Wer Richter auf Probe bzw. Staatsanwalt werden möchte, sollte sich mit dem Karriere-Dossier über die Einstellungschancen und Bewerbungsvoraussetzungen informieren. Das Karriere-Dossier ist als Print-Buch sowie als E-Book für alle 16 Bundesländer erhältlich:
https://www.juristenkoffer.de/richter/karriere-dossier-richter-staatsanwalt-werden.php
Und zur Vorbereitung auf das alles entscheidende Vorstellungsgespräch sollte man auf die vielen hunderten Erfahrungsberichte anderer Juristen zugreifen, die bereits das Bewerbungsverfahren erfolgreich absolviert haben.
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Und zur Vorbereitung auf das alles entscheidende Vorstellungsgespräch sollte man auf die vielen hunderten Erfahrungsberichte anderer Juristen zugreifen, die bereits das Bewerbungsverfahren erfolgreich absolviert haben.
22.03.2026, 11:35
Das möchte glaube ich keiner sagen. Keiner spricht hier davon dass alle mit sehr guten Noten in der Justiz eigentlich gar nicht hinwollen. Es gibt bestimmt einige, die aus wirklicher Motivation hingehen. Trotzdem wird ja keiner bestreiten, dass wenn der Schnitt auf einmal wieder von 7,5 auf quasi 2 mal zweistellig geht, das mit der wirtschaftlichen Lage zusammenhängt und nicht mit der plötzlichen Motivation für die Justiz.
Ich kenne auch eine Person persönlich, der wurde zusagt für die sta, dann zwei Wochen später hat die GK zugesagt und dann hat er der Justiz direkt wieder abgesagt. Er wollte nie wirklich hin und immer in die Gk, hatte aber trotz top Noten nichts bekommen.
Aber man dreht sich hier im Kreis. Man kann einfach hoffen dass es der Wirtschaft wieder besser geht und damit vermehrt wieder der Beruf gewählt werden kann, den man wirklich ausüben möchte. Und das in beiden Richtungen. Dass die GK Leute wieder in ihre GK und Boutique Kanzleien gehen können und den Leute die wirklich zur Justiz wollen es nicht wegen dem aktuellen BewerberMarkt versagt wird.
Ich kenne auch eine Person persönlich, der wurde zusagt für die sta, dann zwei Wochen später hat die GK zugesagt und dann hat er der Justiz direkt wieder abgesagt. Er wollte nie wirklich hin und immer in die Gk, hatte aber trotz top Noten nichts bekommen.
Aber man dreht sich hier im Kreis. Man kann einfach hoffen dass es der Wirtschaft wieder besser geht und damit vermehrt wieder der Beruf gewählt werden kann, den man wirklich ausüben möchte. Und das in beiden Richtungen. Dass die GK Leute wieder in ihre GK und Boutique Kanzleien gehen können und den Leute die wirklich zur Justiz wollen es nicht wegen dem aktuellen BewerberMarkt versagt wird.
22.03.2026, 15:18
Es klingt immer so "wenn die Pensionierungswelle rollt", dass das auf einem Schlag geschieht. Das halte ich für abwegig. Es werden nur stückweise die Stellen neu besetzt
22.03.2026, 18:50
(22.03.2026, 15:18)Wallendael schrieb: Es klingt immer so "wenn die Pensionierungswelle rollt", dass das auf einem Schlag geschieht. Das halte ich für abwegig. Es werden nur stückweise die Stellen neu besetzt
weniger richter und sta werden mehr arbeiten, so einfach ist das. die verfahren der außenstelle des ag tiergarten sind die bundesweite zukunft.
23.03.2026, 00:19
(22.03.2026, 18:50)kumpelanton schrieb:(22.03.2026, 15:18)Wallendael schrieb: Es klingt immer so "wenn die Pensionierungswelle rollt", dass das auf einem Schlag geschieht. Das halte ich für abwegig. Es werden nur stückweise die Stellen neu besetzt
weniger richter und sta werden mehr arbeiten, so einfach ist das. die verfahren der außenstelle des ag tiergarten sind die bundesweite zukunft.
Bisher deutet nichts darauf hin, in der Justiz werden die Stellen noch vollumfänglich nachbesetzt.
Für den restlichen öD wird es auf weitere Arbeitsverdichtung hinauslaufen, ja. Es werden nicht alle Stellen nachbesetzt, die Differenz soll durch Bürokratieabbau, Digitalisierung, AI und ähnliche Hirngespinste aufgefangen werden.
Bisher sind nur die min. 8% Einsparungen greifbar und geplant, der Ausgleich besteht aus Phrasen, wird sich schon irgendwie irgendwann irgendwer drum kümmern.
