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Antworten

 
Berufseinstieg als Unternehmensjurist
Balls?
Unregistered
 
#11
10.03.2021, 11:03
Alter, es gibt (noch) genügend Richter, die mit 2xb oder sogar 2xa in den 70ern/80ern angefangen haben, weil der jur. Stellenmarkt damals einfach nicht so war wie heute. Kann mich noch gut an die Worte eines Profs im Studium erinnern, der meinte, dass man damals nur bestehen musste und gute Jobchancen hatte - deswegen sind doch erst so viele zum Jurastudium gepilgert, weshalb es dann zu viele Volljuristen gab und demzufolge der Notenwahnsinn überhaupt angefangen hat. Und man merkt: Daran ist der Rechtsstaat nicht kaputt gegangen, wie manche RichterInnen v.a. in Hessen aus ihrem Elfenbeinturm nun befürchten, sollten die Noten für den Richterdienst runtergehen (was sie müssen - Angebot und Nachfrage eben).

Was ich damit sagen will: Jur. Skill hat doch nur mittelbar mit deinen Examensnoten zu tun - oder bist du nun gut im PE in einer GK, weil du in der Familienrechts-Klausur 14 Punkte rausgelassen hast, weil du die NeLk so toll auswendig gelernt hattest? Oder kannst du als Unternehmensjurist dieses NDA interessengerechter draften, weil deine KommunalR Klausur so toll lief im Stex und du deswegen das VB geschafft hast? Lass dir echt mal Eier wachsen.
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Berlin
Unregistered
 
#12
10.03.2021, 11:31
(10.03.2021, 03:30)Gast schrieb:  Hey Leute,

Ende März habe ich ein Vorstellungsgespräch in einem größeren Unternehmen aus der Maschinenbaubranche.
Bei einem kurzen Telefonat heute sprach ich an, dass ich noch gar keine Berufserfahrung besitze, und ob dies Ok ist? 
Es hieß, sie hätten mit Berufsanfängern bisher gute Erfahrungen gemacht und dass sie wegen dem vielseitigen Lebenslauf sehr interessiert an mir seien. Mich wundert dies, da meine Noten in beiden Examina nur (im oberen) ausreichend sind.

Ich frage mich halt, ob ich als Noob und dann auch alleiniger (!) Jurist in der Rechtsabteilung bei den verschiedenen wohl komplexen rechtlichen Fragen und total fremden Rechtsgebieten irgendwas auf die Reihe bekomme.
Ich befürchte einfach, dass die anfallenden Aufgaben meine Fähigkeiten (2xa) übersteigen. Mich wundert es irgendwie, dass so ein großes Unternehmen, nur EINEN Juristen in der Rechtsabteilung hat. Oder lassen Unternehmen etwa für wichtige und große Verfahren Großkanzleien ran? 

Aufgrund der Noten sind die Chancen genommen zu werden eh gering, aber ich frage hier mal trotzdem nach Erfahrungen/Tipps, um die Situation besser einschätzen zu können.

Sei entspannt. In erster Linie kommt es darauf an, wie du dich praktisch schlägst. Keine wird dich „bepunkten“. Es geht nur darum, dass du den Alltag bewältigst. Sei einfach selbstbewusst. Denke immer nach. Da hilft einfacher Menschenverstand vieeeeel. Dann musst du nur alles in juristische Sprache transferieren. Aber auf die Lösungen zu kommen, brauchst du nicht 2xsehrgut zu haben. Ausserdem wird bei solchen Unternehmen viel ausgelagert. Dann musst du halt Kontakt mit den Kanzleien halten usw. 

Also, nicht davon ausgehen, wie viele Punkte du hast oder warum die du sie hast. Du musst dich schlicht praktisch steigern. Also lernen. Dazu wird die Arbeit beim Unternehmen viel beitragen können.
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Gast
Unregistered
 
#13
10.03.2021, 16:23
(10.03.2021, 08:52)Gast schrieb:  Naja sieh es mal so: außer dir sind alle juristische Laien. Verglichen mit einem promovierten Doppel-VB-Anwalt bist du vielleicht eher ein kleines Licht, aber in der Firma bist du eher der Einäugige unter Blinden ;)

Niemand wird von dir auf Fragen ad hoc eine Antwort erwarten, das ist ja keine mündliche Prüfung. Die meisten Fragen dürften eh weniger zwischen Tür und Angel gestellt werden, sondern per Mail oder so. Dann hast du ja Zeit, eine Antwort bzw. eine Lösung für das aufgetretene Problem zu finden. 
Mithilfe von Beck Online & co, aber sicher auch durch Google wirst du vertretbare Antworten finden. Denn rechtliche Recherche hast du durch die vielen Hausarbeiten im Studium ja sicher gelernt. 
Außerdem hab ich in einigen Stellenanzeigen gelesen, dass man auch externe Kanzleien koordinieren soll. Das mag nicht in jeder Firma so sein, aber vielleicht hast du auch in deiner Firma die Möglichkeit, ‚unangenehme‘ Sachverhalte loszuwerden ;)

Insofern: Kopf hoch, das wird schon  Power

vielen lieben Dank. :)
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Gast
Unregistered
 
#14
10.03.2021, 16:25
(10.03.2021, 10:49)Gast schrieb:  Ich würde Dich nicht einstellen.

