04.07.2026, 15:46
Hallo zusammen,
am liebsten würde ich einer sinnstiftenden Tätigkeit nachgehen. Ich brenne für das Arbeitsrecht aber würde viel lieber Arbeitnehmer als Arbeitgeber vertreten.
Ich hätte z.B. große Freude daran, im Büro mit betroffenen Arbeitnehmern persönlich zu reden und dann gerichtlich für sie einzustehen usw. Auch kollektiv-arbeitsrechtliche Fälle, bei denen man Gewerkschaften/Betriebsräte als Mandanten hat stelle ich mir sehr spannend und erfüllend vor.
Leider habe ich online über die Arbeit als Jurist beim DGB Rechtsschutz eher gemischtes gefunden. Da ist von schlechter Teamstimmung und vielen unbezahlten Überstunden die Rede. Irgendwie kann ich das aber nicht ganz glauben, bei einem Arbeitgeber, dem es eigentlich zu 100% um Arbeitnehmerrechte geht. Aber vielleicht bin ich auch zu naiv.
Daher würde ich mich sehr über Erfahrungsberichte von juristen beim DGB Rechtsschutz freuen:
- Was sind euere typischen Arbeitsinhalte (individual vs. kollektiv; wie oft vor Gericht; wie oft persönlicher Mandantenkontakt in Präsenz)
- Wie sind die Arbeitszeiten (37h Woche eingehalten oder extrem viel Überstunden; Gleitzeit?; typsicher Arbeitsbeginn und Feierabend)
- Urlaub (wirklich 41 Tage Urlaub möglich durch Arbeitszeitverringerung? Wird das gelebt?)
- Gehalt (insbesondere auch Gehaltsentwicklung)
- Arbeitsatmosphäre
- Mobiles Arbeiten (Wie viel Home-Office möglich; Workation möglich?)
Jeder Erfahrungsbericht würde mir mega weiterhelfen!
am liebsten würde ich einer sinnstiftenden Tätigkeit nachgehen. Ich brenne für das Arbeitsrecht aber würde viel lieber Arbeitnehmer als Arbeitgeber vertreten.
Ich hätte z.B. große Freude daran, im Büro mit betroffenen Arbeitnehmern persönlich zu reden und dann gerichtlich für sie einzustehen usw. Auch kollektiv-arbeitsrechtliche Fälle, bei denen man Gewerkschaften/Betriebsräte als Mandanten hat stelle ich mir sehr spannend und erfüllend vor.
Leider habe ich online über die Arbeit als Jurist beim DGB Rechtsschutz eher gemischtes gefunden. Da ist von schlechter Teamstimmung und vielen unbezahlten Überstunden die Rede. Irgendwie kann ich das aber nicht ganz glauben, bei einem Arbeitgeber, dem es eigentlich zu 100% um Arbeitnehmerrechte geht. Aber vielleicht bin ich auch zu naiv.
Daher würde ich mich sehr über Erfahrungsberichte von juristen beim DGB Rechtsschutz freuen:
- Was sind euere typischen Arbeitsinhalte (individual vs. kollektiv; wie oft vor Gericht; wie oft persönlicher Mandantenkontakt in Präsenz)
- Wie sind die Arbeitszeiten (37h Woche eingehalten oder extrem viel Überstunden; Gleitzeit?; typsicher Arbeitsbeginn und Feierabend)
- Urlaub (wirklich 41 Tage Urlaub möglich durch Arbeitszeitverringerung? Wird das gelebt?)
- Gehalt (insbesondere auch Gehaltsentwicklung)
- Arbeitsatmosphäre
- Mobiles Arbeiten (Wie viel Home-Office möglich; Workation möglich?)
Jeder Erfahrungsbericht würde mir mega weiterhelfen!
05.07.2026, 08:44
Wenn die Fragen entscheidend sind für dich, bist du beim DGB schon mal an der richtigen Adresse.
05.07.2026, 11:10
(05.07.2026, 08:44)Sesselpupser schrieb: Wenn die Fragen entscheidend sind für dich, bist du beim DGB schon mal an der richtigen Adresse.
Sehe ich auch so.
