21.06.2021, 12:54
(21.06.2021, 12:45)Gast schrieb:(21.06.2021, 09:55)Gast schrieb:(21.06.2021, 09:51)Gast schrieb: Hallo,
Ich bin geneigt mich zu bewerben, obwohl es eigentlich aussichtslos ist.
Ist das ein Problem?
Also steht eine Ablehnung dann einee erneuten Bewerbung entgegen?
Mit welchen Noten ist es denn aussichtslos?
Weniger als 7,75.
Sofern das die formelle Untergrenze nicht packt, gar nicht erst versuchen. Falls es wegen einer Öffnungsklausel geht, steht dem nichts im Wege. Verbrannt ist man damit nicht, die Bewerbung wird ja gelöscht und ich wüsste auch nicht, inwieweit interne Listen und Vermerke zulässig wären.
Die andere Frage ist halt, ob du es überhaupt versuchst. Jetzt sieht es mit dieser Note sehr schlecht aus. In 5 Jahren kann das wieder ganz anders sein.
21.06.2021, 14:06
(21.06.2021, 12:54)Gast schrieb:(21.06.2021, 12:45)Gast schrieb:(21.06.2021, 09:55)Gast schrieb:(21.06.2021, 09:51)Gast schrieb: Hallo,
Ich bin geneigt mich zu bewerben, obwohl es eigentlich aussichtslos ist.
Ist das ein Problem?
Also steht eine Ablehnung dann einee erneuten Bewerbung entgegen?
Mit welchen Noten ist es denn aussichtslos?
Weniger als 7,75.
Sofern das die formelle Untergrenze nicht packt, gar nicht erst versuchen. Falls es wegen einer Öffnungsklausel geht, steht dem nichts im Wege. Verbrannt ist man damit nicht, die Bewerbung wird ja gelöscht und ich wüsste auch nicht, inwieweit interne Listen und Vermerke zulässig wären.
Die andere Frage ist halt, ob du es überhaupt versuchst. Jetzt sieht es mit dieser Note sehr schlecht aus. In 5 Jahren kann das wieder ganz anders sein.
Jedenfalls in NRW würde ich Geld darauf wetten, dass das nie etwas wird. Die formale Grenze von 7,76 Punkten besteht seit weit mehr als 20 Jahren, selbst in Zeiten, in denen richtige Not herrschte, wurde die nicht angefasst. Die wird garantiert auf absehbare Zeit nicht geändert. Sollte das jemals der Fall sein, dann dürfte der TE so alt sein, dass er die Altersgrenze für Beamte/Richter schon lange hinter sich gelassen hat.
Natürlich mögen in 2-3 Jahren vielleicht irgendwo mit Glück Chancen bestehen und dann im Zweifel tatsächlich am ehesten im Osten. Man sollte sich aber auch klar machen, dass es dort keinen großen Bedarf gibt. Zudem wird da zwar auch über einen Mangel an guten Juristen in der Justiz geklagt, aber es gibt eben nicht nur Bewerber, die dort mit 8 Punkten gerade so reingerutscht sind, sondern auch VBler oder Bewerber mit zumindest hohem Befriedigend. Wenn man hier im Forum liest, wie viele Verzweifelte meinen - oder es wird ihnen geraten - im Osten das Glück zu suchen, kann man nur nochmal darauf hinweisen, dass die dortige Justiz keine Restrampe für Juristen ist, die sonst keine Chance auf die Justiz haben und dass zudem allenfalls ein geringer Bruchteil von denen mit unzureichenden Noten überhaupt Berücksichtigung finden könnte. Thüringen, Sachsen oder MV haben schlicht einen sehr geringen Einstellungsbedarf verglichen mit NRW oder BaWü. Dass man zudem in einigen Ländern dort mit Reformvorschlägen bemüht ist, Gerichte bevölkerungsverträglich abzubauen, sorgt auch nur dafür, dass der Bedarf eher reduziert wird statt steigt. Übrigens ist nicht 90% der dortigen Justiz Ende 50, sodass im Ministerium totale Panik herrscht, einem späteren Mangel zuvorzukommen und alles einzustellen, was "Ich möchte unbedingt in die Justiz" ruft.
21.06.2021, 15:32
(21.06.2021, 14:06)Gast schrieb:In den meisten östlichen Bundesländern erfüllt man halt eher die Mindestvoraussetzungen als in den westlichen. Das ist einfach so. Das sagt ja nichts über den Durchschnitt der dortigen Richter*innen aus oder über die Leistungsfähigkeit der Justiz als solcher. Es sagt nur, dass man in Thüringen eben 0,27 Punkte weniger braucht, um die Mindestanforderungen zu erfüllen als in NRW. Niemand ist dort deswegen ein schlechterer oder besserer Richter. Auch der 13 Punkte-Richter ist nicht zwingend besser als der 8-Punkte-Richter. Die Examensnoten sind nur ein Indiz für die fachliche Qualifikation, kein Beweis.(21.06.2021, 12:54)Gast schrieb:(21.06.2021, 12:45)Gast schrieb:(21.06.2021, 09:55)Gast schrieb:(21.06.2021, 09:51)Gast schrieb: Hallo,
Ich bin geneigt mich zu bewerben, obwohl es eigentlich aussichtslos ist.