Aber nicht wegen Deiner Noten, sondern wegen Deiner Einstellung. Grow some balls.

ok, habe ja noch 3 wochen zeit welche wachsen zu lassen :)
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Lloyd
Unregistered
 
#15
10.03.2021, 16:30
Wie ist das in Unternehmen eigentlich im Arbeitsvertrag geregelt, sofern eine außertarifliche Bezahlung erfolgt: Ist es üblich, dass eine feste Arbeitszeit vertraglich festgelegt (mit Überstundenabbau bzw. Auszahlung) oder ist es wie in (Groß-) Kanzleien, dass keine feste Wochenstundenzahl vereinbart ist?
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Gast
Unregistered
 
#16
10.03.2021, 17:17
(10.03.2021, 16:30)Lloyd schrieb:  Wie ist das in Unternehmen eigentlich im Arbeitsvertrag geregelt, sofern eine außertarifliche Bezahlung erfolgt: Ist es üblich, dass eine feste Arbeitszeit vertraglich festgelegt (mit Überstundenabbau bzw. Auszahlung) oder ist es wie in (Groß-) Kanzleien, dass keine feste Wochenstundenzahl vereinbart ist?

Theoretisch gilt die Grenze des ArbZG (40h/Woche + bis zu 2h in Ausnahmefällen), vertraglich Vertrauensarbeitszeit, Überstunden bis zu ... % sind durch das höhere Gehalt abgegolten. Als Beispiel
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Gast
Unregistered
 
#17
10.03.2021, 17:35
es gibt keine 40h Grenze. Wenn man klugscheißt dann bitte richtig.
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Gast
Unregistered
 
#18
10.03.2021, 17:44
(10.03.2021, 11:31)Berlin schrieb:  
(10.03.2021, 03:30)Gast schrieb:  Hey Leute,

Ende März habe ich ein Vorstellungsgespräch in einem größeren Unternehmen aus der Maschinenbaubranche.
Bei einem kurzen Telefonat heute sprach ich an, dass ich noch gar keine Berufserfahrung besitze, und ob dies Ok ist? 
Es hieß, sie hätten mit Berufsanfängern bisher gute Erfahrungen gemacht und dass sie wegen dem vielseitigen Lebenslauf sehr interessiert an mir seien. Mich wundert dies, da meine Noten in beiden Examina nur (im oberen) ausreichend sind.

Ich frage mich halt, ob ich als Noob und dann auch alleiniger (!) Jurist in der Rechtsabteilung bei den verschiedenen wohl komplexen rechtlichen Fragen und total fremden Rechtsgebieten irgendwas auf die Reihe bekomme.
Ich befürchte einfach, dass die anfallenden Aufgaben meine Fähigkeiten (2xa) übersteigen. Mich wundert es irgendwie, dass so ein großes Unternehmen, nur EINEN Juristen in der Rechtsabteilung hat. Oder lassen Unternehmen etwa für wichtige und große Verfahren Großkanzleien ran? 

Aufgrund der Noten sind die Chancen genommen zu werden eh gering, aber ich frage hier mal trotzdem nach Erfahrungen/Tipps, um die Situation besser einschätzen zu können.

Sei entspannt. In erster Linie kommt es darauf an, wie du dich praktisch schlägst. Keine wird dich „bepunkten“. Es geht nur darum, dass du den Alltag bewältigst. Sei einfach selbstbewusst. Denke immer nach. Da hilft einfacher Menschenverstand vieeeeel. Dann musst du nur alles in juristische Sprache transferieren. Aber auf die Lösungen zu kommen, brauchst du nicht 2xsehrgut zu haben. Ausserdem wird bei solchen Unternehmen viel ausgelagert. Dann musst du halt Kontakt mit den Kanzleien halten usw. 

Also, nicht davon ausgehen, wie viele Punkte du hast oder warum die du sie hast. Du musst dich schlicht praktisch steigern. Also lernen. Dazu wird die Arbeit beim Unternehmen viel beitragen können.

2x sehr gut hat auch kein Jurist
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Gast
Unregistered
 
#19
10.03.2021, 18:07
Kleine Unternehmen nehmen gerne schlechter benotete, weil sie für die Stelle keinen wollen, der nach einem Jahr Richter oder in der GK ist und sich wegen seinen Noten noch überall ausprobieren kann.
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Gast
Unregistered
 
#20
10.03.2021, 18:22
(10.03.2021, 18:07)Gast schrieb:  Kleine Unternehmen nehmen gerne schlechter benotete, weil sie für die Stelle keinen wollen, der nach einem Jahr Richter oder in der GK ist und sich wegen seinen Noten noch überall ausprobieren kann.

eher weil sie wenig zahlen wollen und keinen wollen der klüger ist als sie selbst
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