31.12.2020, 18:14
Hab selbst noch keine große Erfahrung, aber: was an GL und Konsorten immer kritisiert wird, ist ja das konservative. Scheint mir gar nicht immer nur schlecht zu sein. Immer Anzug tragen und Siezkultur sind nicht so toll, aber einen großen Teil der Arbeit auf Deutsch zu machen, finde ich durchaus auch gut. Zudem ist das konservative in diesen Sinne wohl auch einfach weniger kapitalistisch. Das "lockere" bedeutet weniger "das war schon immer so, das haben wir so gelernt" - das können aber auch gute Dinge sein.
Zudem dürften mehr deutsche Mandanten auch einfach von den Zeiten her angenehmer sein. Die Amerikaner sind halt "nachts" wach und wollen dann bertreut werden. Insgesamt ist es mir auch irgendwie sympathischer, von Entscheidungsträgern ein Büro weiter final abhängig zu sein, als von einem Partner hier, der wiederum nur ein kleines Licht in der Gesamtkanzlei ist, während die Bosse irgendwo in NY oder London sitzen.
Zudem dürften mehr deutsche Mandanten auch einfach von den Zeiten her angenehmer sein. Die Amerikaner sind halt "nachts" wach und wollen dann bertreut werden. Insgesamt ist es mir auch irgendwie sympathischer, von Entscheidungsträgern ein Büro weiter final abhängig zu sein, als von einem Partner hier, der wiederum nur ein kleines Licht in der Gesamtkanzlei ist, während die Bosse irgendwo in NY oder London sitzen.
31.12.2020, 18:17
mal so nebenbei: Ich hab bei FBD und GL in FFM gearbeitet und fand die Arbeitsweise und Typen doch sehr ähnlich. Bei GL wurde der Partner eben mit "Sie" angeprochen. Fand das als kleiner WisMit auch irgendwie angenehmer.
31.12.2020, 18:33
(31.12.2020, 17:53)Gast schrieb:(31.12.2020, 17:11)Gast schrieb: Von dem "Zwang", abends (oder gar nachmittags) nicht als erstes gehen zu können, wird hier oft berichtet. Was passiert in solchen Kanzleien, wenn ich einfach trotzdem morgens ganz früh komme, fleißig meine Arbeit mache und dann der erste bin, der in den Feierabend geht. Jeweils deutlich früher als die Kollegen. Immer vorausgesetzt, ich schaffe meine Arbeit.
Meckt da jemand? Gucken die anderen einen grimmig an? Keine Chance auf Partnerschaft? Mobbing?
Sieht der Arbeitsalltag denn so aus, dass man morgens allein gar nicht sinnvoll arbeiten kann, wenn die anderen noch nicht da sind? Sind die Aufgaben so teamarbeit-lastig oder kommen sie immer morgens frisch rein und müssen abends raus, sodass freie Einteilung nicht möglich ist?
Oder wollen die einfach, dass immer alle gleichzeitig da sind, damit man mal eben anklopfen und irgendwas fragen kann?
Wenn um 19 Uhr ne Anfrage des Mandanten rein kommt, interessiert es absolut niemanden, ob du schon seit 12 h da bist.
Deswegen funktioniert das meist nicht.
Ist es im allgemeinen so, dass Anfragen "sofort" beantwortet werden sollen? Eilen die beim Mandanten so sehr (bzw. bildet der Mandant sich das ein)? Was sind das zB für Anfragen?
01.01.2021, 00:43
(31.12.2020, 18:14)Gast schrieb: Hab selbst noch keine große Erfahrung, aber: was an GL und Konsorten immer kritisiert wird, ist ja das konservative. Scheint mir gar nicht immer nur schlecht zu sein. Immer Anzug tragen und Siezkultur sind nicht so toll, aber einen großen Teil der Arbeit auf Deutsch zu machen, finde ich durchaus auch gut. Zudem ist das konservative in diesen Sinne wohl auch einfach weniger kapitalistisch. Das "lockere" bedeutet weniger "das war schon immer so, das haben wir so gelernt" - das können aber auch gute Dinge sein.
Zudem dürften mehr deutsche Mandanten auch einfach von den Zeiten her angenehmer sein. Die Amerikaner sind halt "nachts" wach und wollen dann bertreut werden. Insgesamt ist es mir auch irgendwie sympathischer, von Entscheidungsträgern ein Büro weiter final abhängig zu sein, als von einem Partner hier, der wiederum nur ein kleines Licht in der Gesamtkanzlei ist, während die Bosse irgendwo in NY oder London sitzen.
Ich hätte lieber einen Engländer als Chef als einen Deutschen.
01.01.2021, 02:03
(01.01.2021, 00:43)Gast schrieb:(31.12.2020, 18:14)Gast schrieb: Hab selbst noch keine große Erfahrung, aber: was an GL und Konsorten immer kritisiert wird, ist ja das konservative. Scheint mir gar nicht immer nur schlecht zu sein. Immer Anzug tragen und Siezkultur sind nicht so toll, aber einen großen Teil der Arbeit auf Deutsch zu machen, finde ich durchaus auch gut. Zudem ist das konservative in diesen Sinne wohl auch einfach weniger kapitalistisch. Das "lockere" bedeutet weniger "das war schon immer so, das haben wir so gelernt" - das können aber auch gute Dinge sein.
