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Richterjob - Berufswahl mit Reue?
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Erste Infos zum Bewerbungsverfahren für den Justizdienst findest Du auf den Richter-Infoseiten von Juristenkoffer.de:
https://www.juristenkoffer.de/richter/

Darüber hinaus sollte man sich dann mit dem Karriere-Dossier über die Einstellungschancen und Bewerbungsvoraussetzungen informieren. Optional besteht zudem die Möglichkeit, auf die vielen hunderten Erfahrungsberichte anderer Juristen zuzugreifen, die bereits das Bewerbungsverfahren erfolgreich absolviert haben:

https://www.juristenkoffer.de/richter/karriere-dossier-richter-staatsanwalt-werden.php
 
Ginni
Unregistered
 
#51
11.09.2021, 17:27
(11.09.2021, 12:50)Gast schrieb:  
(11.09.2021, 09:23)Gast schrieb:  
(11.09.2021, 09:18)Ginni schrieb:  Der Neid auf die werten Richter, ich bin auch einer von denen, ist scheinbar grenzenlos. Werdet es doch einfach, wenn ihr die Voraussetzungen erfüllt. Euch muss dann aber auch die soziale Verantwortung bewusst sein und der Umstand, dass man idR sein Leben lang auf R1 hängen bleibt, was für die Arbeit, die man zu leisten hat, sehr wenig ist. Bei meinen Kollegen ist es ebenfalls so, dass sich niemand etwas auf seine Noten einbildet. Ich denke, dass das eher eine Krankheit der GK-Anwälte ist…

Ich glaube du verwechselst hier was.

Behauptet Richter zu sein, aber es mangelt an Lesekompetenz für die Beiträge. "Glaube" ist angeblicher Richter auch immer suboptimal. GK Kritik grundlos in den Beitrag reinzubringen vollkommen zusammenhangslos. 

Die meisten Beiträge hier schreiben vermeintliche Richter. 

Ich war in der GK und nun in der Justiz und Notenfixiertheit im Job ist in der Justiz stärker (wenn auch weniger wild als das hier anklingt). 

Weiß gar nicht für welchen Richterbeitrag man sich mehr schämen muss, für den der glaubt, dass 23 Punkte nötig sind um ein guter Richter sein und die Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis verkennt oder derjenige der GK-Kritik vollkommen zufällig reinbringt und anscheinend nicht lesen kann oder will.

Ich habe jetzt deinen ersten Absatz 3x gelesen und verstehe ihn noch immer nicht. Hmmm…. Ich glaube du wärst wirklich gerne Richter aber man lässt dich - glücklicherweise- nicht auf die Menschen los. Wäre auch nicht schön. Die Urteile würde man dann auch nicht verstehen.
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Praktiker
Posting Freak
*****
Beiträge: 2.300
Themen: 0
Registriert seit: Apr 2021
#52
11.09.2021, 19:30
(11.09.2021, 07:22)Gast schrieb:  
(10.09.2021, 18:04)Gast schrieb:  
(10.09.2021, 15:57)Gast schrieb:  
(10.09.2021, 15:53)Gast schrieb:  
(10.09.2021, 13:48)Gast schrieb:  Definiere bitte mal "schlechteres" Examen.


VG Köln hat lange nicht unter 23 Punkten eingestellt, mindestens einmal gut, regelmäßig beide gut.
Ab 2016 war es plötzlich mit 9-10 Punkten kein Problem.
Zwischen 18-20 Punkten und 23 Punkten aufwärts liegen in Jura Welten. Und das zeigt sich auch. Ich kann Dir genau sagen, wer in der Welle ans Gericht gekommen ist und sonst NIEMALS hier wäre ;-).

Wers glaubt...
Abgesehen davon scheinst du dich für die Krone der Richterschöpfung zu halten.

Wo liegt Dein Problem? Ist doch eine einfache Rechnung. Wenn ich bis zum Examen Pietzner / Ronellenfitsch durchgearbeitet und verstanden habe, dann fange ich damit nicht erst zum Berufsstart an. Ebenso wenn in den Entscheidungsgründen keine Würdigung von Zeugenaussagen stattfindet, sondern eine mehr oder minder wiederholende Wiedergabe.
All das sind Punkte, die im Examen den guten vom mittelmäßigen Juristen unterscheiden.

