02.05.2022, 10:10
Ich mache dieses Thema mal auf, weil ich hier im Forum unfassbar viel Stuß zur Arbeitsbelastung in GKs lese.
Ich bin ein "alter Hase" und habe inzwischen 8 Jahre als RA in einer GK auf dem Buckel.
Wie viel arbeitet man dort? Die Antwort ist: 50-60 Stunden im Schnitt. Genau, wie es übrigens in der Azur behauptet wird.
Und nicht mehr!
Und: 50-60 h ist sau viel. Denn es geht um den Schnitt!
Beispiel: Mo, Di, Mi sind üble Tage, je 13-14 Stunden. Mi Abend bist du bei 40 h. Du bist fertig, ausgepumpt. Am Do gehen gerade so 6 billables (dafür häng ich 10 vor dem Rechner) und "Zack" ist die geile Performance der ersten 3 Tage im Eimer. Freitag nochmal 8 Stunden, macht 54 am Ende der Woche.
Anderes Beispiel: Du hältst 2 Wochen auf diesem krassen 13/14 h Level durch. Kein Spaß, du bist ein halber Zombie nach der Zeit. Dann knallt irgend ein Infekt rein, drei Tage Bettruhe zum recovern dringend nötig. Heisst: 3 x 0 Stunden (aber dennoch Emails aus dem Bett schreiben vom Handy...).
Was ich damit veranschaulichen will:
1. Ich glaub die Stories von den 60-80 h im Schnitt (!) nicht, die ich manchmal hier lese. Das schafft auf Dauer keiner den ich kenne (und ich kenne nach 8 Jahren viele), denn der Körper haut dich aus diesem Trip regelmässig raus.
2. 50-60 ist nicht "human", sondern übel viel. Unterschätzt das nicht. Macht das mal über > 3 Jahre am Stück und ihr merkt es.
Zuletzt: Wie kommt man darauf klar? Durch Gewöhnung. Das erste Jahr in der GK war ich immer komplett ausgepumpt, dann wurde es besser. Ich würde selbstvewusst behaupten, dass jemand wie ich nach 8 Jahren die Arbeit von drei 1rst-year-Associates erledigt. In Anbetracht dessen sind Anfänger über- und erfahrene Leute unterbezahlt. Das vielleicht mal zur "Gehälter-Rally". Am überbezahltesten sind Refs und WissMits - der einzige Grund, warum man die will, ist späteres Recruitment als RA. Wirklich brauchen kann man die nicht - bis ich es einem erklärt und redigiert hab, kann ich es auch selber machen und dann ist es besser. Liegt in der Natur der Sache, die Arbeit ist einfach zu anspruchsvoll. Hab ich selbst natürlich als Ref damals ganzbanders gesehen, da dachte ich, ich arbeite ja krass wertschöpfend mit hier...
Ich bin ein "alter Hase" und habe inzwischen 8 Jahre als RA in einer GK auf dem Buckel.
Wie viel arbeitet man dort? Die Antwort ist: 50-60 Stunden im Schnitt. Genau, wie es übrigens in der Azur behauptet wird.
Und nicht mehr!
Und: 50-60 h ist sau viel. Denn es geht um den Schnitt!
Beispiel: Mo, Di, Mi sind üble Tage, je 13-14 Stunden. Mi Abend bist du bei 40 h. Du bist fertig, ausgepumpt. Am Do gehen gerade so 6 billables (dafür häng ich 10 vor dem Rechner) und "Zack" ist die geile Performance der ersten 3 Tage im Eimer. Freitag nochmal 8 Stunden, macht 54 am Ende der Woche.
Anderes Beispiel: Du hältst 2 Wochen auf diesem krassen 13/14 h Level durch. Kein Spaß, du bist ein halber Zombie nach der Zeit. Dann knallt irgend ein Infekt rein, drei Tage Bettruhe zum recovern dringend nötig. Heisst: 3 x 0 Stunden (aber dennoch Emails aus dem Bett schreiben vom Handy...).
Was ich damit veranschaulichen will:
1. Ich glaub die Stories von den 60-80 h im Schnitt (!) nicht, die ich manchmal hier lese. Das schafft auf Dauer keiner den ich kenne (und ich kenne nach 8 Jahren viele), denn der Körper haut dich aus diesem Trip regelmässig raus.
2. 50-60 ist nicht "human", sondern übel viel. Unterschätzt das nicht. Macht das mal über > 3 Jahre am Stück und ihr merkt es.
