02.07.2026, 21:45
Hallo ihr Lieben,
ich habe Jura studiert nach dem Abitur und mich zu diesem Studium verpflichtet gefühlt. Ich habe ein ganz gutes Abitur (1,4) und habe alte Sprachen gewaehlt, weil ich nach dem Jurastudium noch Medizin studieren wollte, um (Rechts) Psychiatrie zu werden. Nun mit 18 ist man dumm... ich habe dann angefangen als StAin zu arbeiten (Examina vb und b) und als Richterin und es hat mir leider keinen Spass gemacht weil es doch sehr einsam war. Schon im Studium hat mich diese monotone Lernen am Schreibtisch sehr gestresst. Ich war dann noch in einer GK. Ich bin eine sehr bodenstandige und kommunikative und freundliche junge Frau die sehr locker ist. Ich bin mittlerweile 32 Jahre alt und überlege mir wirklich Jura zu verlassen. Mein Traum wäre ein Medizinstudium oder Zahnmedizinstudium oder viele sagen vom Charakter würde auch Grundschullehrerin passen und das denke ich auch. Kennt jemand die Situation? Ist jemand auch komplett aus Jura raus? Ganz liebe Grusse und danke schon von Herzen
ich habe Jura studiert nach dem Abitur und mich zu diesem Studium verpflichtet gefühlt. Ich habe ein ganz gutes Abitur (1,4) und habe alte Sprachen gewaehlt, weil ich nach dem Jurastudium noch Medizin studieren wollte, um (Rechts) Psychiatrie zu werden. Nun mit 18 ist man dumm... ich habe dann angefangen als StAin zu arbeiten (Examina vb und b) und als Richterin und es hat mir leider keinen Spass gemacht weil es doch sehr einsam war. Schon im Studium hat mich diese monotone Lernen am Schreibtisch sehr gestresst. Ich war dann noch in einer GK. Ich bin eine sehr bodenstandige und kommunikative und freundliche junge Frau die sehr locker ist. Ich bin mittlerweile 32 Jahre alt und überlege mir wirklich Jura zu verlassen. Mein Traum wäre ein Medizinstudium oder Zahnmedizinstudium oder viele sagen vom Charakter würde auch Grundschullehrerin passen und das denke ich auch. Kennt jemand die Situation? Ist jemand auch komplett aus Jura raus? Ganz liebe Grusse und danke schon von Herzen
02.07.2026, 22:35
(02.07.2026, 21:45)Sarale schrieb: Hallo ihr Lieben,
ich habe Jura studiert nach dem Abitur und mich zu diesem Studium verpflichtet gefühlt. Ich habe ein ganz gutes Abitur (1,4) und habe alte Sprachen gewaehlt, weil ich nach dem Jurastudium noch Medizin studieren wollte, um (Rechts) Psychiatrie zu werden. Nun mit 18 ist man dumm... ich habe dann angefangen als StAin zu arbeiten (Examina vb und b) und als Richterin und es hat mir leider keinen Spass gemacht weil es doch sehr einsam war. Schon im Studium hat mich diese monotone Lernen am Schreibtisch sehr gestresst. Ich war dann noch in einer GK. Ich bin eine sehr bodenstandige und kommunikative und freundliche junge Frau die sehr locker ist. Ich bin mittlerweile 32 Jahre alt und überlege mir wirklich Jura zu verlassen. Mein Traum wäre ein Medizinstudium oder Zahnmedizinstudium oder viele sagen vom Charakter würde auch Grundschullehrerin passen und das denke ich auch. Kennt jemand die Situation? Ist jemand auch komplett aus Jura raus? Ganz liebe Grusse und danke schon von Herzen
Kann deine Frustration jedenfalls gut nachvollziehen. Wünsche mir teilweise auch, etwas anderes gemacht zu haben.
Verfolge deinen Traum! Die Hausärztin meines Partners hat auch erst die gesamte juristische Ausbildung durchlaufen, um nach kurzer Zeit im Beruf zu merken, dass sie lieber Ärztin sein will. Hat dann mit Ende 40 oder so ne Praxis aufgemacht und meinte, wenn es der Traum/die Erfüllung ist, dann lohnt es sich auch so spät noch.
Also lass dich nicht abhalten und kannst dir ja als Juristin neben dem Studium noch gut was dazuverdienen. 😃
02.07.2026, 22:51
Wie würde ich da nebenbei arbeiten können? Also also Anwältin? Danke ich bin da wirklich eigentlich auch geistig schon weg
02.07.2026, 23:09
(02.07.2026, 22:51)Sarale schrieb: Wie würde ich da nebenbei arbeiten können? Also also Anwältin? Danke ich bin da wirklich eigentlich auch geistig schon weg
Lehre, Klausuren korrigieren, selbständige Anwältin, sodass du arbeiten kannst wann und wie du willst, ggf Teilzeit im ÖD, Teilzeit in einem Unternehmen, Teilzeit in einem Verband wie Mieterbund oÄ
03.07.2026, 07:34
Danke!!!
03.07.2026, 07:59
Das ist wirklich schwierig. Einerseits würde ich sagen: mach es, wenn es Dich glücklich macht. Andererseits ist der Weg hart und letztlich vollkommen offen, ob der neue Beruf wirklich besser ist. Ich würde auf jeden Fall vorher ein Praktikum machen, insbesondere mal in eine Schule reinschnuppern.
