14.08.2026, 13:56
Hey guys allen Geschlechts,
ich durchdenke seit einiger Zeit ein Konzept und würde gern eure Meinungen dazu erfragen. Vielleicht ist es unwirtschaftlich aber umsetzbar, oder unwirtschaftlich und bescheuert. Ein Blick von Außen würde helfen.
Kolleg:innen und ich verhandeln gerade die Eröffnung einer eigenen Kanzlei. Noch ist nichts fest, und deshalb erlaubt der derzeitige Status eben auch den einen oder anderen gedanklichen Schlaganfall.
Ich überlege, ob es nicht machbar ist, eine Art Lernkanzlei für Jurist:innen mit niedrigen Noten, bevorzugt aus dem EVD, aktiv einzubeziehen, solange von einer (für mich vertrauenswürdigen) Seite die Nachricht kommt: "Kann was. Noten sind nur blöd, weil xy." Schlechte Noten können jede:n aus absolut allen Gründen treffen, auch sehr talentierte Kolleg:innen. Weil der Start mit solchen Noten fachlich und emotional schwierig sein kann, wäre meine Idee Folgende:
Ich miete grundsätzlich eine größere Kanzlei an, als wir bisher bräuchten, und wir nehmen dort für einen Zeitraum von plus/minus einem Jahr eine festgelegte Anzahl von neuen Anwalt:innen auf. Diese haben dort die Gelegenheit, bei Gelegenheit betreut zu werden, ein Ansprechpartner ist eh immer da.
Das Projekt soll dazu dienen, Kompetenzen zu festigen, Selbstsicherheit zu fördern, Berufserfahrung zu ermöglichen, ohne dass der Grundsatz "Wenn du das nicht sofort kannst, bist du ein Loser und hast in Jura nichts verloren" aufzugreifen, einfach weil er bescheuert ist.
Dass dafür WIRKLICH alte Hasen mit eingebunden werden müssen, ist klar.
Surprise, das ist kein gewinnerbringendes Konzept. Muss es auch nicht. Es geht um Perspektive für Menschen mit suboptimal Startbedingungen und eine andere soziale Atmosphäre im juristischen Zusammenhang.
Meint ihr, dafür gäbe es überhaupt Interessent:innen? Oder kennt ihr ein ähnliches Konzept und könnt mir sagen, an wen man sich da wenden kann, um sich zu vernetzen?
Sagst mir gern wenn's ne Schnapsidee ist.
Grüße aus Kyiv!
ich durchdenke seit einiger Zeit ein Konzept und würde gern eure Meinungen dazu erfragen. Vielleicht ist es unwirtschaftlich aber umsetzbar, oder unwirtschaftlich und bescheuert. Ein Blick von Außen würde helfen.
Kolleg:innen und ich verhandeln gerade die Eröffnung einer eigenen Kanzlei. Noch ist nichts fest, und deshalb erlaubt der derzeitige Status eben auch den einen oder anderen gedanklichen Schlaganfall.
Ich überlege, ob es nicht machbar ist, eine Art Lernkanzlei für Jurist:innen mit niedrigen Noten, bevorzugt aus dem EVD, aktiv einzubeziehen, solange von einer (für mich vertrauenswürdigen) Seite die Nachricht kommt: "Kann was. Noten sind nur blöd, weil xy." Schlechte Noten können jede:n aus absolut allen Gründen treffen, auch sehr talentierte Kolleg:innen. Weil der Start mit solchen Noten fachlich und emotional schwierig sein kann, wäre meine Idee Folgende:
Ich miete grundsätzlich eine größere Kanzlei an, als wir bisher bräuchten, und wir nehmen dort für einen Zeitraum von plus/minus einem Jahr eine festgelegte Anzahl von neuen Anwalt:innen auf. Diese haben dort die Gelegenheit, bei Gelegenheit betreut zu werden, ein Ansprechpartner ist eh immer da.
Das Projekt soll dazu dienen, Kompetenzen zu festigen, Selbstsicherheit zu fördern, Berufserfahrung zu ermöglichen, ohne dass der Grundsatz "Wenn du das nicht sofort kannst, bist du ein Loser und hast in Jura nichts verloren" aufzugreifen, einfach weil er bescheuert ist.
Dass dafür WIRKLICH alte Hasen mit eingebunden werden müssen, ist klar.