Ist das ein Problem?
Also steht eine Ablehnung dann einee erneuten Bewerbung entgegen?
Mit welchen Noten ist es denn aussichtslos?
Weniger als 7,75.
Sofern das die formelle Untergrenze nicht packt, gar nicht erst versuchen. Falls es wegen einer Öffnungsklausel geht, steht dem nichts im Wege. Verbrannt ist man damit nicht, die Bewerbung wird ja gelöscht und ich wüsste auch nicht, inwieweit interne Listen und Vermerke zulässig wären.
Die andere Frage ist halt, ob du es überhaupt versuchst. Jetzt sieht es mit dieser Note sehr schlecht aus. In 5 Jahren kann das wieder ganz anders sein.
Jedenfalls in NRW würde ich Geld darauf wetten, dass das nie etwas wird. Die formale Grenze von 7,76 Punkten besteht seit weit mehr als 20 Jahren, selbst in Zeiten, in denen richtige Not herrschte, wurde die nicht angefasst. Die wird garantiert auf absehbare Zeit nicht geändert. Sollte das jemals der Fall sein, dann dürfte der TE so alt sein, dass er die Altersgrenze für Beamte/Richter schon lange hinter sich gelassen hat.
Natürlich mögen in 2-3 Jahren vielleicht irgendwo mit Glück Chancen bestehen und dann im Zweifel tatsächlich am ehesten im Osten. Man sollte sich aber auch klar machen, dass es dort keinen großen Bedarf gibt. Zudem wird da zwar auch über einen Mangel an guten Juristen in der Justiz geklagt, aber es gibt eben nicht nur Bewerber, die dort mit 8 Punkten gerade so reingerutscht sind, sondern auch VBler oder Bewerber mit zumindest hohem Befriedigend. Wenn man hier im Forum liest, wie viele Verzweifelte meinen - oder es wird ihnen geraten - im Osten das Glück zu suchen, kann man nur nochmal darauf hinweisen, dass die dortige Justiz keine Restrampe für Juristen ist, die sonst keine Chance auf die Justiz haben und dass zudem allenfalls ein geringer Bruchteil von denen mit unzureichenden Noten überhaupt Berücksichtigung finden könnte. Thüringen, Sachsen oder MV haben schlicht einen sehr geringen Einstellungsbedarf verglichen mit NRW oder BaWü. Dass man zudem in einigen Ländern dort mit Reformvorschlägen bemüht ist, Gerichte bevölkerungsverträglich abzubauen, sorgt auch nur dafür, dass der Bedarf eher reduziert wird statt steigt. Übrigens ist nicht 90% der dortigen Justiz Ende 50, sodass im Ministerium totale Panik herrscht, einem späteren Mangel zuvorzukommen und alles einzustellen, was "Ich möchte unbedingt in die Justiz" ruft.
Mir persönlich ist der 8-Punkte-Kandidat, der Lust auf den Job hat, sich in seine Akten reinkniet und die Arbeit als Richter nicht nur als Job sieht sogar lieber als der 11-Punkte Kandidat, der nur seine Akten erledigen will. Aber in Jura herrscht halt immer noch die absolute Notengläubigkeit. Und daran gemessen, ist es im Osten einfacher Richter zu werden als im Westen. Da gibts keine zwei Meinungen.
21.06.2021, 16:38
(21.06.2021, 15:32)Gast schrieb:(21.06.2021, 14:06)Gast schrieb:In den meisten östlichen Bundesländern erfüllt man halt eher die Mindestvoraussetzungen als in den westlichen. Das ist einfach so. Das sagt ja nichts über den Durchschnitt der dortigen Richter*innen aus oder über die Leistungsfähigkeit der Justiz als solcher. Es sagt nur, dass man in Thüringen eben 0,27 Punkte weniger braucht, um die Mindestanforderungen zu erfüllen als in NRW. Niemand ist dort deswegen ein schlechterer oder besserer Richter. Auch der 13 Punkte-Richter ist nicht zwingend besser als der 8-Punkte-Richter. Die Examensnoten sind nur ein Indiz für die fachliche Qualifikation, kein Beweis.(21.06.2021, 12:54)Gast schrieb:(21.06.2021, 12:45)Gast schrieb:(21.06.2021, 09:55)Gast schrieb: Mit welchen Noten ist es denn aussichtslos?
Weniger als 7,75.
Sofern das die formelle Untergrenze nicht packt, gar nicht erst versuchen. Falls es wegen einer Öffnungsklausel geht, steht dem nichts im Wege. Verbrannt ist man damit nicht, die Bewerbung wird ja gelöscht und ich wüsste auch nicht, inwieweit interne Listen und Vermerke zulässig wären.
Die andere Frage ist halt, ob du es überhaupt versuchst. Jetzt sieht es mit dieser Note sehr schlecht aus. In 5 Jahren kann das wieder ganz anders sein.