23.03.2026, 00:36
(23.03.2026, 00:19)RRalf schrieb:(22.03.2026, 18:50)kumpelanton schrieb:(22.03.2026, 15:18)Wallendael schrieb: Es klingt immer so "wenn die Pensionierungswelle rollt", dass das auf einem Schlag geschieht. Das halte ich für abwegig. Es werden nur stückweise die Stellen neu besetzt
weniger richter und sta werden mehr arbeiten, so einfach ist das. die verfahren der außenstelle des ag tiergarten sind die bundesweite zukunft.
Bisher deutet nichts darauf hin, in der Justiz werden die Stellen noch vollumfänglich nachbesetzt.
Für den restlichen öD wird es auf weitere Arbeitsverdichtung hinauslaufen, ja. Es werden nicht alle Stellen nachbesetzt, die Differenz soll durch Bürokratieabbau, Digitalisierung, AI und ähnliche Hirngespinste aufgefangen werden.
Bisher sind nur die min. 8% Einsparungen greifbar und geplant, der Ausgleich besteht aus Phrasen, wird sich schon irgendwie irgendwann irgendwer drum kümmern.
Probleme zu ignorieren bis es endgültig knallt war schon immer die ganz große Stärke von Deutschland. Die Rente machts vor.
24.03.2026, 10:57
(22.03.2026, 11:13)KissingSpines schrieb:Das wäre sicher zu negativ geurteilt.(22.03.2026, 08:37)Praktiker schrieb: Schön zu lesen, dass das Zutrauen in die baldige Erholung der Wirtschaft so groß ist.
Und bestürzend, dass selbst die motivierten Idealisten im öD mit einem Abgang der Bewerber mit den guten Noten rechnen. Der Staat vermag also auch nicht auf Dauer zum Bleiben überzeugen.
Ich bin als Mittvierziger allerdings auch um einige Erfahrungen reicher, um „den“ Staat nicht als „den“ Arbeitgeber für ein erfülltes Berufsleben anzusehen. Ich habe sowohl in der Verwaltung als auch in der Justiz Menschen getroffen, die dort dauerhaft zufrieden bis glücklich arbeiteten, während andere von unzufrieden bis frustriert waren. Letztere flohen dann in die Abordnung mit anschließender Versetzung oder stellten einen Antrag auf Entlassung. Letzteres ist gar nicht mal so selten.
Dh. will ich hier niemandem die Justiz schlecht reden. Für einige ist und bleibt sie der Lebenstraum.
Ich sehe nur -wiederum aus Erfahrung- die Gefahr, dass man mit Topnoten beim Berufseinstieg faule Kompromisse eingeht, nur um erstmal „rein“ zu kommen. Ich kenne gleich mehrere Beispiele, die an entlegenen AG bzw VG verplant wurden und dort am Ende festhingen, weil niemand mit ihnen tauschen wollte und die Justizverwaltung froh war, für dort qualifiziertes Personal gefunden zu haben.
Diese Kollegen mit Topnoten hätten besser erstmal woanders Berufserfahrung gesammelt und ein paar Jahre später den Weg in die Justiz gewählt, als die Marktlage wieder besser war.
24.03.2026, 14:49
(22.03.2026, 15:18)Wallendael schrieb: Es klingt immer so "wenn die Pensionierungswelle rollt", dass das auf einem Schlag geschieht. Das halte ich für abwegig. Es werden nur stückweise die Stellen neu besetzt
Das könnte zwar die beste Voraussetzung für eine Reform des Staatsdienstes sein, ich habe aber große Zweifel, dass man sinvolle Reformen machen wird. Man könnte sinnlose Strafgesetze abschaffen, die unnötig Ressourcen verschwenden und die Bedingungen bei der Justiz verbessern.
Man merkt jetzt aber beim Staat, dass man - ohne Verbesserung der Konditionen - trotzdem gute Bewerber erhält, da die Kanzleien sehr zurückhaltend sind bei den Einstellungen. Es wird dann einfachso weiter gemacht wie bisher.
26.03.2026, 08:31
(24.03.2026, 10:57)Spencer schrieb:(22.03.2026, 11:13)KissingSpines schrieb:Das wäre sicher zu negativ geurteilt.(22.03.2026, 08:37)Praktiker schrieb: Schön zu lesen, dass das Zutrauen in die baldige Erholung der Wirtschaft so groß ist.
Und bestürzend, dass selbst die motivierten Idealisten im öD mit einem Abgang der Bewerber mit den guten Noten rechnen. Der Staat vermag also auch nicht auf Dauer zum Bleiben überzeugen.