Surprise, das ist kein gewinnerbringendes Konzept. Muss es auch nicht. Es geht um Perspektive für Menschen mit suboptimal Startbedingungen und eine andere soziale Atmosphäre im juristischen Zusammenhang.
Meint ihr, dafür gäbe es überhaupt Interessent:innen? Oder kennt ihr ein ähnliches Konzept und könnt mir sagen, an wen man sich da wenden kann, um sich zu vernetzen?
Sagst mir gern wenn's ne Schnapsidee ist.
Grüße aus Kyiv!
14.08.2026, 14:01
(14.08.2026, 13:56)hyaene_mit_hut schrieb: Hey guys allen Geschlechts,
ich durchdenke seit einiger Zeit ein Konzept und würde gern eure Meinungen dazu erfragen. Vielleicht ist es unwirtschaftlich aber umsetzbar, oder unwirtschaftlich und bescheuert. Ein Blick von Außen würde helfen.
Kolleg:innen und ich verhandeln gerade die Eröffnung einer eigenen Kanzlei. Noch ist nichts fest, und deshalb erlaubt der derzeitige Status eben auch den einen oder anderen gedanklichen Schlaganfall.
Ich überlege, ob es nicht machbar ist, eine Art Lernkanzlei für Jurist:innen mit niedrigen Noten, bevorzugt aus dem EVD, aktiv einzubeziehen, solange von einer (für mich vertrauenswürdigen) Seite die Nachricht kommt: "Kann was. Noten sind nur blöd, weil xy." Schlechte Noten können jede:n aus absolut allen Gründen treffen, auch sehr talentierte Kolleg:innen. Weil der Start mit solchen Noten fachlich und emotional schwierig sein kann, wäre meine Idee Folgende:
Ich miete grundsätzlich eine größere Kanzlei an, als wir bisher bräuchten, und wir nehmen dort für einen Zeitraum von plus/minus einem Jahr eine festgelegte Anzahl von neuen Anwalt:innen auf. Diese haben dort die Gelegenheit, bei Gelegenheit betreut zu werden, ein Ansprechpartner ist eh immer da.
Das Projekt soll dazu dienen, Kompetenzen zu festigen, Selbstsicherheit zu fördern, Berufserfahrung zu ermöglichen, ohne dass der Grundsatz "Wenn du das nicht sofort kannst, bist du ein Loser und hast in Jura nichts verloren" aufzugreifen, einfach weil er bescheuert ist.
Dass dafür WIRKLICH alte Hasen mit eingebunden werden müssen, ist klar.
Surprise, das ist kein gewinnerbringendes Konzept. Muss es auch nicht. Es geht um Perspektive für Menschen mit suboptimal Startbedingungen und eine andere soziale Atmosphäre im juristischen Zusammenhang.
Meint ihr, dafür gäbe es überhaupt Interessent:innen? Oder kennt ihr ein ähnliches Konzept und könnt mir sagen, an wen man sich da wenden kann, um sich zu vernetzen?
Sagst mir gern wenn's ne Schnapsidee ist.
Grüße aus Kyiv!
Also persönlich finde ich die Idee nicht schlecht, allerdings frage ich mich, wer soll das denn zahlen? Das kostet ja auch alles entsprechend und die Anwälte müssen ja auch bezahlt werden etc. 😅
14.08.2026, 14:12
(14.08.2026, 14:01)JurisRef schrieb:(14.08.2026, 13:56)hyaene_mit_hut schrieb: Hey guys allen Geschlechts,
ich durchdenke seit einiger Zeit ein Konzept und würde gern eure Meinungen dazu erfragen. Vielleicht ist es unwirtschaftlich aber umsetzbar, oder unwirtschaftlich und bescheuert. Ein Blick von Außen würde helfen.
Kolleg:innen und ich verhandeln gerade die Eröffnung einer eigenen Kanzlei. Noch ist nichts fest, und deshalb erlaubt der derzeitige Status eben auch den einen oder anderen gedanklichen Schlaganfall.
