30.12.2025, 02:16
Guten Abend allerseits! Ich bin seit 1,5 Jahren in der Verwaltung tätig, denke aber darüber nach, mich bei der Justiz zu bewerben (notenmäßig könnte das klappen). In Bayern würde man bei der Staatsanwaltschaft starten. Nach allem was ich gehört habe, ist es dort allerdings nicht gerade stressfrei zu Beginn. Ist ein Wechsel mit 2 Kindern unter 4 Jahren machbar? Übersteht man auch mit Familie die harte Anfangszeit oder ist das utopisch?
30.12.2025, 07:18
Ich starte im Februar mit einem Kleinkind. Zwar in einem anderen Bundesland, aber nach meinem Start kann ich berichten ☺️
30.12.2025, 09:49
Gerne!
30.12.2025, 15:13
Mein damaliger Ausbilder bei der StA (Vater von einem zweijährigem Kind) hatte freiwillig auf eine 3/4 Stelle reduziert um Stundentechnisch auf eine realistische 45h Woche zu kommen um Zitat "Zeit für seine Tochter zu haben". Realistisch waren bei dieser StA bei einer Vollzeitstelle 50-60h, da die unterbesetzt war. Kenne allerdings auch kaum einen StA der deutlich weniger arbeitet. Insgesamt hat mich das zumindest abgeschreckt, weil der Deal ja nicht sonderlich attraktiv ist, wenn man bei der R1 Besoldung nur 75% bekommt und trotzdem mehr als 30h arbeitet. Ein Bekannter ist nach 5 Jahren auch von der StA in eine MK gewechselt und behauptet nun weniger zu arbeiten als bei der StA, keine Ahnung ob das realistisch ist. In der Kanzlei war er mindestens von 9-20 Uhr, das hatte mich schon verwundert. Die beiden Fälle waren in Hessen, vielleicht läuft es in anderen Bundesländern besser.
30.12.2025, 16:06
(30.12.2025, 15:13)Sonnenschein schrieb: Mein damaliger Ausbilder bei der StA (Vater von einem zweijährigem Kind) hatte freiwillig auf eine 3/4 Stelle reduziert um Stundentechnisch auf eine realistische 45h Woche zu kommen um Zitat "Zeit für seine Tochter zu haben". Realistisch waren bei dieser StA bei einer Vollzeitstelle 50-60h, da die unterbesetzt war. Kenne allerdings auch kaum einen StA der deutlich weniger arbeitet. Insgesamt hat mich das zumindest abgeschreckt, weil der Deal ja nicht sonderlich attraktiv ist, wenn man bei der R1 Besoldung nur 75% bekommt und trotzdem mehr als 30h arbeitet. Ein Bekannter ist nach 5 Jahren auch von der StA in eine MK gewechselt und behauptet nun weniger zu arbeiten als bei der StA, keine Ahnung ob das realistisch ist. In der Kanzlei war er mindestens von 9-20 Uhr, das hatte mich schon verwundert. Die beiden Fälle waren in Hessen, vielleicht läuft es in anderen Bundesländern besser.
Das ist in jeder Hinsicht strange.
30.12.2025, 17:43
Wenn ich an meine Anfänge bei der StA (ebenfalls in Bayern) denke, wäre das mit zwei kleinen Kindern auf keinen Fall in Vollzeit machbar gewesen. Und auch die Kolleginnen, die Teilzeit gearbeitet haben, waren gefühlt immer länger da.
Ich bin dann in die Verwaltung gewechselt und da war die Vereinbarkeit von Beruf und Familie deutlich besser.
Ich bin dann in die Verwaltung gewechselt und da war die Vereinbarkeit von Beruf und Familie deutlich besser.
30.12.2025, 18:04
Ein Freund von mir war Staatsanwalt in Bayern und ist dann Partner in einer Großkanzlei geworden, um seine Arbeitszeit zu halbieren...
Und jetzt mal im Ernst: Vor allem dürfte es darauf ankommen, was dein Partner tut und wie ihr euch die Betreuung aufteilt. Wenn alles an Dir hängt oder er zeitlich sehr unflexibel ist, wird der Wechsel heftig werden. Aber langfristig muss es nicht mehr Arbeit sein als in der Verwaltung, mit dem Vorteil dass Du mangels Zeiterfassung flexibler bist.