Und der Abstand vergrößert sich.

Und ehrlich gesagt finde ich es (leicht) amüsant so zu tun, als würden die Uhren beim Berufsstart auf null gestellt. Was machst Du denn als Richter viel anderes, als Entscheidungen zu schreiben?
Sicher, als Anwalt oder Verwaltungsjurist kommt viel Neues, aber die Organisation des eigenen Dezernats ist doch keine Kunst.

Ich lach mich tot…

Ein wirklich riesengroßes Sorry, dass ihr Richter euch in eurem Stolz gekränkt fühlt, wenn ein „schlechterer“ Kollege die Zeugenaussagen bloß „wiedergibt“, anstatt sie schulbuchmäßig so niederzuschreiben, wie wir es bei den Kaisers (oder aus der Feder von Herrn Seegmüllers Urteilen höchstpersönlich) gelernt haben. Die Beteiligten interessiert in allererster Linie, dass die Zeugenaussage überhaupt in Betracht gezogen und bei der Entscheidung berücksichtigt worden ist. Ob sie „mittelmäßig“ oder „großartig“ gewürdigt wurde, ist in 90% der Fälle einfach EGAL. Und eigentlich nur ein weiteres Beispiel dafür, wie hoch unser Elfenbeinturm und die Distanz zu den ganz normalen Menschen da draußen tatsächlich ist…

Und kommt mir jetzt bitte nicht mit Rechtsmittelinstanz…in den meisten Fällen wird eine „mittelmäßig“ gewürdigte Zeugenaussage niemals auffallen, das Urteil wird auf alle Zeiten abgeheftet und gut ist. Der Umstand dieses ojemine so „mittelmäßigen“ Urteils verdient maximal ein paar dicke Krokodilstränen, mehr nicht.  Das Leben der Beteiligten geht weiter, das Leben der Richter auch, die Justiz als solche mahlt weiter langsam aber sicher ihre Mühlen…

Aber gut…wenn es euch Freude bereitet, dann glaubt ruhig weiterhin, dass die arme deutsche Justiz geht den Bach runtergeht…immerhin waren ihre Richter zur Zeit der Juristenschwemme doch noch die crème de la crème…buhuhuuuu

Mal weg von der Notenfrage (auch mit guten Noten kann man sehr faul sein, viele Fehler machen usw.) und alle Emotionen beiseite, sollte man zu einem bloßen Kopieren von Protokoll ins Urteil doch Folgendes noch sagen:
- es ist rechtswidrig, 286 I 2
- wer keine Gründe nennen mag oder kann, hat es sich häufig auch nicht richtig überlegt, denn gerade beim Ausformulieren merkt man erst, ob ein Argument überzeugt
- die Parteien sind darüber ungefähr so glücklich wie die Leute, die sich hier (zu Recht) über Zweitprüfer beschweren, die nur "einverstanden" drunter schreiben, denn: was die Zeugen gesagt haben, wissen die Parteien, aber was sie wissen wollen, ist warum das Gericht dem einen glaubt und dem anderen nicht. Ja, letztlich ist im Leben natürlich alles irgendwo egal, und am Ende ist man tot, aber unter dieser Grenze sollte man sich vielleicht doch bemühen, ordentliche Arbeit zu machen 
- ja, die Rechtsmittelinstanz. Es ist unkollegial und unnötig, wenn ein ganzer Senat nochmal x Zeugen von vorne vernehmen muss, nur weil ein Kollege an fünf Sätzen gespart hat. Und wenn zurückverwiesen werden muss, trifft es einen sogar selbst nochmal...
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2 x a(rbeitslos)
Junior Member
Beiträge: 81
Themen: 3
Registriert seit: Sep 2021
#53
11.09.2021, 20:35
Vielleicht sollte man nach dem Motto "Was du nicht willst, was man dir tu, das füg auch keinem anderen zu." auch mal an die Parteien denken. Spätestens wenn man dann selbst mal vor Gericht steht und die eigene Sache nachlässig behandelt wird weiss man wie es ist.
Und ja, gerade Leute mit guten Noten sind oft von der vielen Lernerei ausgebrannt und wollen dann für wenig Aufwand viel Geld. Dann geht der R1 auch jeden Tag um 1 und die Parteien warten Jahrzehnte auf die letzte Instanz.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 11.09.2021, 20:36 von 2 x a(rbeitslos).)
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Ginni
Unregistered
 
