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Unglücklicher Proberichter, Wechsel in die Verwaltung?
UnglücklicherJurist
Junior Member
**
Beiträge: 2
Themen: 1
Registriert seit: Oct 2026
#1
31.10.2026, 17:59
Hallo zusammen, 

ich habe mich nach längerem Überlegen dazu entschlossen, mal meine Situation hier zu teilen, um eventuell Menschen mit ähnlichen Erfahrungen zu finden oder ggf. neue Anregungen zu bekommen. 

Ich bin seit 6 Monaten Proberichter (1. Stelle) an einem kleinen Amtsgericht und unterm Strich doch eher unglücklich mit der Arbeitssituation. Es kommen denke ich mehrere ungünstige Faktoren zusammen: 

1. Lange Pendelstrecke von über einer Stunde, häufig Stau/Zugverspätungen
2. Homeoffice nicht möglich wegen Haftsachen
3. Kleines Amtsgericht mit kaum Kontakt zu den Kollegen - ab mittags bin ich quasi alleine, die fünf Kollegen sind alle über 60 
4. Schlechte und teilweise sehr belastende Stimmung wegen Personalmangel va bei den Geschäftsstellen und häufiger Krankheitsfälle unter den Kollegen
5. Fachlich nicht das, was ich eigentlich gerne machen wollen würde: Strafrecht, Haft- und Ermittlungssachen, OWis und nur minimal Zivilrecht (würde eigentlich gerne kompliziertere Zivilrechtsfälle machen bzw wäre das das, was mir am meisten liegt). 
6. Enormer Erledigungsdruck: Mir wurde nach nur 2 Monaten (mit schlechten Erledigungszahlen, weil ich ja gerade erst angefangen und in den ersten Wochen nichts terminiert hatte) sehr deutlich gesagt, dass ich notfalls eben 3 Verhandlungstage durchziehen (mit Ermittlungs- und Haftsachen zwischendrin irre stressig) und an denen dann ohne Pausen durchverhandeln solle, weil ich am Ende nach Erledigungszahlen beurteilt werden und ansonsten rausfliegen würde. 
7. Wegen der Haft- und Ermittlungssachen kann ich meine Urteile selten unter der Woche schreiben, sondern muss das meistens aufs Wochenende verlegen. Eine Änderung des Geschäftsverteilungsplans in Form einer Aufteilung der Haft-und Ermittlungssachen (sodass ich zB an ein oder zwei Tagen pro Woche nicht zuständig wäre und in der Zeit in Ruhe Urteile schreiben oder mir mal einen Tag mit Homeoffice das Pendeln ersparen könnte) wurde abgelehnt, weil von den älteren Kollegen niemand Lust auf den Stress hat - was ich bei einigen wegen gesundheitlicher Probleme auch verstehen kann. 

Es ist natürlich nicht alles schlecht - ich bin stolz drauf, dass ich seit dem Hinweis und seitdem konstant massiv die Dezernatszahlen abbauen konnte, sich so langsam alles geordneter anfühlt und auch der Postumlauf dadurch handhabbarer geworden ist. Ich konnte einige alte Verfahren meiner Vorgänger abschließen und komme gefühlt auch mehr in die am Anfang als überfordernd empfundene Verantwortung rein. Und ich mag grundsätzlich die Verhandlungen und den Kontakt zu ganz unterschiedlichen Menschen. Und Urteile schreiben eigentlich auch.

Trotzdem kommt bei mir mittlerweile Sonntagabend Bauchweh auf. Und mir wurde letztens klar, dass ich vor allem Erleichterung verspüren würde, wenn sich der Job plötzlich zB durch eine unverhoffte Versetzung erledigen würde.
Regulär käme der Wechsel erst in 1,5 Jahren, dann zur StA - aktuell kann ich mir nicht vorstellen, noch so lange durchzuhalten. Zumal ich dann ja wieder Strafrecht machen würde und kein Zivilrecht... 