Zuletzt: Wie kommt man darauf klar? Durch Gewöhnung. Das erste Jahr in der GK war ich immer komplett ausgepumpt, dann wurde es besser. Ich würde selbstvewusst behaupten, dass jemand wie ich nach 8 Jahren die Arbeit von drei 1rst-year-Associates erledigt. In Anbetracht dessen sind Anfänger über- und erfahrene Leute unterbezahlt. Das vielleicht mal zur "Gehälter-Rally". Am überbezahltesten sind Refs und WissMits - der einzige Grund, warum man die will, ist späteres Recruitment als RA. Wirklich brauchen kann man die nicht - bis ich es einem erklärt und redigiert hab, kann ich es auch selber machen und dann ist es besser. Liegt in der Natur der Sache, die Arbeit ist einfach zu anspruchsvoll. Hab ich selbst natürlich als Ref damals ganzbanders gesehen, da dachte ich, ich arbeite ja krass wertschöpfend mit hier...
02.05.2022, 10:25
(02.05.2022, 10:10)Alter_Hase schrieb: Ich mache dieses Thema mal auf, weil ich hier im Forum unfassbar viel Stuß zur Arbeitsbelastung in GKs lese.
Ich bin ein "alter Hase" und habe inzwischen 8 Jahre als RA in einer GK auf dem Buckel.
Wie viel arbeitet man dort? Die Antwort ist: 50-60 Stunden im Schnitt. Genau, wie es übrigens in der Azur behauptet wird.
Und nicht mehr!
Und: 50-60 h ist sau viel. Denn es geht um den Schnitt!
Beispiel: Mo, Di, Mi sind üble Tage, je 13-14 Stunden. Mi Abend bist du bei 40 h. Du bist fertig, ausgepumpt. Am Do gehen gerade so 6 billables (dafür häng ich 10 vor dem Rechner) und "Zack" ist die geile Performance der ersten 3 Tage im Eimer. Freitag nochmal 8 Stunden, macht 54 am Ende der Woche.
Anderes Beispiel: Du hältst 2 Wochen auf diesem krassen 13/14 h Level durch. Kein Spaß, du bist ein halber Zombie nach der Zeit. Dann knallt irgend ein Infekt rein, drei Tage Bettruhe zum recovern dringend nötig. Heisst: 3 x 0 Stunden (aber dennoch Emails aus dem Bett schreiben vom Handy...).
Was ich damit veranschaulichen will:
1. Ich glaub die Stories von den 60-80 h im Schnitt (!) nicht, die ich manchmal hier lese. Das schafft auf Dauer keiner den ich kenne (und ich kenne nach 8 Jahren viele), denn der Körper haut dich aus diesem Trip regelmässig raus.
2. 50-60 ist nicht "human", sondern übel viel. Unterschätzt das nicht. Macht das mal über > 3 Jahre am Stück und ihr merkt es.
Zuletzt: Wie kommt man darauf klar? Durch Gewöhnung. Das erste Jahr in der GK war ich immer komplett ausgepumpt, dann wurde es besser. Ich würde selbstvewusst behaupten, dass jemand wie ich nach 8 Jahren die Arbeit von drei 1rst-year-Associates erledigt. In Anbetracht dessen sind Anfänger über- und erfahrene Leute unterbezahlt. Das vielleicht mal zur "Gehälter-Rally". Am überbezahltesten sind Refs und WissMits - der einzige Grund, warum man die will, ist späteres Recruitment als RA. Wirklich brauchen kann man die nicht - bis ich es einem erklärt und redigiert hab, kann ich es auch selber machen und dann ist es besser. Liegt in der Natur der Sache, die Arbeit ist einfach zu anspruchsvoll. Hab ich selbst natürlich als Ref damals ganzbanders gesehen, da dachte ich, ich arbeite ja krass wertschöpfend mit hier...
Danke für deine Einblicke.
Ich bin erst frisch im Referendariat, finde derartige Diskussionen und Einblicke immer interessant.
02.05.2022, 10:33
(02.05.2022, 10:10)Alter_Hase schrieb: Und: 50-60 h ist sau viel. Denn es geht um den Schnitt!
Beispiel: Mo, Di, Mi sind üble Tage, je 13-14 Stunden. Mi Abend bist du bei 40 h. Du bist fertig, ausgepumpt. Am Do gehen gerade so 6 billables (dafür häng ich 10 vor dem Rechner) und "Zack" ist die geile Performance der ersten 3 Tage im Eimer. Freitag nochmal 8 Stunden, macht 54 am Ende der Woche.
Öhm... es geht um die Wochenarbeitszeit, nicht um die billables. Das kann ja auch je nach Praxisgruppe stark auseinander gehen.
Ansonsten Zustimmung, dass die meiste Zeit in der GK kein Zuckerschlecken ist.