@TE: ich habe damals als Arbeitsrechtlerin auf Arbeitnehmerseite begonnen und kann schon mal bestätigen, dass du genau richtig bist, wenn du Dinge wie in deinen ersten Sätzen erwähnt, machen möchtest. Wir haben für Arbeitnehmer und für eine Gewerkschaft gearbeitet, deswegen habe ich keine speziellen Insights, aber ich denke, dass der Job genau zu dir passen würde. Bewertungen kann man nur eingeschränkt heranziehen. Ich weiß von unserem Unternehmen, in dem ich inzwischen bin (kein ArbR mehr), dass alle Mitarbeiter direkt nach der Einstellung gebeten werden, eine Bewertung bei Kununu zu verfassen. Dementsprechend sind 99% unserer Bewertungen positiv, denn sie sind noch von der guten Laune der Mitarbeiter nach Einstellung geprägt. In Unternehmen, in denen der Arbeitgeber nicht für eine Bewertung wirbt, wird es anders sein, denn in der Regel macht man sich nur dann die Mühe, eine Bewertung zu verfassen, wenn man entweder etwas sehr gut oder sehr schlecht findet. Deswegen gibt es bei diesen Unternehmen wahrscheinlich deutlich mehr schlechte Bewertungen als bei uns.
Probiere es deswegen aus. Zu verlieren hast du nichts :-)
05.07.2026, 22:18
habe gut 2 Jahre als RA eng mit einzelnenn GEW und dem DGB Rechtschutz zusammengearbeitet. Daher kann ich nur über das berichten, was ich da so mitbekommen habe.
Der Kontakt zu AN geringer als gedacht, da viele Verfahren über die Einzelgewerkschaften hereinkommen. Der direkte Kontakt war dann häufig erst vor dem Gütetermin. Kollektivrecht hat zumindest bei uns der DGB Rechtschutz nicht betreut. Das lief dann zu Kanzleien mit denen die GEW zusammengearbeitet haben.
Nach meiner Wahrnehmung war der DGB Rechtschutz eher eine Art Massenabfertigung. Ich würde dir eher zu einer Kanzlei raten, die eng mit den GEW zusammenarbeitet und nur Mitarbeitende oder Betriebs-/Personalräte vertritt. Da hast du sicher andere vertragliche Rahmenbedingungen, aber fachlich herausfordernder und auch für einen evtl. späteren Wechsel in die Wirtschaft oder andere Kanzlei schaffst du dir ein besseres Profil
Der Kontakt zu AN geringer als gedacht, da viele Verfahren über die Einzelgewerkschaften hereinkommen. Der direkte Kontakt war dann häufig erst vor dem Gütetermin. Kollektivrecht hat zumindest bei uns der DGB Rechtschutz nicht betreut. Das lief dann zu Kanzleien mit denen die GEW zusammengearbeitet haben.
Nach meiner Wahrnehmung war der DGB Rechtschutz eher eine Art Massenabfertigung. Ich würde dir eher zu einer Kanzlei raten, die eng mit den GEW zusammenarbeitet und nur Mitarbeitende oder Betriebs-/Personalräte vertritt. Da hast du sicher andere vertragliche Rahmenbedingungen, aber fachlich herausfordernder und auch für einen evtl. späteren Wechsel in die Wirtschaft oder andere Kanzlei schaffst du dir ein besseres Profil
06.07.2026, 11:25
(05.07.2026, 22:18)Freidenkender schrieb: habe gut 2 Jahre als RA eng mit einzelnenn GEW und dem DGB Rechtschutz zusammengearbeitet. Daher kann ich nur über das berichten, was ich da so mitbekommen habe.Ich bin nur auf Arbeitgeberseite tätig und erlebe es auf der Gegenseite ähnlich. DGB-Rechtsschutz wirkt oft wie Massenabfertigung und die Kollegen sind - leider - oft deutlich schlechter auf die Termine vorbereitet als AN-Anwälte aus Kanzleien. Ich denke Deine Wünsche nach individueller Erfüllung kannst Du auch in einer klassischen AN- und BR-Kanzlei finden. Vielleicht sogar besser - dann vertrittst Du eben nicht die Gewerkschaftsmitglieder, sondern normale AN mit Rechtsschutzversicherung.
Der Kontakt zu AN geringer als gedacht, da viele Verfahren über die Einzelgewerkschaften hereinkommen. Der direkte Kontakt war dann häufig erst vor dem Gütetermin. Kollektivrecht hat zumindest bei uns der DGB Rechtschutz nicht betreut. Das lief dann zu Kanzleien mit denen die GEW zusammengearbeitet haben.