Ich frage mich aber mittlerweile auch grundsätzlich, ob ich dauerhaft in der Justiz so glücklich werde. Es liegt jetzt vermutlich schon auch viel an ungünstigen individuellen Umständen der aktuellen Stelle - aber es ist ja komplett unkalkulierbar, wo ich später genau lande und wie ich mich dort dann fühle. Und tendenziell scheint die hohe Arbeitsbelastung in den ersten Jahren quasi normal zu sein.
Ich mag Jura zwar gerne, fand das Studium toll, das erste und zweite Staatsexamen war jeweils zweistellig - aber ich habe auch noch diverse andere Interessen (Orchester, Chor, Schauspiel) und habe viele soziale Kontakte, die mir sehr wichtig sind. Und dafür ist aktuell für mich zu wenig Platz, weil der vom Job (plus Pendeln) eingenommen wird. Deswegen kam bei mir der Gedanke auf, ob ich nicht doch in der Verwaltung glücklicher werden würde. Ich würde auf weniger Stress und eine bessere Work-Live-Balance hoffen und auf mehr Kontakt zu (jüngeren) Kollegen. Ich könnte mir auch vorstellen, da eine 4-Tage-Woche zu machen, um dann an einem Tag Zeit für Orchesterprojekte oder eine ehrenamtliche Tätigkeit zu haben... 
Andererseits habe ich etwas Sorge, für die Verwaltung auch pendeln zu müssen (in meiner Stadt gibt es nur ein Landratsamt, Regierungspräsidium/Ministerien wären weiter weg, aber näher als mein aktuelles AG). Und ich könnte danach wohl nicht mehr zurück in die Justiz und habe Angst, das zu bereuen, falls es mir in der Verwaltung dann doch nicht gefällt (Zivilrecht ginge da ja auch eher nicht bzw wird schwierig, ÖR mag ich aber schon auch). Ich habe leider auch im Ref die Verwaltung nicht ausprobiert, weil ich stattdessen dann im Auswärtigen Amt war.

Wenn die Entscheidung sich nicht so endgültig anfühlen würde (weil ich danach ja wahrscheinlich nicht nochmal Richter/Staatsanwalt werden könnte), wäre ich längst weg und würde mir die Verwaltung einfach mal anschauen. Ein bisschen hält mich auch zurück, dass ich und meine Freundin in den nächsten Jahren an Kinder denken würden und ich bis dahin gerne beruflich "angekommen" sein würde.

Hat hier jemand den Wechsel von der Justiz in die Verwaltung hinter sich? Wie geht es euch damit? 
Oder arbeitet in der (Innen-)Verwaltung und kann berichten, damit ich ein Beispiel habe, wie es da sein kann? 

Liebe Grüße und sorry für den ungeordneten Text
Ein unglücklicher Proberichter
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 01.11.2026, 10:49 von UnglücklicherJurist.)
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Praktiker
Posting Freak
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Beiträge: 2.359
Themen: 0
Registriert seit: Apr 2021
#2
31.10.2026, 22:35
Ich bin von der Justiz in die Verwaltung, allerdings erst nach zehn Jahren und direkt auf eine Führungsstelle. Das ist also nicht vergleichbar.

Du bist am Sitz der StA und machst als Einziger alles Strafrecht? Mein Eindruck ist, dass Du es ungut erwischt hast, insbesondere das Präsidium Dir ein Paket mit alledem geschnürt hat, was sonst niemand machen will. Ob das von der Arbeitsbelastung her fair verteilt ist, kann ich nicht beurteilen, aber es ist auf jeden Fall sehr speziell.

Das kann anderswo komplett anders sein, und genau das ist das Problem: auch Verwaltung kann komplett unterschiedlich sein, je nachdem wo man landet.

Die Frage wäre, ob Du nicht durch mehr Routine schneller wirst und es dadurch erträglicher wird. Oder ob Du doch noch etwas in der Organisation optimieren kannst. Staatsanwaltschaft muss dann gar nicht schlecht sein - ich bin auch eher Zivilist und habe es dennoch sehr gerne gemacht.

Sicher ist nur, dass langfristig jeder dorthin kommt, wo er hin will. Wenn Dein Traum die Zivilkammer ist, wird es irgendwann klappen.

Bis dahin würde ich eher versuchen durchzuhalten - eine ungünstige Station ist zu wenig um deswegen ganz zu gehen. Bzw. wenn Du das ernsthaft erwägst, sprich mit dem Präsidenten, sie sollten auch eine Chance haben einzugreifen.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 31.10.2026, 22:45 von Praktiker.)
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Rim1
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Registriert seit: Oct 2026
#3
31.10.2026, 22:52
Also erst einmal chapeau, dass du bisher so gut durchgehalten hast. Wenige (ansprechbare) Kollegen sind für den Start der worst Case. Und die "Ansage" von oben, nachdem man die offenbar auch noch alle Sachen aufgedrückt hat, die sonst keiner machen möchte, ist m.E. eine einzige Frechheit. Anders gewendet: es ist schade, dass du die Justiz direkt von ihrer unangenehmsten Seite kennengelernt hast.