02.05.2022, 10:35
(02.05.2022, 10:33)Gast schrieb:(02.05.2022, 10:10)Alter_Hase schrieb: Und: 50-60 h ist sau viel. Denn es geht um den Schnitt!
Beispiel: Mo, Di, Mi sind üble Tage, je 13-14 Stunden. Mi Abend bist du bei 40 h. Du bist fertig, ausgepumpt. Am Do gehen gerade so 6 billables (dafür häng ich 10 vor dem Rechner) und "Zack" ist die geile Performance der ersten 3 Tage im Eimer. Freitag nochmal 8 Stunden, macht 54 am Ende der Woche.
Öhm... es geht um die Wochenarbeitszeit, nicht um die billables. Das kann ja auch je nach Praxisgruppe stark auseinander gehen.
Ansonsten Zustimmung, dass die meiste Zeit in der GK kein Zuckerschlecken ist.
Ich glaube er oder sie meint auch die Wochenarbeitszeit, 14 billables am Tag wird wohl kaum jemand produzieren.
Der Satz mit den 6 billables ist da etwas verwirrend.
02.05.2022, 10:41
Danke für den offenen Einblick.
Wirklich erhellend war das jetzt aber auch nicht. Dass 50-60 Stunden gearbeitet wird ist klar und wer von mehr ausgeht bzw das als human ansieht, hat eh noch nie eine GK von innen gesehen.
Ist doch logisch, dass man für so eine Tätigkeit viel Geld bieten muss. Mit richtiger Anwaltstätigkeit hat das ja eher weniger zu tun in der meisten Zeit
Wirklich erhellend war das jetzt aber auch nicht. Dass 50-60 Stunden gearbeitet wird ist klar und wer von mehr ausgeht bzw das als human ansieht, hat eh noch nie eine GK von innen gesehen.
Ist doch logisch, dass man für so eine Tätigkeit viel Geld bieten muss. Mit richtiger Anwaltstätigkeit hat das ja eher weniger zu tun in der meisten Zeit
02.05.2022, 10:42
Meine nicht Jura Freunde lachen mich immer aus, wenn ich von GK Gehältern und Arbeitszeit erzähle. 8 bis 20 Uhr nennen sie nur „omg das sind ja zwei Vollzeitjobs“
02.05.2022, 10:50
(02.05.2022, 10:42)guga schrieb: Meine nicht Jura Freunde lachen mich immer aus, wenn ich von GK Gehältern und Arbeitszeit erzähle. 8 bis 20 Uhr nennen sie nur „omg das sind ja zwei Vollzeitjobs“
Verständlich, aber ich glaube Juristen sind eine der wenigen Berufsgruppen, die derart viel Leidenschaft für ihr Fach und ihren Beruf haben (jedenfalls die, die es länger in der GK aushalten), dass die Arbeitszeiten dadurch gar nicht so extrem sind, wie für andere Berufsgruppen. Dazu ist die Arbeit als solche nicht sehr anstrengend, geht halt nur spät in den Abend hinein.
Jemand, der aus Verlegenheit BWL studiert hat und dann halt dorthin hingeht, wo es am meisten Geld gibt (gibt es unter GK-Anwälten auch, aber durch die hohen Notenanforderungen eher seltener), wird kaum die Leidenschaft und den Ehrgeiz für Finance/Controlling/UB haben, um sich 12+ Stunden am Tag BWL um die Ohren zu hauen.
Jura ist da einfach so sein eigenes Ding, das kann man kaum vergleichen.
02.05.2022, 12:05
(02.05.2022, 10:10)Alter_Hase schrieb: Ich mache dieses Thema mal auf, weil ich hier im Forum unfassbar viel Stuß zur Arbeitsbelastung in GKs lese.
Ich bin ein "alter Hase" und habe inzwischen 8 Jahre als RA in einer GK auf dem Buckel.
Wie viel arbeitet man dort? Die Antwort ist: 50-60 Stunden im Schnitt. Genau, wie es übrigens in der Azur behauptet wird.
Und nicht mehr!
Und: 50-60 h ist sau viel. Denn es geht um den Schnitt!
Beispiel: Mo, Di, Mi sind üble Tage, je 13-14 Stunden. Mi Abend bist du bei 40 h. Du bist fertig, ausgepumpt. Am Do gehen gerade so 6 billables (dafür häng ich 10 vor dem Rechner) und "Zack" ist die geile Performance der ersten 3 Tage im Eimer. Freitag nochmal 8 Stunden, macht 54 am Ende der Woche.
