23.12.2020, 15:21
Hallo zusammen,
immer wenn ich hier mal was lese, sind einfach alle Großverdiener, meist in GKs, teilweise in Unternehmen. Das ist ehrlich frustrierend und ich kann mir nicht vorstellen, dass das wirklich alles so stimmt. Es kann doch auch nicht jeder in FFM/Köln/ Berlin wohnen und 80k-140k verdienen.
Gibt es hier auch durchschnittlich arbeitende Leute ? Mit 35-50k?
immer wenn ich hier mal was lese, sind einfach alle Großverdiener, meist in GKs, teilweise in Unternehmen. Das ist ehrlich frustrierend und ich kann mir nicht vorstellen, dass das wirklich alles so stimmt. Es kann doch auch nicht jeder in FFM/Köln/ Berlin wohnen und 80k-140k verdienen.
Gibt es hier auch durchschnittlich arbeitende Leute ? Mit 35-50k?
23.12.2020, 15:51
(23.12.2020, 15:21)GundG schrieb: Hallo zusammen,
immer wenn ich hier mal was lese, sind einfach alle Großverdiener, meist in GKs, teilweise in Unternehmen. Das ist ehrlich frustrierend und ich kann mir nicht vorstellen, dass das wirklich alles so stimmt. Es kann doch auch nicht jeder in FFM/Köln/ Berlin wohnen und 80k-140k verdienen.
Gibt es hier auch durchschnittlich arbeitende Leute ? Mit 35-50k?
Du vergisst diejenigen Mitglieder im Forum, die als Einzelanwalt locker 200.000 Umsatz lukrieren.
Jetzt ehrlich:
1. alles was im inet kolportiert wird, würde ich zumindest hinterfragen
2. Es gibt wohl viele stillte Mitleser, die fernab dieser Summen verdienen.
3. Auf Geld fokussierte Menschen, werden statistisch wohl vermehrt auf Plattformen zu finden sein, wo es um Einstiegsgehälter o.ä. geht
23.12.2020, 15:55
(23.12.2020, 15:21)GundG schrieb: Hallo zusammen,
immer wenn ich hier mal was lese, sind einfach alle Großverdiener, meist in GKs, teilweise in Unternehmen. Das ist ehrlich frustrierend und ich kann mir nicht vorstellen, dass das wirklich alles so stimmt. Es kann doch auch nicht jeder in FFM/Köln/ Berlin wohnen und 80k-140k verdienen.
Gibt es hier auch durchschnittlich arbeitende Leute ? Mit 35-50k?
35-50k sind unterdurchschnittlich – für Absolventen mit unterdurchschnittlichen Noten. Was soll denn unterdurchschnittlich sein, wenn du der Durchschnitt noch 35k ist?!
Im Laufe meines Studiums, meiner Zeit als Referendar und nunmehr als Rechtsanwalt würde ich aus dutzenden Gesprächen mit Freunden und Kollegen Folgendes nährungsweise behaupten:
Ein Durchschnittsjurist hat etwa 14 Punkte aus beiden Examina addiert. Ob beim Schnitt aus den Examina jetzt nur die erfolgreichen Absolventen zu zählen sind oder alle Schreiber inklusive der Durchfaller (letzteres würde ich für vorzugswürdig halten, aber das nur am Rande), kann dahin stehen, denn selbst ein daraus gebildeter Schnitt dürfte bei ganz grob 7 Punkten liegen (ja, jetzt kommen etwa 1000 Beiträge, weshalb das keinesfalls oder definitiv so ist..., gähn).
Als Stichprobe nehnme ich zB meine AG, die mE weder besonders gut noch schlecht war.
Wenn man es dann ganz kurz zusammenfassen will (lies Note als "mindestens", lies Gehalt als "bis zu"), behaupte ich Folgendes:
18p --> 120k
16p --> 90k
15p --> 75k
14p --> 60k
13p --> 50k
Zur Vereinfachung bleiben Zusatzqualifikationen (Diss/LLM/relevante Vorkenntnisse/relevante Sprachkenntnisse/Soziales usw) außer Betracht. Je mehr solcher Zusatzqualifikationen vorliegen, desto weiter kann man trotz eigentlich schlechterer Examina noch nach oben gehen. In keinem mir bekannten Fall konnte man jedoch mehr als eine der o.g. "Hürden" überspringen. Mir selbst wurden mit 15p (allerdings außer LLM sämtliche o.g. Zusatzqualis vorhanden) zwischen 60 und 100k angeboten, niemals jedoch 120k.
