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Alternativen für Juristen - Erfahrungen
Gast133
Junior Member
**
Beiträge: 24
Themen: 2
Registriert seit: Jun 2025
#1
10.06.2026, 15:09
Hallo zusammen,
ich bin Volljuristin und habe knapp 9 Monate Berufserfahrung als Rechtsanwältin. Derzeit bin ich arbeitslos und befinde mich beruflich ein wenig in einer Orientierungsphase. In den letzten Monaten habe ich gemerkt, dass der klassische Anwaltsberuf möglicherweise nicht ganz zu mir passt – oder zumindest nicht in der Form, wie ich ihn bisher erlebt habe. Die Arbeitsbedingungen, die hohen Erwartungen und die oft fehlende Planbarkeit belasten mich mehr, als ich es mir vorgestellt hatte.

Eigentlich wünsche ich mir eher einen geregelten Arbeitsalltag, idealerweise etwas in Richtung „9-to-5“ oder eine Tätigkeit mit der Möglichkeit, remote zu arbeiten. Auch der öffentliche Dienst käme für mich grundsätzlich infrage, sowohl als Angestellte als auch perspektivisch als Beamtin.
Dabei muss es nicht zwingend ein klassischer juristischer Beruf sein. Ich mag Jura und arbeite gerne mit juristischen Fragestellungen, aber ich muss nicht ausschließlich hochspezialisiert juristisch tätig sein. Deshalb würde mich interessieren:
  • Welche Alternativen zum klassischen Anwaltsberuf gibt es für Volljurist:innen?
  • Gibt es vielleicht auch weniger bekannte oder unkonventionelle Karrierewege?
  • Hat jemand selbst den Wechsel aus der Anwaltschaft in einen anderen Bereich geschafft und kann von seinen Erfahrungen berichten?

