08.11.2022, 16:59
Hallo zusammen,
weiß hier jemand bei welchen Kanzleien es möglich ist als Wissenschaftlicher Mitarbeiter nach dem ersten Examen ausschließlich im Home Office zu arbeiten?
Offiziell findet man das ja nur bei Hausfeld soweit ich sehe, aber vielleicht hat ja noch jemand einen anderen Tipp
Danke im Voraus für alle Antworten
weiß hier jemand bei welchen Kanzleien es möglich ist als Wissenschaftlicher Mitarbeiter nach dem ersten Examen ausschließlich im Home Office zu arbeiten?
Offiziell findet man das ja nur bei Hausfeld soweit ich sehe, aber vielleicht hat ja noch jemand einen anderen Tipp
Danke im Voraus für alle Antworten
09.11.2022, 07:51
Warum sollte man das wollen und welchen Mehrwert bringt man damit der Kanzlei. Du kannst nach der Uni für die Praxis eigentlich nichts und musst entsprechend erstmal eingearbeitet werden. Das geht Remote kaum sinnvoll. Daneben kann man über das Internet nicht Networken. Du lernt also nix und hast auch keinen Karriere-Mehrgewinn. Und die Kanzlei kann dich nicht sinnvoll einarbeiten und dich damit nur schwer gewinnbringend einsetzen. Daher macht das kaum einer
09.11.2022, 09:04
(09.11.2022, 07:51)Jura10089472 schrieb: Warum sollte man das wollen und welchen Mehrwert bringt man damit der Kanzlei. Du kannst nach der Uni für die Praxis eigentlich nichts und musst entsprechend erstmal eingearbeitet werden. Das geht Remote kaum sinnvoll. Daneben kann man über das Internet nicht Networken. Du lernt also nix und hast auch keinen Karriere-Mehrgewinn. Und die Kanzlei kann dich nicht sinnvoll einarbeiten und dich damit nur schwer gewinnbringend einsetzen. Daher macht das kaum einer
Steile These. Nenne bitte eine einarbeitungsbezogene Aktivität, die remote nicht möglich ist. Bzgl. Netzwerken hast du sicher recht, aber viele Leute gehen halt auch einfach arbeiten, um Geld zu verdienen (verrückter Gedanke, ich weiß).
09.11.2022, 13:41
(09.11.2022, 09:04)Advocado schrieb:(09.11.2022, 07:51)Jura10089472 schrieb: Warum sollte man das wollen und welchen Mehrwert bringt man damit der Kanzlei. Du kannst nach der Uni für die Praxis eigentlich nichts und musst entsprechend erstmal eingearbeitet werden. Das geht Remote kaum sinnvoll. Daneben kann man über das Internet nicht Networken. Du lernt also nix und hast auch keinen Karriere-Mehrgewinn. Und die Kanzlei kann dich nicht sinnvoll einarbeiten und dich damit nur schwer gewinnbringend einsetzen. Daher macht das kaum einer
Steile These. Nenne bitte eine einarbeitungsbezogene Aktivität, die remote nicht möglich ist. Bzgl. Netzwerken hast du sicher recht, aber viele Leute gehen halt auch einfach arbeiten, um Geld zu verdienen (verrückter Gedanke, ich weiß).
Allein die Tatsache, dass man nicht schnell rüber gehen kann, um zu Fragen zu stellen, führt dazu, dass man benachteiligt wird.
Klar, man kann anrufen. Die Hemmschwelle den/ die Mentor:in 20 mal am Tag anzurufen ist allerdings deutlich höher, als kurz persönlich zu reden.
WiMis/Refs, die vorschlagen ein Gros der Zeit im HO zu verbringen, laden wir nicht ein, weil es ihnen zu 99% darum geht, die Kanzlei auszubeuten, indem sie 5 Tage/Woche in Jogginghose und Unterhemd mit Ketchupflecken im Bett rumhängen werden und dabei „arbeiten“.
Die fehlende Ausbildung führt dann dazu, dass man jedes Arbeitsprodukt selbst neu generieren muss und somit die Stunden des WiMis/Refs abgeschrieben werden müssen.
