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  5. Gehaltsentwicklung Syndikusanwalt
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Gehaltsentwicklung Syndikusanwalt
Gast
Unregistered
 
#51
15.12.2021, 13:50
(15.12.2021, 13:31)Gast schrieb:  
(15.12.2021, 13:01)Gast Gast schrieb:  
(15.12.2021, 12:44)Gast schrieb:  
(15.12.2021, 12:24)Anon schrieb:  
(15.12.2021, 10:46)Gast Gast schrieb:  Es geht ja mehr darum, was der Kollege darüber auch gut dargestellt hat, dass es ein unternehmensinternes Gehaltsgefüge gibt. Natürlich kann man auch bei Hidden Champions gut verdienen. So richtig sportlich kann man aber erst verhandeln, wenn es in Leitungspositionen geht, denn am Ende sind Juristen in Unternehmen oftmals nur die nervigen Anhängsel. Da möchte man auch nicht die großen Summen für raushauen bzw. diese im Verhältnis zu den anderen (wichtigen) Abteilungen überbezahlen.

Und die letzte Gehaltserhöhungsrunde hat den Abstand zwischen GK und Unternehmen eher noch vergrößert, weil die Unternehmen keinen Grund haben dabei mitzuziehen. Das ist ein wenig wie für jemanden, der in der HR arbeitet und von Big Pharma zu Lebensmittel wechseln will. Dort wird einfach weniger gezahlt und natürlich gibt es einen Wechselaufschlag im Vergleich zur Bestandsmannschaft aber man kann nicht einfach sein Big Pharma Gehalt in den Lebensmittelbereich tragen.


Das ist der springende Punkt. Juristen in Unternehmen sind in der Regel Kostenfaktoren, die keinen originären Umsatz generieren. Man hat quasi keinen eigenen Business-Case, was es sehr schwer macht, signifikante Gehaltsentwicklungen zu rechtfertigen. Anders als z.B. der Vertriebsleiter im selben Unternehmen, der durch seine Kundenakquise Umsatz ohne Ende reinschaufelt und deshalb über Umsatzbeteiligungen das 3-fache des Unternehmensjuristen verdient.

Wer wirklich viel verdienen möchte, der muss entweder absolut unverzichtbar sein oder eben Wertschöpfung betreiben. Andernfalls ist jeder Gehalts-Euro ein Euro, der den Gewinn des Unternehmens schmälert.


Man hat zwar keinen eigenen Business-Case, aber ein Unternehmen ohne vernünftige In-house Juristen endet schnell im Desaster, wenn Verträge, NDAs und sonstige Vereinbarungen abgeschlossen werden, die das Unternehmen hundertausende oder gar Millionen von Euros kosten oder in der Entwicklung behindern, weil man Vereinbarungen abschließt, die einen in bestimmten Bereichen am Wettbewerb hindern.
Ganz ehrlich, wenn man sich anguckt, was einem da teilweise für Dokumentenentwürfe vorgelegt werden... 
Es ist defintiv teurer für ein Unternehmen, wenn es sich keine solide Rechtsabteilung leisten will.

Ich habe mehrere Freunde, die als BWLer im Einkauf tätig sind. Die verantworten jeweils ein jährliches Einkaufsvolumen von 80-100 Mio. Nach diesem Argument müsste man denen ja hunderttausende zahlen, weil das Schadenspotential sehr groß ist; schon 2% schlecht verhandelt können schnell Millionen ausmachen. Die verdienen aber alle im Bereich 70-100k.

Und ein Inhouse-Jurist, der bei jedem NDA und jedem Vertrag wieder nur bedenken äußert, wird eben intern nicht als der große Heilsbringer anerkannt. Oder sagen wir es so, viele Dinge, bei denen man als Jurist schon einen Herzinfarkt bekommt, laufen in der Praxis trotzdem, weil es keinen der Beteiligten kümmert.