Anderes Beispiel: Du hältst 2 Wochen auf diesem krassen 13/14 h Level durch. Kein Spaß, du bist ein halber Zombie nach der Zeit. Dann knallt irgend ein Infekt rein, drei Tage Bettruhe zum recovern dringend nötig. Heisst: 3 x 0 Stunden (aber dennoch Emails aus dem Bett schreiben vom Handy...).
Was ich damit veranschaulichen will:
1. Ich glaub die Stories von den 60-80 h im Schnitt (!) nicht, die ich manchmal hier lese. Das schafft auf Dauer keiner den ich kenne (und ich kenne nach 8 Jahren viele), denn der Körper haut dich aus diesem Trip regelmässig raus.
2. 50-60 ist nicht "human", sondern übel viel. Unterschätzt das nicht. Macht das mal über > 3 Jahre am Stück und ihr merkt es.
Zuletzt: Wie kommt man darauf klar? Durch Gewöhnung. Das erste Jahr in der GK war ich immer komplett ausgepumpt, dann wurde es besser. Ich würde selbstvewusst behaupten, dass jemand wie ich nach 8 Jahren die Arbeit von drei 1rst-year-Associates erledigt. In Anbetracht dessen sind Anfänger über- und erfahrene Leute unterbezahlt. Das vielleicht mal zur "Gehälter-Rally". Am überbezahltesten sind Refs und WissMits - der einzige Grund, warum man die will, ist späteres Recruitment als RA. Wirklich brauchen kann man die nicht - bis ich es einem erklärt und redigiert hab, kann ich es auch selber machen und dann ist es besser. Liegt in der Natur der Sache, die Arbeit ist einfach zu anspruchsvoll. Hab ich selbst natürlich als Ref damals ganzbanders gesehen, da dachte ich, ich arbeite ja krass wertschöpfend mit hier...
Den Schnitt bestreitet auch keiner, oder? Kommt als "Regelzeit". Aber gerade du als alter Hase solltest natürlich wissen, dass es gerade im Dealkontext durchaus abends (& nachts) länger werden kann. Dafür hat man aber auch mal ne Flaute, die den Schnitt wieder runterzieht.
Wie das der Körper macht, ist teilweise individuell, aber natürlich eine hohe Belastung. Dauerhaft macht dies ja auch eigentlich niemand.
Grauzone (darauf zielst du wahrscheinlich ab) sind die Stories über US Kanzleien bei denen die Leute angeblich soviel mehr arbeiten (70/80h die Woche). Grauzone, weil ich dazu keinen Einblick habe (deutsche GK).
Da lasse ich anderen den Vortritt.
02.05.2022, 14:06
(02.05.2022, 10:10)Alter_Hase schrieb: Ich mache dieses Thema mal auf, weil ich hier im Forum unfassbar viel Stuß zur Arbeitsbelastung in GKs lese.
Ich bin ein "alter Hase" und habe inzwischen 8 Jahre als RA in einer GK auf dem Buckel.
Wie viel arbeitet man dort? Die Antwort ist: 50-60 Stunden im Schnitt. Genau, wie es übrigens in der Azur behauptet wird.
Und nicht mehr!
Und: 50-60 h ist sau viel. Denn es geht um den Schnitt!
Beispiel: Mo, Di, Mi sind üble Tage, je 13-14 Stunden. Mi Abend bist du bei 40 h. Du bist fertig, ausgepumpt. Am Do gehen gerade so 6 billables (dafür häng ich 10 vor dem Rechner) und "Zack" ist die geile Performance der ersten 3 Tage im Eimer. Freitag nochmal 8 Stunden, macht 54 am Ende der Woche.
Anderes Beispiel: Du hältst 2 Wochen auf diesem krassen 13/14 h Level durch. Kein Spaß, du bist ein halber Zombie nach der Zeit. Dann knallt irgend ein Infekt rein, drei Tage Bettruhe zum recovern dringend nötig. Heisst: 3 x 0 Stunden (aber dennoch Emails aus dem Bett schreiben vom Handy...).
Was ich damit veranschaulichen will:
1. Ich glaub die Stories von den 60-80 h im Schnitt (!) nicht, die ich manchmal hier lese. Das schafft auf Dauer keiner den ich kenne (und ich kenne nach 8 Jahren viele), denn der Körper haut dich aus diesem Trip regelmässig raus.
2. 50-60 ist nicht "human", sondern übel viel. Unterschätzt das nicht. Macht das mal über > 3 Jahre am Stück und ihr merkt es.