Ich überlege, ob es nicht machbar ist, eine Art Lernkanzlei für Jurist:innen mit niedrigen Noten, bevorzugt aus dem EVD, aktiv einzubeziehen, solange von einer (für mich vertrauenswürdigen) Seite die Nachricht kommt: "Kann was. Noten sind nur blöd, weil xy." Schlechte Noten können jede:n aus absolut allen Gründen treffen, auch sehr talentierte Kolleg:innen. Weil der Start mit solchen Noten fachlich und emotional schwierig sein kann, wäre meine Idee Folgende:
Ich miete grundsätzlich eine größere Kanzlei an, als wir bisher bräuchten, und wir nehmen dort für einen Zeitraum von plus/minus einem Jahr eine festgelegte Anzahl von neuen Anwalt:innen auf. Diese haben dort die Gelegenheit, bei Gelegenheit betreut zu werden, ein Ansprechpartner ist eh immer da.
Das Projekt soll dazu dienen, Kompetenzen zu festigen, Selbstsicherheit zu fördern, Berufserfahrung zu ermöglichen, ohne dass der Grundsatz "Wenn du das nicht sofort kannst, bist du ein Loser und hast in Jura nichts verloren" aufzugreifen, einfach weil er bescheuert ist.
Dass dafür WIRKLICH alte Hasen mit eingebunden werden müssen, ist klar.
Surprise, das ist kein gewinnerbringendes Konzept. Muss es auch nicht. Es geht um Perspektive für Menschen mit suboptimal Startbedingungen und eine andere soziale Atmosphäre im juristischen Zusammenhang.
Meint ihr, dafür gäbe es überhaupt Interessent:innen? Oder kennt ihr ein ähnliches Konzept und könnt mir sagen, an wen man sich da wenden kann, um sich zu vernetzen?
Sagst mir gern wenn's ne Schnapsidee ist.
Grüße aus Kyiv!
Also persönlich finde ich die Idee nicht schlecht, allerdings frage ich mich, wer soll das denn zahlen? Das kostet ja auch alles entsprechend und die Anwälte müssen ja auch bezahlt werden etc. 😅
In dem Fall: Ich. Ich bin Alleinerbin meines Vaters, und habe nicht nur sein Geld, sondern auch die Ansprüche gegen Dritte aufgrund seines katastrophalen Todes geerbt. Geld ist also da, ich plane nicht, es zu behalten, und muss auch für keine eigene Familie vorsorgen. Also stecke ich es in Sozialprojekte, und vielleicht hier rein.
14.08.2026, 16:48
(14.08.2026, 14:12)hyaene_mit_hut schrieb:(14.08.2026, 14:01)JurisRef schrieb:(14.08.2026, 13:56)hyaene_mit_hut schrieb: Hey guys allen Geschlechts,
ich durchdenke seit einiger Zeit ein Konzept und würde gern eure Meinungen dazu erfragen. Vielleicht ist es unwirtschaftlich aber umsetzbar, oder unwirtschaftlich und bescheuert. Ein Blick von Außen würde helfen.
Kolleg:innen und ich verhandeln gerade die Eröffnung einer eigenen Kanzlei. Noch ist nichts fest, und deshalb erlaubt der derzeitige Status eben auch den einen oder anderen gedanklichen Schlaganfall.
Ich überlege, ob es nicht machbar ist, eine Art Lernkanzlei für Jurist:innen mit niedrigen Noten, bevorzugt aus dem EVD, aktiv einzubeziehen, solange von einer (für mich vertrauenswürdigen) Seite die Nachricht kommt: "Kann was. Noten sind nur blöd, weil xy." Schlechte Noten können jede:n aus absolut allen Gründen treffen, auch sehr talentierte Kolleg:innen. Weil der Start mit solchen Noten fachlich und emotional schwierig sein kann, wäre meine Idee Folgende:
Ich miete grundsätzlich eine größere Kanzlei an, als wir bisher bräuchten, und wir nehmen dort für einen Zeitraum von plus/minus einem Jahr eine festgelegte Anzahl von neuen Anwalt:innen auf. Diese haben dort die Gelegenheit, bei Gelegenheit betreut zu werden, ein Ansprechpartner ist eh immer da.
Das Projekt soll dazu dienen, Kompetenzen zu festigen, Selbstsicherheit zu fördern, Berufserfahrung zu ermöglichen, ohne dass der Grundsatz "Wenn du das nicht sofort kannst, bist du ein Loser und hast in Jura nichts verloren" aufzugreifen, einfach weil er bescheuert ist.
Dass dafür WIRKLICH alte Hasen mit eingebunden werden müssen, ist klar.
