03.09.2026, 14:56
(03.09.2026, 14:08)Egal_ schrieb: Die Entscheidung ist daher aus meiner Sicht:
- jetzt ~ drei Jahre für den Lebenslauf buckeln, oder
- einen gut bezahlten Job mit besserer Work-Live-Balance annehmen, bei dem nur aber "nur" normaler Counsel bist und dich daher erst hocharbeiten musst.
Den gut bezahlten Job mit besserer Work-Live-Balance muss mal als Berufseinsteiger mit doppel-ausreichend aber auch erstmal finden
03.09.2026, 15:15
(03.09.2026, 11:49)hauptsachejurist schrieb: Hallo zusammen,Auf 70.000 hochverhandeln und auch die Kosten für die Zulassung zum Syndikus sollten mit rein
ich würde gerne eure Einschätzung zu einem Jobangebot bzw. zur Gehaltshöhe bekommen.
Ich bin Volljuristin und habe aktuell ein Angebot von einem internationalen Unternehmen als Legal Counsel. Das Unternehmen möchte in Deutschland einen eigenen Standort bzw. ein Büro aufbauen, und ich wäre in Deutschland zunächst die einzige Juristin und für den rechtlichen Aufbau maßgeblich zuständig.
Das Aufgabengebiet wäre entsprechend ziemlich umfangreich. Unter anderem würde ich:Dabei hätte ich Unterstützung durch die Kollegen am Hauptsitz, wäre vor Ort in Deutschland aber die einzige Juristin und müsste viele Themen eigenständig aufbauen und koordinieren.
- beim Aufbau des deutschen Standorts unterstützen bzw. diesen rechtlich begleiten,
- die Produkte bzw. die entsprechenden rechtlichen Voraussetzungen für den deutschen Markt erstellen bzw. anpassen,
- Gespräche und Abstimmungen mit deutschen Behörden führen,
- rechtliche Themen für das Deutschlandgeschäft eigenständig bearbeiten,
- regelmäßig mit den Kollegen am Hauptsitz zusammenarbeiten,
- und voraussichtlich noch zahlreiche weitere Aufgaben übernehmen, die sich beim Aufbau des Standorts ergeben.
Zusätzlich müsste ich zweimal im Monat zum Hauptsitz reisen. Die Kosten würden zwar übernommen, allerdings müsste ich dafür entweder meinen eigenen Pkw nutzen oder mit dem Zug fahren. Einen Firmenwagen gibt es derzeit noch nicht; darüber könnte man eventuell zu einem späteren Zeitpunkt sprechen.
Positiv finde ich wiederum, dass ich überwiegend im Homeoffice arbeiten könnte. Außerdem würde ich einen Laptop und ein Handy erhalten, das ich auch privat nutzen darf.
Beim Gehalt habe ich im Gespräch 60.000–70.000 € als Gehaltsvorstellung genannt. Das Unternehmen bietet mir nun 56.000 € brutto als Einstiegsgehalt an. Auf meine Examensnoten wurde im Gespräch offenbar wenig Wert gelegt bzw. sie waren für das Unternehmen nicht entscheidend.
Genau hier bin ich unsicher: Einerseits handelt es sich um eine Einstiegsposition, andererseits empfinde ich die Verantwortung für den Aufbau des deutschen Geschäfts und die Tatsache, dass ich die einzige Juristin in Deutschland wäre, als ziemlich hoch. Ich frage mich daher, ob 56.000 € dafür angemessen sind oder ob ich hier deutlich höher verhandeln sollte.
Ich habe außerdem noch weitere Bewerbungen laufen. Dort wurde mir in den Gesprächen bzw. Ausschreibungen ein Gehalt ab ca. 70.000 € in Aussicht gestellt. Diese Unternehmen haben allerdings bereits einen etablierten Sitz in Deutschland, sodass die Ausgangssituation natürlich eine andere wäre. Bisher handelt es sich dort aber nur um Bewerbungsgespräche und noch um keine konkreten Angebote. Was würdet ihr an meiner Stelle tun? Sind 56.000 € für diese Position angemessen? Würdet ihr versuchen, noch auf 60–70.000 € zu verhandeln? Würdet ihr das Angebot trotz der anderen laufenden Bewerbungen annehmen oder zunächst weiter suchen?
Und noch eine weitere Frage: Da ich Volljuristin bin und offenbar als einzige Juristin in Deutschland tätig wäre, sollte ich meiner Meinung nach auch ansprechen, ob die Tätigkeit als Syndikusrechtsanwalt ausgestaltet werden kann bzw. ob das Unternehmen mich bei der entsprechenden Zulassung unterstützt. Würdet ihr das bereits vor Vertragsabschluss konkret ansprechen und ggf. zur Voraussetzung für die Annahme machen?