#54
11.09.2021, 21:46
(11.09.2021, 20:35)2 x a(rbeitslos) schrieb:  Vielleicht sollte man nach dem Motto "Was du nicht willst, was man dir tu, das füg auch keinem anderen zu." auch mal an die Parteien denken. Spätestens wenn man dann selbst mal vor Gericht steht und die eigene Sache nachlässig behandelt wird weiss man wie es ist.
Und ja, gerade Leute mit guten Noten sind oft von der vielen Lernerei ausgebrannt und wollen dann für wenig Aufwand viel Geld. Dann geht der R1 auch jeden Tag um 1 und die Parteien warten Jahrzehnte auf die letzte Instanz.


Wow. Sehr qualifizierter Beitrag. Glaubt wahrscheinlich auch, dass wir mit einem Hämmerchen dasitzen und 8.000€ im Monat mit nach Hause mitnehmen, oder? Bitte nicht zu viel Barbara Salesch schauen.
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Sie Jorah
Unregistered
 
#55
12.09.2021, 08:54
Zurück zum Thema: Ja, ich würde es wieder machen. Aber die Bedingungen sind nochmal 3x schlimmer als ich es erahnt habe. Eine Besoldungserhöhung (jährlich um 5%) wäre ganz nett. Da bin ich ganz ehrlich: Richter sind unterbezahlt und nein: Die wenigsten gehen um am Freitag um 1.
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Gast
Unregistered
 
#56
12.09.2021, 15:16
(11.09.2021, 19:30)Praktiker schrieb:  
(11.09.2021, 07:22)Gast schrieb:  
(10.09.2021, 18:04)Gast schrieb:  
(10.09.2021, 15:57)Gast schrieb:  
(10.09.2021, 15:53)Gast schrieb:  VG Köln hat lange nicht unter 23 Punkten eingestellt, mindestens einmal gut, regelmäßig beide gut.
Ab 2016 war es plötzlich mit 9-10 Punkten kein Problem.
Zwischen 18-20 Punkten und 23 Punkten aufwärts liegen in Jura Welten. Und das zeigt sich auch. Ich kann Dir genau sagen, wer in der Welle ans Gericht gekommen ist und sonst NIEMALS hier wäre ;-).

Wers glaubt...
Abgesehen davon scheinst du dich für die Krone der Richterschöpfung zu halten.

Wo liegt Dein Problem? Ist doch eine einfache Rechnung. Wenn ich bis zum Examen Pietzner / Ronellenfitsch durchgearbeitet und verstanden habe, dann fange ich damit nicht erst zum Berufsstart an. Ebenso wenn in den Entscheidungsgründen keine Würdigung von Zeugenaussagen stattfindet, sondern eine mehr oder minder wiederholende Wiedergabe.
All das sind Punkte, die im Examen den guten vom mittelmäßigen Juristen unterscheiden.

Und der Abstand vergrößert sich.

Und ehrlich gesagt finde ich es (leicht) amüsant so zu tun, als würden die Uhren beim Berufsstart auf null gestellt. Was machst Du denn als Richter viel anderes, als Entscheidungen zu schreiben?
Sicher, als Anwalt oder Verwaltungsjurist kommt viel Neues, aber die Organisation des eigenen Dezernats ist doch keine Kunst.