Im Übrigen bin ich der Meinung, dass schon innerhalb von Jura das Berufsbild wahnsinnig breit ist. Schon als Zivilrichterin kannst Du die Verhandlung, wenn Du das willst, extrem kommunikativ und bodenständig führen. Vielleicht nicht am OLG, aber an LG oder AG allemal. Oder Betreuungssachen machen. Und in der Verwaltung gibt es Stellen, wo es nur um Kommunikation und Koordination geht. Die Kunst ist halt, das Richtige zu finden und die Rolle so auszufüllen, wie sie für einen selbst passt.
Ansonsten würde ich auch nochmal an Grenzbereiche denken: wenn schon Lehramt, vielleicht Quereinstieg in die Berufsschule mit Rechtskunde o.ä., je nach Bundesland? Oder ReFas unterrichten? Irgendwie ist es schon schade und kostet viel Lebenszeit, das Gelernte gar nicht mehr einsetzen zu können und sich fachlich ganz neu zu orientieren.
Im Übrigen bin ich der Meinung, dass schon innerhalb von Jura das Berufsbild wahnsinnig breit ist. Schon als Zivilrichterin kannst Du die Verhandlung, wenn Du das willst, extrem kommunikativ und bodenständig führen. Vielleicht nicht am OLG, aber an LG oder AG allemal. Oder Betreuungssachen machen. Und in der Verwaltung gibt es Stellen, wo es nur um Kommunikation und Koordination geht. Die Kunst ist halt, das Richtige zu finden und die Rolle so auszufüllen, wie sie für einen selbst passt.
Ansonsten würde ich auch nochmal an Grenzbereiche denken: wenn schon Lehramt, vielleicht Quereinstieg in die Berufsschule mit Rechtskunde o.ä., je nach Bundesland? Oder ReFas unterrichten? Irgendwie ist es schon schade und kostet viel Lebenszeit, das Gelernte gar nicht mehr einsetzen zu können und sich fachlich ganz neu zu orientieren.
03.07.2026, 08:23
Bist du Meister in einer Disziplin, werde wieder Schüler in einer anderen.
Wenn du dir der finanziellen Auswirkungen bewusst bist, go for it
Wenn du dir der finanziellen Auswirkungen bewusst bist, go for it
03.07.2026, 09:57
Leider ist das mit dem Zweitstudium ja so eine Sache. Bei Medizin glaube ich nur 2% der Plätze. Lehrer evtl Quereinstieg? Jura passt leider nur nicht so recht zu einem bestimmten Schulfach. Gab es nicht auch mal Bundesländer die Rechtskunde als Schulfach haben/hatten?
03.07.2026, 14:12
(03.07.2026, 09:57)Hartaberfair schrieb: Leider ist das mit dem Zweitstudium ja so eine Sache. Bei Medizin glaube ich nur 2% der Plätze. Lehrer evtl Quereinstieg? Jura passt leider nur nicht so recht zu einem bestimmten Schulfach. Gab es nicht auch mal Bundesländer die Rechtskunde als Schulfach haben/hatten?
Berufliche Oberstufengymnasien haben teilweise Recht als Fach. Ich war auf einem Wirtschaftsgymnasium in der Oberstufe und hatte tatsächlich Recht als Schulfach, also sowas gibt es tatsächlich :)
06.07.2026, 12:39
Oh, ich kann deine Gedankengänge sehr gut verstehen. Jura dauert so lange und kostet so viel Energie, aber jetzt den Rest seines Lebens unglücklich zu sein und sich zu Fragen, was wäre wenn ich Studium X abgeschlossen hätte, ist ja auch nicht zielführend. Ich arbeite im Arzthaftungsrecht und es gibt tatsächlich einige, die Jura und Medizin studiert haben, sei es auf Anwaltsseite oder Ärzteseite. Wenn ein Medizinstudium immer dein Traum war, dann würde ich das einfach mal versuchen. Ich wollte immer Psychologie studieren, aber mein Abi war damals nicht gut genug, also ist es Jura geworden. Wenn ich mit meiner Doktorarbeit durch bin, hab ich tatsächlich überlegt, noch mal ein Fernstudium im Bereich Kriminologie zu belegen. Dein angeeignetes Wissen und deine berufliche Erfahrung nimmt die niemand mehr weg. Und ein Studium könntest du auch in Teilzeit absolvieren und dich damit finanzieren. Du hast ja jetzt auch genug juristische Berufe ausgeübt, um dir ein Bild zu machen. Im Beruf unglücklich zu sein, ist es einfach nicht wert, auch wenn Jura aufwendig und langwierig war. Mein Ausbilder im Ref im Landespolizeiamt hat auch Jura studiert, war Partner in einer Steuerrechtskanzlei und war da mega unzufrieden. Er hat dann auch alles umgeworfen, die Ausbildung bei der Polizei gemacht und dann im Bereich Finanzkriminalität gearbeitet. Später war er dann im Justiziariat der Polizei und konnte da juristische Tätigkeit und polizeiliche Tätigkeit verknüpfen. Er hat es nicht bereut.