Ich möchte die auch nicht abschrecken, da der Arbeitsmarkt zurzeit auch nicht ganz optimal ist und viele Legal Counsel Stellen Vorerfahrung voraussetzen.
Danke euch!
03.09.2026, 16:11
(03.09.2026, 15:15)NRW556 schrieb:(03.09.2026, 11:49)hauptsachejurist schrieb: Hallo zusammen,Auf 70.000 hochverhandeln und auch die Kosten für die Zulassung zum Syndikus sollten mit rein
ich würde gerne eure Einschätzung zu einem Jobangebot bzw. zur Gehaltshöhe bekommen.
Ich bin Volljuristin und habe aktuell ein Angebot von einem internationalen Unternehmen als Legal Counsel. Das Unternehmen möchte in Deutschland einen eigenen Standort bzw. ein Büro aufbauen, und ich wäre in Deutschland zunächst die einzige Juristin und für den rechtlichen Aufbau maßgeblich zuständig.
Das Aufgabengebiet wäre entsprechend ziemlich umfangreich. Unter anderem würde ich:Dabei hätte ich Unterstützung durch die Kollegen am Hauptsitz, wäre vor Ort in Deutschland aber die einzige Juristin und müsste viele Themen eigenständig aufbauen und koordinieren.
- beim Aufbau des deutschen Standorts unterstützen bzw. diesen rechtlich begleiten,
- die Produkte bzw. die entsprechenden rechtlichen Voraussetzungen für den deutschen Markt erstellen bzw. anpassen,
- Gespräche und Abstimmungen mit deutschen Behörden führen,
- rechtliche Themen für das Deutschlandgeschäft eigenständig bearbeiten,
- regelmäßig mit den Kollegen am Hauptsitz zusammenarbeiten,
- und voraussichtlich noch zahlreiche weitere Aufgaben übernehmen, die sich beim Aufbau des Standorts ergeben.
Zusätzlich müsste ich zweimal im Monat zum Hauptsitz reisen. Die Kosten würden zwar übernommen, allerdings müsste ich dafür entweder meinen eigenen Pkw nutzen oder mit dem Zug fahren. Einen Firmenwagen gibt es derzeit noch nicht; darüber könnte man eventuell zu einem späteren Zeitpunkt sprechen.
Positiv finde ich wiederum, dass ich überwiegend im Homeoffice arbeiten könnte. Außerdem würde ich einen Laptop und ein Handy erhalten, das ich auch privat nutzen darf.
Beim Gehalt habe ich im Gespräch 60.000–70.000 € als Gehaltsvorstellung genannt. Das Unternehmen bietet mir nun 56.000 € brutto als Einstiegsgehalt an. Auf meine Examensnoten wurde im Gespräch offenbar wenig Wert gelegt bzw. sie waren für das Unternehmen nicht entscheidend.
Genau hier bin ich unsicher: Einerseits handelt es sich um eine Einstiegsposition, andererseits empfinde ich die Verantwortung für den Aufbau des deutschen Geschäfts und die Tatsache, dass ich die einzige Juristin in Deutschland wäre, als ziemlich hoch. Ich frage mich daher, ob 56.000 € dafür angemessen sind oder ob ich hier deutlich höher verhandeln sollte.
Ich habe außerdem noch weitere Bewerbungen laufen. Dort wurde mir in den Gesprächen bzw. Ausschreibungen ein Gehalt ab ca. 70.000 € in Aussicht gestellt. Diese Unternehmen haben allerdings bereits einen etablierten Sitz in Deutschland, sodass die Ausgangssituation natürlich eine andere wäre. Bisher handelt es sich dort aber nur um Bewerbungsgespräche und noch um keine konkreten Angebote. Was würdet ihr an meiner Stelle tun? Sind 56.000 € für diese Position angemessen? Würdet ihr versuchen, noch auf 60–70.000 € zu verhandeln? Würdet ihr das Angebot trotz der anderen laufenden Bewerbungen annehmen oder zunächst weiter suchen?
Und noch eine weitere Frage: Da ich Volljuristin bin und offenbar als einzige Juristin in Deutschland tätig wäre, sollte ich meiner Meinung nach auch ansprechen, ob die Tätigkeit als Syndikusrechtsanwalt ausgestaltet werden kann bzw. ob das Unternehmen mich bei der entsprechenden Zulassung unterstützt. Würdet ihr das bereits vor Vertragsabschluss konkret ansprechen und ggf. zur Voraussetzung für die Annahme machen?
