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  5. Mit 30 nebenberuflich Jura an der FernUni Hagen – realistischer Weg bis zum 2. Staats
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Mit 30 nebenberuflich Jura an der FernUni Hagen – realistischer Weg bis zum 2. Staats
rerumpublicarum
Junior Member
**
Beiträge: 13
Themen: 7
Registriert seit: Dec 2023
#1
Gestern, 19:01
Hallo zusammen,

ich trage den Gedanken, Rechtswissenschaften zu studieren, schon seit mehreren Jahren mit mir herum und würde mich über eine möglichst ehrliche Einschätzung von Jurastudierenden, Absolventinnen und Absolventen sowie Referendarinnen und Referendaren freuen.

Kurz zu meinem Hintergrund:
Ich bin mittlerweile 30 Jahre alt und habe ein duales Studium für den gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst abgeschlossen. Danach war ich auf einem A10-Dienstposten in einer Landesbehörde tätig. Aktuell stehe ich kurz vor dem Abschluss eines berufsbegleitenden Masters im Bereich Verwaltungswissenschaften, voraussichtlich mit einer Abschlussnote von etwa 1,3.

Spätestens seit Beginn meines Verwaltungsstudiums vor rund sechs Jahren interessiere ich mich besonders für rechtliche Fragestellungen. Im Studium und im Beruf hatte ich bereits Berührungspunkte mit verschiedenen Bereichen des öffentlichen Rechts, unter anderem mit allgemeinem und besonderem Verwaltungsrecht, Kommunalrecht, Vergaberecht, Gefahrenabwehrrecht, VwVfG und VwGO sowie mit Haushalts- und Europarecht. Im Zivilrecht bringe ich zumindest Grundlagenkenntnisse im BGB mit. Mir ist allerdings bewusst, dass dieses Vorwissen ein vollwertiges Jurastudium weder ersetzt noch dessen Anforderungen abbildet.

Bisher habe ich den Gedanken immer wieder zurückgestellt. Einerseits wollte ich zunächst meinen Master abschließen, andererseits hielt ich insbesondere die Examensvorbereitung neben einem anspruchsvollen Vollzeitberuf lange für kaum leistbar. Gleichzeitig stoße ich immer wieder auf einzelne Personen, die genau diesen Weg erfolgreich gegangen sind.

Konkret interessiere ich mich für ein Studium der Rechtswissenschaften an der FernUniversität in Hagen. Das Studium wäre für mich ausschließlich nebenberuflich möglich. Ich würde deshalb von vornherein nicht versuchen, es in Regelstudienzeit durchzuziehen, sondern mit etwa 12 bis 15 Semestern bis zum ersten Staatsexamen rechnen – möglicherweise auch länger.

Sollte alles funktionieren, wäre ich beim zweiten Staatsexamen wahrscheinlich etwa 39 oder 40 Jahre alt. Während des Referendariats könnte ich mich voraussichtlich von meinem Dienstherrn beurlauben beziehungsweise freistellen lassen. Ich bin verheiratet, habe derzeit aber keine Kinder.

Mich interessieren vor allem eure Einschätzungen zu folgenden Fragen:

Ist ein Jurastudium mit dem Ziel des ersten Staatsexamens neben einem anspruchsvollen Vollzeitjob aus eurer Sicht realistisch, wenn man die Studiendauer bewusst streckt?

Wie viele Wochenstunden müsste man während des regulären Studiums dauerhaft ungefähr einplanen?

Lässt sich insbesondere die Examensvorbereitung ernsthaft nebenberuflich bewältigen? Oder kommt irgendwann zwangsläufig der Punkt, an dem man die Arbeitszeit deutlich reduzieren oder sich vollständig freistellen lassen müsste?

Sind 12 bis 15 Semester bis zum ersten Examen realistisch, oder sollte ich eher mit einem noch längeren Zeitraum rechnen?

Hat jemand hier das Jurastudium an der FernUni Hagen neben einer Vollzeittätigkeit absolviert und kann von seinen Erfahrungen berichten?