Zuletzt: Wie kommt man darauf klar? Durch Gewöhnung. Das erste Jahr in der GK war ich immer komplett ausgepumpt, dann wurde es besser. Ich würde selbstvewusst behaupten, dass jemand wie ich nach 8 Jahren die Arbeit von drei 1rst-year-Associates erledigt. In Anbetracht dessen sind Anfänger über- und erfahrene Leute unterbezahlt. Das vielleicht mal zur "Gehälter-Rally". Am überbezahltesten sind Refs und WissMits - der einzige Grund, warum man die will, ist späteres Recruitment als RA. Wirklich brauchen kann man die nicht - bis ich es einem erklärt und redigiert hab, kann ich es auch selber machen und dann ist es besser. Liegt in der Natur der Sache, die Arbeit ist einfach zu anspruchsvoll. Hab ich selbst natürlich als Ref damals ganzbanders gesehen, da dachte ich, ich arbeite ja krass wertschöpfend mit hier...
Du vergisst, dass in manch einer (US -) Kanzlei, der Samstag + der halbe Sonntag faktisch reguläre Arbeitstage sind.
60-80 h im Schnitt kommen da schon hin.
Hab‘s selbst 1 Jahr lang bei so einem Sweatshop ausgehalten und bin dann zu einer deutschen GK ins Arbeitsrecht gewechselt.
02.05.2022, 15:51
(02.05.2022, 14:06)Gast schrieb:(02.05.2022, 10:10)Alter_Hase schrieb: Ich mache dieses Thema mal auf, weil ich hier im Forum unfassbar viel Stuß zur Arbeitsbelastung in GKs lese.
Ich bin ein "alter Hase" und habe inzwischen 8 Jahre als RA in einer GK auf dem Buckel.
Wie viel arbeitet man dort? Die Antwort ist: 50-60 Stunden im Schnitt. Genau, wie es übrigens in der Azur behauptet wird.
Und nicht mehr!
Und: 50-60 h ist sau viel. Denn es geht um den Schnitt!
Beispiel: Mo, Di, Mi sind üble Tage, je 13-14 Stunden. Mi Abend bist du bei 40 h. Du bist fertig, ausgepumpt. Am Do gehen gerade so 6 billables (dafür häng ich 10 vor dem Rechner) und "Zack" ist die geile Performance der ersten 3 Tage im Eimer. Freitag nochmal 8 Stunden, macht 54 am Ende der Woche.
Anderes Beispiel: Du hältst 2 Wochen auf diesem krassen 13/14 h Level durch. Kein Spaß, du bist ein halber Zombie nach der Zeit. Dann knallt irgend ein Infekt rein, drei Tage Bettruhe zum recovern dringend nötig. Heisst: 3 x 0 Stunden (aber dennoch Emails aus dem Bett schreiben vom Handy...).
Was ich damit veranschaulichen will:
1. Ich glaub die Stories von den 60-80 h im Schnitt (!) nicht, die ich manchmal hier lese. Das schafft auf Dauer keiner den ich kenne (und ich kenne nach 8 Jahren viele), denn der Körper haut dich aus diesem Trip regelmässig raus.
2. 50-60 ist nicht "human", sondern übel viel. Unterschätzt das nicht. Macht das mal über > 3 Jahre am Stück und ihr merkt es.
Zuletzt: Wie kommt man darauf klar? Durch Gewöhnung. Das erste Jahr in der GK war ich immer komplett ausgepumpt, dann wurde es besser. Ich würde selbstvewusst behaupten, dass jemand wie ich nach 8 Jahren die Arbeit von drei 1rst-year-Associates erledigt. In Anbetracht dessen sind Anfänger über- und erfahrene Leute unterbezahlt. Das vielleicht mal zur "Gehälter-Rally". Am überbezahltesten sind Refs und WissMits - der einzige Grund, warum man die will, ist späteres Recruitment als RA. Wirklich brauchen kann man die nicht - bis ich es einem erklärt und redigiert hab, kann ich es auch selber machen und dann ist es besser. Liegt in der Natur der Sache, die Arbeit ist einfach zu anspruchsvoll. Hab ich selbst natürlich als Ref damals ganzbanders gesehen, da dachte ich, ich arbeite ja krass wertschöpfend mit hier...
Du vergisst, dass in manch einer (US -) Kanzlei, der Samstag + der halbe Sonntag faktisch reguläre Arbeitstage sind.
60-80 h im Schnitt kommen da schon hin.
Hab‘s selbst 1 Jahr lang bei so einem Sweatshop ausgehalten und bin dann zu einer deutschen GK ins Arbeitsrecht gewechselt.
Ist das wirklich so? Also die rechnen in ihre Planung und die Billable Vorgaben bewusst Samstag und Teile des Sonntags mit ein? Ist ja geisteskrank










