19.06.2026, 10:09
(18.06.2026, 18:07)Ref0815 schrieb:(18.06.2026, 11:06)Egal_ schrieb: Es ist unterschiedlich. Bei uns im Tochterunternehmen eines bekannten Konzerns spielt die Note nur eine untergeordnete Rolle, aber in der Muttergesellschaft ist das anders und wird wohl auch durchgezogen. Ich selbst habe bis jetzt, 12 Jahre nach meinem 2. StEx, immer noch Nachteile, weil mein zweites StEx nicht sehr gut war. Aktuell bewerbe ich mich nicht, aber im letzten Bewerbungsprozess 2024 lag die Quote ca. bei 50:50, ob es die Unternehmen interessiert oder nicht.
Interessant. Schon hart, dass nach so viel Erfahrung noch Wert auf eine Momentaufnahme von vor 12 Jahren wert gelegt, zumal man den Großteil des Wissens von damals eh wieder vergessen hat und nicht braucht.
Wie hast du von den potentiellen Arbeitgebern erfahren, dass es an der Note scheitert? Über das Vorstellungsgespräch? Oft weiß man ja bei Absagen dank AGG ja überhaupt nicht woran die Absage letztendlich lag...
Schau dir mal Ausschreibungen von großen (Dax) Konzernen an, neulich gab es eine von BMW meine ich. Da steht relativ eindeutig drinnen was die sich Notentechnisch vorstellen + welche Erfahrung... Natürlich werden die es selten einfach in die Absage schreiben, lässt sich aber bei solchen AG einfach über die Ausschreibung rauslesen.
19.06.2026, 15:29
(19.06.2026, 10:09)ForumBenutzer schrieb:(18.06.2026, 18:07)Ref0815 schrieb:(18.06.2026, 11:06)Egal_ schrieb: Es ist unterschiedlich. Bei uns im Tochterunternehmen eines bekannten Konzerns spielt die Note nur eine untergeordnete Rolle, aber in der Muttergesellschaft ist das anders und wird wohl auch durchgezogen. Ich selbst habe bis jetzt, 12 Jahre nach meinem 2. StEx, immer noch Nachteile, weil mein zweites StEx nicht sehr gut war. Aktuell bewerbe ich mich nicht, aber im letzten Bewerbungsprozess 2024 lag die Quote ca. bei 50:50, ob es die Unternehmen interessiert oder nicht.
Interessant. Schon hart, dass nach so viel Erfahrung noch Wert auf eine Momentaufnahme von vor 12 Jahren wert gelegt, zumal man den Großteil des Wissens von damals eh wieder vergessen hat und nicht braucht.
Wie hast du von den potentiellen Arbeitgebern erfahren, dass es an der Note scheitert? Über das Vorstellungsgespräch? Oft weiß man ja bei Absagen dank AGG ja überhaupt nicht woran die Absage letztendlich lag...
Schau dir mal Ausschreibungen von großen (Dax) Konzernen an, neulich gab es eine von BMW meine ich. Da steht relativ eindeutig drinnen was die sich Notentechnisch vorstellen + welche Erfahrung... Natürlich werden die es selten einfach in die Absage schreiben, lässt sich aber bei solchen AG einfach über die Ausschreibung rauslesen.
Hatte mich dort als Referendar beworben. VB im Examen, der Rest vom Lebenslauf schaut auch gut aus. Gab trotzdem noch vor dem Vorstellungsgespräch eine Absage. Und ja, in deren Absage steht relativ direkt, dass es andere Bewerber gab, die besser waren.
Allerdings ist ein DAX Konzern wie BMW (hoffentlich) nicht der Maßstab. Die können es sich eben aussuchen, auch weil sich auf eine Stelle dort sicherlich hunderte bewerben. Das dürfte bei KMUs besser sein, hoffe ich jedenfalls.
