15.06.2022, 09:15
Servus Leute,
mir ist bei den Stellenausschreibungen von Untrnehmen nun vermehrt aufgefallen, dass als Qualifikation der Volljurist ODER der Wirtschaftsjurist gesucht wird. Warum nicht Diplomjurist/Wirtschaftsjurist? Ist das 1. Examen absolut gar nichts wert?
Und kann man davon ausgehen, dass bei derartigen Stellenausschreibungen das Einstiegsgehalt für einen Volljuristen entsprechend niedriger einzustufen ist?
Vielleicht hat hier jemand eigene Erfahrungen in einem Unternehmen sammeln können und kann deshalb hierzu was beitragen.
Vielen Dank!
mir ist bei den Stellenausschreibungen von Untrnehmen nun vermehrt aufgefallen, dass als Qualifikation der Volljurist ODER der Wirtschaftsjurist gesucht wird. Warum nicht Diplomjurist/Wirtschaftsjurist? Ist das 1. Examen absolut gar nichts wert?
Und kann man davon ausgehen, dass bei derartigen Stellenausschreibungen das Einstiegsgehalt für einen Volljuristen entsprechend niedriger einzustufen ist?
Vielleicht hat hier jemand eigene Erfahrungen in einem Unternehmen sammeln können und kann deshalb hierzu was beitragen.
Vielen Dank!
15.06.2022, 09:31
Es ist nicht davon auszugehen, dass keine Bewerber mit erstem Examen gewünscht sind. Es wurde lediglich nicht jede Eventualität aufgezählt.
15.06.2022, 09:32
15.06.2022, 09:43
Meiner Meinung nach ist das 1. Examen ganz einfach nicht mit Wirschaftsjurist vergleichbar. Der Wirtschaftsjurist hat BWL Skills und Praktika gemacht und was nicht alles. Er hat auch Grundkenntnisse im Steuerrecht, während der Typ mit 1. Examen seinen Schwerpunkt in Rechtsphilosophie hatte. Und gegenüber dem 2. Examen ist das 1. nunmal ganz klar ein Minus. Ein "Anspruch" auf Gleichsetzung bzw. auf Einreihung des 1. Examens in die aufgezählten Qualifikationen kann sich schon daher nicht herleiten lassen.
Deswegen wäre es gut zu erklären, warum man mglw. eher keine Absolventen mit 1. Examen haben will. Aber auch ich gehe davon aus, dass hier einfach nicht jede erdenkliche Möglichkeit aufgezählt haben und jemanden mit 1. Examen und Schwerpunkt im Wirtschaftsrecht und Erfahrung aus Praktika/Studentenjobs auch durchaus nehmen würden.
Auch wenn sie wirklich kategorisch niemanden mit "Nur" 1. Examen wollen würden: Das bedeutet nicht, dass das 1. Examen gar keinen Wert hat. Nur keinen Wert für diese Stelle. Und über den "Wert" entscheidet nunmal der Markt/Arbeitgeber, wie in der freien Wirtschaft üblich.
Verstehe die Verwunderung über diese Stellenanzeige nicht wirklich.
Deswegen wäre es gut zu erklären, warum man mglw. eher keine Absolventen mit 1. Examen haben will. Aber auch ich gehe davon aus, dass hier einfach nicht jede erdenkliche Möglichkeit aufgezählt haben und jemanden mit 1. Examen und Schwerpunkt im Wirtschaftsrecht und Erfahrung aus Praktika/Studentenjobs auch durchaus nehmen würden.
Auch wenn sie wirklich kategorisch niemanden mit "Nur" 1. Examen wollen würden: Das bedeutet nicht, dass das 1. Examen gar keinen Wert hat. Nur keinen Wert für diese Stelle. Und über den "Wert" entscheidet nunmal der Markt/Arbeitgeber, wie in der freien Wirtschaft üblich.
Verstehe die Verwunderung über diese Stellenanzeige nicht wirklich.
15.06.2022, 09:52
In der Regel hat der Personaler, die Person aus der Fachabteilung schlicht keine Ahnung. Wenn da irgendein 40 jähriger (oder älter) Syndikus sitzt, hat der von einem Diplomjuristen noch nie gehört. Den Wirtschaftsjuristen als neuen Studiengang hat man noch mitbekommen aber ob und was die Unis den Jura-Studenten nach dem ersten Staatsexamen verleihen... keine Ahnung. Manche Unis vergeben irgendwie zwischendrin noch einen LL.B., andere vergeben mit dem Examen einen Magister, wieder andere nennen es Diplomjurist und dann gibt es noch Unis, die bis vor kurzem gar keinen akademischen Grad verliehen haben.