Jedenfalls in NRW würde ich Geld darauf wetten, dass das nie etwas wird. Die formale Grenze von 7,76 Punkten besteht seit weit mehr als 20 Jahren, selbst in Zeiten, in denen richtige Not herrschte, wurde die nicht angefasst. Die wird garantiert auf absehbare Zeit nicht geändert. Sollte das jemals der Fall sein, dann dürfte der TE so alt sein, dass er die Altersgrenze für Beamte/Richter schon lange hinter sich gelassen hat.
Natürlich mögen in 2-3 Jahren vielleicht irgendwo mit Glück Chancen bestehen und dann im Zweifel tatsächlich am ehesten im Osten. Man sollte sich aber auch klar machen, dass es dort keinen großen Bedarf gibt. Zudem wird da zwar auch über einen Mangel an guten Juristen in der Justiz geklagt, aber es gibt eben nicht nur Bewerber, die dort mit 8 Punkten gerade so reingerutscht sind, sondern auch VBler oder Bewerber mit zumindest hohem Befriedigend. Wenn man hier im Forum liest, wie viele Verzweifelte meinen - oder es wird ihnen geraten - im Osten das Glück zu suchen, kann man nur nochmal darauf hinweisen, dass die dortige Justiz keine Restrampe für Juristen ist, die sonst keine Chance auf die Justiz haben und dass zudem allenfalls ein geringer Bruchteil von denen mit unzureichenden Noten überhaupt Berücksichtigung finden könnte. Thüringen, Sachsen oder MV haben schlicht einen sehr geringen Einstellungsbedarf verglichen mit NRW oder BaWü. Dass man zudem in einigen Ländern dort mit Reformvorschlägen bemüht ist, Gerichte bevölkerungsverträglich abzubauen, sorgt auch nur dafür, dass der Bedarf eher reduziert wird statt steigt. Übrigens ist nicht 90% der dortigen Justiz Ende 50, sodass im Ministerium totale Panik herrscht, einem späteren Mangel zuvorzukommen und alles einzustellen, was "Ich möchte unbedingt in die Justiz" ruft.
Mir persönlich ist der 8-Punkte-Kandidat, der Lust auf den Job hat, sich in seine Akten reinkniet und die Arbeit als Richter nicht nur als Job sieht sogar lieber als der 11-Punkte Kandidat, der nur seine Akten erledigen will. Aber in Jura herrscht halt immer noch die absolute Notengläubigkeit. Und daran gemessen, ist es im Osten einfacher Richter zu werden als im Westen. Da gibts keine zwei Meinungen.
Und mir persönlich ist der 11-Punkte-Jurist, der sich um die Akte ordentlich kümmert, lieber als der 8-Punkte-Jurist, der sie einfach nur weghaben will. Und welchen Erkenntnisgewinn ziehen wir nun aus solch einer Aussage? Gar keinen.
Ich verstehe nie dieses „Argument“, wonach subtil unterstellt wird, der schlechterbenotete sei grundsätzlich „menschlicher“ als der Zweistellige, der zwar Topnoten hat, menschlich aber irgendwo zwischen Sozialphobie und Autismus rumhängen soll.
21.06.2021, 16:54
(21.06.2021, 16:38)Gast schrieb:Das wollte ich keineswegs mit meiner Aussage implizieren. Und ich denke man muss sich schon arg anstrengen, um das da rein zu lesen. Aber sei es drum, was ich sagen wollte:(21.06.2021, 15:32)Gast schrieb:(21.06.2021, 14:06)Gast schrieb:In den meisten östlichen Bundesländern erfüllt man halt eher die Mindestvoraussetzungen als in den westlichen. Das ist einfach so. Das sagt ja nichts über den Durchschnitt der dortigen Richter*innen aus oder über die Leistungsfähigkeit der Justiz als solcher. Es sagt nur, dass man in Thüringen eben 0,27 Punkte weniger braucht, um die Mindestanforderungen zu erfüllen als in NRW. Niemand ist dort deswegen ein schlechterer oder besserer Richter. Auch der 13 Punkte-Richter ist nicht zwingend besser als der 8-Punkte-Richter. Die Examensnoten sind nur ein Indiz für die fachliche Qualifikation, kein Beweis.(21.06.2021, 12:54)Gast schrieb:(21.06.2021, 12:45)Gast schrieb: Weniger als 7,75.
Sofern das die formelle Untergrenze nicht packt, gar nicht erst versuchen. Falls es wegen einer Öffnungsklausel geht, steht dem nichts im Wege. Verbrannt ist man damit nicht, die Bewerbung wird ja gelöscht und ich wüsste auch nicht, inwieweit interne Listen und Vermerke zulässig wären.
Die andere Frage ist halt, ob du es überhaupt versuchst. Jetzt sieht es mit dieser Note sehr schlecht aus. In 5 Jahren kann das wieder ganz anders sein.
Jedenfalls in NRW würde ich Geld darauf wetten, dass das nie etwas wird. Die formale Grenze von 7,76 Punkten besteht seit weit mehr als 20 Jahren, selbst in Zeiten, in denen richtige Not herrschte, wurde die nicht angefasst. Die wird garantiert auf absehbare Zeit nicht geändert. Sollte das jemals der Fall sein, dann dürfte der TE so alt sein, dass er die Altersgrenze für Beamte/Richter schon lange hinter sich gelassen hat.