19.06.2026, 17:17
(19.06.2026, 15:29)Ref0815 schrieb:Ich arbeite derzent in einem KMU und ja dort sieht es besser aus, aber nur wenn es keine "gute Firma" ist bspw. IG Metall und gutes Standing usw. Irgendeine Oldschool Familienbude mit veralteten Strukturen? (bei mir der Fall) Ja da geht mehr... aber eben auch für weniger Geld :D(19.06.2026, 10:09)ForumBenutzer schrieb:(18.06.2026, 18:07)Ref0815 schrieb:(18.06.2026, 11:06)Egal_ schrieb: Es ist unterschiedlich. Bei uns im Tochterunternehmen eines bekannten Konzerns spielt die Note nur eine untergeordnete Rolle, aber in der Muttergesellschaft ist das anders und wird wohl auch durchgezogen. Ich selbst habe bis jetzt, 12 Jahre nach meinem 2. StEx, immer noch Nachteile, weil mein zweites StEx nicht sehr gut war. Aktuell bewerbe ich mich nicht, aber im letzten Bewerbungsprozess 2024 lag die Quote ca. bei 50:50, ob es die Unternehmen interessiert oder nicht.
Interessant. Schon hart, dass nach so viel Erfahrung noch Wert auf eine Momentaufnahme von vor 12 Jahren wert gelegt, zumal man den Großteil des Wissens von damals eh wieder vergessen hat und nicht braucht.
Wie hast du von den potentiellen Arbeitgebern erfahren, dass es an der Note scheitert? Über das Vorstellungsgespräch? Oft weiß man ja bei Absagen dank AGG ja überhaupt nicht woran die Absage letztendlich lag...
Schau dir mal Ausschreibungen von großen (Dax) Konzernen an, neulich gab es eine von BMW meine ich. Da steht relativ eindeutig drinnen was die sich Notentechnisch vorstellen + welche Erfahrung... Natürlich werden die es selten einfach in die Absage schreiben, lässt sich aber bei solchen AG einfach über die Ausschreibung rauslesen.
Hatte mich dort als Referendar beworben. VB im Examen, der Rest vom Lebenslauf schaut auch gut aus. Gab trotzdem noch vor dem Vorstellungsgespräch eine Absage. Und ja, in deren Absage steht relativ direkt, dass es andere Bewerber gab, die besser waren.
Allerdings ist ein DAX Konzern wie BMW (hoffentlich) nicht der Maßstab. Die können es sich eben aussuchen, auch weil sich auf eine Stelle dort sicherlich hunderte bewerben. Das dürfte bei KMUs besser sein, hoffe ich jedenfalls.
19.06.2026, 20:49
(18.06.2026, 18:07)Ref0815 schrieb:(18.06.2026, 11:06)Egal_ schrieb: Es ist unterschiedlich. Bei uns im Tochterunternehmen eines bekannten Konzerns spielt die Note nur eine untergeordnete Rolle, aber in der Muttergesellschaft ist das anders und wird wohl auch durchgezogen. Ich selbst habe bis jetzt, 12 Jahre nach meinem 2. StEx, immer noch Nachteile, weil mein zweites StEx nicht sehr gut war. Aktuell bewerbe ich mich nicht, aber im letzten Bewerbungsprozess 2024 lag die Quote ca. bei 50:50, ob es die Unternehmen interessiert oder nicht.
Interessant. Schon hart, dass nach so viel Erfahrung noch Wert auf eine Momentaufnahme von vor 12 Jahren wert gelegt, zumal man den Großteil des Wissens von damals eh wieder vergessen hat und nicht braucht.
Wie hast du von den potentiellen Arbeitgebern erfahren, dass es an der Note scheitert? Über das Vorstellungsgespräch? Oft weiß man ja bei Absagen dank AGG ja überhaupt nicht woran die Absage letztendlich lag...