Ob du dir das weiter antun möchtest, musst du für dich entscheiden. Es ist natürlich immer schöner, wenn man iR einer Abordnung in die Verwaltung wechselt. Und "nur" unter Work-Life Gesichtspunkten würde ich es nicht machen. Wenn man sich bewusst etwas in dieser Richtung sucht, kann es einem schnell passieren, dass man sich nach einigen Jahren unterfordert fühlt. Außerdem bist du, wenn du juristisch arbeiten willst, mit der Justiz in der Regel näher an deinen Interessen (und ja, Ausnahmen bestätigen die Regel).

Um vielleicht etwas Mut zu machen: Aus eigener Erfahrung als StA (ja, nicht voll vergleichbar, aber auch Einstieg in abgesoffenem Dezernat mit einer dazu sehr herausfordernden Sonderzuständigkeit): Das erste halbe Jahr lief ziemlich ähnlich ab, aber immerhin die Lernkurve, die auch du beschreibst, war da und hat (gottseidank) motiviert. 

Im 2. Halbjahr ging es dann aber wirklich rapide bergauf, denn
- man hat sich so langsam in den Großteil der Altbestände eingearbeitet, sodass einen nicht jeden Tag irgendwelche U-Boote schocken, oder zumindest lähmen,
- man hat einen immer breiter werdenden Erfahrungs- und Vorstückfundus (gerade im Strafrecht laufen viele Dinge gleich- oder zumindest ähnlich gelagert ab, man weiß schneller, worauf es ankommt - als Richter dürfte man  immer besser einschätzen können, welche Sachen mehr oder weniger Zeit benötigen, welche Beweismittel zu erheben sein dürften, wo sich Einstellungen anbieten können usw.).

Nach etwa einem Jahr war ich dann bei einer regelmäßigen 40-Stunden-Woche (teils drunter) angekommen und hatte das Dezernat in Schuss.

Nach allem was du schreibst, kann ich dir daher nur Mut machen. Die fieseste Phase hast du hinter dir, wenn du schreibst, dass die Zahlen runtergehen und die ersten Altlasten wegbröckeln. Auch wenn dich vielleicht die Amtsrichterliche Tätigkeit inhaltlich nicht begeistert, wirst du sehr viel über pragmatisches Arbeiten (gerade in der unteren Instanz), Arbeitsorganisation und -priorisierung lernen und schon gelernt haben. Das hilft einem auch, wenn man später mal in der gewünschten (Zivil-)Kammer sitzt ;).

Und keine zu große sorge vor der StA. Ja, es ist Strafrecht und ja, auch da wird es viel um pragmatisches Arbeiten gehen. Aber zumindest 
- dürfte es mit der Kollegialität deutlich(!) aufwärts gehen,
- musst du keine owis mehr machen 😁,
- könnten die Anwesenheitsregeln und die Ortsgebundenheit  lockerer werden (so wäre es jedenfalls hier bei uns),
- musst du in Haftsachen nunmehr nur noch die Anträge stellen ;).
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 31.10.2026, 23:01 von Rim1.)
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UnglücklicherJurist
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#4
01.11.2026, 10:48
Erstmal vielen vielen Dank euch beiden für eure Zeit und die so ausführlichen Antworten! Die waren beide sehr hilfreich und taten auch einfach emotional gut. 

Ich denke, ich werde die Entscheidung, ob ich die Justiz wirklich verlassen möchte mal noch aufschieben, damit ich mir dann wirklich ganz sicher bin (bzw so sicher, wie man sich eben sein kann). 

Dass ich momentan nicht viel Zivilrecht machen kann, ist glaube ich tatsächlich noch das geringste Problem - ich fand es eigentlich gerade gut an der Justiz, dass man sich vielen mal anschauen kann und kann mich für eine gewisse Zeit auch für vieles begeistern. Es ist glaube ich eher die Kombi aus Arbeitsbelastung/Pendeln, durch die der Job mein Leben gerade sehr bestimmt und was mich unzufrieden macht. Weitere 1,5 Jahre lang möchte ich mich da eigentlich ungern so aufopfern.
 Und vor allem, das hatte ich in dem ersten Post eher nur angedeutet, ist die unschöne zwischenmenschliche Situation anstrengend.
Es ist nicht nur so, dass ich dort recht einsam bin, sondern der wenige Kontakt zu den Kollegen ist teilweise auch belastend. ZB sind dort zwei Kollegen untereinander ziemlich verfeindet, was ich am Anfang ungünstigerweise nicht wusste. Der eine Kollege war am Anfang super nett zu mir und auch bereit, mir Fragen zu beantworten - nachdem ich dann aber auch seinen verfeindeten Kollegen mal um Hilfe gebeten hatte, wurde er plötzlich mir gegenüber sehr unangenehm und unterkühlt. Ein anderer Kollege sagte zu einer Geschäftsstellenmitarbeiterin (was ich zufällig im Flur mitgehört habe), dass er gar keine Lust auf einen Proberichter habe, weil die am Anfang immer so viele Fragen stellen würden und dass sie ihm Leid tue, weil sie ja sicher auch mehr Arbeit mit mir habe und sich gerne bei ihm auskotzen könne. Seitdem ist irgendwie auch das Verhältnis zwischen mir und der Geschäftsstellenmitarbeiterin merkwürdig.
Eventuell bin ich da auch etwas sensibel, aber diese zwischenmenschlichen Umstände sind glaube ich das, was mich die meiste Energie kostet. Ich dachte die ersten 6 Monate, dass ich das mit sturer Freundlichkeit schon durchstehen würde, aber ich fühle mich mittlerweile richtig psychisch belastet.