Natürlich mögen in 2-3 Jahren vielleicht irgendwo mit Glück Chancen bestehen und dann im Zweifel tatsächlich am ehesten im Osten. Man sollte sich aber auch klar machen, dass es dort keinen großen Bedarf gibt. Zudem wird da zwar auch über einen Mangel an guten Juristen in der Justiz geklagt, aber es gibt eben nicht nur Bewerber, die dort mit 8 Punkten gerade so reingerutscht sind, sondern auch VBler oder Bewerber mit zumindest hohem Befriedigend. Wenn man hier im Forum liest, wie viele Verzweifelte meinen - oder es wird ihnen geraten - im Osten das Glück zu suchen, kann man nur nochmal darauf hinweisen, dass die dortige Justiz keine Restrampe für Juristen ist, die sonst keine Chance auf die Justiz haben und dass zudem allenfalls ein geringer Bruchteil von denen mit unzureichenden Noten überhaupt Berücksichtigung finden könnte. Thüringen, Sachsen oder MV haben schlicht einen sehr geringen Einstellungsbedarf verglichen mit NRW oder BaWü. Dass man zudem in einigen Ländern dort mit Reformvorschlägen bemüht ist, Gerichte bevölkerungsverträglich abzubauen, sorgt auch nur dafür, dass der Bedarf eher reduziert wird statt steigt. Übrigens ist nicht 90% der dortigen Justiz Ende 50, sodass im Ministerium totale Panik herrscht, einem späteren Mangel zuvorzukommen und alles einzustellen, was "Ich möchte unbedingt in die Justiz" ruft.
Mir persönlich ist der 8-Punkte-Kandidat, der Lust auf den Job hat, sich in seine Akten reinkniet und die Arbeit als Richter nicht nur als Job sieht sogar lieber als der 11-Punkte Kandidat, der nur seine Akten erledigen will. Aber in Jura herrscht halt immer noch die absolute Notengläubigkeit. Und daran gemessen, ist es im Osten einfacher Richter zu werden als im Westen. Da gibts keine zwei Meinungen.
Und mir persönlich ist der 11-Punkte-Jurist, der sich um die Akte ordentlich kümmert, lieber als der 8-Punkte-Jurist, der sie einfach nur weghaben will. Und welchen Erkenntnisgewinn ziehen wir nun aus solch einer Aussage? Gar keinen.
Ich verstehe nie dieses „Argument“, wonach subtil unterstellt wird, der schlechterbenotete sei grundsätzlich „menschlicher“ als der Zweistellige, der zwar Topnoten hat, menschlich aber irgendwo zwischen Sozialphobie und Autismus rumhängen soll.
Es gibt wichtigeres bei der Einstellung für den Justizdienst als die Note. Die Note soll bei ansonsten gleichen Eigenschaften den Ausschlag geben, im Zweifel hab ich auch lieber den 11-Punkte-Kandidat als den 7-Punkte Kandidat da vorne sitzen. Aber ich hab eben auch lieber jemanden mit einer eher mittelmäßigen Note, dem der Job am Herzen liegt als jemand mit einer Topnote, der den Job nur macht, weil es eben sein Job ist.
Das bedeutet nicht, dass nicht jemand mit 15 Punkten pro Examen auch menschlich hervorragend geeignet sein kann oder dass jemand mit 7 Punkten nicht ein menschlicher Totalausfall sein kann. Über die charakterliche Eignung sagen die Noten (noch) weniger aus als über die fachliche Eignung, nämlich gar nichts. Gerade deswegen sollte man sich mehr Mühe geben die charakterlichen Eigenschaften festzustellen als ein strukturiertes Einzellinterview mit 1-2 Rollenspielen.
21.06.2021, 20:52
(21.06.2021, 16:54)Gast schrieb:(21.06.2021, 16:38)Gast schrieb:Das wollte ich keineswegs mit meiner Aussage implizieren. Und ich denke man muss sich schon arg anstrengen, um das da rein zu lesen. Aber sei es drum, was ich sagen wollte:(21.06.2021, 15:32)Gast schrieb:(21.06.2021, 14:06)Gast schrieb:In den meisten östlichen Bundesländern erfüllt man halt eher die Mindestvoraussetzungen als in den westlichen. Das ist einfach so. Das sagt ja nichts über den Durchschnitt der dortigen Richter*innen aus oder über die Leistungsfähigkeit der Justiz als solcher. Es sagt nur, dass man in Thüringen eben 0,27 Punkte weniger braucht, um die Mindestanforderungen zu erfüllen als in NRW. Niemand ist dort deswegen ein schlechterer oder besserer Richter. Auch der 13 Punkte-Richter ist nicht zwingend besser als der 8-Punkte-Richter. Die Examensnoten sind nur ein Indiz für die fachliche Qualifikation, kein Beweis.(21.06.2021, 12:54)Gast schrieb: Sofern das die formelle Untergrenze nicht packt, gar nicht erst versuchen. Falls es wegen einer Öffnungsklausel geht, steht dem nichts im Wege. Verbrannt ist man damit nicht, die Bewerbung wird ja gelöscht und ich wüsste auch nicht, inwieweit interne Listen und Vermerke zulässig wären.