Ich möchte die auch nicht abschrecken, da der Arbeitsmarkt zurzeit auch nicht ganz optimal ist und viele Legal Counsel Stellen Vorerfahrung voraussetzen.
Danke euch!
Glaube 70k ohne Berufserfahrung mit 2x Ausreichend dürfte schwer sein, man darf es auch nicht übertreiben. Würde auf das Angebot mit 62k kontern, und dann bei 60 einigen. 5 Brutto ist für den Einstieg ein fairer Deal bei der Ausgangslage.
Ob man den Job annehmen sollte, muss man selbst wissen. Verantwortung trägt man auch in einer kleinen Kanzlei für ggf. weniger Einstiegsgehalt.
03.09.2026, 17:39
Finde es auch hoch skurril, dafür einen Berufseinsteiger einzustellen. Offenbar wollen sie sparen, erstmal nur halbherzig einsteigen oder haben keine Ahnung. Schwer zu beurteilen, wenn man sonst nichts von dem Unternehmen weiß. Sie zahlen sehr wenig, gehen aber auch ziemliche Risiken ein.
03.09.2026, 18:03
(03.09.2026, 14:56)Patenter Gast schrieb:(03.09.2026, 14:08)Egal_ schrieb: Die Entscheidung ist daher aus meiner Sicht:
- jetzt ~ drei Jahre für den Lebenslauf buckeln, oder
- einen gut bezahlten Job mit besserer Work-Live-Balance annehmen, bei dem nur aber "nur" normaler Counsel bist und dich daher erst hocharbeiten musst.
Den gut bezahlten Job mit besserer Work-Live-Balance muss mal als Berufseinsteiger mit doppel-ausreichend aber auch erstmal finden
Deswegen habe ich gefragt, wie sicher sie die andere Stelle hat.
56k wären in einem kleinen Unternehmen als Legal Counsel ok, wenn die Rechtsabteilung schon besteht, man ein Jurist von mehreren ist und mindestens einen erfahrenen Juristen neben oder über sich hat. Für jemanden, der aber alleine den deutschen Markt rechtlich und erstmalig begleiten soll, ist es deutlich zu wenig. Die TE wird mit einer 60-Stunden-Woche rechnen dürfen, wenn sie die Produkteinführung in den deutschen Markt rechtlich einschätzen und begleiten soll. Da macht man ja nicht mal eben so mit Wissen aus dem Studium und Ref. In 2-3 Jahren wird man dann vermutlich die Rechtsabteilung weiter ausbauen und ihr ein oder zwei Leute zugestehen (Falls man ihr nicht schon vorher jemanden vor die Nase setzt, wie du oben geschrieben hast). Die Frage ist dann, welche Position hat sie und wie werden die anderen bezahlt? Wenn sie zukünftig dauerhaft die Leitung der Rechtsabteilung übernehmen soll, ist es zu wenig. Die Frage wird dann aber sein, ob sie ihr Gehalt um 10-20 Prozent steigern können wird, was ich derzeit verneinen würde. In dem Fall würde sie kaum mehr verdienen als die Leute, die ihr dann unterstellt sind.
Also was will dieses Unternehmen? Für mich wirkt das alles nicht durchdacht, weil es eben normalerweise keine Position für einen Berufseinsteiger ist. Es sei denn wir sprechen nicht von einem im Ausland etablierten Unternehmen, sondern einem kleinen Start-Up. Dann kann ich mir das Vorhaben vorstellen. Wenn es mit der anderen Stelle nichts wird, kann die TE diese Stelle hier ja erstmal annehmen (und versuchen, etwas hoch zu handeln). Für mich klingt das aber nicht nach etwas, was Hand und Fuß hat. Mit viel Fleiß und Arbeit wird sie das bestimmt auch als Berufsanfänger hinbekommen, aber nicht mal eben so auf einer Pobacke und einer 40-Stunden-Woche.
03.09.2026, 18:41
Naja du hast als Vorstellung 60-70k genannt. Damit hast du ja quasi zum Ausdruck gebracht, dass 60k noch in deinem Rahmen liegen, also wieso sollten die dir was darüber anbieten.
Die Differenz zwischen 56k und 60k ist - auch unter Berücksichtigung, was alles an Papa Staat geht - eher unerheblich.
Ich denke, du hast da ggf. auch einfach schlecht verhandelt. Fände es auch komisch, jetzt zu sagen, ich will doch mindestens. 70k, weil du selbst niedriger in die Verhandlung eingestiegen bist.