Ich bin als Mittvierziger allerdings auch um einige Erfahrungen reicher, um „den“ Staat nicht als „den“ Arbeitgeber für ein erfülltes Berufsleben anzusehen. Ich habe sowohl in der Verwaltung als auch in der Justiz Menschen getroffen, die dort dauerhaft zufrieden bis glücklich arbeiteten, während andere von unzufrieden bis frustriert waren. Letztere flohen dann in die Abordnung mit anschließender Versetzung oder stellten einen Antrag auf Entlassung. Letzteres ist gar nicht mal so selten.
Dh. will ich hier niemandem die Justiz schlecht reden. Für einige ist und bleibt sie der Lebenstraum.
Ich sehe nur -wiederum aus Erfahrung- die Gefahr, dass man mit Topnoten beim Berufseinstieg faule Kompromisse eingeht, nur um erstmal „rein“ zu kommen. Ich kenne gleich mehrere Beispiele, die an entlegenen AG bzw VG verplant wurden und dort am Ende festhingen, weil niemand mit ihnen tauschen wollte und die Justizverwaltung froh war, für dort qualifiziertes Personal gefunden zu haben.
Diese Kollegen mit Topnoten hätten besser erstmal woanders Berufserfahrung gesammelt und ein paar Jahre später den Weg in die Justiz gewählt, als die Marktlage wieder besser war.
Jetzt kriege ich Angst mit Blick auf "entlegen" und "man kommt nicht mehr weg"... Habe nach ein paar Jahren GK gerade den Absprung in die Justiz geschafft (nachdem ich eigentlich schon im Ref mir der Justiz geliebäugelt hatte). Jetzt bin ich an einem kleineren Amtsgericht, finde es auch toll, aber merke jetzt schon dass die eineinhalb Stunden Pendeln (einfacher Weg) mir zusetzen. Ich dachte aber, jetzt in dieser Wirtschaftslage endlich den Fuß in der Tür zu haben und vielleicht dann einen Antrag auf Versetzung zu stellen irgendwann, geht sich schon aus. Jetzt hoffe ich, dass ich nicht aufs falsche Pferd gesetzt hab.
26.03.2026, 11:35
Sorry, ich wollte hier keinem Angst machen. Meine Erfahrungen beziehen sich nur auf NRW und sind bestimmt auch nicht allgemeingültig!
Ich wollte lediglich auf diesen Aspekt hinweisen. In den Auswahlgesprächen wird den Bewerbern zumindest in NRW erst mal aufgezählt, was alles möglich ist (spannende Abordnung, Versetzung nach ein paar Jahren ans Wunschgericht usw). Ob das später dann auch eintritt, steht auf einem ganz anderen Blatt.
Ich halte das seitens der Verwaltung für unfair und auch sehr kurzfristig gedacht. Denn gute Leute gehen auch wieder, wenn sie sich dauerhaft unfair behandelt fühlen. Da kann ich alleine aus meinem Kollegen- und Bekanntenkreis eine relevante Größenordnung nennen.
Vielleicht macht Hessen es ja besser!
Ich wollte lediglich auf diesen Aspekt hinweisen. In den Auswahlgesprächen wird den Bewerbern zumindest in NRW erst mal aufgezählt, was alles möglich ist (spannende Abordnung, Versetzung nach ein paar Jahren ans Wunschgericht usw). Ob das später dann auch eintritt, steht auf einem ganz anderen Blatt.
Ich halte das seitens der Verwaltung für unfair und auch sehr kurzfristig gedacht. Denn gute Leute gehen auch wieder, wenn sie sich dauerhaft unfair behandelt fühlen. Da kann ich alleine aus meinem Kollegen- und Bekanntenkreis eine relevante Größenordnung nennen.
Vielleicht macht Hessen es ja besser!
28.03.2026, 18:53
Hallo zusammen,
sind hier Leute, die eigene Erfahrungswerte oder aus ihrem Umfeld haben, inwiefern im zweiten Gespräch mit Frau Staatssekretärin noch aussortiert wird? Konkret gefragt: Wisst ihr von Bewerbern, die auf dieser Stufe noch gescheitert sind?
Vielen Dank euch schonmal!
sind hier Leute, die eigene Erfahrungswerte oder aus ihrem Umfeld haben, inwiefern im zweiten Gespräch mit Frau Staatssekretärin noch aussortiert wird? Konkret gefragt: Wisst ihr von Bewerbern, die auf dieser Stufe noch gescheitert sind?
Vielen Dank euch schonmal!