Die andere Frage ist halt, ob du es überhaupt versuchst. Jetzt sieht es mit dieser Note sehr schlecht aus. In 5 Jahren kann das wieder ganz anders sein.
Jedenfalls in NRW würde ich Geld darauf wetten, dass das nie etwas wird. Die formale Grenze von 7,76 Punkten besteht seit weit mehr als 20 Jahren, selbst in Zeiten, in denen richtige Not herrschte, wurde die nicht angefasst. Die wird garantiert auf absehbare Zeit nicht geändert. Sollte das jemals der Fall sein, dann dürfte der TE so alt sein, dass er die Altersgrenze für Beamte/Richter schon lange hinter sich gelassen hat.
Natürlich mögen in 2-3 Jahren vielleicht irgendwo mit Glück Chancen bestehen und dann im Zweifel tatsächlich am ehesten im Osten. Man sollte sich aber auch klar machen, dass es dort keinen großen Bedarf gibt. Zudem wird da zwar auch über einen Mangel an guten Juristen in der Justiz geklagt, aber es gibt eben nicht nur Bewerber, die dort mit 8 Punkten gerade so reingerutscht sind, sondern auch VBler oder Bewerber mit zumindest hohem Befriedigend. Wenn man hier im Forum liest, wie viele Verzweifelte meinen - oder es wird ihnen geraten - im Osten das Glück zu suchen, kann man nur nochmal darauf hinweisen, dass die dortige Justiz keine Restrampe für Juristen ist, die sonst keine Chance auf die Justiz haben und dass zudem allenfalls ein geringer Bruchteil von denen mit unzureichenden Noten überhaupt Berücksichtigung finden könnte. Thüringen, Sachsen oder MV haben schlicht einen sehr geringen Einstellungsbedarf verglichen mit NRW oder BaWü. Dass man zudem in einigen Ländern dort mit Reformvorschlägen bemüht ist, Gerichte bevölkerungsverträglich abzubauen, sorgt auch nur dafür, dass der Bedarf eher reduziert wird statt steigt. Übrigens ist nicht 90% der dortigen Justiz Ende 50, sodass im Ministerium totale Panik herrscht, einem späteren Mangel zuvorzukommen und alles einzustellen, was "Ich möchte unbedingt in die Justiz" ruft.
Mir persönlich ist der 8-Punkte-Kandidat, der Lust auf den Job hat, sich in seine Akten reinkniet und die Arbeit als Richter nicht nur als Job sieht sogar lieber als der 11-Punkte Kandidat, der nur seine Akten erledigen will. Aber in Jura herrscht halt immer noch die absolute Notengläubigkeit. Und daran gemessen, ist es im Osten einfacher Richter zu werden als im Westen. Da gibts keine zwei Meinungen.
Und mir persönlich ist der 11-Punkte-Jurist, der sich um die Akte ordentlich kümmert, lieber als der 8-Punkte-Jurist, der sie einfach nur weghaben will. Und welchen Erkenntnisgewinn ziehen wir nun aus solch einer Aussage? Gar keinen.
Ich verstehe nie dieses „Argument“, wonach subtil unterstellt wird, der schlechterbenotete sei grundsätzlich „menschlicher“ als der Zweistellige, der zwar Topnoten hat, menschlich aber irgendwo zwischen Sozialphobie und Autismus rumhängen soll.
Es gibt wichtigeres bei der Einstellung für den Justizdienst als die Note. Die Note soll bei ansonsten gleichen Eigenschaften den Ausschlag geben, im Zweifel hab ich auch lieber den 11-Punkte-Kandidat als den 7-Punkte Kandidat da vorne sitzen. Aber ich hab eben auch lieber jemanden mit einer eher mittelmäßigen Note, dem der Job am Herzen liegt als jemand mit einer Topnote, der den Job nur macht, weil es eben sein Job ist.
Das bedeutet nicht, dass nicht jemand mit 15 Punkten pro Examen auch menschlich hervorragend geeignet sein kann oder dass jemand mit 7 Punkten nicht ein menschlicher Totalausfall sein kann. Über die charakterliche Eignung sagen die Noten (noch) weniger aus als über die fachliche Eignung, nämlich gar nichts. Gerade deswegen sollte man sich mehr Mühe geben die charakterlichen Eigenschaften festzustellen als ein strukturiertes Einzellinterview mit 1-2 Rollenspielen.
Ich denke gerade unter den Leuten mit guten Noten ist der Anteil der Überzeugungstäter sehr hoch in der Justiz. Denn diese Leute gehen in die Justiz, obwohl ihnen überall die Tür offen stehen. Wer mit 7p. in die Justiz gekommen ist, sieht es häufig eher als das beste Angebot was man bekommen hat, ohne wirklich für die Sache zu brennen.