Es ist natürlich nur eine Vermutung, aber wenn ich 100% exakt (also wirklich 100%) die gleiche Tätigkeit zuvor ausgeübt habe, wie sie in der Stellenbeschreibung gefordert wird und ich das im Anschreiben und Lebenslauf auch deutlich mache, frage ich mich schon, woran es sonst gelegen haben könnte. Da ich auf der anderen Seite auch immer wieder Vorstellungsgespräche hatte, können meine Bewerbungsunterlagen ja nicht so schlecht sein. Auch denke ich, dass ich kein sozial inkompenter Nerd bin, da ich mit Menschen sonst keine Probleme habe und mir z.B. nach einem sehr gut gelaufenen zweiten Bewerbungsgespräch, wo man sich auch persönlich sympathisch war, mitgeteilt wurde, dass ich nur knapp als zweite Favoritin gescheitert bin.
Also es kann dann eigentlich nur noch der Grund sein, dass für manche mein schlechtes 2. StEx ein NoGo ist.
Manchmal kamen auch Anfragen von Headhuntern wie "Wir suchen für unseren Kunden jemanden, der die und die Vorkenntnisse hat" und ich denke mir erstmal "ja, passt". Dann kommen wir im Gespräch zu meiner Examensnote und die sind überrascht, dass jemand mit meiner Note nicht als FWW-Anwalt arbeitet, sondern es in eine mittelständische WPG geschafft hat und Kenntnisse im M&A hat. Das scheint manche wirklich zu überraschen. Aber ja hey, mein damaliger Chef hat sich nicht von meinem 2. StEx abschrecken lassen und offenbar war ich auch gut in dem, was ich gemacht habe, wenn ich 7 Jahre dort gearbeitet und selbst gewechselt habe, also nicht gekündigt worden bin.
Inzwischen habe ich damit abgeschlossen, weil ich bei meinem jetzigen Arbeitgeber und jetzigen Chef sehr zufrieden bin und bis zur Rente hier bleiben will, aber es ist dennoch frustrierend, weil es dumm ist. Wie du oder jemand anderes schrieb, bin ich nämlich nicht mehr die junge, unerfahrene Referendarin, die vor dem 2. StEx ausgebrannt war und sich deswegen mit dem Lernen schwer tat. Ich habe Berufserfahrung in den Rechtgebieten, auf die ich mich beworben habe und einen Fachanwaltstitel, aber für manche spielt das keine Rolle.
Diese Erfahrung musste auch eine Freundin von mir machen, die mit 2xa bei der IHK arbeitet und Unternehmen und Kanzleien im Wirtschaftsrecht berät und Vorträge hält. Sie ist gut in dem was sie macht und keiner, der sie sieht, würde auf die Idee kommen, dass sie nur 2xa hat. Da spielen wohl eine Menge Vorurteile mit rein und das Prestige, das angeblich leiden würde, wenn herauskommt, dass man unter Note X einstellt.
20.06.2026, 08:04
Ich finde den Notenwahn auch stumpfsinnig und unnötig. Ich habe zwar gute Noten aber mir persönlich wäre ein Unternehmen dass stumpf nach „wir nehmen nur 2xVB Leute“ sowieso nicht recht. Ich mag allgemein den typischen juristischen Vibe nicht.
Damals als Referendarin in der Gerichtskantine hat der Vorsitzende erzählt dass er immer noch eine Ungerechtigkeit aus 1984 mit dem GJPA offen hätte - sie hätten ihm damals auf die Zwangsvollstreckungsklausur nur 11 Punkte gegeben. Das kannst du dir nicht ausdenken :D
Damals als Referendarin in der Gerichtskantine hat der Vorsitzende erzählt dass er immer noch eine Ungerechtigkeit aus 1984 mit dem GJPA offen hätte - sie hätten ihm damals auf die Zwangsvollstreckungsklausur nur 11 Punkte gegeben. Das kannst du dir nicht ausdenken :D
20.06.2026, 18:58
Ich glaube, das ist so: Wenn sich auf eine Stelle 10 Juristen bewerben und fünf als erkennbar ungeeignet und drei als unsympathisch rausfallen, gibt es immer noch zwei, die man einstellen kann. Wer sich mittelfristig als die bessere Wahl rausstellen wird, ist offen. Dann wird halt der mit zwei Punkten mehr eingestellt, weil es immer noch objektiver ist als nach einer Nuance besseres Gefühl im Vorstellungsgespräch entscheiden. An irgendwas muss man es halt festmachen, und da ist die Note ein vergleichsweise einleuchtendes Argument.
