06.08.2026, 13:26
Hi Zusammen,
ich bin auf der Suche nach ein paar konkreten Tipps für ein erfolgreiches Ref / 2. Examen in Bayern nach der Promotion.
Ich habe direkt nach dem 1. Examen mit der Promotion begonnen und möchte nun ab Oktober mit dem Referendariat in Bayern starten. Mein 1. Examen wird zu diesem Zeitpunkt ca. 3 Jahre her sein. In der Zeit habe ich absolut gar nichts mit klassischem Examensstoff zu tun gehabt und werde vor Beginn des Referendariats auch keine Zeit haben, das materielle Recht aufzufrischen, da ich nur gerade so mit der Diss fertig werde.
Entsprechend habe ich einen Großteil des materiellen Rechts vergessen, gehe aber davon aus bzw. hoffe, dass das Wissen schneller wiederkommt als es sich zurzeit anfühlt. Darüber hinaus habe ich natürlich einige Entwicklung in Recht und Rechtsprechung verpasst.
Gibt es hier Leute, die mit ähnlichen Voraussetzungen mit dem Referendariat angefangen haben? Habt ihr ein paar konkrete Tipps, wie man am effizientesten den neuen Stoff lernt und gleichzeitig das materielle Recht aufholen kann (v.a. in Bayern). Ich habe schon mitbekommen, dass es wohl Zeitverschwendung ist, die gesammelten Materialien aus dem 1. Examen zu wiederholen, aber es erschließt sich mit nicht ganz, womit ich stattdessen arbeiten soll. Kaiser-Bücher zu materiellem Recht scheinen mir in Bayern nicht allzu viel Sinn zu machen (oder?). Ein VB wäre definitiv das Ziel.
Danke euch für jeden Tipp!
ich bin auf der Suche nach ein paar konkreten Tipps für ein erfolgreiches Ref / 2. Examen in Bayern nach der Promotion.
Ich habe direkt nach dem 1. Examen mit der Promotion begonnen und möchte nun ab Oktober mit dem Referendariat in Bayern starten. Mein 1. Examen wird zu diesem Zeitpunkt ca. 3 Jahre her sein. In der Zeit habe ich absolut gar nichts mit klassischem Examensstoff zu tun gehabt und werde vor Beginn des Referendariats auch keine Zeit haben, das materielle Recht aufzufrischen, da ich nur gerade so mit der Diss fertig werde.
Entsprechend habe ich einen Großteil des materiellen Rechts vergessen, gehe aber davon aus bzw. hoffe, dass das Wissen schneller wiederkommt als es sich zurzeit anfühlt. Darüber hinaus habe ich natürlich einige Entwicklung in Recht und Rechtsprechung verpasst.
Gibt es hier Leute, die mit ähnlichen Voraussetzungen mit dem Referendariat angefangen haben? Habt ihr ein paar konkrete Tipps, wie man am effizientesten den neuen Stoff lernt und gleichzeitig das materielle Recht aufholen kann (v.a. in Bayern). Ich habe schon mitbekommen, dass es wohl Zeitverschwendung ist, die gesammelten Materialien aus dem 1. Examen zu wiederholen, aber es erschließt sich mit nicht ganz, womit ich stattdessen arbeiten soll. Kaiser-Bücher zu materiellem Recht scheinen mir in Bayern nicht allzu viel Sinn zu machen (oder?). Ein VB wäre definitiv das Ziel.
Danke euch für jeden Tipp!
06.08.2026, 19:55
Bei mir war das ähnlich. Ich hatte eine Ausbildungszeitschrift abonniert und außerdem unterrichtet, dadurch war ich ziemlich im Thema geblieben. Öffentliches Recht ist ohnehin viel neu, wie wäre es für Zivilrecht nochmal etwas wie Medicus, BürgR (oder wie heißt das inzwischen?) durchzuarbeiten? Ansonsten fand ich fürs Ref Schellhammer Zivilprozess sehr gut, von dem gibt es ja auch etwas zum materiellen Recht, vielleicht wäre das etwas?