21.06.2021, 20:53
(21.06.2021, 20:52)Der echte Norden schrieb:(21.06.2021, 16:54)Gast schrieb:(21.06.2021, 16:38)Gast schrieb:Das wollte ich keineswegs mit meiner Aussage implizieren. Und ich denke man muss sich schon arg anstrengen, um das da rein zu lesen. Aber sei es drum, was ich sagen wollte:(21.06.2021, 15:32)Gast schrieb:(21.06.2021, 14:06)Gast schrieb: Jedenfalls in NRW würde ich Geld darauf wetten, dass das nie etwas wird. Die formale Grenze von 7,76 Punkten besteht seit weit mehr als 20 Jahren, selbst in Zeiten, in denen richtige Not herrschte, wurde die nicht angefasst. Die wird garantiert auf absehbare Zeit nicht geändert. Sollte das jemals der Fall sein, dann dürfte der TE so alt sein, dass er die Altersgrenze für Beamte/Richter schon lange hinter sich gelassen hat.In den meisten östlichen Bundesländern erfüllt man halt eher die Mindestvoraussetzungen als in den westlichen. Das ist einfach so. Das sagt ja nichts über den Durchschnitt der dortigen Richter*innen aus oder über die Leistungsfähigkeit der Justiz als solcher. Es sagt nur, dass man in Thüringen eben 0,27 Punkte weniger braucht, um die Mindestanforderungen zu erfüllen als in NRW. Niemand ist dort deswegen ein schlechterer oder besserer Richter. Auch der 13 Punkte-Richter ist nicht zwingend besser als der 8-Punkte-Richter. Die Examensnoten sind nur ein Indiz für die fachliche Qualifikation, kein Beweis.
Natürlich mögen in 2-3 Jahren vielleicht irgendwo mit Glück Chancen bestehen und dann im Zweifel tatsächlich am ehesten im Osten. Man sollte sich aber auch klar machen, dass es dort keinen großen Bedarf gibt. Zudem wird da zwar auch über einen Mangel an guten Juristen in der Justiz geklagt, aber es gibt eben nicht nur Bewerber, die dort mit 8 Punkten gerade so reingerutscht sind, sondern auch VBler oder Bewerber mit zumindest hohem Befriedigend. Wenn man hier im Forum liest, wie viele Verzweifelte meinen - oder es wird ihnen geraten - im Osten das Glück zu suchen, kann man nur nochmal darauf hinweisen, dass die dortige Justiz keine Restrampe für Juristen ist, die sonst keine Chance auf die Justiz haben und dass zudem allenfalls ein geringer Bruchteil von denen mit unzureichenden Noten überhaupt Berücksichtigung finden könnte. Thüringen, Sachsen oder MV haben schlicht einen sehr geringen Einstellungsbedarf verglichen mit NRW oder BaWü. Dass man zudem in einigen Ländern dort mit Reformvorschlägen bemüht ist, Gerichte bevölkerungsverträglich abzubauen, sorgt auch nur dafür, dass der Bedarf eher reduziert wird statt steigt. Übrigens ist nicht 90% der dortigen Justiz Ende 50, sodass im Ministerium totale Panik herrscht, einem späteren Mangel zuvorzukommen und alles einzustellen, was "Ich möchte unbedingt in die Justiz" ruft.
Mir persönlich ist der 8-Punkte-Kandidat, der Lust auf den Job hat, sich in seine Akten reinkniet und die Arbeit als Richter nicht nur als Job sieht sogar lieber als der 11-Punkte Kandidat, der nur seine Akten erledigen will. Aber in Jura herrscht halt immer noch die absolute Notengläubigkeit. Und daran gemessen, ist es im Osten einfacher Richter zu werden als im Westen. Da gibts keine zwei Meinungen.
Und mir persönlich ist der 11-Punkte-Jurist, der sich um die Akte ordentlich kümmert, lieber als der 8-Punkte-Jurist, der sie einfach nur weghaben will. Und welchen Erkenntnisgewinn ziehen wir nun aus solch einer Aussage? Gar keinen.
Ich verstehe nie dieses „Argument“, wonach subtil unterstellt wird, der schlechterbenotete sei grundsätzlich „menschlicher“ als der Zweistellige, der zwar Topnoten hat, menschlich aber irgendwo zwischen Sozialphobie und Autismus rumhängen soll.
Es gibt wichtigeres bei der Einstellung für den Justizdienst als die Note. Die Note soll bei ansonsten gleichen Eigenschaften den Ausschlag geben, im Zweifel hab ich auch lieber den 11-Punkte-Kandidat als den 7-Punkte Kandidat da vorne sitzen. Aber ich hab eben auch lieber jemanden mit einer eher mittelmäßigen Note, dem der Job am Herzen liegt als jemand mit einer Topnote, der den Job nur macht, weil es eben sein Job ist.
Das bedeutet nicht, dass nicht jemand mit 15 Punkten pro Examen auch menschlich hervorragend geeignet sein kann oder dass jemand mit 7 Punkten nicht ein menschlicher Totalausfall sein kann. Über die charakterliche Eignung sagen die Noten (noch) weniger aus als über die fachliche Eignung, nämlich gar nichts. Gerade deswegen sollte man sich mehr Mühe geben die charakterlichen Eigenschaften festzustellen als ein strukturiertes Einzellinterview mit 1-2 Rollenspielen.