Und jetzt mal im Ernst: Vor allem dürfte es darauf ankommen, was dein Partner tut und wie ihr euch die Betreuung aufteilt. Wenn alles an Dir hängt oder er zeitlich sehr unflexibel ist, wird der Wechsel heftig werden. Aber langfristig muss es nicht mehr Arbeit sein als in der Verwaltung, mit dem Vorteil dass Du mangels Zeiterfassung flexibler bist.
30.12.2025, 18:40
(30.12.2025, 02:16)Graubrot schrieb: Guten Abend allerseits! Ich bin seit 1,5 Jahren in der Verwaltung tätig, denke aber darüber nach, mich bei der Justiz zu bewerben (notenmäßig könnte das klappen). In Bayern würde man bei der Staatsanwaltschaft starten. Nach allem was ich gehört habe, ist es dort allerdings nicht gerade stressfrei zu Beginn. Ist ein Wechsel mit 2 Kindern unter 4 Jahren machbar? Übersteht man auch mit Familie die harte Anfangszeit oder ist das utopisch?Hier funktioniert es einwandfrei mit zwei Kindern, die (noch) im Krippen- bzw. Kita-Alter sind. Allerdings arbeite ich auch nur 50 % und komme tatsächlich gut mit 20-24 Stunden pro Woche (je nach Arbeitsanfall) hin. Sonderwünsche hinsichtlich Sitzungsdienst und Bereitschaftsdienst werden akzeptiert. Alles in allem ist es gut machbar (NDS).
30.12.2025, 19:26
(30.12.2025, 18:40)Anka schrieb:(30.12.2025, 02:16)Graubrot schrieb: Guten Abend allerseits! Ich bin seit 1,5 Jahren in der Verwaltung tätig, denke aber darüber nach, mich bei der Justiz zu bewerben (notenmäßig könnte das klappen). In Bayern würde man bei der Staatsanwaltschaft starten. Nach allem was ich gehört habe, ist es dort allerdings nicht gerade stressfrei zu Beginn. Ist ein Wechsel mit 2 Kindern unter 4 Jahren machbar? Übersteht man auch mit Familie die harte Anfangszeit oder ist das utopisch?Hier funktioniert es einwandfrei mit zwei Kindern, die (noch) im Krippen- bzw. Kita-Alter sind. Allerdings arbeite ich auch nur 50 % und komme tatsächlich gut mit 20-24 Stunden pro Woche (je nach Arbeitsanfall) hin. Sonderwünsche hinsichtlich Sitzungsdienst und Bereitschaftsdienst werden akzeptiert. Alles in allem ist es gut machbar (NDS).
Das motiviert mich ein bisschen beginne mit einem Kleinkind in Vollzeit. Mit den Kita Zeiten ist es halt wie bei jedem anderen auch und mein Mann arbeiten natürlich auch in Vollzeit 🙈 ich bin gespannt und habe aber Mega Respekt davor.
30.12.2025, 20:58
Nach allem, was ich zumindest über die Anfangsjahre (und häufig auch darüber hinaus) gehört habe (NRW), wird das mit 2 in Vollzeit arbeitenden Eltern und 2 Kita-Kindern ein Himmelfahrtskommando…
Selbst 2x40h wären schon heftig, aber das dürften bei der StA eher 50-60h werden. Denk nur mal an verkürzte Kita-Öffnungszeiten, kranke Kinder… das wird aus eigener Erfahrung schon bei weniger Wochenstunden anstrengend.
Ich hatte vor 2 Jahren eine Fortbildung mit zahlreichen Kolleginnen von der StA, die waren alle ziemlich jung und kinderlos und trotzdem schon ziemlich am Limit…
Eine StAin aus Bayern kenne ich auch sehr gut, die erzählt ähnliches. Damals war sie noch kinderlos, jetzt ist sie deswegen ins Richteramt gewechselt. Das ist auch nicht ohne, aber wenigstens ist dort mehr Homeoffice möglich.
Selbst 2x40h wären schon heftig, aber das dürften bei der StA eher 50-60h werden. Denk nur mal an verkürzte Kita-Öffnungszeiten, kranke Kinder… das wird aus eigener Erfahrung schon bei weniger Wochenstunden anstrengend.
Ich hatte vor 2 Jahren eine Fortbildung mit zahlreichen Kolleginnen von der StA, die waren alle ziemlich jung und kinderlos und trotzdem schon ziemlich am Limit…
Eine StAin aus Bayern kenne ich auch sehr gut, die erzählt ähnliches. Damals war sie noch kinderlos, jetzt ist sie deswegen ins Richteramt gewechselt. Das ist auch nicht ohne, aber wenigstens ist dort mehr Homeoffice möglich.