Wer sich mit weniger als 50k zufrieden gibt hat entweder weniger als 13p und keine Zusatzqualifikationen (absoluter worst case) oder spekuliert auf mittelfristige Entwicklungsmöglichkeiten. Man darf nicht vergessen, dass es hier ausschließlich um Einstiegsgehälter geht (wenngleich man mit bspw. promotionsbegleitender Tätigkeit als WiMi und nachfolgender Anwaltsstation bereits relevante Erfahrungen = Zusatzqualifikation sammeln kann). Je höher das Einstiegsgehalt, desto langsamer steigt es in den Folgejahren.
Daher kommt es auf den Plan an: Wenn man mittel- bis langfristig ins Unternehmen/in die Justiz will, steigt man am besten so hoch wie möglich ein. Möchte man dagegen als selbständiger Rechtsanwalt (= Partner) arbeiten, kommt es eher darauf an, was man sich zutraut (Partner in FWW oder magic circle Kanzlei?) und stellt hier am besten früh die Weichen, indem man möglichst spezialisiert beginnt und zugleich die entsprechenden Entwicklungsmöglichkeiten in das Einstiegsgehalt "einpreist". Dann können 50k Einstieg ein vernünftiger Deal sein, wenn man bereits nach fünf Jahren Partner der FWW Kanzlei wird und eigene Mandate ab sofort voll in die eigene Tasche wirtschaften kann. In der Folge sind wiederum einige Jahre später GK-Gehälter in Reichweite, während dort als Angestellter bei ca 200K Schluss sein wird.
23.12.2020, 15:55
(23.12.2020, 15:21)GundG schrieb: Hallo zusammen,
immer wenn ich hier mal was lese, sind einfach alle Großverdiener, meist in GKs, teilweise in Unternehmen. Das ist ehrlich frustrierend und ich kann mir nicht vorstellen, dass das wirklich alles so stimmt. Es kann doch auch nicht jeder in FFM/Köln/ Berlin wohnen und 80k-140k verdienen.
Gibt es hier auch durchschnittlich arbeitende Leute ? Mit 35-50k?
Auch wenn hier im Forum so einige Trolls unterwegs sind: 35-50k ist einfach kein Durchschnitt. Das ist für einen "Durchschnittsjuristen" selbst als Einstiegsgehalt lächerlich.
35k wäre rund 2,9k im Monat. Das haben Altenpfleger laut "ausbildung.de" nach drei Ausbildungsjahren als durchschnittliches Einstiegsgehalt.
50k wäre immer noch keine 4,2k im Monat. In wirtschaftlich schwächeren Regionen kann man sicherlich auch mal darunter liegen. Aber das sind Einstiegsgehälter, kein Durchschnitt.
Ich selbst habe mit 7,x und 8,y Punkten in einer mittelgroßen Stadt in Westdeutschland beim Berufseinstieg 65k verdient. Das mag wiederum etwas überdurchschnittlich sein, aber bevor jemand für unter 42k einsteigt, sollte er sich Alternativen zum Angestelltenverhältnis als Anwalt überlegen.
23.12.2020, 16:14
Also ich habe knapp mehr als die zitierten 14 Punkte und kriege knapp 40k. Ja das ist wenig und mir auch zu wenig und ich wollte nie für unter 45k anfangen. Aber hier in der Region (Westen) kriegen Angestellte RA nun mal 40-45k, teilweise sogar mit Berufserfahrung.
Ich empfinde das auch als Witz, aber was soll machen machen, wenn man gebunden ist und einen Job braucht.
Und wer jetzt mit dem öd ankommt: der muss einen halt auch erst mal nehmen. So einfach ist das nämlich gar nicht, auch mit passenden Noten. Die suchen mMn einen ganze bestimmten Typ Mensch und wenn man nicht dieser Typ ist, hat man verloren.
Diese ganzen Kanzleien, Boutiquen oder börsennotierten Unternehmen gibt es nun mal nicht überall. Und da wird es mehr Regionen in Deutschland geben, in denen es eben eher ländlich ist, da kann mir keiner was anderes erzählen.
Ich empfinde das auch als Witz, aber was soll machen machen, wenn man gebunden ist und einen Job braucht.
Und wer jetzt mit dem öd ankommt: der muss einen halt auch erst mal nehmen. So einfach ist das nämlich gar nicht, auch mit passenden Noten. Die suchen mMn einen ganze bestimmten Typ Mensch und wenn man nicht dieser Typ ist, hat man verloren.