Das wäre natürlich auch bei so ziemlich jeder anderen Stelle sehr wahrscheinlich besser - aber ohne konkrete Wechselperspektive weiß ich nicht, wie lange ich das noch so machen möchte. 

Ich denke, ich werde mal ausloten, ob eventuell doch ein vorzeitiger Wechsel der Stelle möglich wäre und dann entscheiden. Gerade finde ich den Gedanken an eine Verwaltungsstelle, auf der man sich in ein paar Jahren unterfordert fühlt im Vergleich gar nicht so unattraktiv - aber das kann natürlich in ein paar Jahren dann anders sein  Upside_down
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VerzweifelterJurist
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#5
01.11.2026, 18:08
Ich würde nach (nur) sechs Monaten die Flinte noch nicht ins Korn werfen. Viele der Dinge, die du beschreibst, scheinen ja an dem konkreten Gericht zu liegen und nicht an der Richtertätigkeit an sich. Und ein halbes Jahr ist als Richter noch gar nicht so lang, da haben sich ja gerade mal die Arbeitsabläufe eingespielt und das Arbeitspensum ist noch sehr hoch. Und wenn du jetzt in die Verwaltung gehst, ist ein Wechsel wieder zurück in die Justiz der schwierig.

Vielleicht ein Plan B: du kannst dich als Richter ja in eine Behörde abordnen lassen. Ich kriege immer wieder interessante Ausschreibungen rein. Ich weiß ja nicht, ob das für dich örtlich interessant ist, weil die Behörden, die ausschreiben, in ausgewählten Städten angesiedelt sind. Aber vielleicht ist ja doch mal was passendes dabei. Bei uns sucht auch das Justizprüfungsamt immer gerne Richter. Der Vorteil einer Abordnung wäre: du hast den Richterjob noch in der Tasche, gibst das also nicht auf. Gleichzeitig kannst du dir in Ruhe mal eine Stelle in der Verwaltung ansehen. 