20.06.2026, 19:44
(20.06.2026, 08:04)Joko schrieb: Ich finde den Notenwahn auch stumpfsinnig und unnötig. Ich habe zwar gute Noten aber mir persönlich wäre ein Unternehmen dass stumpf nach „wir nehmen nur 2xVB Leute“ sowieso nicht recht. Ich mag allgemein den typischen juristischen Vibe nicht.
Damals als Referendarin in der Gerichtskantine hat der Vorsitzende erzählt dass er immer noch eine Ungerechtigkeit aus 1984 mit dem GJPA offen hätte - sie hätten ihm damals auf die Zwangsvollstreckungsklausur nur 11 Punkte gegeben. Das kannst du dir nicht ausdenken :D
Und eigentlich wollte er doch nur mit seinen 11 Punkten prahlen...
Bin da auch ganz auf deiner Seite.
20.06.2026, 23:07
(19.06.2026, 20:49)Egal_ schrieb:(18.06.2026, 18:07)Ref0815 schrieb:(18.06.2026, 11:06)Egal_ schrieb: Es ist unterschiedlich. Bei uns im Tochterunternehmen eines bekannten Konzerns spielt die Note nur eine untergeordnete Rolle, aber in der Muttergesellschaft ist das anders und wird wohl auch durchgezogen. Ich selbst habe bis jetzt, 12 Jahre nach meinem 2. StEx, immer noch Nachteile, weil mein zweites StEx nicht sehr gut war. Aktuell bewerbe ich mich nicht, aber im letzten Bewerbungsprozess 2024 lag die Quote ca. bei 50:50, ob es die Unternehmen interessiert oder nicht.
Interessant. Schon hart, dass nach so viel Erfahrung noch Wert auf eine Momentaufnahme von vor 12 Jahren wert gelegt, zumal man den Großteil des Wissens von damals eh wieder vergessen hat und nicht braucht.
Wie hast du von den potentiellen Arbeitgebern erfahren, dass es an der Note scheitert? Über das Vorstellungsgespräch? Oft weiß man ja bei Absagen dank AGG ja überhaupt nicht woran die Absage letztendlich lag...
Es ist natürlich nur eine Vermutung, aber wenn ich 100% exakt (also wirklich 100%) die gleiche Tätigkeit zuvor ausgeübt habe, wie sie in der Stellenbeschreibung gefordert wird und ich das im Anschreiben und Lebenslauf auch deutlich mache, frage ich mich schon, woran es sonst gelegen haben könnte. Da ich auf der anderen Seite auch immer wieder Vorstellungsgespräche hatte, können meine Bewerbungsunterlagen ja nicht so schlecht sein. Auch denke ich, dass ich kein sozial inkompenter Nerd bin, da ich mit Menschen sonst keine Probleme habe und mir z.B. nach einem sehr gut gelaufenen zweiten Bewerbungsgespräch, wo man sich auch persönlich sympathisch war, mitgeteilt wurde, dass ich nur knapp als zweite Favoritin gescheitert bin.
Also es kann dann eigentlich nur noch der Grund sein, dass für manche mein schlechtes 2. StEx ein NoGo ist.