Diese ganzen Kanzleien, Boutiquen oder börsennotierten Unternehmen gibt es nun mal nicht überall. Und da wird es mehr Regionen in Deutschland geben, in denen es eben eher ländlich ist, da kann mir keiner was anderes erzählen.
23.12.2020, 16:25
(23.12.2020, 16:14)GundG schrieb: Also ich habe knapp mehr als die zitierten 14 Punkte und kriege knapp 40k. Ja das ist wenig und mir auch zu wenig und ich wollte nie für unter 45k anfangen. Aber hier in der Region (Westen) kriegen Angestellte RA nun mal 40-45k, teilweise sogar mit Berufserfahrung.
Ich empfinde das auch als Witz, aber was soll machen machen, wenn man gebunden ist und einen Job braucht.
Und wer jetzt mit dem öd ankommt: der muss einen halt auch erst mal nehmen. So einfach ist das nämlich gar nicht, auch mit passenden Noten. Die suchen mMn einen ganze bestimmten Typ Mensch und wenn man nicht dieser Typ ist, hat man verloren.
Diese ganzen Kanzleien, Boutiquen oder börsennotierten Unternehmen gibt es nun mal nicht überall. Und da wird es mehr Regionen in Deutschland geben, in denen es eben eher ländlich ist, da kann mir keiner was anderes erzählen.
Köln und Düsseldorf stechen halt in NRW raus. Dann hast du noch ein paar vereinzelt gut zahlende Kanzleien in Bonn (Redeker, Meyer-Koering, die dann aber auch doppel-VB fordern und gerne Dr. sehen) Essen etc, aber das Groß der Einsteiger ist auch in diesen Großstädten mit 45k sehr zufrieden.
Ich gebe dir auch recht was Behörden und Ministerien angeht. Formal mit 2xb gib es wirklich genügend Bewerber. Am Ende dürften locker 30-50 Bewerbungen auf eine E13 Stelle geben und nur ein einziger bekommt sie halt. Einfach ist das mit schriftlichen Auswahlverfahren und AC sicher nicht.
23.12.2020, 16:33
Also kann man sagen: Als Berufseinsteiger als angestellter RA in einer FWW in NRW kann man sich mit 45k schon sehr glücklich schätzen?
Und wie schaut es beispielsweise im eher unpopulären Finanzamt aus? Muss man auch da den ganzen "Casting-Klamauk" durchlaufen und am Ende schon Glück haben, wenn man genommen wird?
Und wie schaut es beispielsweise im eher unpopulären Finanzamt aus? Muss man auch da den ganzen "Casting-Klamauk" durchlaufen und am Ende schon Glück haben, wenn man genommen wird?
23.12.2020, 16:37
Dann bewerbt euch doch im gehobenen Dienst. Müsste ja dann weniger Konkurrenz da geben.
Der Durchschnitt in beiden StE liegt übrigens bei 5,5 und 6, damit 11,5 in Summe und nicht 13 wie hier behauptet wird. 13 ist die Grenze für den hD bei manchen Behörden, wie zb Bamf, weil es leicht überdurchschnittlich ist.
Der Durchschnitt in beiden StE liegt übrigens bei 5,5 und 6, damit 11,5 in Summe und nicht 13 wie hier behauptet wird. 13 ist die Grenze für den hD bei manchen Behörden, wie zb Bamf, weil es leicht überdurchschnittlich ist.
23.12.2020, 16:38
(23.12.2020, 16:33)Gast schrieb: Also kann man sagen: Als Berufseinsteiger als angestellter RA in einer FWW in NRW kann man sich mit 45k schon sehr glücklich schätzen?
Und wie schaut es beispielsweise im eher unpopulären Finanzamt aus? Muss man auch da den ganzen "Casting-Klamauk" durchlaufen und am Ende schon Glück haben, wenn man genommen wird?
Da gibt es ACs, da nehmen sie immer keinen. ACs für den hD kann man vergessen.
23.12.2020, 16:39
(23.12.2020, 16:38)Gast schrieb:(23.12.2020, 16:33)Gast schrieb: Also kann man sagen: Als Berufseinsteiger als angestellter RA in einer FWW in NRW kann man sich mit 45k schon sehr glücklich schätzen?
Und wie schaut es beispielsweise im eher unpopulären Finanzamt aus? Muss man auch da den ganzen "Casting-Klamauk" durchlaufen und am Ende schon Glück haben, wenn man genommen wird?
Da gibt es ACs, da nehmen sie immer keinen. ACs für den hD kann man vergessen.
Irgendeinen werden sie ja wohl schon nehmen, ansonsten würde dort ja niemand arbeiten?!