Eine Stellenanzeige ist kein Prüfungsschema, das soll nur grob den Erwartungshorizont umreißen.
Eine Stellenanzeige ist kein Prüfungsschema, das soll nur grob den Erwartungshorizont umreißen.
15.06.2022, 10:22
Wenn man nur Wirtschaftsjurist sucht, dann weißt du, dass die Stelle mit etwa 50k vergütet ist.
15.06.2022, 11:48
(15.06.2022, 10:22)guga schrieb: Wenn man nur Wirtschaftsjurist sucht, dann weißt du, dass die Stelle mit etwa 50k vergütet ist.
würde ich so erst mal nicht unterschreiben. Wir stellen bei uns im Asset Management zB auch gerne Wirtschaftsjuristen ein, die weitaus besser vergütet werden.
Stellenausschreibungen sind ja nicht so granular, dass jede Fallgestaltung da abgedeckt wird. Für Stellenausschreibungen ist es zB wichtig, dass die Ausschreibung suchmaschinenoptimiert ist. Des Weiteren hat man hier vielleicht einen Wirtschaftsjuristen auf der Stelle gehabt und kann sich daher vorstellen, dass die das gut machen.
Die Ausschreibung ist auch nicht das letzte Wort. Bewirb Dich und stelle dar, warum du für die Stelle geeignet bist. Dann siehst du was passiert. Damals nach dem Ref habe ich mich auch auf viele Stellen beworben, für die mir laut Ausschreibung etwas gefehlt hat. Berufserfahrung, Prädikat... und? Ich hatte trotzdem meine Vorstellungsgespräche und konnte mir meine Stelle am Ende aussuchen
15.06.2022, 12:38
(15.06.2022, 11:48)EFreidenkender schrieb:(15.06.2022, 10:22)guga schrieb: Wenn man nur Wirtschaftsjurist sucht, dann weißt du, dass die Stelle mit etwa 50k vergütet ist.
würde ich so erst mal nicht unterschreiben. Wir stellen bei uns im Asset Management zB auch gerne Wirtschaftsjuristen ein, die weitaus besser vergütet werden.
Stellenausschreibungen sind ja nicht so granular, dass jede Fallgestaltung da abgedeckt wird. Für Stellenausschreibungen ist es zB wichtig, dass die Ausschreibung suchmaschinenoptimiert ist. Des Weiteren hat man hier vielleicht einen Wirtschaftsjuristen auf der Stelle gehabt und kann sich daher vorstellen, dass die das gut machen.
Die Ausschreibung ist auch nicht das letzte Wort. Bewirb Dich und stelle dar, warum du für die Stelle geeignet bist. Dann siehst du was passiert. Damals nach dem Ref habe ich mich auch auf viele Stellen beworben, für die mir laut Ausschreibung etwas gefehlt hat. Berufserfahrung, Prädikat... und? Ich hatte trotzdem meine Vorstellungsgespräche und konnte mir meine Stelle am Ende aussuchen
Diese Vorgehensweise habe ich auch für die verschiedenen Stationen angewandt und mich für Stationen beworben, die ein weit überdurchschnittliches Prädikatsexamen gefordert haben. Hatte ich aber nicht :D funktioniert hat es trotzdem.
Klar ist eine Bewerbung für eine Station nochmal etwas anderes. Aber im Prinzip setzt sich das in der freien Wirtschaft fort. Bei starren Notengrenzen ist das wieder etwas anderes.
15.06.2022, 12:50
(15.06.2022, 12:38)Joko schrieb:(15.06.2022, 11:48)EFreidenkender schrieb:(15.06.2022, 10:22)guga schrieb: Wenn man nur Wirtschaftsjurist sucht, dann weißt du, dass die Stelle mit etwa 50k vergütet ist.
würde ich so erst mal nicht unterschreiben. Wir stellen bei uns im Asset Management zB auch gerne Wirtschaftsjuristen ein, die weitaus besser vergütet werden.
Stellenausschreibungen sind ja nicht so granular, dass jede Fallgestaltung da abgedeckt wird. Für Stellenausschreibungen ist es zB wichtig, dass die Ausschreibung suchmaschinenoptimiert ist. Des Weiteren hat man hier vielleicht einen Wirtschaftsjuristen auf der Stelle gehabt und kann sich daher vorstellen, dass die das gut machen.