Und bevor der große Aufschrei irgendwelcher pauschalisierenden Menschen kommt: Bei uns (Tier 1 US-Kanzlei) werden die WiMis nahezu immer beim Mandaten in Rechnung gestellt (300-500€).
09.11.2022, 17:24
(09.11.2022, 13:41)JuraisLife schrieb:(09.11.2022, 09:04)Advocado schrieb:(09.11.2022, 07:51)Jura10089472 schrieb: Warum sollte man das wollen und welchen Mehrwert bringt man damit der Kanzlei. Du kannst nach der Uni für die Praxis eigentlich nichts und musst entsprechend erstmal eingearbeitet werden. Das geht Remote kaum sinnvoll. Daneben kann man über das Internet nicht Networken. Du lernt also nix und hast auch keinen Karriere-Mehrgewinn. Und die Kanzlei kann dich nicht sinnvoll einarbeiten und dich damit nur schwer gewinnbringend einsetzen. Daher macht das kaum einer
Steile These. Nenne bitte eine einarbeitungsbezogene Aktivität, die remote nicht möglich ist. Bzgl. Netzwerken hast du sicher recht, aber viele Leute gehen halt auch einfach arbeiten, um Geld zu verdienen (verrückter Gedanke, ich weiß).
Allein die Tatsache, dass man nicht schnell rüber gehen kann, um zu Fragen zu stellen, führt dazu, dass man benachteiligt wird.
Klar, man kann anrufen. Die Hemmschwelle den/ die Mentor:in 20 mal am Tag anzurufen ist allerdings deutlich höher, als kurz persönlich zu reden.
WiMis/Refs, die vorschlagen ein Gros der Zeit im HO zu verbringen, laden wir nicht ein, weil es ihnen zu 99% darum geht, die Kanzlei auszubeuten, indem sie 5 Tage/Woche in Jogginghose und Unterhemd mit Ketchupflecken im Bett rumhängen werden und dabei „arbeiten“.
Die fehlende Ausbildung führt dann dazu, dass man jedes Arbeitsprodukt selbst neu generieren muss und somit die Stunden des WiMis/Refs abgeschrieben werden müssen.
Und bevor der große Aufschrei irgendwelcher pauschalisierenden Menschen kommt: Bei uns (Tier 1 US-Kanzlei) werden die WiMis nahezu immer beim Mandaten in Rechnung gestellt (300-500€).
Exakt so
09.11.2022, 19:21
Bei uns gibt es einen WiMi (US T1), der 95% im Home Office arbeitet. Das stellt überhaupt kein Problem dar. Ich verstehe diesen "da kann man nichts fragen" Einwand nicht. Erstens habe ich keine Zeit jede Kleinigkeit zu beantworten. Eigenverantwortung wird bei uns groß geschrieben, die Nachfrage ist letztes Mittel wenn Eigenrecherche nicht genügt.
Zweitens greift der "im HO" hängt man nur faul herum Einwand nicht. Wird die Arbeit nicht oder unzureichend gemacht, fällt das auf. Ohnehin rennt bei uns niemand in die Räume der Refs/WiMis und verrichtet Kontrollen, ob da auch brav Material gesichtet oder am Essay geschrieben wird.
Zweitens greift der "im HO" hängt man nur faul herum Einwand nicht. Wird die Arbeit nicht oder unzureichend gemacht, fällt das auf. Ohnehin rennt bei uns niemand in die Räume der Refs/WiMis und verrichtet Kontrollen, ob da auch brav Material gesichtet oder am Essay geschrieben wird.
09.11.2022, 19:30
Eben. Ist halt die typische Boomerargumentation hier: Im Homeoffice wird nur gechillt und nur im Büro kann man vernünftig arbeiten?
10.11.2022, 10:02
Danke für die ausführliche Diskussion um Sinn und Unsinn des HO, die nicht ganz das war, was ich hier erreichen wollte, aber wohl unvermeidbar.
Zur Erklärung: Ich werde zum Jahreswechsel für eine Zeit ins Ausland gehen. Daher ist logischerweise kein Erscheinen im Büro möglich. Dennoch möchte ich auch dort nicht den ganzen Tag im Bett verbringen.