Die Differenz zwischen 56k und 60k ist - auch unter Berücksichtigung, was alles an Papa Staat geht - eher unerheblich.
Ich denke, du hast da ggf. auch einfach schlecht verhandelt. Fände es auch komisch, jetzt zu sagen, ich will doch mindestens. 70k, weil du selbst niedriger in die Verhandlung eingestiegen bist.
03.09.2026, 20:39
Ich hatte eine ähnliche Ausgangssituation bzgl Standortgegebenheiten etc. Mit etwas mehr als einem Jahr BE und besseren Noten habe ich 85k + Bonus erhalten. Mach dir bewusst, dass du zu Beginn regelmäßig überfordert sein wirst - man lernt enorm schnell, muss es aber auch mögen.
Generell bietet solch eine Ausgangslage auch enormes Potential, insbesondere, wenn der Hauptsitz außerhalb Europas liegt (was bei dir wohl aber nicht der Fall zu sein scheint).
Generell bietet solch eine Ausgangslage auch enormes Potential, insbesondere, wenn der Hauptsitz außerhalb Europas liegt (was bei dir wohl aber nicht der Fall zu sein scheint).
03.09.2026, 21:27
(03.09.2026, 18:41)Lauser schrieb: Naja du hast als Vorstellung 60-70k genannt. Damit hast du ja quasi zum Ausdruck gebracht, dass 60k noch in deinem Rahmen liegen, also wieso sollten die dir was darüber anbieten.
Die Differenz zwischen 56k und 60k ist - auch unter Berücksichtigung, was alles an Papa Staat geht - eher unerheblich.
Ich denke, du hast da ggf. auch einfach schlecht verhandelt. Fände es auch komisch, jetzt zu sagen, ich will doch mindestens. 70k, weil du selbst niedriger in die Verhandlung eingestiegen bist.
Wsr auch mein Gedanke
04.09.2026, 10:20
(03.09.2026, 21:27)Äfes schrieb:(03.09.2026, 18:41)Lauser schrieb: Naja du hast als Vorstellung 60-70k genannt. Damit hast du ja quasi zum Ausdruck gebracht, dass 60k noch in deinem Rahmen liegen, also wieso sollten die dir was darüber anbieten.
Die Differenz zwischen 56k und 60k ist - auch unter Berücksichtigung, was alles an Papa Staat geht - eher unerheblich.
Ich denke, du hast da ggf. auch einfach schlecht verhandelt. Fände es auch komisch, jetzt zu sagen, ich will doch mindestens. 70k, weil du selbst niedriger in die Verhandlung eingestiegen bist.
Wsr auch mein Gedanke
Ja, das kommt noch dazu. Die TE meldet sich aktuell nicht zurück und ich denke, sie wird überrascht über die sehr negativen Antworten sein.
Liebe TE, das ist nicht böse gemeint. Die Antworten kommen fast alle von Leuten mit ein paar Jahren oder mehr Berufserfahrung. Aus dieser Erfahrung und unserer etwas höheren Lebenserfahrung heraus sind wir einfach überrascht, dass man dir diese Stelle angeboten hat, weil es nicht so richtig passt. Du siehst aber an Antworten wie von DDCGN, dass es durchaus möglich ist, diese Stelle anzunehmen. Danke an dich, DDCGN für deine Antwort. Ich hatte noch irgendwo im Hinterkopf, dass jemand hier im Forum ähnliches geschafft hatte, wusste aber nicht mehr, wer es war.
Normalerweise wäre so eine Stelle deutlich höher bezahlt und würde nicht mit einem Berufseinsteiger besetzt werden. Das war dir wahrscheinlich nicht bewusst und so hast du dich zum einen trotzdem beworben (gut!) und bist zum anderen mit einer zu niedrigen Gehaltsvorstellung in die Verhandlung rein (weniger gut). Du hast viele Meinungen dazu bekommen. Mach nun das beste draus. Ich drücke dir die Daumen, egal wie du dich entscheidest.
04.09.2026, 14:09
(04.09.2026, 10:20)Egal_ schrieb:(03.09.2026, 21:27)Äfes schrieb:(03.09.2026, 18:41)Lauser schrieb: Naja du hast als Vorstellung 60-70k genannt. Damit hast du ja quasi zum Ausdruck gebracht, dass 60k noch in deinem Rahmen liegen, also wieso sollten die dir was darüber anbieten.
Die Differenz zwischen 56k und 60k ist - auch unter Berücksichtigung, was alles an Papa Staat geht - eher unerheblich.
Ich denke, du hast da ggf. auch einfach schlecht verhandelt. Fände es auch komisch, jetzt zu sagen, ich will doch mindestens. 70k, weil du selbst niedriger in die Verhandlung eingestiegen bist.