Momentan macht mir Jura leider nicht besonders viel Freude. Ich glaube allerdings, dass das auch mit meiner aktuellen Situation zusammenhängt und nicht unbedingt bedeutet, dass ich das Fach an sich nicht mag. Trotzdem fehlt mir derzeit die Motivation, den bisherigen Weg einfach weiterzugehen. Ich freue mich über eure Erfahrungen, Ideen und Anregungen.
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medoLAW
Member
***
Beiträge: 68
Themen: 5
Registriert seit: Sep 2023
#2
10.06.2026, 20:26
Alternative Karrierewege würden mich auch interessieren!
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 11.06.2026, 20:19 von medoLAW.)
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Silverywintersweet
Junior Member
**
Beiträge: 22
Themen: 4
Registriert seit: Mar 2026
#3
Gestern, 13:36
Hallo!
Ich hab jetzt 5 Jahre als Anwältin gearbeitet und auch gekündigt, weil es mir keinen Spaß in meiner Kanzlei mehr gemacht hat. Ich bin mit meiner Chefin gar nicht klar gekommen. Viele erwarten irgendwie  eine 24/7 Erreichbarkeit, dass man auch im Urlaub stets erreichbar ist und Überstunden gelten ja auch als selbstverständlich. Dafür ist mir die Bezahlung dann auch einfach nicht gut genug gewesen. Ich versuch jetzt mein Glück in der Justiz. Aber hab momentan auch eine Phase, in der ich hinterfrage, ob die klassischen juristischen Berufe wirklich was für mich sind. Ich find die Bezahlung einfach nicht wirklich leistungsgerecht für das, was erwartet wird. Wenn ich mir Freunde angucke, die tariflich bezahlt werden, kann ich nur neidisch werden.
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ForumBenutzer
Senior Member
****
Beiträge: 276
Themen: 5
Registriert seit: Feb 2023
#4
Gestern, 14:11
Je nach Unternehmen oder bspw. in einer Versicherung kann ich den Beruf als Syndikusrechtsanwalt eigentlich empfehlen. Relativ planbare Arbeitszeiten, bei uns meist 7/8-16/17 Uhr. Theoretisch 99% der Aufgaben remote möglich, wären da nicht altmodische Inhaber, besonders im Mittelstand leider oft nicht mehr als 3 Tage durchsetzbar. Die besonders Zeitkritischen Sachen (im Regelfall sind das ja nur Gerichtsverfahren, nervige Anliegen von CEO's mal außen vor) werden ja ohnehin extern vergeben an Kanzleien. Ich schreibe regelmäßig bspw. um 16 Uhr an externe Anwälte ne Anfrage und gehe dann heim. Am nächsten Morgen bis 8 Uhr habe ich dann in 90% der Fälle eine Antwort und kann damit weiter arbeiten. Überstunden mache ich nur wenn ich mehr Urlaubstage rausarbeiten will oder die Bude brennt, das aber auch eher nur für Führungskräfte relevant bspw. Head of Legal oder General Counsel. Nachteil bei mir ist z.B. dass ich kaum noch juristische Arbeite sondern primär Verträge prüfe, das ist auf Dauer schon recht eintönig und auch ein Grund wieso ich diesen Job nicht länger machen will, da ich mehr Anspruch an meine eigene fachliche Entwicklung habe.
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zriwi
Junior Member
**
Beiträge: 4
Themen: 1
Registriert seit: May 2026
#5
Gestern, 15:20
(Gestern, 14:11)ForumBenutzer schrieb:  Je nach Unternehmen oder bspw. in einer Versicherung kann ich den Beruf als Syndikusrechtsanwalt eigentlich empfehlen. Relativ planbare Arbeitszeiten, bei uns meist 7/8-16/17 Uhr. Theoretisch 99% der Aufgaben remote möglich, wären da nicht altmodische Inhaber, besonders im Mittelstand leider oft nicht mehr als 3 Tage durchsetzbar. Die besonders Zeitkritischen Sachen (im Regelfall sind das ja nur Gerichtsverfahren, nervige Anliegen von CEO's mal außen vor) werden ja ohnehin extern vergeben an Kanzleien. Ich schreibe regelmäßig bspw. um 16 Uhr an externe Anwälte ne Anfrage und gehe dann heim. Am nächsten Morgen bis 8 Uhr habe ich dann in 90% der Fälle eine Antwort und kann damit weiter arbeiten. Überstunden mache ich nur wenn ich mehr Urlaubstage rausarbeiten will oder die Bude brennt, das aber auch eher nur für Führungskräfte relevant bspw. Head of Legal oder General Counsel. Nachteil bei mir ist z.B. dass ich kaum noch juristische Arbeite sondern primär Verträge prüfe, das ist auf Dauer schon recht eintönig und auch ein Grund wieso ich diesen Job nicht länger machen will, da ich mehr Anspruch an meine eigene fachliche Entwicklung habe.

Weißt du schon, in welche Richtung du dich umschauen möchtest? Da du Berufserfahrung mitbringst, dürftest du wahrscheinlich schnell etwas neues finden. Denkst du, dass es in anderen Unternehmen besser laufen kann oder möchtest du ganz was anderes machen? Ich überlege auch, mich als Syndikus zu bewerben, aber habe etwas Angst, fachlich zu verkümmern.
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Gast12354
Junior Member
**
Beiträge: 3
Themen: 1
Registriert seit: Jun 2024
#6
Vor 46 Minuten
Dann schau dir doch den öffentlichen Dienst an. 
Ich bin Beamter bei der Bundeswehr und deine Punkte treffen bei mir eig alle zu. Ich würde jetzt nicht sagen, dass es mein Traum ist, aber das wäre kein Beruf bei mir. 
Als Referent arbeitet man nicht klassisch juristisch (also Klagebearbeitung) sondern präventiv. Aber die tausenden von Dienstposten sind alle anders. Gibt auch in der Regel Home Office und die Arbeitszeiten sind wegen Gleitzeit sehr planbar. Am Wochenende wollte noch nie jemand was von mir, weil da auch alle anderen frei haben. Ich denke das wird erst auf Ministeriumsebene wanken.
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