Wie würdet ihr den Einstieg mit 30 und einen möglichen Abschluss des zweiten Staatsexamens mit etwa 39 oder 40 Jahren bewerten – gerade auch mit Blick auf spätere berufliche Möglichkeiten?

Würdet ihr empfehlen, zunächst einfach mit einigen Modulen zu beginnen und dann zu prüfen, ob sich das Studium dauerhaft mit Beruf und Privatleben vereinbaren lässt? Oder sollte man ein solches Vorhaben nur beginnen, wenn man sich von Anfang an verbindlich auf beide Staatsexamina festlegt?

Mir geht es nicht um einen möglichst schnellen Berufswechsel und auch nicht um ein Studium „aus Lust und Laune“. Das Interesse besteht seit Jahren und kommt immer wieder auf. Gleichzeitig möchte ich den zeitlichen Aufwand und insbesondere die Belastung der Examensvorbereitung nicht romantisieren.
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JurMUC
Member
***
Beiträge: 131
Themen: 1
Registriert seit: May 2022
#2
Vor 8 Stunden
(Gestern, 19:01)rerumpublicarum schrieb:  Hallo zusammen,

ich trage den Gedanken, Rechtswissenschaften zu studieren, schon seit mehreren Jahren mit mir herum und würde mich über eine möglichst ehrliche Einschätzung von Jurastudierenden, Absolventinnen und Absolventen sowie Referendarinnen und Referendaren freuen.

Kurz zu meinem Hintergrund:
Ich bin mittlerweile 30 Jahre alt und habe ein duales Studium für den gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst abgeschlossen. Danach war ich auf einem A10-Dienstposten in einer Landesbehörde tätig. Aktuell stehe ich kurz vor dem Abschluss eines berufsbegleitenden Masters im Bereich Verwaltungswissenschaften, voraussichtlich mit einer Abschlussnote von etwa 1,3.

Spätestens seit Beginn meines Verwaltungsstudiums vor rund sechs Jahren interessiere ich mich besonders für rechtliche Fragestellungen. Im Studium und im Beruf hatte ich bereits Berührungspunkte mit verschiedenen Bereichen des öffentlichen Rechts, unter anderem mit allgemeinem und besonderem Verwaltungsrecht, Kommunalrecht, Vergaberecht, Gefahrenabwehrrecht, VwVfG und VwGO sowie mit Haushalts- und Europarecht. Im Zivilrecht bringe ich zumindest Grundlagenkenntnisse im BGB mit. Mir ist allerdings bewusst, dass dieses Vorwissen ein vollwertiges Jurastudium weder ersetzt noch dessen Anforderungen abbildet.

Bisher habe ich den Gedanken immer wieder zurückgestellt. Einerseits wollte ich zunächst meinen Master abschließen, andererseits hielt ich insbesondere die Examensvorbereitung neben einem anspruchsvollen Vollzeitberuf lange für kaum leistbar. Gleichzeitig stoße ich immer wieder auf einzelne Personen, die genau diesen Weg erfolgreich gegangen sind.

Konkret interessiere ich mich für ein Studium der Rechtswissenschaften an der FernUniversität in Hagen. Das Studium wäre für mich ausschließlich nebenberuflich möglich. Ich würde deshalb von vornherein nicht versuchen, es in Regelstudienzeit durchzuziehen, sondern mit etwa 12 bis 15 Semestern bis zum ersten Staatsexamen rechnen – möglicherweise auch länger.

Sollte alles funktionieren, wäre ich beim zweiten Staatsexamen wahrscheinlich etwa 39 oder 40 Jahre alt. Während des Referendariats könnte ich mich voraussichtlich von meinem Dienstherrn beurlauben beziehungsweise freistellen lassen. Ich bin verheiratet, habe derzeit aber keine Kinder.

Mich interessieren vor allem eure Einschätzungen zu folgenden Fragen:

Ist ein Jurastudium mit dem Ziel des ersten Staatsexamens neben einem anspruchsvollen Vollzeitjob aus eurer Sicht realistisch, wenn man die Studiendauer bewusst streckt?