Die Ausschreibung ist auch nicht das letzte Wort. Bewirb Dich und stelle dar, warum du für die Stelle geeignet bist. Dann siehst du was passiert. Damals nach dem Ref habe ich mich auch auf viele Stellen beworben, für die mir laut Ausschreibung etwas gefehlt hat. Berufserfahrung, Prädikat... und? Ich hatte trotzdem meine Vorstellungsgespräche und konnte mir meine Stelle am Ende aussuchen
Diese Vorgehensweise habe ich auch für die verschiedenen Stationen angewandt und mich für Stationen beworben, die ein weit überdurchschnittliches Prädikatsexamen gefordert haben. Hatte ich aber nicht :D funktioniert hat es trotzdem.
Klar ist eine Bewerbung für eine Station nochmal etwas anderes. Aber im Prinzip setzt sich das in der freien Wirtschaft fort. Bei starren Notengrenzen ist das wieder etwas anderes.
der für mich die größte Überraschung in dem Bereich war damals eine Kollegin. Sie ist einmal durch das erste Examen gefallen, dann mit 4,xx geschafft und das 2. war auch nur ganz knapp über dem Strich. Hat sich beworben bei Siemens für Compliance. Ausschreibung: Berufserfahrung, 2xPrädikat, wirtschaftliche Kenntnisse etc. Sie brachte nichts davon mit AUSSER: sie hatte Spanischkenntnisse. Tja das war der Türöffner. Hat mit einem sehr guten Gehalt dort angefangen und hat sogar dort Karriere gemacht. Daher von Ausschreibung nicht verrückt machen lassen. Das sind Wunschvorstellungen und nicht mehr
15.06.2022, 13:05
(15.06.2022, 12:50)Freidenkender schrieb:(15.06.2022, 12:38)Joko schrieb:(15.06.2022, 11:48)EFreidenkender schrieb:(15.06.2022, 10:22)guga schrieb: Wenn man nur Wirtschaftsjurist sucht, dann weißt du, dass die Stelle mit etwa 50k vergütet ist.
würde ich so erst mal nicht unterschreiben. Wir stellen bei uns im Asset Management zB auch gerne Wirtschaftsjuristen ein, die weitaus besser vergütet werden.
Stellenausschreibungen sind ja nicht so granular, dass jede Fallgestaltung da abgedeckt wird. Für Stellenausschreibungen ist es zB wichtig, dass die Ausschreibung suchmaschinenoptimiert ist. Des Weiteren hat man hier vielleicht einen Wirtschaftsjuristen auf der Stelle gehabt und kann sich daher vorstellen, dass die das gut machen.
Die Ausschreibung ist auch nicht das letzte Wort. Bewirb Dich und stelle dar, warum du für die Stelle geeignet bist. Dann siehst du was passiert. Damals nach dem Ref habe ich mich auch auf viele Stellen beworben, für die mir laut Ausschreibung etwas gefehlt hat. Berufserfahrung, Prädikat... und? Ich hatte trotzdem meine Vorstellungsgespräche und konnte mir meine Stelle am Ende aussuchen
Diese Vorgehensweise habe ich auch für die verschiedenen Stationen angewandt und mich für Stationen beworben, die ein weit überdurchschnittliches Prädikatsexamen gefordert haben. Hatte ich aber nicht :D funktioniert hat es trotzdem.
Klar ist eine Bewerbung für eine Station nochmal etwas anderes. Aber im Prinzip setzt sich das in der freien Wirtschaft fort. Bei starren Notengrenzen ist das wieder etwas anderes.
der für mich die größte Überraschung in dem Bereich war damals eine Kollegin. Sie ist einmal durch das erste Examen gefallen, dann mit 4,xx geschafft und das 2. war auch nur ganz knapp über dem Strich. Hat sich beworben bei Siemens für Compliance. Ausschreibung: Berufserfahrung, 2xPrädikat, wirtschaftliche Kenntnisse etc. Sie brachte nichts davon mit AUSSER: sie hatte Spanischkenntnisse. Tja das war der Türöffner. Hat mit einem sehr guten Gehalt dort angefangen und hat sogar dort Karriere gemacht. Daher von Ausschreibung nicht verrückt machen lassen. Das sind Wunschvorstellungen und nicht mehr
Tatsächlich war die Formulierung ua auch bei Siemens anzutreffen. Hat gleichwohl geklappt.










