ich habe meine Stelle bei der Justiz gekündigt und bin ins M&A, allerdings war ich nur ein Jahr bei der Justiz und hatte schon Erfahrung im M&A...
Deine Beweggründe kann ich sehr gut nachvollziehen, weil es mir auch so ging. Für mich war der Wechsel richtig, aber ich habe auch einen Ausstiegsplan, falls es in der GK mal nicht mehr weitergeht. Ich bin auf das Geld nicht so sehr angewiesen.
Wichtig ist, dass du Dich fragst, was Du machst, wenn es nicht so läuft, wie du es Dir vorgestellt hast. Ich würde meine Aufstiegschancen in einem Bewerbungsgespräch auch ganz offen ansprechen. Nicht jeder, der in eine GK geht, macht da die große Karriere, dabei sind die meisten, die dort genommen werden, ja schon recht gut. Und trotzdem schafft es nicht jeder.
Falls es nur das Geld sein sollte, das dich antreibt (ein bisschen habe ich das Gefühl), dann würde ich es lassen, weil das Geld bei der Arbeitsbelastung schnell vergessen ist. Vielleicht wünschst du Dir Deine Beamtenstelle dann zurück. Außerdem hast du ja eine gute Pension, das hättest du im M&A auch nicht....
Ich würde mir das sehr gut überlegen. Vielleicht kannst Du Dir ein cooles Hobby suchen und dich da Betätigen. Geld ist nicht alles.
Deine Beweggründe kann ich sehr gut nachvollziehen, weil es mir auch so ging. Für mich war der Wechsel richtig, aber ich habe auch einen Ausstiegsplan, falls es in der GK mal nicht mehr weitergeht. Ich bin auf das Geld nicht so sehr angewiesen.
Wichtig ist, dass du Dich fragst, was Du machst, wenn es nicht so läuft, wie du es Dir vorgestellt hast. Ich würde meine Aufstiegschancen in einem Bewerbungsgespräch auch ganz offen ansprechen. Nicht jeder, der in eine GK geht, macht da die große Karriere, dabei sind die meisten, die dort genommen werden, ja schon recht gut. Und trotzdem schafft es nicht jeder.
Falls es nur das Geld sein sollte, das dich antreibt (ein bisschen habe ich das Gefühl), dann würde ich es lassen, weil das Geld bei der Arbeitsbelastung schnell vergessen ist. Vielleicht wünschst du Dir Deine Beamtenstelle dann zurück. Außerdem hast du ja eine gute Pension, das hättest du im M&A auch nicht....
Ich würde mir das sehr gut überlegen. Vielleicht kannst Du Dir ein cooles Hobby suchen und dich da Betätigen. Geld ist nicht alles.
19.07.2022, 21:19
(19.07.2022, 19:57)Gast schrieb:(19.07.2022, 19:45)Gast schrieb: Leute, jetzt mal im Ernst. M&A ist mit Sicherheit kein Jura am Hochreck. Was treiben sich hier für Leute rum? Zuviel Suits geschaut?M&A ist nicht nur stumpfe Fleißarbeit. Wer das behauptet, hat halt keine Ahnung. Gerade bei Übernahmen von börsennotierten Unternehmen ist man in einem sehr durchregulierten Bereich unterwegs. Und da kann es schnell mal komplizierter werden.
Genau, dafür hat man aber die Spezialisten im Team
19.07.2022, 21:34
(19.07.2022, 21:19)Gast schrieb:Welche Spezialisten sollen das sein?(19.07.2022, 19:57)Gast schrieb:(19.07.2022, 19:45)Gast schrieb: Leute, jetzt mal im Ernst. M&A ist mit Sicherheit kein Jura am Hochreck. Was treiben sich hier für Leute rum? Zuviel Suits geschaut?M&A ist nicht nur stumpfe Fleißarbeit. Wer das behauptet, hat halt keine Ahnung. Gerade bei Übernahmen von börsennotierten Unternehmen ist man in einem sehr durchregulierten Bereich unterwegs. Und da kann es schnell mal komplizierter werden.
Genau, dafür hat man aber die Spezialisten im Team
19.07.2022, 21:45
Öffrechtler, Arbeitsrechtler, Kartellrechtler..
19.07.2022, 22:27
19.07.2022, 22:43
Meine Güte, wir haben es verstanden, dass dich dein Praktikum im M&A total beeindruckt hat.
19.07.2022, 22:55
(19.07.2022, 22:43)Gast schrieb: Meine Güte, wir haben es verstanden, dass dich dein Praktikum im M&A total beeindruckt hat.Kommen da noch Argumente? Ansonsten beschleicht mich langsam das Gefühl, dass sich bei meinem Gegenüber ohnehin nie das praktische Problem des Für und Wider einer GK-Tätigkeit (zB im M&A) stellen konnte...
20.07.2022, 12:25
Also die Stellen mit 60h in der Verwaltung gibt es eindeutig. Ein Bekannter in einem süddeutschen Ministerium arbeitet regelmäßig 65h+. Dafür kriegt er aber immerhin auch schon B2 und einen schicken Dienstwagen(!)
Als ich ihn das erste Mal damit gesehen habe war ich echt überrascht. Wusstet ihr dass es auf „solchen Ebenen“ schon einen guten Dienstwagen gibt?
Als ich ihn das erste Mal damit gesehen habe war ich echt überrascht. Wusstet ihr dass es auf „solchen Ebenen“ schon einen guten Dienstwagen gibt?
20.07.2022, 12:32
(20.07.2022, 12:25)Gast schrieb: Also die Stellen mit 60h in der Verwaltung gibt es eindeutig. Ein Bekannter in einem süddeutschen Ministerium arbeitet regelmäßig 65h+. Dafür kriegt er aber immerhin auch schon B2 und einen schicken Dienstwagen(!)Als ich ihn das erste Mal damit gesehen habe war ich echt überrascht. Wusstet ihr dass es auf „solchen Ebenen“ schon einen guten Dienstwagen gibt?
Kommt halt auf die Stelle an, ob ein Dienstwagen vertretbar ist. Ist ähnlich im Unternehmen. Kenne dort Leute mit 150k Gehalt aber keinem Dienstwagen und Leute mit 80k Gehalt aber Dienstwagen.
Zum Thema Arbeit in der Verwaltung: es gibt halt solche und solche Stellen. Ein Bekannter macht A14 im Landesministerium und bekommt mit Müh und Not zwei Tage mit Arbeit gefüllt (bei einer Vollzeitstelle). Dank Corona kann er jetzt exzessiv HO machen, geht zwei Tage ins Büro und arbeitet alles ab, dann zwei Tage frei im HO und Freitags nochmal auf einen Kaffeeplausch ins Büro und um 13 Uhr Feierabend.