Wie viele Wochenstunden müsste man während des regulären Studiums dauerhaft ungefähr einplanen?

Lässt sich insbesondere die Examensvorbereitung ernsthaft nebenberuflich bewältigen? Oder kommt irgendwann zwangsläufig der Punkt, an dem man die Arbeitszeit deutlich reduzieren oder sich vollständig freistellen lassen müsste?

Sind 12 bis 15 Semester bis zum ersten Examen realistisch, oder sollte ich eher mit einem noch längeren Zeitraum rechnen?

Hat jemand hier das Jurastudium an der FernUni Hagen neben einer Vollzeittätigkeit absolviert und kann von seinen Erfahrungen berichten?

Wie würdet ihr den Einstieg mit 30 und einen möglichen Abschluss des zweiten Staatsexamens mit etwa 39 oder 40 Jahren bewerten – gerade auch mit Blick auf spätere berufliche Möglichkeiten?

Würdet ihr empfehlen, zunächst einfach mit einigen Modulen zu beginnen und dann zu prüfen, ob sich das Studium dauerhaft mit Beruf und Privatleben vereinbaren lässt? Oder sollte man ein solches Vorhaben nur beginnen, wenn man sich von Anfang an verbindlich auf beide Staatsexamina festlegt?

Mir geht es nicht um einen möglichst schnellen Berufswechsel und auch nicht um ein Studium „aus Lust und Laune“. Das Interesse besteht seit Jahren und kommt immer wieder auf. Gleichzeitig möchte ich den zeitlichen Aufwand und insbesondere die Belastung der Examensvorbereitung nicht romantisieren.

Erst einmal Glückwunsch zu den bereits erzielten Abschlüssen! Mit deinem nebenberuflichen Master hast Du ja schon erste Erfahrung, wie sich Vollzeitjob und Studium vertragen. Wie lange dauerte die Phase und wie erging es Dir dabei?

Zu Deinen konkreten Fragen: 

Ist ein Jurastudium mit dem Ziel des ersten Staatsexamens neben einem anspruchsvollen Vollzeitjob aus eurer Sicht realistisch, wenn man die Studiendauer bewusst streckt?

Ich sehe das bewusste Strecken eher kritisch. Wirklich über 6 bis 7 Jahre nebenberuflich dranzubleiben halte ich für unrealistisch. Evtl. kommen Kinder dazwischen, Beförderungen oder andere Herausforderungen. Ich würde zügiger planen, v.a. da Du im Ö-Recht Vorerfahrung hast. 

Wie viele Wochenstunden müsste man während des regulären Studiums dauerhaft ungefähr einplanen?

In dieser Pauschalität schwer zu sagen und hängt sehr von der Phase des Studiums und Deinem Lerntyp ab. In meiner Erfahrung sind vor allem der Einstieg und dann die Examensvorbereitung zeitintensiv, das "Hauptstudium" ist eigentlich recht entspannt. Liegt natürlich daran, dass man normalerweise einige Semester Vollzeit Zeit hat. Arg viel mehr als zwei Tage habe aber auch ich in dieser Zeit nicht investiert (netto, also abzüglich aller Kaffeepausen, Mittagspausen, Extracurriculars...).

Eine Idee für Dich wäre aus meiner Sicht: Ein Jahr Sabbatical nehmen für den Einstieg (sofern in deinem BL möglich), um richtig zu starten, Gutachtenstil zu lernen etc. Dann nebenberuflich die ganzen Kurse abschließen, die Du für die Examenszulassung brauchst. Für die Examensvorbereitung dann nochmal ein Jahr freistellen lassen. So sollte es realistisch möglich sein und keine 6 bis 8 Jahre dauern. 

Lässt sich insbesondere die Examensvorbereitung ernsthaft nebenberuflich bewältigen? Oder kommt irgendwann zwangsläufig der Punkt, an dem man die Arbeitszeit deutlich reduzieren oder sich vollständig freistellen lassen müsste?

Examensvorbereitung geht nur mit (fast) völligem Fokus. Ein Jahr Freistellung muss sein, reicht m.E. aber. 