Ich lach mich tot…

Ein wirklich riesengroßes Sorry, dass ihr Richter euch in eurem Stolz gekränkt fühlt, wenn ein „schlechterer“ Kollege die Zeugenaussagen bloß „wiedergibt“, anstatt sie schulbuchmäßig so niederzuschreiben, wie wir es bei den Kaisers (oder aus der Feder von Herrn Seegmüllers Urteilen höchstpersönlich) gelernt haben. Die Beteiligten interessiert in allererster Linie, dass die Zeugenaussage überhaupt in Betracht gezogen und bei der Entscheidung berücksichtigt worden ist. Ob sie „mittelmäßig“ oder „großartig“ gewürdigt wurde, ist in 90% der Fälle einfach EGAL. Und eigentlich nur ein weiteres Beispiel dafür, wie hoch unser Elfenbeinturm und die Distanz zu den ganz normalen Menschen da draußen tatsächlich ist…

Und kommt mir jetzt bitte nicht mit Rechtsmittelinstanz…in den meisten Fällen wird eine „mittelmäßig“ gewürdigte Zeugenaussage niemals auffallen, das Urteil wird auf alle Zeiten abgeheftet und gut ist. Der Umstand dieses ojemine so „mittelmäßigen“ Urteils verdient maximal ein paar dicke Krokodilstränen, mehr nicht.  Das Leben der Beteiligten geht weiter, das Leben der Richter auch, die Justiz als solche mahlt weiter langsam aber sicher ihre Mühlen…

Aber gut…wenn es euch Freude bereitet, dann glaubt ruhig weiterhin, dass die arme deutsche Justiz geht den Bach runtergeht…immerhin waren ihre Richter zur Zeit der Juristenschwemme doch noch die crème de la crème…buhuhuuuu

Mal weg von der Notenfrage (auch mit guten Noten kann man sehr faul sein, viele Fehler machen usw.) und alle Emotionen beiseite, sollte man zu einem bloßen Kopieren von Protokoll ins Urteil doch Folgendes noch sagen:
- es ist rechtswidrig, 286 I 2
- wer keine Gründe nennen mag oder kann, hat es sich häufig auch nicht richtig überlegt, denn gerade beim Ausformulieren merkt man erst, ob ein Argument überzeugt
- die Parteien sind darüber ungefähr so glücklich wie die Leute, die sich hier (zu Recht) über Zweitprüfer beschweren, die nur "einverstanden" drunter schreiben, denn: was die Zeugen gesagt haben, wissen die Parteien, aber was sie wissen wollen, ist warum das Gericht dem einen glaubt und dem anderen nicht. Ja, letztlich ist im Leben natürlich alles irgendwo egal, und am Ende ist man tot, aber unter dieser Grenze sollte man sich vielleicht doch bemühen, ordentliche Arbeit zu machen 
- ja, die Rechtsmittelinstanz. Es ist unkollegial und unnötig, wenn ein ganzer Senat nochmal x Zeugen von vorne vernehmen muss, nur weil ein Kollege an fünf Sätzen gespart hat. Und wenn zurückverwiesen werden muss, trifft es einen sogar selbst nochmal...

Der Idealfall ist halt nicht die Regel. 

Aber wer (wie die meisten aus meiner AG damals) nur wegen Jobsicherheit und wenig Arbeit Richter wird und nicht wegen der Tätigkeit, der ist vom Idealfall wahrscheinlich auch etwas weiter weg. Sehe das Notendilemma wie einige leute hier überhaupt nicht. 

Meistens ist es eine Einstellungssache bzw Erwartungshaltung. Wer erwartet immer im 13 Uhr gehen zu können, ist natürlich schnell gefrustet und hat weniger Lust alles ordentlich zu machen. Ich sag nicht, dass das die Regel ist, aber diese Richter gibt es halt auch. 

Mir sind "schlechtere" Richterkollegen die für ihren Job brennen lieber als "gute" Kollegen, die permanent über die Arbeit meckern, insbesondere, wenn sie die Nachmittagsausführung des Kindes in der Schule oder die Tennisrunde arbeitsbedingt nicht schaffen.
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Gast
Unregistered
 
#57
12.09.2021, 15:17
(11.09.2021, 17:27)Ginni schrieb:  
(11.09.2021, 12:50)Gast schrieb:  
(11.09.2021, 09:23)Gast schrieb:  
(11.09.2021, 09:18)Ginni schrieb:  Der Neid auf die werten Richter, ich bin auch einer von denen, ist scheinbar grenzenlos. Werdet es doch einfach, wenn ihr die Voraussetzungen erfüllt. Euch muss dann aber auch die soziale Verantwortung bewusst sein und der Umstand, dass man idR sein Leben lang auf R1 hängen bleibt, was für die Arbeit, die man zu leisten hat, sehr wenig ist. Bei meinen Kollegen ist es ebenfalls so, dass sich niemand etwas auf seine Noten einbildet. Ich denke, dass das eher eine Krankheit der GK-Anwälte ist…

Ich glaube du verwechselst hier was.