Ein Mann der Praxis  Cheese . Ich kriege echt oft Herzinfarkte wenn ich als Jurist die Gepflogenheiten in der Geschäftswelt sehe. So lange alles gut geht, denken die ich bin der Bremser und Nerver. Geht es schief, bin ich der Dumme, weil ich sie vorher nicht gewarnt habe. Lose-Lose


So ist es. Das ist wirklich Klischeeverhalten eines sorglosen BWLers (gibt zum Glück auch viele, denen mögliche Folgen stets bewusst sind). Klar geht meistens alles gut. Wenn es dann aber mal nicht gut geht ist die Kacke richtig am dampfen.
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Egon
Unregistered
 
#52
15.12.2021, 20:31
(15.12.2021, 13:50)Gast schrieb:  
(15.12.2021, 13:31)Gast schrieb:  
(15.12.2021, 13:01)Gast Gast schrieb:  
(15.12.2021, 12:44)Gast schrieb:  
(15.12.2021, 12:24)Anon schrieb:  Das ist der springende Punkt. Juristen in Unternehmen sind in der Regel Kostenfaktoren, die keinen originären Umsatz generieren. Man hat quasi keinen eigenen Business-Case, was es sehr schwer macht, signifikante Gehaltsentwicklungen zu rechtfertigen. Anders als z.B. der Vertriebsleiter im selben Unternehmen, der durch seine Kundenakquise Umsatz ohne Ende reinschaufelt und deshalb über Umsatzbeteiligungen das 3-fache des Unternehmensjuristen verdient.

Wer wirklich viel verdienen möchte, der muss entweder absolut unverzichtbar sein oder eben Wertschöpfung betreiben. Andernfalls ist jeder Gehalts-Euro ein Euro, der den Gewinn des Unternehmens schmälert.


Man hat zwar keinen eigenen Business-Case, aber ein Unternehmen ohne vernünftige In-house Juristen endet schnell im Desaster, wenn Verträge, NDAs und sonstige Vereinbarungen abgeschlossen werden, die das Unternehmen hundertausende oder gar Millionen von Euros kosten oder in der Entwicklung behindern, weil man Vereinbarungen abschließt, die einen in bestimmten Bereichen am Wettbewerb hindern.
Ganz ehrlich, wenn man sich anguckt, was einem da teilweise für Dokumentenentwürfe vorgelegt werden... 
Es ist defintiv teurer für ein Unternehmen, wenn es sich keine solide Rechtsabteilung leisten will.

Ich habe mehrere Freunde, die als BWLer im Einkauf tätig sind. Die verantworten jeweils ein jährliches Einkaufsvolumen von 80-100 Mio. Nach diesem Argument müsste man denen ja hunderttausende zahlen, weil das Schadenspotential sehr groß ist; schon 2% schlecht verhandelt können schnell Millionen ausmachen. Die verdienen aber alle im Bereich 70-100k.

Und ein Inhouse-Jurist, der bei jedem NDA und jedem Vertrag wieder nur bedenken äußert, wird eben intern nicht als der große Heilsbringer anerkannt. Oder sagen wir es so, viele Dinge, bei denen man als Jurist schon einen Herzinfarkt bekommt, laufen in der Praxis trotzdem, weil es keinen der Beteiligten kümmert.

Ein Mann der Praxis  Cheese . Ich kriege echt oft Herzinfarkte wenn ich als Jurist die Gepflogenheiten in der Geschäftswelt sehe. So lange alles gut geht, denken die ich bin der Bremser und Nerver. Geht es schief, bin ich der Dumme, weil ich sie vorher nicht gewarnt habe. Lose-Lose


So ist es. Das ist wirklich Klischeeverhalten eines sorglosen BWLers (gibt zum Glück auch viele, denen mögliche Folgen stets bewusst sind). Klar geht meistens alles gut. Wenn es dann aber mal nicht gut geht ist die Kacke richtig am dampfen.