Sind 12 bis 15 Semester bis zum ersten Examen realistisch, oder sollte ich eher mit einem noch längeren Zeitraum rechnen?

Auf keinen Fall noch länger planen. 

Hat jemand hier das Jurastudium an der FernUni Hagen neben einer Vollzeittätigkeit absolviert und kann von seinen Erfahrungen berichten?

-

Wie würdet ihr den Einstieg mit 30 und einen möglichen Abschluss des zweiten Staatsexamens mit etwa 39 oder 40 Jahren bewerten – gerade auch mit Blick auf spätere berufliche Möglichkeiten?

Kein Problem, hatte einige Kommilitonen, die erst mit um die 30 angefangen haben. Sind dann aber auch nicht erst mit 39/40 gestartet, sondern eher mit Mitte/Ende dreißig (vier/fünf Jahre Studium, zwei Jahre Ref)

Würdet ihr empfehlen, zunächst einfach mit einigen Modulen zu beginnen und dann zu prüfen, ob sich das Studium dauerhaft mit Beruf und Privatleben vereinbaren lässt? Oder sollte man ein solches Vorhaben nur beginnen, wenn man sich von Anfang an verbindlich auf beide Staatsexamina festlegt?

Vorab testen würde ich auf jeden Fall. Vorlesungen und vor allem AGs/Tutorien sind teilweise erschreckend anders, als man sie sich vorab vorgestellt hat. Das geht aber gerade an einer Uni wie Hagen sehr gut.
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Bananensibel
Junior Member
**
Beiträge: 2
Themen: 1
Registriert seit: Mar 2025
#3
Vor 6 Stunden
Hey, 
ich habe auch erst mit Anfang 30 mit dem Jurastudium an einer regulären Uni in NRW begonnen und nebenberuflich das erste Staatsexamen absolviert. Ich habe mich nicht freistellen lassen, sondern die Prüfungen in meinem Jahresurlaub/ Überstundenfrei gemacht. Zu der Zeit konnte man in NRW aber auch noch abschichten, d.h. ich hatte die staatliche Prüfung nicht in einem Block.
Man muss schon sehr diszipliniert sein und große Abstriche in anderen Lebensbereichen machen, aber wenn man Lust darauf hat, sollte man es auf jeden Fall versuchen, denke ich. Du hast ja nichts wirklich wichtiges zu verlieren. 
Ich habe auf dem Arbeitsmarkt ausschließlich positive Erfahrungen damit gemacht, auch wenn ich relativ alt war als Berufseinsteigerin.
Da ich noch Kinder bekommen habe, werde ich jetzt (wenn alles gut läuft) erst mit Anfang 40 das zweite Staatsexamen haben.
Ich glaube, dass es fast immer die richtige Entscheidung ist, das auszuprobieren, wofür man sich interessiert. Dann ist es viel leichter, sich zu motivieren und dran zu bleiben.
Und: Sicherlich nicht für alle, aber doch für viele Arbeitgeber dürfte das auch ein Plus sein. Auf jeden Fall beweist du Belastbarkeit und Leistungsbereitschaft.
Und auch mit 40 hat man ja noch ein paar Jahre bis zur Rente, sodass es sich auf jeden Fall lohnt. Und wenn nicht finanziell - etwa weil es doch nicht klappt -, dann aber jedenfalls persönlich.
Also meine Meinung, wenn das Bauchgefühl stimmt: Go for it :)
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Praktiker
Posting Freak
*****
Beiträge: 2.288
Themen: 0
Registriert seit: Apr 2021
#4
Vor 30 Minuten
Die Frage ist immer: wofür? Wenn es dich interessiert und Du wirklich juristisch arbeiten willst auf Stellen, die es eben nur für Juristen gibt, dann mach es.

Andernfalls kommst Du schon im gD mit sehr viel weniger Aufwand auf A13 und mit Aufwand und Glück zum Aufstieg in den hD. Sollte es vorrangig darum gehen, würde ich vom Studium abraten.
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