Ich denke gerade unter den Leuten mit guten Noten ist der Anteil der Überzeugungstäter sehr hoch in der Justiz. Denn diese Leute gehen in die Justiz, obwohl ihnen überall die Tür offen stehen. Wer mit 7p. in die Justiz gekommen ist, sieht es häufig eher als das beste Angebot was man bekommen hat, ohne wirklich für die Sache zu brennen.
Dekke ich auch mit 2VB ist man eher aus Überzeugung in der Justiz
21.06.2021, 21:06
(21.06.2021, 20:53)Gast schrieb:(21.06.2021, 20:52)Der echte Norden schrieb:(21.06.2021, 16:54)Gast schrieb:(21.06.2021, 16:38)Gast schrieb:Das wollte ich keineswegs mit meiner Aussage implizieren. Und ich denke man muss sich schon arg anstrengen, um das da rein zu lesen. Aber sei es drum, was ich sagen wollte:(21.06.2021, 15:32)Gast schrieb: In den meisten östlichen Bundesländern erfüllt man halt eher die Mindestvoraussetzungen als in den westlichen. Das ist einfach so. Das sagt ja nichts über den Durchschnitt der dortigen Richter*innen aus oder über die Leistungsfähigkeit der Justiz als solcher. Es sagt nur, dass man in Thüringen eben 0,27 Punkte weniger braucht, um die Mindestanforderungen zu erfüllen als in NRW. Niemand ist dort deswegen ein schlechterer oder besserer Richter. Auch der 13 Punkte-Richter ist nicht zwingend besser als der 8-Punkte-Richter. Die Examensnoten sind nur ein Indiz für die fachliche Qualifikation, kein Beweis.
Mir persönlich ist der 8-Punkte-Kandidat, der Lust auf den Job hat, sich in seine Akten reinkniet und die Arbeit als Richter nicht nur als Job sieht sogar lieber als der 11-Punkte Kandidat, der nur seine Akten erledigen will. Aber in Jura herrscht halt immer noch die absolute Notengläubigkeit. Und daran gemessen, ist es im Osten einfacher Richter zu werden als im Westen. Da gibts keine zwei Meinungen.
Und mir persönlich ist der 11-Punkte-Jurist, der sich um die Akte ordentlich kümmert, lieber als der 8-Punkte-Jurist, der sie einfach nur weghaben will. Und welchen Erkenntnisgewinn ziehen wir nun aus solch einer Aussage? Gar keinen.
Ich verstehe nie dieses „Argument“, wonach subtil unterstellt wird, der schlechterbenotete sei grundsätzlich „menschlicher“ als der Zweistellige, der zwar Topnoten hat, menschlich aber irgendwo zwischen Sozialphobie und Autismus rumhängen soll.
Es gibt wichtigeres bei der Einstellung für den Justizdienst als die Note. Die Note soll bei ansonsten gleichen Eigenschaften den Ausschlag geben, im Zweifel hab ich auch lieber den 11-Punkte-Kandidat als den 7-Punkte Kandidat da vorne sitzen. Aber ich hab eben auch lieber jemanden mit einer eher mittelmäßigen Note, dem der Job am Herzen liegt als jemand mit einer Topnote, der den Job nur macht, weil es eben sein Job ist.
Das bedeutet nicht, dass nicht jemand mit 15 Punkten pro Examen auch menschlich hervorragend geeignet sein kann oder dass jemand mit 7 Punkten nicht ein menschlicher Totalausfall sein kann. Über die charakterliche Eignung sagen die Noten (noch) weniger aus als über die fachliche Eignung, nämlich gar nichts. Gerade deswegen sollte man sich mehr Mühe geben die charakterlichen Eigenschaften festzustellen als ein strukturiertes Einzellinterview mit 1-2 Rollenspielen.
Ich denke gerade unter den Leuten mit guten Noten ist der Anteil der Überzeugungstäter sehr hoch in der Justiz. Denn diese Leute gehen in die Justiz, obwohl ihnen überall die Tür offen stehen. Wer mit 7p. in die Justiz gekommen ist, sieht es häufig eher als das beste Angebot was man bekommen hat, ohne wirklich für die Sache zu brennen.
Dekke ich auch mit 2VB ist man eher aus Überzeugung in der Justiz
+1!
21.06.2021, 22:34
(21.06.2021, 16:54)Gast schrieb:(21.06.2021, 16:38)Gast schrieb:Das wollte ich keineswegs mit meiner Aussage implizieren. Und ich denke man muss sich schon arg anstrengen, um das da rein zu lesen. Aber sei es drum, was ich sagen wollte:(21.06.2021, 15:32)Gast schrieb: Mir persönlich ist der 8-Punkte-Kandidat, der Lust auf den Job hat, sich in seine Akten reinkniet und die Arbeit als Richter nicht nur als Job sieht sogar lieber als der 11-Punkte Kandidat, der nur seine Akten erledigen will. Aber in Jura herrscht halt immer noch die absolute Notengläubigkeit. Und daran gemessen, ist es im Osten einfacher Richter zu werden als im Westen. Da gibts keine zwei Meinungen.