Ich war mehrere Jahre Syndikus. Es kommt total aufs Unternehmen an, ob und in welcher Range erhöht wird. Die "richtigen" Steigerungen gibt es idR. aber nur durch Erweiterung der eigenen Funktion, Beförderungen oder beim Erreichen besonderer Ziele/Erfolge für das Unternehmen. Durch reines Arbeiten in der gleichen Position kann man normalerweise nur mit üblichen prozentualen Gehaltssteigerungen rechnen.
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Gast
Unregistered
 
#53
15.12.2021, 23:33
(15.12.2021, 20:31)Egon schrieb:  
(15.12.2021, 13:50)Gast schrieb:  
(15.12.2021, 13:31)Gast schrieb:  
(15.12.2021, 13:01)Gast Gast schrieb:  
(15.12.2021, 12:44)Gast schrieb:  Man hat zwar keinen eigenen Business-Case, aber ein Unternehmen ohne vernünftige In-house Juristen endet schnell im Desaster, wenn Verträge, NDAs und sonstige Vereinbarungen abgeschlossen werden, die das Unternehmen hundertausende oder gar Millionen von Euros kosten oder in der Entwicklung behindern, weil man Vereinbarungen abschließt, die einen in bestimmten Bereichen am Wettbewerb hindern.
Ganz ehrlich, wenn man sich anguckt, was einem da teilweise für Dokumentenentwürfe vorgelegt werden... 
Es ist defintiv teurer für ein Unternehmen, wenn es sich keine solide Rechtsabteilung leisten will.

Ich habe mehrere Freunde, die als BWLer im Einkauf tätig sind. Die verantworten jeweils ein jährliches Einkaufsvolumen von 80-100 Mio. Nach diesem Argument müsste man denen ja hunderttausende zahlen, weil das Schadenspotential sehr groß ist; schon 2% schlecht verhandelt können schnell Millionen ausmachen. Die verdienen aber alle im Bereich 70-100k.

Und ein Inhouse-Jurist, der bei jedem NDA und jedem Vertrag wieder nur bedenken äußert, wird eben intern nicht als der große Heilsbringer anerkannt. Oder sagen wir es so, viele Dinge, bei denen man als Jurist schon einen Herzinfarkt bekommt, laufen in der Praxis trotzdem, weil es keinen der Beteiligten kümmert.

Ein Mann der Praxis  Cheese . Ich kriege echt oft Herzinfarkte wenn ich als Jurist die Gepflogenheiten in der Geschäftswelt sehe. So lange alles gut geht, denken die ich bin der Bremser und Nerver. Geht es schief, bin ich der Dumme, weil ich sie vorher nicht gewarnt habe. Lose-Lose


So ist es. Das ist wirklich Klischeeverhalten eines sorglosen BWLers (gibt zum Glück auch viele, denen mögliche Folgen stets bewusst sind). Klar geht meistens alles gut. Wenn es dann aber mal nicht gut geht ist die Kacke richtig am dampfen.


Ich war mehrere Jahre Syndikus. Es kommt total aufs Unternehmen an, ob und in welcher Range erhöht wird. Die "richtigen" Steigerungen gibt es idR. aber nur durch Erweiterung der eigenen Funktion, Beförderungen oder beim Erreichen besonderer Ziele/Erfolge für das Unternehmen. Durch reines Arbeiten in der gleichen Position kann man normalerweise nur mit üblichen prozentualen Gehaltssteigerungen rechnen.