Surprise, das ist kein gewinnerbringendes Konzept. Muss es auch nicht. Es geht um Perspektive für Menschen mit suboptimal Startbedingungen und eine andere soziale Atmosphäre im juristischen Zusammenhang.
Meint ihr, dafür gäbe es überhaupt Interessent:innen? Oder kennt ihr ein ähnliches Konzept und könnt mir sagen, an wen man sich da wenden kann, um sich zu vernetzen?
Sagst mir gern wenn's ne Schnapsidee ist.
Grüße aus Kyiv!
Also persönlich finde ich die Idee nicht schlecht, allerdings frage ich mich, wer soll das denn zahlen? Das kostet ja auch alles entsprechend und die Anwälte müssen ja auch bezahlt werden etc. 😅
In dem Fall: Ich. Ich bin Alleinerbin meines Vaters, und habe nicht nur sein Geld, sondern auch die Ansprüche gegen Dritte aufgrund seines katastrophalen Todes geerbt. Geld ist also da, ich plane nicht, es zu behalten, und muss auch für keine eigene Familie vorsorgen. Also stecke ich es in Sozialprojekte, und vielleicht hier rein.
Finde die Idee sehr cool! Bin noch nicht lange aus dem Ref raus und weiß von vielen, dass sie der Druck der ersten Monate und vllt ja auch Jahre als RA/RAin zermürbt. Ich glaube, dass der Anwaltschaft dadurch viele gute Leute verloren gehen.
Insofern wünsche ich Dir (und der Anwaltschaft), dass sich dein Projekt als tragbar und machbar erweist. Viel Erfolg!
14.08.2026, 17:45
Ich hätte nicht mitgemacht, denn ja, ich habe damals das 2. StEx aufgrund verschiedener Umstände versemmelt, aber ich bin nicht blöd und brauche auch nicht den entsprechenden Stempel. Den Stempel gab es nämlich während des EVD schon von den Ausbildern zu genüge. Außerdem würde es sich herumsprechen, dass die Leute aus eurer Kanzlei ein schlechtes Staatsexamen haben und damit kann man jeden Außenauftritt bei LinkeIn usw. vergessen.
Ich habe ganz normal in einer normalen Kanzlei angefangen. Das reichte aus.
Nimm es mir nicht übel, wenn ich ablehnend reagiere, aber mich triggert dein Post extrem. Man hat uns damals behandelt wie kleine, dumme, unmündige Kinder, aber das waren wir weder damals, noch sind wir es heute. Wir brauchten keine Sonderbehandlung nach dem bestandenen 2. StEx. Inzwischen sind wir alle beruflich erfolgreich und keiner würde vermuten, dass wir zwei Anläufe gebraucht haben. Wir sind auch nicht nur deshalb erfolgreich geworden, weil uns jemand besonders unterstützt hat. Wir haben es wie jeder andere auf ganz normalem Wege geschafft. Einer von meiner EVD-Truppe ist mit 12 Punkten im Anschluss Richter geworden. Eine andere war ein wahrer Strafrechtscrack und wir alle haben uns gewundert, warum jemand allwissendes wie sie durchs Examen gefallen kann. Sie brauchte keine Nachhilfe. Ein enges Familienmitglied war unmittelbar vor dem Examen verstorben. Das hatte sie aus der Bahn geworfen.
Deswegen, nett gemeint, aber nein danke. Es reicht, wenn jede normale Kanzlei Berufsanfängern mit schlechter Note eine Chance gibt. Dafür braucht man keine Sonderkanzlei, die keiner im Lebenslauf stehen haben möchte.
Ich habe ganz normal in einer normalen Kanzlei angefangen. Das reichte aus.
Nimm es mir nicht übel, wenn ich ablehnend reagiere, aber mich triggert dein Post extrem. Man hat uns damals behandelt wie kleine, dumme, unmündige Kinder, aber das waren wir weder damals, noch sind wir es heute. Wir brauchten keine Sonderbehandlung nach dem bestandenen 2. StEx. Inzwischen sind wir alle beruflich erfolgreich und keiner würde vermuten, dass wir zwei Anläufe gebraucht haben. Wir sind auch nicht nur deshalb erfolgreich geworden, weil uns jemand besonders unterstützt hat. Wir haben es wie jeder andere auf ganz normalem Wege geschafft. Einer von meiner EVD-Truppe ist mit 12 Punkten im Anschluss Richter geworden. Eine andere war ein wahrer Strafrechtscrack und wir alle haben uns gewundert, warum jemand allwissendes wie sie durchs Examen gefallen kann. Sie brauchte keine Nachhilfe. Ein enges Familienmitglied war unmittelbar vor dem Examen verstorben. Das hatte sie aus der Bahn geworfen.