Manchmal kamen auch Anfragen von Headhuntern wie "Wir suchen für unseren Kunden jemanden, der die und die Vorkenntnisse hat" und ich denke mir erstmal "ja, passt". Dann kommen wir im Gespräch zu meiner Examensnote und die sind überrascht, dass jemand mit meiner Note nicht als FWW-Anwalt arbeitet, sondern es in eine mittelständische WPG geschafft hat und Kenntnisse im M&A hat. Das scheint manche wirklich zu überraschen. Aber ja hey, mein damaliger Chef hat sich nicht von meinem 2. StEx abschrecken lassen und offenbar war ich auch gut in dem, was ich gemacht habe, wenn ich 7 Jahre dort gearbeitet und selbst gewechselt habe, also nicht gekündigt worden bin.
Inzwischen habe ich damit abgeschlossen, weil ich bei meinem jetzigen Arbeitgeber und jetzigen Chef sehr zufrieden bin und bis zur Rente hier bleiben will, aber es ist dennoch frustrierend, weil es dumm ist. Wie du oder jemand anderes schrieb, bin ich nämlich nicht mehr die junge, unerfahrene Referendarin, die vor dem 2. StEx ausgebrannt war und sich deswegen mit dem Lernen schwer tat. Ich habe Berufserfahrung in den Rechtgebieten, auf die ich mich beworben habe und einen Fachanwaltstitel, aber für manche spielt das keine Rolle.
Diese Erfahrung musste auch eine Freundin von mir machen, die mit 2xa bei der IHK arbeitet und Unternehmen und Kanzleien im Wirtschaftsrecht berät und Vorträge hält. Sie ist gut in dem was sie macht und keiner, der sie sieht, würde auf die Idee kommen, dass sie nur 2xa hat. Da spielen wohl eine Menge Vorurteile mit rein und das Prestige, das angeblich leiden würde, wenn herauskommt, dass man unter Note X einstellt.
Danke für deine ausführliche Antwort. Dann bin ich mal gespannt was der Weg so für Minen bereithält, ich bin gerade in einer ähnlichen Situation wie du, nur eben 12 Jahre später. Erstes Examen VB, zweites eher enttäuschend. Mal sehen ob mir das 2. Ex langfristig im Weg stehen wird.
Allerdings zeigt dein Beispiel ja auch, dass es auch anders geht und es auch Personalentscheider gibt, bei denen man nicht gleich nur wegen der Note auf dem Absagenstapel landet. Von daher - wird schon werden. Und mit einem Fachanwaltstitel und guten Arbeitszeugnissen kommt man sicher auch weiter, vielleicht nicht überall, aber zumindest bei manchen.
Freut mich auf jeden Fall, dass du was gefunden hast mit dem du jetzt glücklich bist!
21.06.2026, 13:53
(20.06.2026, 23:07)Ref0815 schrieb:(19.06.2026, 20:49)Egal_ schrieb:(18.06.2026, 18:07)Ref0815 schrieb:(18.06.2026, 11:06)Egal_ schrieb: Es ist unterschiedlich. Bei uns im Tochterunternehmen eines bekannten Konzerns spielt die Note nur eine untergeordnete Rolle, aber in der Muttergesellschaft ist das anders und wird wohl auch durchgezogen. Ich selbst habe bis jetzt, 12 Jahre nach meinem 2. StEx, immer noch Nachteile, weil mein zweites StEx nicht sehr gut war. Aktuell bewerbe ich mich nicht, aber im letzten Bewerbungsprozess 2024 lag die Quote ca. bei 50:50, ob es die Unternehmen interessiert oder nicht.
Interessant. Schon hart, dass nach so viel Erfahrung noch Wert auf eine Momentaufnahme von vor 12 Jahren wert gelegt, zumal man den Großteil des Wissens von damals eh wieder vergessen hat und nicht braucht.
Wie hast du von den potentiellen Arbeitgebern erfahren, dass es an der Note scheitert? Über das Vorstellungsgespräch? Oft weiß man ja bei Absagen dank AGG ja überhaupt nicht woran die Absage letztendlich lag...