Und was machst du inzwischen?
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Gast
Unregistered
 
#54
16.12.2021, 17:52
es kommt halt sehr stark auf das Unternehmen an. Arbeite seit nunmehr etwas mehr als 10 Jahren als Syndikus im HR Bereich eines größeren Unternehmens. Ich bin inzwischen Führungskraft und leite einen kleines Team von Juristen und BWL. Wir machen HR Grundsatzthemen. Also Gestaltung von HR Systemen (Vergütung, Arbeitszeit, Arbeitsformen), Begleitung von einer Vielzahl von Projekten im Konzern und bilden die Schnittstelle zu den Arbeitnehmergremien. Verdienst am Anfang zwischen 60000 und 70000 im Jahr. Geregelte Arbeitszeiten (Gleitzeit mit durchschnittlich 38 Stunden im Jahr), Mehrzeiten (falls tatsächlich erforderlich) entweder in Freizeit oder Auszahlung mit Zuschlag, Sozialleistungen eines Konzerns etc. Verdienstmöglichkeiten auf "Sachbearbeiterebene" bis zu etwas über 100000 Euro. Als Führungskraft liege ich derzeit bei etwa 125000 Euro. Mein Chef der auch Syndikus ist und noch eine weitere Gruppe führt, die noch die HR-Systeme betreut, HR-Controlling macht liegt bei 140000 Euro und der Personalleiter (auch Jurist) bei über 200000 Euro. Wir sind jetzt auch nicht in einer Großstadt und so kann man sich auch noch ein schönes Haus mit großem Grundstück für unter eine halbe Mio kaufen. ich persönlich habe den Schritt aus der Anwaltschaft (nach 2 Jahren Berufserfahrung) ins Unternehmen nicht bereut, da die Arbeitsbedingungen Zeit für Familie und Co lassen, der Verdienst gut ist und ein Unternehmen auch Weiterentwicklung bieten
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BavarianLawyer
Member
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Beiträge: 244
Themen: 4
Registriert seit: May 2021
#55
16.12.2021, 18:49
(16.12.2021, 17:52)Gast schrieb:  es kommt halt sehr stark auf das Unternehmen an. Arbeite seit nunmehr etwas mehr als 10 Jahren als Syndikus im HR Bereich eines größeren Unternehmens. Ich bin inzwischen Führungskraft und leite einen kleines Team von Juristen und BWL. Wir machen HR Grundsatzthemen. Also Gestaltung von HR Systemen (Vergütung, Arbeitszeit, Arbeitsformen), Begleitung von einer Vielzahl von Projekten im Konzern und bilden die Schnittstelle zu den Arbeitnehmergremien. Verdienst am Anfang zwischen 60000 und 70000 im Jahr. Geregelte Arbeitszeiten (Gleitzeit mit durchschnittlich 38 Stunden im Jahr), Mehrzeiten (falls tatsächlich erforderlich) entweder in Freizeit oder Auszahlung mit Zuschlag, Sozialleistungen eines Konzerns etc. Verdienstmöglichkeiten auf "Sachbearbeiterebene" bis zu etwas über 100000 Euro. Als Führungskraft liege ich derzeit bei etwa 125000 Euro. Mein Chef der auch Syndikus ist und noch eine weitere Gruppe führt, die noch die HR-Systeme betreut, HR-Controlling macht liegt bei 140000 Euro und der Personalleiter (auch Jurist) bei über 200000 Euro. Wir sind jetzt auch nicht in einer Großstadt und so kann man sich auch noch ein schönes Haus mit großem Grundstück für unter eine halbe Mio kaufen. ich persönlich habe den Schritt aus der Anwaltschaft (nach 2 Jahren Berufserfahrung) ins Unternehmen nicht bereut, da die Arbeitsbedingungen Zeit für Familie und Co lassen, der Verdienst gut ist und ein Unternehmen auch Weiterentwicklung bieten

Sucht ihr aktuell Leute und seid zufällig in Süddeutschland vertreten?
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Gast
Unregistered
 
#56
18.12.2021, 21:01
(15.12.2021, 12:24)Anon schrieb:  
(15.12.2021, 10:46)Gast Gast schrieb:  
(15.12.2021, 10:30)Gast schrieb:  
(15.12.2021, 10:03)Gast schrieb:  
(14.12.2021, 16:19)Gast schrieb:  So ist es. Deshalb ist es m.E. empfehlenswert, erst 2 oder 3 Jahre GK zu machen und sich dann mit Berufserfahrung zu bewerben. Da kann man dann immer schön sagen: ich verdiene jetzt XX, klar wird es hier jetzt nicht das gleiche geben, aber unter xy mache ich es nicht  Wink