Deswegen, nett gemeint, aber nein danke. Es reicht, wenn jede normale Kanzlei Berufsanfängern mit schlechter Note eine Chance gibt. Dafür braucht man keine Sonderkanzlei, die keiner im Lebenslauf stehen haben möchte.
14.08.2026, 18:35
(14.08.2026, 17:45)Egal_ schrieb: Ich hätte nicht mitgemacht, denn ja, ich habe damals das 2. StEx aufgrund verschiedener Umstände versemmelt, aber ich bin nicht blöd und brauche auch nicht den entsprechenden Stempel. Den Stempel gab es nämlich während des EVD schon von den Ausbildern zu genüge. Außerdem würde es sich herumsprechen, dass die Leute aus eurer Kanzlei ein schlechtes Staatsexamen haben und damit kann man jeden Außenauftritt bei LinkeIn usw. vergessen.
Ich habe ganz normal in einer normalen Kanzlei angefangen. Das reichte aus.
Nimm es mir nicht übel, wenn ich ablehnend reagiere, aber mich triggert dein Post extrem. Man hat uns damals behandelt wie kleine, dumme, unmündige Kinder, aber das waren wir weder damals, noch sind wir es heute. Wir brauchten keine Sonderbehandlung nach dem bestandenen 2. StEx. Inzwischen sind wir alle beruflich erfolgreich und keiner würde vermuten, dass wir zwei Anläufe gebraucht haben. Wir sind auch nicht nur deshalb erfolgreich geworden, weil uns jemand besonders unterstützt hat. Wir haben es wie jeder andere auf ganz normalem Wege geschafft. Einer von meiner EVD-Truppe ist mit 12 Punkten im Anschluss Richter geworden. Eine andere war ein wahrer Strafrechtscrack und wir alle haben uns gewundert, warum jemand allwissendes wie sie durchs Examen gefallen kann. Sie brauchte keine Nachhilfe. Ein enges Familienmitglied war unmittelbar vor dem Examen verstorben. Das hatte sie aus der Bahn geworfen.
Deswegen, nett gemeint, aber nein danke. Es reicht, wenn jede normale Kanzlei Berufsanfängern mit schlechter Note eine Chance gibt. Dafür braucht man keine Sonderkanzlei, die keiner im Lebenslauf stehen haben möchte.
Sehe ich genauso. Das zahlt mehr auf das Narrativ ein als das es etwas beseitigt.
Wenn jemand über zu viele freie Mittel verfügt, kann man damit eher wirklich bedürftige Menschen unterstützen oder irgendwie im Ref ansetzen und hier Unterstützung anbieten.
Das was hier beschrieben wird, sollte eigentlich (fast) jede Kanzlei sein. Sich ein Bild von den Menschen machen, bei guten Gefühl einstellen und dann ausbilden ist hoffentlich kein wirkliches Alleinstellungsmerkmal.
14.08.2026, 20:07
(14.08.2026, 17:45)Egal_ schrieb: Ich hätte nicht mitgemacht, denn ja, ich habe damals das 2. StEx aufgrund verschiedener Umstände versemmelt, aber ich bin nicht blöd und brauche auch nicht den entsprechenden Stempel. Den Stempel gab es nämlich während des EVD schon von den Ausbildern zu genüge. Außerdem würde es sich herumsprechen, dass die Leute aus eurer Kanzlei ein schlechtes Staatsexamen haben und damit kann man jeden Außenauftritt bei LinkeIn usw. vergessen.
Ich habe ganz normal in einer normalen Kanzlei angefangen. Das reichte aus.