Behauptet Richter zu sein, aber es mangelt an Lesekompetenz für die Beiträge. "Glaube" ist angeblicher Richter auch immer suboptimal. GK Kritik grundlos in den Beitrag reinzubringen vollkommen zusammenhangslos. 

Die meisten Beiträge hier schreiben vermeintliche Richter. 

Ich war in der GK und nun in der Justiz und Notenfixiertheit im Job ist in der Justiz stärker (wenn auch weniger wild als das hier anklingt). 

Weiß gar nicht für welchen Richterbeitrag man sich mehr schämen muss, für den der glaubt, dass 23 Punkte nötig sind um ein guter Richter sein und die Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis verkennt oder derjenige der GK-Kritik vollkommen zufällig reinbringt und anscheinend nicht lesen kann oder will.

Ich habe jetzt deinen ersten Absatz 3x gelesen und verstehe ihn noch immer nicht. Hmmm…. Ich glaube du wärst wirklich gerne Richter aber man lässt dich - glücklicherweise- nicht auf die Menschen los. Wäre auch nicht schön. Die Urteile würde man dann auch nicht verstehen.

Schreib erstmal Examen, bis dahin lernst du lesen und Aussagen auf den richtigen Kontext zu beziehen.
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Gast
Unregistered
 
#58
12.09.2021, 15:20
(12.09.2021, 15:16)Gast schrieb:  
(11.09.2021, 19:30)Praktiker schrieb:  
(11.09.2021, 07:22)Gast schrieb:  
(10.09.2021, 18:04)Gast schrieb:  
(10.09.2021, 15:57)Gast schrieb:  Wers glaubt...
Abgesehen davon scheinst du dich für die Krone der Richterschöpfung zu halten.

Wo liegt Dein Problem? Ist doch eine einfache Rechnung. Wenn ich bis zum Examen Pietzner / Ronellenfitsch durchgearbeitet und verstanden habe, dann fange ich damit nicht erst zum Berufsstart an. Ebenso wenn in den Entscheidungsgründen keine Würdigung von Zeugenaussagen stattfindet, sondern eine mehr oder minder wiederholende Wiedergabe.
All das sind Punkte, die im Examen den guten vom mittelmäßigen Juristen unterscheiden.

Und der Abstand vergrößert sich.

Und ehrlich gesagt finde ich es (leicht) amüsant so zu tun, als würden die Uhren beim Berufsstart auf null gestellt. Was machst Du denn als Richter viel anderes, als Entscheidungen zu schreiben?
Sicher, als Anwalt oder Verwaltungsjurist kommt viel Neues, aber die Organisation des eigenen Dezernats ist doch keine Kunst.

Ich lach mich tot…

Ein wirklich riesengroßes Sorry, dass ihr Richter euch in eurem Stolz gekränkt fühlt, wenn ein „schlechterer“ Kollege die Zeugenaussagen bloß „wiedergibt“, anstatt sie schulbuchmäßig so niederzuschreiben, wie wir es bei den Kaisers (oder aus der Feder von Herrn Seegmüllers Urteilen höchstpersönlich) gelernt haben. Die Beteiligten interessiert in allererster Linie, dass die Zeugenaussage überhaupt in Betracht gezogen und bei der Entscheidung berücksichtigt worden ist. Ob sie „mittelmäßig“ oder „großartig“ gewürdigt wurde, ist in 90% der Fälle einfach EGAL. Und eigentlich nur ein weiteres Beispiel dafür, wie hoch unser Elfenbeinturm und die Distanz zu den ganz normalen Menschen da draußen tatsächlich ist…

Und kommt mir jetzt bitte nicht mit Rechtsmittelinstanz…in den meisten Fällen wird eine „mittelmäßig“ gewürdigte Zeugenaussage niemals auffallen, das Urteil wird auf alle Zeiten abgeheftet und gut ist. Der Umstand dieses ojemine so „mittelmäßigen“ Urteils verdient maximal ein paar dicke Krokodilstränen, mehr nicht.  Das Leben der Beteiligten geht weiter, das Leben der Richter auch, die Justiz als solche mahlt weiter langsam aber sicher ihre Mühlen…