Kannst Du natürlich machen, das heißt aber nicht, dass man darauf eingeht. Bei mir in der Rechtsabteilung (DAX-Unternehmen im Technikbereich) gibt es ohne Personalverantwortung als Jurist keine 100k, die einzige Ausnahme ist letztes Jahr in den Ruhestand gegangen, d.h. wenn Du lange genug dabei bist, kannst Du durch die tariflichen Steigerungen, die auch ATler bekommen, natürlich auf mehr kommen. Aber es ist völlig egal, woher Du kommst (ich war auch vier Jahre in Tier 1 und hab einen Dr. ), aber es gibt außer dem unmittelbaren Gehalt durchaus andere Gründe, warum Leute zu einem bestimmten Unternehmen kommen. Darum gibt es hier z.B. selbst ohne Ausschreibung fast immer Initiativbewerbungen. Hinsichtlich des Gehaltsgefüges: Bei uns achtet zum einen der Betriebsrat sehr stark darauf und im Technikbereich ist der Jurist auch nicht die Kröne der Schöpfung, zum anderen gibt es hier immer genug Bewerber. Wem das Gehalt nicht passt, kommt dann eben nicht. Aber wenn Du sagst "Ich habe bei Freshfields 140k verdient und unter 110k mache ich es nicht", dann lautet die Antwort "Dann machen Sie es eben nicht." I.Ü. wird hier die Bedeutung von irgendwelchen Tier-Rankings stark überschätzt. Vielen Team- und Abteilungsleitern sagt das nichts, weil es völlig irrelevant ist. Mandatiert wird tw. GK, aber auch MK oder Boutique, je nach Bereich. 

Ich habe als Abteilungsleiter jemanden, der 8 Jahre in einer MK Partner war. Der bekommt selbstverständlich als Leiter deutlich mehr als jemand mit 3-4 Jahre GK. Man sollte hier nicht größenwahnsinnig werden. Klar, es gibt vereinzelt Unternehmen, die auch dem gewöhnlichen, unbedeutenden GK-Associate ein sechsstelliges Gehalt zahlen. Aber verglichen mit der Anzahl an Associates, die sich alle den hochdotierten Sprung ins Unternehmen vorstellen, sind das ziemlich wenige Posten.

Danke für Deine Einblicke. Klar, wenn man nun beim Daimler o.ä. arbeitet, dann ist da nichts mit verhandeln. Da wollen sicher am Tag 20 Juristen anfangen und Deine Verhandlungsposition ist quasi null. Ich habe aber auch ein Gegenbeispiel: Man hat mir z.B. mal 150k angeboten bei einem der größten Massentierhalter in Deutschland. Das habe ich dankend abgelehnt, da würde ich eher bei der Waffenlobby anheuern  Cheese . Aber es gibt sicher auch viel in der Mitte, unbekannte aber auf ihrem Gebiet führende Unternehmen ("Hidden Champions"), da ist es sicher einfacher ein ordentliches Gehalt zu verhandeln.

Es geht ja mehr darum, was der Kollege darüber auch gut dargestellt hat, dass es ein unternehmensinternes Gehaltsgefüge gibt. Natürlich kann man auch bei Hidden Champions gut verdienen. So richtig sportlich kann man aber erst verhandeln, wenn es in Leitungspositionen geht, denn am Ende sind Juristen in Unternehmen oftmals nur die nervigen Anhängsel. Da möchte man auch nicht die großen Summen für raushauen bzw. diese im Verhältnis zu den anderen (wichtigen) Abteilungen überbezahlen.