Ich würde noch ein bisschen länger durchhalten. In die Verwaltung kannst du immer.
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Praktiker
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#6
01.11.2026, 20:49
Es ist im Übrigen nicht garantiert, dass es in der Verwaltung besser wäre. In den meisten Einheiten wird es vermutlich weniger Arbeit sein. Aber schwierige Kollegen kann man dort auch bekommen. Und vor allem auch schwierige Chefs: im Moment redet Dir im der Sache niemand rein, in der Verwaltung kann das komplett anders sein. Stell dir einfach vor, der schwierigste Deiner Kollegen wäre Dein Chef...
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GastNRW1234
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#7
01.11.2026, 21:01
Ich denke auch, dass Du (soweit es noch erträglich und nicht psychisch unzumutbar ist) noch etwas durchhalten solltest.
Aus meinem Nahbereich: eine Freundin war in einer ähnlichen Situation wie du - Berufseinstieg als Richterin (nach kurzer GK Zeit), dann in einer Kammer mit schwierigem Vorsitzenden (hat Kammerurteilentwürfe handschriftlich  korrigiert und auch stilistische Dinge regelmäßig als falsch etikettiert, sie nicht ernst genommen, bewusst vor KollegInnen herabgesetzt usw) und nicht gemochten Rechtsgebiet (Baukammer) an nicht gewolltem Dienstort gestartet. Nach 6 Monaten war ihr das dann genug. 
Mittlerweile ist sie Legal Counsel und Fachanwältin, verdient gut und hat eine tolle work Life Balance. Will aber nun zurück in die Justiz, weil sie sich im Unternehmen unterfordert fühlt und eine gesellschaftlich relevantere Tätigkeit ausüben will.
Aber: trotz guter Noten gibt es noch keine Einladung in die Justiz. Und selbst wenn eine kommt, werden die Gespräche sicher nicht leicht.
Soll heißen: überlege es dir gut, gib dir Zeit für die Entscheidung. Denn sie umzukehren kann sehr schwer werden.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 01.11.2026, 21:02 von GastNRW1234.)
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Srcub
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#8
01.11.2026, 23:59
Soweit die Richtertätigkeit dein Traumberuf ist und du dich auch weiterhin mit dem Job identifizierst, würde ich das noch ne Weile durchziehen. Die Abordnung kommt vermutlich irgendwann. Bis dahin schön Urlaub verbrauchen, 2 Fortbildungen mitnehmen etc etc etc.
Darfst gern mein Zivildezernat haben, dafür mach ich deine Haftsachen ;)
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#9
Gestern, 06:34
(01.11.2026, 21:01)GastNRW1234 schrieb:  Ich denke auch, dass Du (soweit es noch erträglich und nicht psychisch unzumutbar ist) noch etwas durchhalten solltest.
Aus meinem Nahbereich: eine Freundin war in einer ähnlichen Situation wie du - Berufseinstieg als Richterin (nach kurzer GK Zeit), dann in einer Kammer mit schwierigem Vorsitzenden (hat Kammerurteilentwürfe handschriftlich  korrigiert und auch stilistische Dinge regelmäßig als falsch etikettiert, sie nicht ernst genommen, bewusst vor KollegInnen herabgesetzt usw) und nicht gemochten Rechtsgebiet (Baukammer) an nicht gewolltem Dienstort gestartet. Nach 6 Monaten war ihr das dann genug. 
Mittlerweile ist sie Legal Counsel und Fachanwältin, verdient gut und hat eine tolle work Life Balance. Will aber nun zurück in die Justiz, weil sie sich im Unternehmen unterfordert fühlt und eine gesellschaftlich relevantere Tätigkeit ausüben will.
Aber: trotz guter Noten gibt es noch keine Einladung in die Justiz. Und selbst wenn eine kommt, werden die Gespräche sicher nicht leicht.
Soll heißen: überlege es dir gut, gib dir Zeit für die Entscheidung. Denn sie umzukehren kann sehr schwer werden.

Dann sollte man keinesfalls in die Verwaltung wechseln. Ich muss alles freigegeben, was das Referat verlässt, und natürlich korrigiere ich die Vermerke meiner Referenten auch in stilistischer Hinsicht. In der Verwaltung gibt es halt keine Unabhängigkeit, das muss man sich klarmachen.
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GastNRW1234
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#10
Gestern, 09:06
(Gestern, 06:34)Praktiker schrieb:  
(01.11.2026, 21:01)GastNRW1234 schrieb:  Ich denke auch, dass Du (soweit es noch erträglich und nicht psychisch unzumutbar ist) noch etwas durchhalten solltest.
Aus meinem Nahbereich: eine Freundin war in einer ähnlichen Situation wie du - Berufseinstieg als Richterin (nach kurzer GK Zeit), dann in einer Kammer mit schwierigem Vorsitzenden (hat Kammerurteilentwürfe handschriftlich  korrigiert und auch stilistische Dinge regelmäßig als falsch etikettiert, sie nicht ernst genommen, bewusst vor KollegInnen herabgesetzt usw) und nicht gemochten Rechtsgebiet (Baukammer) an nicht gewolltem Dienstort gestartet. Nach 6 Monaten war ihr das dann genug. 
Mittlerweile ist sie Legal Counsel und Fachanwältin, verdient gut und hat eine tolle work Life Balance. Will aber nun zurück in die Justiz, weil sie sich im Unternehmen unterfordert fühlt und eine gesellschaftlich relevantere Tätigkeit ausüben will.
Aber: trotz guter Noten gibt es noch keine Einladung in die Justiz. Und selbst wenn eine kommt, werden die Gespräche sicher nicht leicht.
Soll heißen: überlege es dir gut, gib dir Zeit für die Entscheidung. Denn sie umzukehren kann sehr schwer werden.

Dann sollte man keinesfalls in die Verwaltung wechseln. Ich muss alles freigegeben, was das Referat verlässt, und natürlich korrigiere ich die Vermerke meiner Referenten auch in stilistischer Hinsicht. In der Verwaltung gibt es halt keine Unabhängigkeit, das muss man sich klarmachen.

Klar, kenne ich als Anwalt zB auch. 
Aber bei Gericht ist das sehr unüblich, soweit ich das weiß. Es ging da auch eher um die Art, das per Handschrift in unleserlicher Sauklaue zu machen. Wenn sie um Korrektur per Word Kommentarfunktion gebeten hat oder zu viele Fragen hatte, weil sie die Schrift nicht lesen konnte, wurde er sauer.
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