Und mir persönlich ist der 11-Punkte-Jurist, der sich um die Akte ordentlich kümmert, lieber als der 8-Punkte-Jurist, der sie einfach nur weghaben will. Und welchen Erkenntnisgewinn ziehen wir nun aus solch einer Aussage? Gar keinen.
Ich verstehe nie dieses „Argument“, wonach subtil unterstellt wird, der schlechterbenotete sei grundsätzlich „menschlicher“ als der Zweistellige, der zwar Topnoten hat, menschlich aber irgendwo zwischen Sozialphobie und Autismus rumhängen soll.
Es gibt wichtigeres bei der Einstellung für den Justizdienst als die Note. Die Note soll bei ansonsten gleichen Eigenschaften den Ausschlag geben, im Zweifel hab ich auch lieber den 11-Punkte-Kandidat als den 7-Punkte Kandidat da vorne sitzen. Aber ich hab eben auch lieber jemanden mit einer eher mittelmäßigen Note, dem der Job am Herzen liegt als jemand mit einer Topnote, der den Job nur macht, weil es eben sein Job ist.
Das bedeutet nicht, dass nicht jemand mit 15 Punkten pro Examen auch menschlich hervorragend geeignet sein kann oder dass jemand mit 7 Punkten nicht ein menschlicher Totalausfall sein kann. Über die charakterliche Eignung sagen die Noten (noch) weniger aus als über die fachliche Eignung, nämlich gar nichts. Gerade deswegen sollte man sich mehr Mühe geben die charakterlichen Eigenschaften festzustellen als ein strukturiertes Einzellinterview mit 1-2 Rollenspielen.
Faktisch ist aber genau deshalb die Examensnote das entscheidende Kriterium, weil sie in einem halbwegs objektivierbaren Verfahren entstanden ist, während alles andere schwer zu messen ist. Was allerdings noch eine Rolle spielt, sind Rückmeldungen der Ausbildungsleiter - man verstellt sich normalerweise nicht zwei Jahre lang.
21.06.2021, 22:48
(21.06.2021, 21:06)Gast schrieb:(21.06.2021, 20:53)Gast schrieb:(21.06.2021, 20:52)Der echte Norden schrieb:(21.06.2021, 16:54)Gast schrieb:(21.06.2021, 16:38)Gast schrieb: Und mir persönlich ist der 11-Punkte-Jurist, der sich um die Akte ordentlich kümmert, lieber als der 8-Punkte-Jurist, der sie einfach nur weghaben will. Und welchen Erkenntnisgewinn ziehen wir nun aus solch einer Aussage? Gar keinen.Das wollte ich keineswegs mit meiner Aussage implizieren. Und ich denke man muss sich schon arg anstrengen, um das da rein zu lesen. Aber sei es drum, was ich sagen wollte:
Ich verstehe nie dieses „Argument“, wonach subtil unterstellt wird, der schlechterbenotete sei grundsätzlich „menschlicher“ als der Zweistellige, der zwar Topnoten hat, menschlich aber irgendwo zwischen Sozialphobie und Autismus rumhängen soll.
Es gibt wichtigeres bei der Einstellung für den Justizdienst als die Note. Die Note soll bei ansonsten gleichen Eigenschaften den Ausschlag geben, im Zweifel hab ich auch lieber den 11-Punkte-Kandidat als den 7-Punkte Kandidat da vorne sitzen. Aber ich hab eben auch lieber jemanden mit einer eher mittelmäßigen Note, dem der Job am Herzen liegt als jemand mit einer Topnote, der den Job nur macht, weil es eben sein Job ist.
Das bedeutet nicht, dass nicht jemand mit 15 Punkten pro Examen auch menschlich hervorragend geeignet sein kann oder dass jemand mit 7 Punkten nicht ein menschlicher Totalausfall sein kann. Über die charakterliche Eignung sagen die Noten (noch) weniger aus als über die fachliche Eignung, nämlich gar nichts. Gerade deswegen sollte man sich mehr Mühe geben die charakterlichen Eigenschaften festzustellen als ein strukturiertes Einzellinterview mit 1-2 Rollenspielen.
Ich denke gerade unter den Leuten mit guten Noten ist der Anteil der Überzeugungstäter sehr hoch in der Justiz. Denn diese Leute gehen in die Justiz, obwohl ihnen überall die Tür offen stehen. Wer mit 7p. in die Justiz gekommen ist, sieht es häufig eher als das beste Angebot was man bekommen hat, ohne wirklich für die Sache zu brennen.
Dekke ich auch mit 2VB ist man eher aus Überzeugung in der Justiz
+1!
Naja um mal bewusst den Gegenpart zu übernehmen, Leute mit 2 vb in der Justiz könnten auch zu faul für ne GK, zu ängstlich für ein Angestelltenverhältnis und zu feige für die "normale" Anwaltschaft sein.