Und die letzte Gehaltserhöhungsrunde hat den Abstand zwischen GK und Unternehmen eher noch vergrößert, weil die Unternehmen keinen Grund haben dabei mitzuziehen. Das ist ein wenig wie für jemanden, der in der HR arbeitet und von Big Pharma zu Lebensmittel wechseln will. Dort wird einfach weniger gezahlt und natürlich gibt es einen Wechselaufschlag im Vergleich zur Bestandsmannschaft aber man kann nicht einfach sein Big Pharma Gehalt in den Lebensmittelbereich tragen.


Das ist der springende Punkt. Juristen in Unternehmen sind in der Regel Kostenfaktoren, die keinen originären Umsatz generieren. Man hat quasi keinen eigenen Business-Case, was es sehr schwer macht, signifikante Gehaltsentwicklungen zu rechtfertigen. Anders als z.B. der Vertriebsleiter im selben Unternehmen, der durch seine Kundenakquise Umsatz ohne Ende reinschaufelt und deshalb über Umsatzbeteiligungen das 3-fache des Unternehmensjuristen verdient.

Wer wirklich viel verdienen möchte, der muss entweder absolut unverzichtbar sein oder eben Wertschöpfung betreiben. Andernfalls ist jeder Gehalts-Euro ein Euro, der den Gewinn des Unternehmens schmälert.

Klassischer Fall von Milchmädchen-BWL. Der vom Arbeitnehmer erzielte Arbeitslohn ist völlig unabhängig davon, ob seine Lohnkosten "produktiv" (=direkt am Wertschöpfungsprozess beteiligt) oder "unproduktiv" (=Hilfstätigkeiten) sind. Der "unproduktive" IT'ler kann krasse Löhne abrufen, weil er kaum Konkurrenz am Arbeitsmarkt hat und seine Gehaltsposition jederzeit durch einen Wechsel verbessern kann. Die Alternative für den AG wäre es, die Arbeiten von externen Dienstleistern ausführen zu lassen, was regelmäßig deutlich teurer ist.

Vergleichbare Situation bei den Konzernjuristen. Nur schlägt da das Pendel immer noch eher zu Gunsten der Arbeitgeber aus, weil es eine Menge Anwälte gibt, die gerne Inhouse wechseln wollen.
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Gast
Unregistered
 
#57
18.12.2021, 21:06
Ergänzung: Die Gehälter von Konzernjuristen bewegen sich schon deshalb deutlich unter denen der Wirtschaftskanzleien, weil es sonst für die Konzerne günstiger wäre, die Rechtsdienstleistungen komplett an die Kanzlei auszulagern. Dann brauchst Du nur noch einen Inhouse-Backoffice-Schrat, der die Rechnungen prüft und den Rest erledigt das Management direkt mit den Kanzleien.

Hat seine Gründe, warum das nicht passiert.
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Gast
Unregistered
 
#58
19.12.2021, 01:04
(16.12.2021, 18:49)BavarianLawyer schrieb:  
(16.12.2021, 17:52)Gast schrieb:  es kommt halt sehr stark auf das Unternehmen an. Arbeite seit nunmehr etwas mehr als 10 Jahren als Syndikus im HR Bereich eines größeren Unternehmens. Ich bin inzwischen Führungskraft und leite einen kleines Team von Juristen und BWL. Wir machen HR Grundsatzthemen. Also Gestaltung von HR Systemen (Vergütung, Arbeitszeit, Arbeitsformen), Begleitung von einer Vielzahl von Projekten im Konzern und bilden die Schnittstelle zu den Arbeitnehmergremien. Verdienst am Anfang zwischen 60000 und 70000 im Jahr. Geregelte Arbeitszeiten (Gleitzeit mit durchschnittlich 38 Stunden im Jahr), Mehrzeiten (falls tatsächlich erforderlich) entweder in Freizeit oder Auszahlung mit Zuschlag, Sozialleistungen eines Konzerns etc. Verdienstmöglichkeiten auf "Sachbearbeiterebene" bis zu etwas über 100000 Euro. Als Führungskraft liege ich derzeit bei etwa 125000 Euro. Mein Chef der auch Syndikus ist und noch eine weitere Gruppe führt, die noch die HR-Systeme betreut, HR-Controlling macht liegt bei 140000 Euro und der Personalleiter (auch Jurist) bei über 200000 Euro. Wir sind jetzt auch nicht in einer Großstadt und so kann man sich auch noch ein schönes Haus mit großem Grundstück für unter eine halbe Mio kaufen. ich persönlich habe den Schritt aus der Anwaltschaft (nach 2 Jahren Berufserfahrung) ins Unternehmen nicht bereut, da die Arbeitsbedingungen Zeit für Familie und Co lassen, der Verdienst gut ist und ein Unternehmen auch Weiterentwicklung bieten