Nimm es mir nicht übel, wenn ich ablehnend reagiere, aber mich triggert dein Post extrem. Man hat uns damals behandelt wie kleine, dumme, unmündige Kinder, aber das waren wir weder damals, noch sind wir es heute. Wir brauchten keine Sonderbehandlung nach dem bestandenen 2. StEx. Inzwischen sind wir alle beruflich erfolgreich und keiner würde vermuten, dass wir zwei Anläufe gebraucht haben. Wir sind auch nicht nur deshalb erfolgreich geworden, weil uns jemand besonders unterstützt hat. Wir haben es wie jeder andere auf ganz normalem Wege geschafft. Einer von meiner EVD-Truppe ist mit 12 Punkten im Anschluss Richter geworden. Eine andere war ein wahrer Strafrechtscrack und wir alle haben uns gewundert, warum jemand allwissendes wie sie durchs Examen gefallen kann. Sie brauchte keine Nachhilfe. Ein enges Familienmitglied war unmittelbar vor dem Examen verstorben. Das hatte sie aus der Bahn geworfen.
Deswegen, nett gemeint, aber nein danke. Es reicht, wenn jede normale Kanzlei Berufsanfängern mit schlechter Note eine Chance gibt. Dafür braucht man keine Sonderkanzlei, die keiner im Lebenslauf stehen haben möchte.
Alles in Ordnung. Ich nehme das nicht übel. Man sieht die überschießende Reaktion ja deutlich, die weniger mit der Idee als den schlechten Erfahrungen, die du so wie es klingt gemacht hast, zusammenhängen.
Er Einwand ist grundsätzlich valide, und ich werde ihn gründlich durchdenken. Es geht hierbei allerdings ausdrücklich NICHT darum, irgendwen zu bevormunden, als minder zu behandeln (wtf?), oder reihenweise fachlich schlechte Leute einzustellen, um ihnen einen angenehmeren Start ins Berufsleben zu bereiten oder ein solches erst zu ermöglichen. Es geht darum, talentierten Menschen, die aus welchen Gründen auch immer im Examen nicht so abgeliefert haben wie gewünscht, zu unterstützen. Es geht darum, Zusammenarbeit zu ermöglichen, wenn sich Berufsanfänger mehr Begleitung wünschen, als die Realität oft hergibt. Es werden genauso Leute dort arbeiten, die notentechnisch im Richteramt hätten landen können, sich letztlich aber dagegen entschieden haben, wie eben zum Beispiel ich (und nicht nur ich).
Aber ich sehe den objektiven Punkt, auf den du hinaus willst.
14.08.2026, 20:10
(14.08.2026, 18:35)Homer S. schrieb:(14.08.2026, 17:45)Egal_ schrieb: Ich hätte nicht mitgemacht, denn ja, ich habe damals das 2. StEx aufgrund verschiedener Umstände versemmelt, aber ich bin nicht blöd und brauche auch nicht den entsprechenden Stempel. Den Stempel gab es nämlich während des EVD schon von den Ausbildern zu genüge. Außerdem würde es sich herumsprechen, dass die Leute aus eurer Kanzlei ein schlechtes Staatsexamen haben und damit kann man jeden Außenauftritt bei LinkeIn usw. vergessen.
Ich habe ganz normal in einer normalen Kanzlei angefangen. Das reichte aus.
Nimm es mir nicht übel, wenn ich ablehnend reagiere, aber mich triggert dein Post extrem. Man hat uns damals behandelt wie kleine, dumme, unmündige Kinder, aber das waren wir weder damals, noch sind wir es heute. Wir brauchten keine Sonderbehandlung nach dem bestandenen 2. StEx. Inzwischen sind wir alle beruflich erfolgreich und keiner würde vermuten, dass wir zwei Anläufe gebraucht haben. Wir sind auch nicht nur deshalb erfolgreich geworden, weil uns jemand besonders unterstützt hat. Wir haben es wie jeder andere auf ganz normalem Wege geschafft. Einer von meiner EVD-Truppe ist mit 12 Punkten im Anschluss Richter geworden. Eine andere war ein wahrer Strafrechtscrack und wir alle haben uns gewundert, warum jemand allwissendes wie sie durchs Examen gefallen kann. Sie brauchte keine Nachhilfe. Ein enges Familienmitglied war unmittelbar vor dem Examen verstorben. Das hatte sie aus der Bahn geworfen.
Deswegen, nett gemeint, aber nein danke. Es reicht, wenn jede normale Kanzlei Berufsanfängern mit schlechter Note eine Chance gibt. Dafür braucht man keine Sonderkanzlei, die keiner im Lebenslauf stehen haben möchte.
Sehe ich genauso. Das zahlt mehr auf das Narrativ ein als das es etwas beseitigt.