Wsr auch mein Gedanke
Ja, das kommt noch dazu. Die TE meldet sich aktuell nicht zurück und ich denke, sie wird überrascht über die sehr negativen Antworten sein.
Liebe TE, das ist nicht böse gemeint. Die Antworten kommen fast alle von Leuten mit ein paar Jahren oder mehr Berufserfahrung. Aus dieser Erfahrung und unserer etwas höheren Lebenserfahrung heraus sind wir einfach überrascht, dass man dir diese Stelle angeboten hat, weil es nicht so richtig passt. Du siehst aber an Antworten wie von DDCGN, dass es durchaus möglich ist, diese Stelle anzunehmen. Danke an dich, DDCGN für deine Antwort. Ich hatte noch irgendwo im Hinterkopf, dass jemand hier im Forum ähnliches geschafft hatte, wusste aber nicht mehr, wer es war.
Normalerweise wäre so eine Stelle deutlich höher bezahlt und würde nicht mit einem Berufseinsteiger besetzt werden. Das war dir wahrscheinlich nicht bewusst und so hast du dich zum einen trotzdem beworben (gut!) und bist zum anderen mit einer zu niedrigen Gehaltsvorstellung in die Verhandlung rein (weniger gut). Du hast viele Meinungen dazu bekommen. Mach nun das beste draus. Ich drücke dir die Daumen, egal wie du dich entscheidest.
Hallo !
Danke euch allen erst einmal für die vielen Rückmeldungen! Einige Kommentare haben mich tatsächlich etwas überrascht, insbesondere dass viele die Stelle eher als Senior-Position einschätzen und sich wundern, dass ich dafür genommen wurde.
Ich glaube, ich sollte noch ein paar Informationen ergänzen, die ich in meinem ursprünglichen Beitrag vergessen hatte:
Die Stelle war nicht ausschließlich für Volljuristen ausgeschrieben, sondern ausdrücklich auch für Diplomjuristen und Wirtschaftsjuristen. Ich hatte mich damals außerdem beworben, als ich noch auf die Ergebnisse meines zweiten Staatsexamens gewartet habe und selbst noch nicht wusste, ob ich überhaupt bestanden habe. Das hatte ich in meinem ursprünglichen Beitrag vergessen zu erwähnen.
Das Unternehmen ist im Eisenbahnrecht tätig. Ich hätte dort also auch ein spezielles Rechtsgebiet, in das ich mich zunächst einarbeiten müsste. Gleichzeitig wäre ich in Deutschland wohl tatsächlich die einzige Juristin und hätte dadurch natürlich eine relativ große Verantwortung.
Ein paar der Rahmenbedingungen sind vielleicht ebenfalls noch relevant:
- Ich müsste einige Male im Monat zum Hauptsitz reisen. Die Reisekosten werden vollständig übernommen.
- Ich bekomme ein eigenes Büro sowie Laptop und Mobiltelefon, wobei ich beides auch privat nutzen darf.
- Über einen Firmenwagen soll zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal gesprochen werden.
- Beim Gehalt wurde mir gesagt, dass man nach einem Jahr noch einmal darüber sprechen könne.
Bei den Kommentaren zu meinen Examensnoten bin ich allerdings etwas unsicher, wie ich das einordnen soll. Natürlich sind gute Noten im juristischen Bereich wichtig, aber offenbar waren sie für dieses Unternehmen bei der Einstellung nicht das entscheidende Kriterium – zumal die Stelle auch für Diplom- und Wirtschaftsjuristen ausgeschrieben war.
Ich habe außerdem noch ein weiteres Kennenlern-/Bewerbungsgespräch bei einem Unternehmen, das bereits einen Sitz in Deutschland hat. Darüber hinaus laufen noch weitere Bewerbungen. Dort wurden teilweise Gehälter ab ca. 70k genannt. Allerdings ist natürlich überhaupt nicht sicher, ob ich eine dieser Stellen am Ende tatsächlich bekomme.
Deshalb ist meine Situation momentan etwas schwierig: Ich habe jetzt ein konkretes Angebot mit 56k und einer aus meiner Sicht interessanten, aber durchaus anspruchsvollen Aufgabe. Gleichzeitig habe ich noch andere Optionen, bei denen die Rahmenbedingungen und das Gehalt möglicherweise besser sein könnten, aber eben noch keine Zusage.
Ich werde deshalb auf jeden Fall noch einmal versuchen, über das Gehalt bzw. die Einstufung zu sprechen.