Mir ist klar, dass ein reiner HO WiMi für die Kanzlei weniger attraktiv wäre. Daher wäre ich auch zu entsprechenden Gehaltsabstrichen selbstverständlich bereit.
Vielleicht hat hier doch noch jemand einen konkreten Kanzleinamen für mich?
Zur Erklärung: Ich werde zum Jahreswechsel für eine Zeit ins Ausland gehen. Daher ist logischerweise kein Erscheinen im Büro möglich. Dennoch möchte ich auch dort nicht den ganzen Tag im Bett verbringen.
Mir ist klar, dass ein reiner HO WiMi für die Kanzlei weniger attraktiv wäre. Daher wäre ich auch zu entsprechenden Gehaltsabstrichen selbstverständlich bereit.
Vielleicht hat hier doch noch jemand einen konkreten Kanzleinamen für mich?
10.11.2022, 10:02
Danke für die ausführliche Diskussion um Sinn und Unsinn des HO, die nicht ganz das war, was ich hier erreichen wollte, aber wohl unvermeidbar.
Zur Erklärung: Ich werde zum Jahreswechsel für eine Zeit ins Ausland gehen. Daher ist logischerweise kein Erscheinen im Büro möglich. Dennoch möchte ich auch dort nicht den ganzen Tag im Bett verbringen.
Mir ist klar, dass ein reiner HO WiMi für die Kanzlei weniger attraktiv wäre. Daher wäre ich auch zu entsprechenden Gehaltsabstrichen selbstverständlich bereit.
Vielleicht hat hier doch noch jemand einen konkreten Kanzleinamen für mich?
Zur Erklärung: Ich werde zum Jahreswechsel für eine Zeit ins Ausland gehen. Daher ist logischerweise kein Erscheinen im Büro möglich. Dennoch möchte ich auch dort nicht den ganzen Tag im Bett verbringen.
Mir ist klar, dass ein reiner HO WiMi für die Kanzlei weniger attraktiv wäre. Daher wäre ich auch zu entsprechenden Gehaltsabstrichen selbstverständlich bereit.
Vielleicht hat hier doch noch jemand einen konkreten Kanzleinamen für mich?
10.11.2022, 10:26
(10.11.2022, 10:02)WiMiBW schrieb: Danke für die ausführliche Diskussion um Sinn und Unsinn des HO, die nicht ganz das war, was ich hier erreichen wollte, aber wohl unvermeidbar.
Zur Erklärung: Ich werde zum Jahreswechsel für eine Zeit ins Ausland gehen. Daher ist logischerweise kein Erscheinen im Büro möglich. Dennoch möchte ich auch dort nicht den ganzen Tag im Bett verbringen.
Mir ist klar, dass ein reiner HO WiMi für die Kanzlei weniger attraktiv wäre. Daher wäre ich auch zu entsprechenden Gehaltsabstrichen selbstverständlich bereit.
Vielleicht hat hier doch noch jemand einen konkreten Kanzleinamen für mich?
Wenn Du nicht aus Deutschland, sondern aus dem Ausland aus dem HO für eine Kanzlei tätig sein möchtest, solltest Du das unbedingt mit angeben. Gründe sind in diesem Forum schon mehrfach genannt worden und das machen auch nicht alle mit.
Aus persönlicher Erfahrung vermute ich, dass die meisten GKen HO auch WiMis generell gestatten, aber wenige 100% und die Meisten möchten auch, dass man zumindest für die Anfangszeit erscheint. Die Gründe dafür muss man nicht gut finden oder nachvollziehen können, aber das Argument ist i.d.R. das Netzwerken und Einarbeiten. GKen stellen WiMis etc. grundsätzlich auch als Recruitingmaßnahme ein und nicht nur, damit "billig" unliebsame Arbeit weggeschafft wird - man geht daher auch davon aus, dass die WiMis netzwerken WOLLEN (was nun mal weitaus einfacher vor Ort ist), weil man ja immerhin einen Einstieg in die Kanzlei sucht. Wer den Eindruck erweckt, er wolle eigentlich nur mal kurz Geld verdienen, wäre bei den GKen, in denen ich war oder zu tun hatte, zumindest nicht genommen worden.