Wenn jemand über zu viele freie Mittel verfügt, kann man damit eher wirklich bedürftige Menschen unterstützen oder irgendwie im Ref ansetzen und hier Unterstützung anbieten.
Das was hier beschrieben wird, sollte eigentlich (fast) jede Kanzlei sein. Sich ein Bild von den Menschen machen, bei guten Gefühl einstellen und dann ausbilden ist hoffentlich kein wirkliches Alleinstellungsmerkmal.
Den Punkt erkenne ich an. Was ich allerdings ergänzen muss, ist, dass das nicht in jeder Kanzlei der Fall ist. Das war nicht einmal im Ref überall der Fall, und bei anderen sehe ich in der Jobsuche sehr klar, dass sie aufgrund von Noten direkt aussortiert werden - oder dass sie Bewerber direkt aussortieren, die kein VB oder besser haben, wenn sie Leute suchen.
Auf Mentoringprogramme zu verzichten führt ja leider nicht dazu, dass andere Kanzleien anfangen, umzudenken.
14.08.2026, 20:14
Was ich allerdings noch einmal herausstellen möchte: Es ist schade, wie schlecht die Erfahrungen sind, die offenbar im EVD zum Teil gesammelt werden. Umso dankbarer bin ich für unseren EVD am OLG Hamm. Wir sind als Menschen mit Potential behandelt worden, nicht als Gescheiterte. Und dass unter uns auch wirkliche cracks waren, hat sich ja nun auch gezeigt. Also in der Hinsicht: Nochmal Liebe an das OLG Hamm mit seinem EVD.
14.08.2026, 20:20
(14.08.2026, 18:35)Homer S. schrieb:(14.08.2026, 17:45)Egal_ schrieb: Ich hätte nicht mitgemacht, denn ja, ich habe damals das 2. StEx aufgrund verschiedener Umstände versemmelt, aber ich bin nicht blöd und brauche auch nicht den entsprechenden Stempel. Den Stempel gab es nämlich während des EVD schon von den Ausbildern zu genüge. Außerdem würde es sich herumsprechen, dass die Leute aus eurer Kanzlei ein schlechtes Staatsexamen haben und damit kann man jeden Außenauftritt bei LinkeIn usw. vergessen.
Ich habe ganz normal in einer normalen Kanzlei angefangen. Das reichte aus.
Nimm es mir nicht übel, wenn ich ablehnend reagiere, aber mich triggert dein Post extrem. Man hat uns damals behandelt wie kleine, dumme, unmündige Kinder, aber das waren wir weder damals, noch sind wir es heute. Wir brauchten keine Sonderbehandlung nach dem bestandenen 2. StEx. Inzwischen sind wir alle beruflich erfolgreich und keiner würde vermuten, dass wir zwei Anläufe gebraucht haben. Wir sind auch nicht nur deshalb erfolgreich geworden, weil uns jemand besonders unterstützt hat. Wir haben es wie jeder andere auf ganz normalem Wege geschafft. Einer von meiner EVD-Truppe ist mit 12 Punkten im Anschluss Richter geworden. Eine andere war ein wahrer Strafrechtscrack und wir alle haben uns gewundert, warum jemand allwissendes wie sie durchs Examen gefallen kann. Sie brauchte keine Nachhilfe. Ein enges Familienmitglied war unmittelbar vor dem Examen verstorben. Das hatte sie aus der Bahn geworfen.
Deswegen, nett gemeint, aber nein danke. Es reicht, wenn jede normale Kanzlei Berufsanfängern mit schlechter Note eine Chance gibt. Dafür braucht man keine Sonderkanzlei, die keiner im Lebenslauf stehen haben möchte.
Sehe ich genauso. Das zahlt mehr auf das Narrativ ein als das es etwas beseitigt.
Wenn jemand über zu viele freie Mittel verfügt, kann man damit eher wirklich bedürftige Menschen unterstützen oder irgendwie im Ref ansetzen und hier Unterstützung anbieten.
Das was hier beschrieben wird, sollte eigentlich (fast) jede Kanzlei sein. Sich ein Bild von den Menschen machen, bei guten Gefühl einstellen und dann ausbilden ist hoffentlich kein wirkliches Alleinstellungsmerkmal.
Also die sicher niemals repräsentative Nahbereichsempirie in meinem Umfeld sagt mir: das, was TE bieten will (Ausbildung ohne Druck), ist die Ausnahme. 😄