Sucht ihr aktuell Leute und seid zufällig in Süddeutschland vertreten?

im Norden von Bayern. In HR suchen wir leider gerade nicht. In anderen Bereichen kann sich immer wieder was ergeben.
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Gast
Unregistered
 
#59
20.12.2021, 13:17
(18.12.2021, 21:06)Gast schrieb:  Ergänzung: Die Gehälter von Konzernjuristen bewegen sich schon deshalb deutlich unter denen der Wirtschaftskanzleien, weil es sonst für die Konzerne günstiger wäre, die Rechtsdienstleistungen komplett an die Kanzlei auszulagern. Dann brauchst Du nur noch einen Inhouse-Backoffice-Schrat, der die Rechnungen prüft und den Rest erledigt das Management direkt mit den Kanzleien.

Hat seine Gründe, warum das nicht passiert.

Nicht wirklich. Wenn bei uns in de MK ein Anwalt 100.000 bekommt, dann wäre es trotzdem günstiger für den Konzern, den selbst für 120.000 einzustellen. Bei uns zahlt der Mandant ja nicht nur das Gehalt des Anwalts, sondern ca. das Dreifache. Oder andersherum, der Kollege macht dann 300.000 Euro Umsatz für seine 100.000 Euro Gehalt.
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Gast
Unregistered
 
#60
20.12.2021, 15:23
(20.12.2021, 13:17)Gast schrieb:  
(18.12.2021, 21:06)Gast schrieb:  Ergänzung: Die Gehälter von Konzernjuristen bewegen sich schon deshalb deutlich unter denen der Wirtschaftskanzleien, weil es sonst für die Konzerne günstiger wäre, die Rechtsdienstleistungen komplett an die Kanzlei auszulagern. Dann brauchst Du nur noch einen Inhouse-Backoffice-Schrat, der die Rechnungen prüft und den Rest erledigt das Management direkt mit den Kanzleien.

Hat seine Gründe, warum das nicht passiert.

Nicht wirklich. Wenn bei uns in de MK ein Anwalt 100.000 bekommt, dann wäre es trotzdem günstiger für den Konzern, den selbst für 120.000 einzustellen. Bei uns zahlt der Mandant ja nicht nur das Gehalt des Anwalts, sondern ca. das Dreifache. Oder andersherum, der Kollege macht dann 300.000 Euro Umsatz für seine 100.000 Euro Gehalt.

Du hast offensichtlich nicht den Hauch einer Ahnung, was ein AG hinlegen muss, damit dann beim AN 100k oder 120k brutto rauskommen. Dazu noch der Aspekt, dass man einen RA nur mandatiert, wenn man ihn braucht und bei Bedarf die Kanzlei wechseln kann. Das ist bei festangestellten Arbeitnehmern nicht der Fall. Übrigens der Grund, warum auch das Leiharbeitsgeschäft boomt. Man zahlt mehr, ist die Leute aber auch schnell und kostengünstig los, wenn man sie austauschen will oder keinen Bedarf mehr hat. 

Sorry, aber jemand, der von Lohnkosten und der betriebswirtschaftlichen Praxis nicht das Geringste versteht, sollte hier nicht so die Klappe aufreißen. Das ist schon peinlich für einen Volljuristen.
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