Zudem dürften mehr deutsche Mandanten auch einfach von den Zeiten her angenehmer sein. Die Amerikaner sind halt "nachts" wach und wollen dann bertreut werden. Insgesamt ist es mir auch irgendwie sympathischer, von Entscheidungsträgern ein Büro weiter final abhängig zu sein, als von einem Partner hier, der wiederum nur ein kleines Licht in der Gesamtkanzlei ist, während die Bosse irgendwo in NY oder London sitzen.
Ich hätte lieber einen Engländer als Chef als einen Deutschen.
Ich hätte lieber einen Deutschen in England als Chef
01.01.2021, 02:41
Ich wär lieber der Chef aller Chefs
01.01.2021, 04:51
Hätte gerne einen Chefkoch ??
01.01.2021, 13:27
(31.12.2020, 18:33)Gast schrieb:(31.12.2020, 17:53)Gast schrieb:(31.12.2020, 17:11)Gast schrieb: Von dem "Zwang", abends (oder gar nachmittags) nicht als erstes gehen zu können, wird hier oft berichtet. Was passiert in solchen Kanzleien, wenn ich einfach trotzdem morgens ganz früh komme, fleißig meine Arbeit mache und dann der erste bin, der in den Feierabend geht. Jeweils deutlich früher als die Kollegen. Immer vorausgesetzt, ich schaffe meine Arbeit.
Meckt da jemand? Gucken die anderen einen grimmig an? Keine Chance auf Partnerschaft? Mobbing?
Sieht der Arbeitsalltag denn so aus, dass man morgens allein gar nicht sinnvoll arbeiten kann, wenn die anderen noch nicht da sind? Sind die Aufgaben so teamarbeit-lastig oder kommen sie immer morgens frisch rein und müssen abends raus, sodass freie Einteilung nicht möglich ist?
Oder wollen die einfach, dass immer alle gleichzeitig da sind, damit man mal eben anklopfen und irgendwas fragen kann?
Wenn um 19 Uhr ne Anfrage des Mandanten rein kommt, interessiert es absolut niemanden, ob du schon seit 12 h da bist.
Deswegen funktioniert das meist nicht.
Ist es im allgemeinen so, dass Anfragen "sofort" beantwortet werden sollen? Eilen die beim Mandanten so sehr (bzw. bildet der Mandant sich das ein)? Was sind das zB für Anfragen?
Kommt auf den Mandanten und die Angelegenheit an. Natürlich hat manches Zeit, aber nicht alles - und nach Meinung des Mandanten ist es fast immer eilig. Und wenn der Partner entscheidet, dass das heute noch gemacht werden muss, kannst du als Associate kaum sagen, dass das doch noch Zeit hat.
Je nach Rechtsgebiet brennt beim Mandanten auch wirklich manchmal die Hütte und selbst wenn es noch bis zum nächsten Morgen Zeit hat, fühlt er sich nicht gut betreut, wenn da abends nichts mehr kommt.
01.01.2021, 13:52
(01.01.2021, 13:27)Gast schrieb:(31.12.2020, 18:33)Gast schrieb:(31.12.2020, 17:53)Gast schrieb:(31.12.2020, 17:11)Gast schrieb: Von dem "Zwang", abends (oder gar nachmittags) nicht als erstes gehen zu können, wird hier oft berichtet. Was passiert in solchen Kanzleien, wenn ich einfach trotzdem morgens ganz früh komme, fleißig meine Arbeit mache und dann der erste bin, der in den Feierabend geht. Jeweils deutlich früher als die Kollegen. Immer vorausgesetzt, ich schaffe meine Arbeit.
Meckt da jemand? Gucken die anderen einen grimmig an? Keine Chance auf Partnerschaft? Mobbing?
Sieht der Arbeitsalltag denn so aus, dass man morgens allein gar nicht sinnvoll arbeiten kann, wenn die anderen noch nicht da sind? Sind die Aufgaben so teamarbeit-lastig oder kommen sie immer morgens frisch rein und müssen abends raus, sodass freie Einteilung nicht möglich ist?
Oder wollen die einfach, dass immer alle gleichzeitig da sind, damit man mal eben anklopfen und irgendwas fragen kann?
Wenn um 19 Uhr ne Anfrage des Mandanten rein kommt, interessiert es absolut niemanden, ob du schon seit 12 h da bist.
Deswegen funktioniert das meist nicht.
Ist es im allgemeinen so, dass Anfragen "sofort" beantwortet werden sollen? Eilen die beim Mandanten so sehr (bzw. bildet der Mandant sich das ein)? Was sind das zB für Anfragen?
Kommt auf den Mandanten und die Angelegenheit an. Natürlich hat manches Zeit, aber nicht alles - und nach Meinung des Mandanten ist es fast immer eilig. Und wenn der Partner entscheidet, dass das heute noch gemacht werden muss, kannst du als Associate kaum sagen, dass das doch noch Zeit hat.
Je nach Rechtsgebiet brennt beim Mandanten auch wirklich manchmal die Hütte und selbst wenn es noch bis zum nächsten Morgen Zeit hat, fühlt er sich nicht gut betreut, wenn da abends nichts mehr kommt.
Eben. Dann geht er nächstes mal woandershin.