Nach meiner Wahrnehmung war der DGB Rechtschutz eher eine Art Massenabfertigung. Ich würde dir eher zu einer Kanzlei raten, die eng mit den GEW zusammenarbeitet und nur Mitarbeitende oder Betriebs-/Personalräte vertritt. Da hast du sicher andere vertragliche Rahmenbedingungen, aber fachlich herausfordernder und auch für einen evtl. späteren Wechsel in die Wirtschaft oder andere Kanzlei schaffst du dir ein besseres Profil
06.07.2026, 12:05
eine Sache habe ich gestern noch vergessen:
beachte, ob der Standort des DGB-Rechtschutzes zu dem du gehen möchtest auch der Standort eines Sozialgerichts ist. Wenn ja, dann wirst du eine Menge Sozialrechtsverfahren von anderen Standorten zugespült bekommen und du darfst da nur die Terminvertretung übernehmen. War damals für die Kollegen des DGB-Rechtschutzes mit denen wir zusammengearbeitet haben ein echtes Belastungsthema
beachte, ob der Standort des DGB-Rechtschutzes zu dem du gehen möchtest auch der Standort eines Sozialgerichts ist. Wenn ja, dann wirst du eine Menge Sozialrechtsverfahren von anderen Standorten zugespült bekommen und du darfst da nur die Terminvertretung übernehmen. War damals für die Kollegen des DGB-Rechtschutzes mit denen wir zusammengearbeitet haben ein echtes Belastungsthema
06.07.2026, 20:47
Vielen Dank euch hilft mir echt weiter
06.07.2026, 21:52
Hab die nur von der anderen Seite aus erlebt und war mir ehrlich gesagt nicht sicher, wessen Interessen die vertreten. Habe daher auch immer empfohlen, sich einen eigenen Anwalt zu nehmen. Wenn du eher für die AN Seite Sympathie hast, kannst du trotzdem ins Unternehmen gehen und dort mitgestalten. Habe auf der AG Seite schon sehr menschenfreundliche Personen erlebt, die wirklich sehr, sehr großzügige Lösungen gefunden haben.
07.07.2026, 15:08
(06.07.2026, 21:52)Gastzugang123 schrieb: Hab die nur von der anderen Seite aus erlebt und war mir ehrlich gesagt nicht sicher, wessen Interessen die vertreten. Habe daher auch immer empfohlen, sich einen eigenen Anwalt zu nehmen. Wenn du eher für die AN Seite Sympathie hast, kannst du trotzdem ins Unternehmen gehen und dort mitgestalten. Habe auf der AG Seite schon sehr menschenfreundliche Personen erlebt, die wirklich sehr, sehr großzügige Lösungen gefunden haben.
Joa, trotzdem vertreten wir auf AG-Seite im Zweifel immer die Meinung des AG. Immer. Deswegen nützt es dem Mitarbeiter nichts, wenn jemand wie ich die meisten Dinge neutral betrachten kann, aber meine Chefin oder der Vorstand die harte Linie fährt - so tatsächlich geschehen während meiner Zeit als Arbeitsrechtlerin. Wer sich vorrangig auf AN-Seite sieht, dem würde ich daher nicht zur AG-Seite raten. Die meisten sprechen sich ja in diesem Thread gegen den DGB-Rechtsschutz aus. Dann solltest du, lieber TE, eine AN-Kanzlei suchen oder eine, die beide Seiten vertritt. Solltest du merken, dass du doch mehr die Interessen der AG-Seite verstehen kannst, kannst du innerhalb der ersten 1-2 Jahre noch ohne Probleme die Seiten wechseln. Danach muss man sich in Vorstellungsgesprächen auf vertiefte Nachfragen einstellen. Ebenfalls gibt es Nachfragen, wenn du bei einer eindeutig "links" orientierten, kämpferisch auftretenden Kanzlei anfängst oder einer Gewerkschaft und später auf die AG-Seite wechseln willst oder eben umgekehrt. Das ArbR ist in der Hinsicht stark politisch gefärbt im Sinne von "entweder oder".
07.07.2026, 15:35
(06.07.2026, 21:52)Gastzugang123 schrieb: Hab die nur von der anderen Seite aus erlebt und war mir ehrlich gesagt nicht sicher, wessen Interessen die vertreten. Habe daher auch immer empfohlen, sich einen eigenen Anwalt zu nehmen. Wenn du eher für die AN Seite Sympathie hast, kannst du trotzdem ins Unternehmen gehen und dort mitgestalten. Habe auf der AG Seite schon sehr menschenfreundliche Personen erlebt, die wirklich sehr, sehr großzügige Lösungen gefunden haben.
Du bist aber angestellt und damit weisungsgebunden, d.h. wenn der AG was durchsetzen will, bist du an dessen Weisungen gebunden. Da bringt dir ein Herz für Arbeitnehmer nichts 😅 Du vertrittst im Zweifel die Interessen des AG










