03.07.2026, 20:04
Ich weiß die Marktlage ist aktuell keine Gute. Mich würde dennoch interessieren, welche Chancen man derzeit bei Großkanzeleien der Reihe Tier 3/Tier 4 hat, ohne ein Prädikat in eines der beiden Examina.
Das erste Examen ist bei mir mit 6,8 Punkten sehr mies gelaufen. Auch im zweiten habe ich mit 8,X Punkten das Prädikat verpasst. Viele Stellenanzeigen fordern nur "überdurchschnittliche Examina". Kann irgendjemand aus dem Nähkästchen plaudern, ob man mit solchen Noten darunter fällt? Und inwiefern helfen da noch meine Zusatzqualis ( Dr+ LL.M)?
Das erste Examen ist bei mir mit 6,8 Punkten sehr mies gelaufen. Auch im zweiten habe ich mit 8,X Punkten das Prädikat verpasst. Viele Stellenanzeigen fordern nur "überdurchschnittliche Examina". Kann irgendjemand aus dem Nähkästchen plaudern, ob man mit solchen Noten darunter fällt? Und inwiefern helfen da noch meine Zusatzqualis ( Dr+ LL.M)?
04.07.2026, 10:15
Der Markt ist zur Zeit sehr schwierig. Auf eine Stelle drängen inzwischen eine Vielzahl von Bewerbern. Gerade bei Großkanzleien hat das dazu geführt, dass die Notengrenze wieder angezogen haben. Obwohl du einen Dr. und einen LLM hast, halte ich die Chancen tendenziell eher für schlecht. Wenn du aber gerne in eine GK willst, würde ich es einfach versuchen. Mit Vorerfahrungen in einem Rechtsgebiet kannst du sicherlich noch einmal zusätzlich etwas ausgleichen.
04.07.2026, 10:28
Stadt, Vorerfahrungen in GK (vermutlich nicht wegen Note im ersten?), Dissertation passend zu irgendeinem GK-Rechtsgebiet, sodass du den roten Faden spannen kannst? Städte wie Hamburg und Berlin kaum machbar denke ich, eher schon Frankfurt, da soll es leichter sein.
Ansonsten gilt: Einfach probieren und Ego ausschalten.
Letztlich gibt es ja meist 2 Gründe, sich nicht einfach zu bewerben: Erstens Zeitaufwand und zweitens Ego schonen.
Oh und du würdest sicherlich über die Masse gehen müssen, mit 3 Bewerbungen und dann warten (und evtl. Absage nach 2 Monaten) tust du dir keinen Gefallen.
Ansonsten gilt: Einfach probieren und Ego ausschalten.
Letztlich gibt es ja meist 2 Gründe, sich nicht einfach zu bewerben: Erstens Zeitaufwand und zweitens Ego schonen.
Oh und du würdest sicherlich über die Masse gehen müssen, mit 3 Bewerbungen und dann warten (und evtl. Absage nach 2 Monaten) tust du dir keinen Gefallen.
04.07.2026, 10:53
(04.07.2026, 10:15)advocatus diaboli schrieb: Der Markt ist zur Zeit sehr schwierig. Auf eine Stelle drängen inzwischen eine Vielzahl von Bewerbern. Gerade bei Großkanzleien hat das dazu geführt, dass die Notengrenze wieder angezogen haben. Obwohl du einen Dr. und einen LLM hast, halte ich die Chancen tendenziell eher für schlecht. Wenn du aber gerne in eine GK willst, würde ich es einfach versuchen. Mit Vorerfahrungen in einem Rechtsgebiet kannst du sicherlich noch einmal zusätzlich etwas ausgleichen.