Aber gut…wenn es euch Freude bereitet, dann glaubt ruhig weiterhin, dass die arme deutsche Justiz geht den Bach runtergeht…immerhin waren ihre Richter zur Zeit der Juristenschwemme doch noch die crème de la crème…buhuhuuuu

Mal weg von der Notenfrage (auch mit guten Noten kann man sehr faul sein, viele Fehler machen usw.) und alle Emotionen beiseite, sollte man zu einem bloßen Kopieren von Protokoll ins Urteil doch Folgendes noch sagen:
- es ist rechtswidrig, 286 I 2
- wer keine Gründe nennen mag oder kann, hat es sich häufig auch nicht richtig überlegt, denn gerade beim Ausformulieren merkt man erst, ob ein Argument überzeugt
- die Parteien sind darüber ungefähr so glücklich wie die Leute, die sich hier (zu Recht) über Zweitprüfer beschweren, die nur "einverstanden" drunter schreiben, denn: was die Zeugen gesagt haben, wissen die Parteien, aber was sie wissen wollen, ist warum das Gericht dem einen glaubt und dem anderen nicht. Ja, letztlich ist im Leben natürlich alles irgendwo egal, und am Ende ist man tot, aber unter dieser Grenze sollte man sich vielleicht doch bemühen, ordentliche Arbeit zu machen 
- ja, die Rechtsmittelinstanz. Es ist unkollegial und unnötig, wenn ein ganzer Senat nochmal x Zeugen von vorne vernehmen muss, nur weil ein Kollege an fünf Sätzen gespart hat. Und wenn zurückverwiesen werden muss, trifft es einen sogar selbst nochmal...

Der Idealfall ist halt nicht die Regel. 

Aber wer (wie die meisten aus meiner AG damals) nur wegen Jobsicherheit und wenig Arbeit Richter wird und nicht wegen der Tätigkeit, der ist vom Idealfall wahrscheinlich auch etwas weiter weg. Sehe das Notendilemma wie einige leute hier überhaupt nicht. 

Meistens ist es eine Einstellungssache bzw Erwartungshaltung. Wer erwartet immer im 13 Uhr gehen zu können, ist natürlich schnell gefrustet und hat weniger Lust alles ordentlich zu machen. Ich sag nicht, dass das die Regel ist, aber diese Richter gibt es halt auch. 

Mir sind "schlechtere" Richterkollegen die für ihren Job brennen lieber als "gute" Kollegen, die permanent über die Arbeit meckern, insbesondere, wenn sie die Nachmittagsausführung des Kindes in der Schule oder die Tennisrunde arbeitsbedingt nicht schaffen.

Tennis scheint unter den Richtern wirklich weit verbreitet zu sein Cheese
Gefühlt spielt jeder zweite Tennis
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Unregistered
 
#59
12.09.2021, 15:21
(12.09.2021, 15:20)Gast schrieb:  
(12.09.2021, 15:16)Gast schrieb:  
(11.09.2021, 19:30)Praktiker schrieb:  
(11.09.2021, 07:22)Gast schrieb:  
(10.09.2021, 18:04)Gast schrieb:  Wo liegt Dein Problem? Ist doch eine einfache Rechnung. Wenn ich bis zum Examen Pietzner / Ronellenfitsch durchgearbeitet und verstanden habe, dann fange ich damit nicht erst zum Berufsstart an. Ebenso wenn in den Entscheidungsgründen keine Würdigung von Zeugenaussagen stattfindet, sondern eine mehr oder minder wiederholende Wiedergabe.
All das sind Punkte, die im Examen den guten vom mittelmäßigen Juristen unterscheiden.

Und der Abstand vergrößert sich.

Und ehrlich gesagt finde ich es (leicht) amüsant so zu tun, als würden die Uhren beim Berufsstart auf null gestellt. Was machst Du denn als Richter viel anderes, als Entscheidungen zu schreiben?
Sicher, als Anwalt oder Verwaltungsjurist kommt viel Neues, aber die Organisation des eigenen Dezernats ist doch keine Kunst.