07.08.2026, 08:54
Hi, also ich hatte auch eine ähnliche Situation, bin drei Jahre nach der Mündlichen und nahtlos nach Diss-Abgabe ins Ref gestartet, kann zumindest zu dem ersten Punkt was sagen: Ich hatte versucht mich vor Refbeginn wieder einzuarbeiten, u.a. mit Karteikarten o.Ä. Das klappte wirklich eher semi mangels Motivation und dementsprechend hatte ich durchaus etwas Angst, komplett ahnungslos ins Ref zu starten. Retrospektiv stellte sich das als unbegründet heraus. Trotz einer Diss in einem komplett anderen Thema war und ist erstaunlich viel Wissen im Unterbewusstsein gespeichert, sodass es aktuell (2. Station) auch ohne voriger intensiver Selbstlerneinheit im Ref ziemlich gut klappt. Lange Rede kurzer Sinn: du weißt sicherlich noch mehr, als du aktuell vielleicht denkst, und der Rest kommt eigentlich mit der Arbeit an Fällen wieder. Die übliche Ref-Ausbildungsliteratur (mit den individuellen Vorzügen, dass muss man sich eigentlich selbst alles anschauen) und das "normale" Lernen parallel zum Ref reichen eigentlich.
07.08.2026, 11:10
(07.08.2026, 08:54)Dissenting Opinion schrieb: Hi, also ich hatte auch eine ähnliche Situation, bin drei Jahre nach der Mündlichen und nahtlos nach Diss-Abgabe ins Ref gestartet, kann zumindest zu dem ersten Punkt was sagen: Ich hatte versucht mich vor Refbeginn wieder einzuarbeiten, u.a. mit Karteikarten o.Ä. Das klappte wirklich eher semi mangels Motivation und dementsprechend hatte ich durchaus etwas Angst, komplett ahnungslos ins Ref zu starten. Retrospektiv stellte sich das als unbegründet heraus. Trotz einer Diss in einem komplett anderen Thema war und ist erstaunlich viel Wissen im Unterbewusstsein gespeichert, sodass es aktuell (2. Station) auch ohne voriger intensiver Selbstlerneinheit im Ref ziemlich gut klappt. Lange Rede kurzer Sinn: du weißt sicherlich noch mehr, als du aktuell vielleicht denkst, und der Rest kommt eigentlich mit der Arbeit an Fällen wieder. Die übliche Ref-Ausbildungsliteratur (mit den individuellen Vorzügen, dass muss man sich eigentlich selbst alles anschauen) und das "normale" Lernen parallel zum Ref reichen eigentlich.
+ 1, stimme meinem Vorredner in allem zu. Hatte ebenfalls 3 Jahre zwischen erstem Examen und Ref-Beginn, wo ich mich überhaupt nicht mit Examensstoff befasst habe und habe mich ehrlich gesagt überhaupt nicht besonders auf das Ref vorbereitet. Man ist ganz erstaunt, wieviel Grundwissen noch hängen geblieben ist und wie schnell es wiederkommt, wenn man sich die Sachen nochmal anschaut. Ich habe zwar nicht in Bayern Examen geschrieben, materiell-rechtlich fand ich das Kaiserskript zum materiellen Zivilrecht aber gar nicht verkehrt. Das habe ich parallel zu meinen Karteikarten aus dem ersten Examen durchgearbeitet, wobei ich meine Karteikarten nur zur Ergänzung oder Vertiefung herangezogen habe, wenn mir etwas nicht klar war.
07.08.2026, 20:53
Ich habe am ersten Tag des Refs meine Diss abgegeben. Das 1. Examen war zu dieser Zeit bereits über drei Jahre her. Ich habe es im Ergebnis nicht nur nicht als Nachteil, sondern sogar als Vorteil empfunden. Für das 1. Examen hat man sich ja doch einiges an Grundlagenwissen und Systemverständnis im Langzeitgedächtnis gespeichert, das noch da ist. Ich hatte auch nebenbei unterrichtet und war so ein wenig im Stoff geblieben. Gerade im Vergleich zu anderen Referendaren hatte ich nach meinem Eindruck viel unnützen Balast abgeworfen (Meinungsstreitigkeiten, die niemanden mehr interessieren) und war nicht allzu stark im Gutachtenstil gefangen, so dass ich mich schnell an den Urteilsstil anpassen konnte.
Fazit: Mach Dir keine Sorgen!
Fazit: Mach Dir keine Sorgen!