Ja, ich habe schon einen roten Faden. Also ich interessiere mich fürs Steuerrecht und generell Wirtschaftsrecht. In diesem Bereich hab ich auch promoviert und meinen LL.M. in England gemacht. In solchen Teams würde ich auch gerne arbeiten. Es heißt ja auch oft 2 aus 4 Anforderungen genügen. Mit Dr. + LL.M hätte ich die ja erfüllt. Schaut man da wirklich so stark auf diesen einen Punkt der mir fürs Prädikat im zweiten gefehlt hat? Kann mir das eigentlich kaum vorstellen. Zumal der Großteil der Bewerber ja weder Dr. noch LL.M vorweisen kann. Wenn da allein die Note entscheidet und quasi Selbstläufer wäre, finde ich das jedenfalls sehr schade!
04.07.2026, 10:55
(04.07.2026, 10:28)Philosophenchiller schrieb: Stadt, Vorerfahrungen in GK (vermutlich nicht wegen Note im ersten?), Dissertation passend zu irgendeinem GK-Rechtsgebiet, sodass du den roten Faden spannen kannst? Städte wie Hamburg und Berlin kaum machbar denke ich, eher schon Frankfurt, da soll es leichter sein.Ich wohne in München, wäre aber durchaus bereit nach Frankfurt zu ziehen, da ich dort auch Familie habe. Vorerfahrung in der GK hab ich keine, da ich aufgrund meiner Note im ersten Examen keine Station bekommen habe. Diss passt zum Rechtsgebiet in das ich gehen möchte :)
Ansonsten gilt: Einfach probieren und Ego ausschalten.
Letztlich gibt es ja meist 2 Gründe, sich nicht einfach zu bewerben: Erstens Zeitaufwand und zweitens Ego schonen.
Oh und du würdest sicherlich über die Masse gehen müssen, mit 3 Bewerbungen und dann warten (und evtl. Absage nach 2 Monaten) tust du dir keinen Gefallen.
04.07.2026, 11:17
Wo kommt man mit der Note im ersten Examen an ne Diss?
04.07.2026, 11:20
04.07.2026, 11:26
(04.07.2026, 10:53)BayJur00 schrieb:Also ich arbeite in Düsseldorf in der GK die gemeinhin als Tier 1/2 bezeichnet wird im Gesellschafts und auch Steuerrecht und kann dir (leider) sagen: Ohne doppel VB ist es, soweit ich es als WiMi sehen kann, fast unmöglich hier rein zu kommen, wenn die dich vorher nicht kannten.(04.07.2026, 10:15)advocatus diaboli schrieb: Der Markt ist zur Zeit sehr schwierig. Auf eine Stelle drängen inzwischen eine Vielzahl von Bewerbern. Gerade bei Großkanzleien hat das dazu geführt, dass die Notengrenze wieder angezogen haben. Obwohl du einen Dr. und einen LLM hast, halte ich die Chancen tendenziell eher für schlecht. Wenn du aber gerne in eine GK willst, würde ich es einfach versuchen. Mit Vorerfahrungen in einem Rechtsgebiet kannst du sicherlich noch einmal zusätzlich etwas ausgleichen.
Ja, ich habe schon einen roten Faden. Also ich interessiere mich fürs Steuerrecht und generell Wirtschaftsrecht. In diesem Bereich hab ich auch promoviert und meinen LL.M. in England gemacht. In solchen Teams würde ich auch gerne arbeiten. Es heißt ja auch oft 2 aus 4 Anforderungen genügen. Mit Dr. + LL.M hätte ich die ja erfüllt. Schaut man da wirklich so stark auf diesen einen Punkt der mir fürs Prädikat im zweiten gefehlt hat? Kann mir das eigentlich kaum vorstellen. Zumal der Großteil der Bewerber ja weder Dr. noch LL.M vorweisen kann. Wenn da allein die Note entscheidet und quasi Selbstläufer wäre, finde ich das jedenfalls sehr schade!
Grund: Diss setzt fast keine GK mehr voraus und ist wenn ein Pluspunkt, wenn sie (wie bei dir) vom Thema relevant ist und sich zwei ansonsten gleich gute Bewerber bewerben.
