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Unzuverlässiger Ausbilder
lexx7
Junior Member
**
Beiträge: 10
Themen: 6
Registriert seit: Apr 2025
#1
14.08.2026, 04:00
Hallo zusammen,

leider habe ich meine Anwaltsstation bei einem extrem unzuverlässigen Anwalt absolviert. Im Bewerbungsgespräch wirkte noch alles gut, während der Ausbildung hat sich das leider geändert.
Mein „Abschlussgespräch“ hat nicht einmal fünf Minuten gedauert. Mir wurde direkt gesagt, dass er nicht viel Zeit habe. Ich habe zwar eine Note bekommen, mit der ich grundsätzlich zufrieden bin, allerdings keine Punktzahl. Als ich darauf hingewiesen habe, wurde er unangenehm defensiv und meinte, er könne sich noch nicht festlegen, da er sich erst alle meine Bearbeitungen anschauen müsse.
Das ist mittlerweile mehrere Monate her. Meine Anwaltsstation ist Ende Juli offiziell beendet worden und ich habe bis heute weder eine abschließende Punktzahl noch ein Zeugnis erhalten. Ich habe mehrfach per E-Mail und telefonisch nachgefragt, aber nie eine persönliche Rückmeldung bekommen. Telefonisch ging immer nur ein Mitarbeiter ran und notierte sich den Rückruf, passiert ist danach nichts.
Ich habe meine Stammdienststelle vor ein paar Monaten darüber informiert. Dort wurde mir gesagt, dass er noch bis zum Ende der Station Zeit habe und man sich darum kümmern werde, dass das Zeugnis kommt. Das hatte mich zunächst beruhigt. Nun ist diese Frist aber verstrichen und ich werde wieder nervös.

Ich habe mich eigentlich dazu entschlossen, die Sache der Stammdienststelle zu überlassen. Gleichzeitig habe ich Angst, dass er sich am Ende vielleicht nicht an die ursprünglich genannte Note hält. Im schlimmsten Fall könnte ich wohl Widerspruch gegen das Zeugnis einlegen.

Wie würdet ihr jetzt vorgehen? Ihm noch einmal schreiben, anrufen oder persönlich vorbeigehen? Oder einfach abwarten, bis die Stammdienststelle sich darum kümmert?
Mich belastet die Situation mittlerweile ziemlich. Allein der Gedanke, ihn noch einmal kontaktieren zu müssen, stresst mich, weil es inzwischen so wirkt, als hätte er überhaupt keine Lust darauf.
Ich war übrigens sein erster Referendar.
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Philosophenchiller
Junior Member
**
Beiträge: 42
Themen: 3
Registriert seit: Jan 2025
#2
14.08.2026, 11:26
Ich kann dir auf jeden Fall sagen, dass du dir viel zu viele Gedanken darüber machst und das emotional viel zu sehr an dich ranlässt. Dein Beispiel zeigt doch anschaulich, welchen Wert die Stationszeugnisse haben - bei manchen haben sie Aussagekraft, bei manchen keinen.

Ich hatte z.B. einen Ausbilder, der mir im "Abschlussgespräch" - das Zeugnis lag mir fertig vor - mitteilte, welche inhaltlichen Fehler ich in der letzten Ausarbeitung gemacht hätte. Ich habe ihn korrigiert, die Rechtsprechung handhabt die Streitfrage uneinheitlich. Was macht er? Verschränkt die Arme, lehnt sich zurück und zeigt die übliche emotionale kindische Reaktion, die er jedesmal gezeigt hat, wenn man etwas anders gesehen hat als er. War auch der erste Referendar dort. Ferner hat er wiederholt im Gerichtsaal gezeigt, dass er sich zu schnell seine Meinung bildet und dass die Anwälte darüber mehr als erstaunt waren. Und der schreibt jetzt in mein Zeugnis, ob ich geeignet bin, Richter zu werden? Lächerlich!

Das klingt jetzt blöd, aber es ist völlig unökonomisch und wird dich nur runterziehen, darauf so viele Gedanken zu verschwenden. Allein schon dass du dir jetzt schon Gedanken machst über eine mögliche Anfechtung; darüber, dass er sich nicht an die Vereinbarung hält usw. zeigt, dass dich das emotional viel zu sehr mitnimmt.

Fokussier dich auf den Prüfungsstoff und die Note; Überlass den Rest dem Amt.

Desto länger du ein Wasserglas hälst, desto schwerer wird es. Vergiss nicht, dass du es jederzeit abstellen kannst.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 14.08.2026, 11:31 von Philosophenchiller.)
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Egal_
Posting Freak
*****
Beiträge: 1.526
Themen: 1
Registriert seit: Feb 2022
#3
14.08.2026, 11:49
Was heißt denn, du hast eine Note bekommen, aber keine Punktzahl?

Steht dort in Worten eine Note drin, also "gut", "vb" oder "b"? Das sollte eigentlich ausreichen, auch wenn eine konkrete Punktzahl schöner wäre. 

Für spätere Bewerbungen haben Stationszeugnisse allenfalls zum Berufseinstieg eine Relevanz und wenn im Stationszeugnis nur "vollbefriedigend" steht hast du damit trotzdem keinen Nachteil.
Schlimmer ist es, wenn man im späteren Berufsleben irgendwo ein schlechtes Zeugnis bekommt, denn manche Arbeitgeber interessiert das Zeugnis, andere nicht. Das Stationszeugnis aber ist nicht besonders wichtig. Viel entscheidender sind da deine Examensnoten. Also auch wenn die Station unschön gelaufen ist, mache dir keine Sorgen, dass du deswegen berufliche Nachteile hättest.
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