Es ist natürlich nur eine Vermutung, aber wenn ich 100% exakt (also wirklich 100%) die gleiche Tätigkeit zuvor ausgeübt habe, wie sie in der Stellenbeschreibung gefordert wird und ich das im Anschreiben und Lebenslauf auch deutlich mache, frage ich mich schon, woran es sonst gelegen haben könnte. Da ich auf der anderen Seite auch immer wieder Vorstellungsgespräche hatte, können meine Bewerbungsunterlagen ja nicht so schlecht sein. Auch denke ich, dass ich kein sozial inkompenter Nerd bin, da ich mit Menschen sonst keine Probleme habe und mir z.B. nach einem sehr gut gelaufenen zweiten Bewerbungsgespräch, wo man sich auch persönlich sympathisch war, mitgeteilt wurde, dass ich nur knapp als zweite Favoritin gescheitert bin.
Also es kann dann eigentlich nur noch der Grund sein, dass für manche mein schlechtes 2. StEx ein NoGo ist.
Manchmal kamen auch Anfragen von Headhuntern wie "Wir suchen für unseren Kunden jemanden, der die und die Vorkenntnisse hat" und ich denke mir erstmal "ja, passt". Dann kommen wir im Gespräch zu meiner Examensnote und die sind überrascht, dass jemand mit meiner Note nicht als FWW-Anwalt arbeitet, sondern es in eine mittelständische WPG geschafft hat und Kenntnisse im M&A hat. Das scheint manche wirklich zu überraschen. Aber ja hey, mein damaliger Chef hat sich nicht von meinem 2. StEx abschrecken lassen und offenbar war ich auch gut in dem, was ich gemacht habe, wenn ich 7 Jahre dort gearbeitet und selbst gewechselt habe, also nicht gekündigt worden bin.
Inzwischen habe ich damit abgeschlossen, weil ich bei meinem jetzigen Arbeitgeber und jetzigen Chef sehr zufrieden bin und bis zur Rente hier bleiben will, aber es ist dennoch frustrierend, weil es dumm ist. Wie du oder jemand anderes schrieb, bin ich nämlich nicht mehr die junge, unerfahrene Referendarin, die vor dem 2. StEx ausgebrannt war und sich deswegen mit dem Lernen schwer tat. Ich habe Berufserfahrung in den Rechtgebieten, auf die ich mich beworben habe und einen Fachanwaltstitel, aber für manche spielt das keine Rolle.
Diese Erfahrung musste auch eine Freundin von mir machen, die mit 2xa bei der IHK arbeitet und Unternehmen und Kanzleien im Wirtschaftsrecht berät und Vorträge hält. Sie ist gut in dem was sie macht und keiner, der sie sieht, würde auf die Idee kommen, dass sie nur 2xa hat. Da spielen wohl eine Menge Vorurteile mit rein und das Prestige, das angeblich leiden würde, wenn herauskommt, dass man unter Note X einstellt.
Danke für deine ausführliche Antwort. Dann bin ich mal gespannt was der Weg so für Minen bereithält, ich bin gerade in einer ähnlichen Situation wie du, nur eben 12 Jahre später. Erstes Examen VB, zweites eher enttäuschend. Mal sehen ob mir das 2. Ex langfristig im Weg stehen wird.
Allerdings zeigt dein Beispiel ja auch, dass es auch anders geht und es auch Personalentscheider gibt, bei denen man nicht gleich nur wegen der Note auf dem Absagenstapel landet. Von daher - wird schon werden. Und mit einem Fachanwaltstitel und guten Arbeitszeugnissen kommt man sicher auch weiter, vielleicht nicht überall, aber zumindest bei manchen.
Freut mich auf jeden Fall, dass du was gefunden hast mit dem du jetzt glücklich bist!
Danke. Ja, zum Glück denken nicht alle so und so finden auch die meisten Juristen mit einem oder zwei schlechten Examen ihre Lücke, in der sie erfolgreich sind. Den viel zitierten Taxifahrer, der Jura studiert hat, habe ich zumindest noch nicht kennengelernt :-)
21.06.2026, 15:21