Ein englischsprachiger llm ist laut Aussagen der Berufsträger der Kanzlei zwar auch ein Plus, aber nicht so wichtig, da die meisten Kanzleien eh voraussetzen, dass du nach einigen Berufsjahren ein Secondment im Ausland machst
Aber versuchen würde ich es an deiner Stelle einfach. Kann ja nichts passieren.
04.07.2026, 11:33
(04.07.2026, 11:26)Riecko schrieb:(04.07.2026, 10:53)BayJur00 schrieb:Also ich arbeite in Düsseldorf in der GK die gemeinhin als Tier 1/2 bezeichnet wird im Gesellschafts und auch Steuerrecht und kann dir (leider) sagen: Ohne doppel VB ist es, soweit ich es als WiMi sehen kann, fast unmöglich hier rein zu kommen, wenn die dich vorher nicht kannten.(04.07.2026, 10:15)advocatus diaboli schrieb: Der Markt ist zur Zeit sehr schwierig. Auf eine Stelle drängen inzwischen eine Vielzahl von Bewerbern. Gerade bei Großkanzleien hat das dazu geführt, dass die Notengrenze wieder angezogen haben. Obwohl du einen Dr. und einen LLM hast, halte ich die Chancen tendenziell eher für schlecht. Wenn du aber gerne in eine GK willst, würde ich es einfach versuchen. Mit Vorerfahrungen in einem Rechtsgebiet kannst du sicherlich noch einmal zusätzlich etwas ausgleichen.
Ja, ich habe schon einen roten Faden. Also ich interessiere mich fürs Steuerrecht und generell Wirtschaftsrecht. In diesem Bereich hab ich auch promoviert und meinen LL.M. in England gemacht. In solchen Teams würde ich auch gerne arbeiten. Es heißt ja auch oft 2 aus 4 Anforderungen genügen. Mit Dr. + LL.M hätte ich die ja erfüllt. Schaut man da wirklich so stark auf diesen einen Punkt der mir fürs Prädikat im zweiten gefehlt hat? Kann mir das eigentlich kaum vorstellen. Zumal der Großteil der Bewerber ja weder Dr. noch LL.M vorweisen kann. Wenn da allein die Note entscheidet und quasi Selbstläufer wäre, finde ich das jedenfalls sehr schade!
Grund: Diss setzt fast keine GK mehr voraus und ist wenn ein Pluspunkt, wenn sie (wie bei dir) vom Thema relevant ist und sich zwei ansonsten gleich gute Bewerber bewerben.
Ein englischsprachiger llm ist laut Aussagen der Berufsträger der Kanzlei zwar auch ein Plus, aber nicht so wichtig, da die meisten Kanzleien eh voraussetzen, dass du nach einigen Berufsjahren ein Secondment im Ausland machst
Aber versuchen würde ich es an deiner Stelle einfach. Kann ja nichts passieren.
Danke für deinen ehrlichen Einblick! Du musst aber auch bedenken, dass ich gerade keine Tier 1/2 Kanzlei anstrebe. Dass ich dort absolut schlechte Chancen habe, ist mir bewusst. Möchte für den Anfang eher in eine Tier 3/4 Kanzlei im Wirtschaftsrecht.. hocharbeiten kann man sich ja immer noch
04.07.2026, 12:36
Eine Diss + LLM gleichen die fehlenden Prädikatsexamina nur bedingt aus. Durch den schlechten Arbeitsmarkt können sich die GK zur Zeit die Rosinen rauspicken. Erst vor einigen Wochen habe ich einen Artikel von einer juristischen Personalentwicklung gelesen, dass derzeit eher 2x zweistellig Voraussetzung für GK sind. Betrifft sicherlich mehr die T1/T2 Riege, zeigt aber, mit welchen Bewerbern man konkurriert. Du hast aber nichts zu verlieren und kannst mir deiner Kombi auch Glück haben. Ich würde es einfach versuchen! Mehr als eine Absage wirst du nicht bekommen.