Ich lach mich tot…

Ein wirklich riesengroßes Sorry, dass ihr Richter euch in eurem Stolz gekränkt fühlt, wenn ein „schlechterer“ Kollege die Zeugenaussagen bloß „wiedergibt“, anstatt sie schulbuchmäßig so niederzuschreiben, wie wir es bei den Kaisers (oder aus der Feder von Herrn Seegmüllers Urteilen höchstpersönlich) gelernt haben. Die Beteiligten interessiert in allererster Linie, dass die Zeugenaussage überhaupt in Betracht gezogen und bei der Entscheidung berücksichtigt worden ist. Ob sie „mittelmäßig“ oder „großartig“ gewürdigt wurde, ist in 90% der Fälle einfach EGAL. Und eigentlich nur ein weiteres Beispiel dafür, wie hoch unser Elfenbeinturm und die Distanz zu den ganz normalen Menschen da draußen tatsächlich ist…

Und kommt mir jetzt bitte nicht mit Rechtsmittelinstanz…in den meisten Fällen wird eine „mittelmäßig“ gewürdigte Zeugenaussage niemals auffallen, das Urteil wird auf alle Zeiten abgeheftet und gut ist. Der Umstand dieses ojemine so „mittelmäßigen“ Urteils verdient maximal ein paar dicke Krokodilstränen, mehr nicht.  Das Leben der Beteiligten geht weiter, das Leben der Richter auch, die Justiz als solche mahlt weiter langsam aber sicher ihre Mühlen…

Aber gut…wenn es euch Freude bereitet, dann glaubt ruhig weiterhin, dass die arme deutsche Justiz geht den Bach runtergeht…immerhin waren ihre Richter zur Zeit der Juristenschwemme doch noch die crème de la crème…buhuhuuuu

Mal weg von der Notenfrage (auch mit guten Noten kann man sehr faul sein, viele Fehler machen usw.) und alle Emotionen beiseite, sollte man zu einem bloßen Kopieren von Protokoll ins Urteil doch Folgendes noch sagen:
- es ist rechtswidrig, 286 I 2
- wer keine Gründe nennen mag oder kann, hat es sich häufig auch nicht richtig überlegt, denn gerade beim Ausformulieren merkt man erst, ob ein Argument überzeugt
- die Parteien sind darüber ungefähr so glücklich wie die Leute, die sich hier (zu Recht) über Zweitprüfer beschweren, die nur "einverstanden" drunter schreiben, denn: was die Zeugen gesagt haben, wissen die Parteien, aber was sie wissen wollen, ist warum das Gericht dem einen glaubt und dem anderen nicht. Ja, letztlich ist im Leben natürlich alles irgendwo egal, und am Ende ist man tot, aber unter dieser Grenze sollte man sich vielleicht doch bemühen, ordentliche Arbeit zu machen 
- ja, die Rechtsmittelinstanz. Es ist unkollegial und unnötig, wenn ein ganzer Senat nochmal x Zeugen von vorne vernehmen muss, nur weil ein Kollege an fünf Sätzen gespart hat. Und wenn zurückverwiesen werden muss, trifft es einen sogar selbst nochmal...

Der Idealfall ist halt nicht die Regel. 

Aber wer (wie die meisten aus meiner AG damals) nur wegen Jobsicherheit und wenig Arbeit Richter wird und nicht wegen der Tätigkeit, der ist vom Idealfall wahrscheinlich auch etwas weiter weg. Sehe das Notendilemma wie einige leute hier überhaupt nicht. 

Meistens ist es eine Einstellungssache bzw Erwartungshaltung. Wer erwartet immer im 13 Uhr gehen zu können, ist natürlich schnell gefrustet und hat weniger Lust alles ordentlich zu machen. Ich sag nicht, dass das die Regel ist, aber diese Richter gibt es halt auch. 

Mir sind "schlechtere" Richterkollegen die für ihren Job brennen lieber als "gute" Kollegen, die permanent über die Arbeit meckern, insbesondere, wenn sie die Nachmittagsausführung des Kindes in der Schule oder die Tennisrunde arbeitsbedingt nicht schaffen.

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#60
12.09.2021, 17:33
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