06.06.2026, 11:26
Liebes Forum. Mag jemand Erfahrungswerte teilen aus der Zeit bei der StA im Rahmen der Proberichterzeit in BaWü (aber auch anderorts?). Mich würde interessieren wie ihr Einarbeitung, Workload, Kollegialität, HO-Möglichkeiten, Stresslevel, Spaß an der Arbeit usw. wahrgenommen habt. Ich habe ein wenig Respekt vor der Zeit bei der StA, da man ja oft von Unterbesetzung u.ä. hört. Danke euch!
06.06.2026, 12:40
Das ist von Behörde zu Behörde, Abteilung zu Abteilung, Dezernat zu Dezernat natürlich etwas unterschiedlich. Im Schnitt halte ich die hier und in den Medien kursierenden Horrorgeschichten für sehr weit weg vom Alltag in BW. Ich habe noch zu einigen Kollegen guten Kontakt und nicht den Eindruck, dass sie schwerst belastet sind. Natürlich ist der Einstieg zeitaufwändig. Aber normalerweise hat man hilfsbereite Kollegen und ALs, die helfen und für eine Qualitätssicherung sorgen. Für mich waren die Jahre bei der StA mit die schönsten im Berufsleben.
Weißt Du, was für ein Dezernat es wird? Baden oder Württemberg?
Weißt Du, was für ein Dezernat es wird? Baden oder Württemberg?
06.06.2026, 13:47
Danke fürs Teilen deiner Erfahrung! Dezernat kenne ich noch nicht, starte in Baden
Gab es denn die Möglichkeit von Homeoffice? (Ich starte wegen kleiner Kinder zuhause bewusst in Teilzeit, um die Mehrarbeit am Anfang gute stemmen zu können)
Gab es denn die Möglichkeit von Homeoffice? (Ich starte wegen kleiner Kinder zuhause bewusst in Teilzeit, um die Mehrarbeit am Anfang gute stemmen zu können)
06.06.2026, 20:36
Das wird bestimmt super, einen guten Start Dir! Ich war vor Corona, wie Home-Office heute ist, weiß ich nicht. Aber es gibt keine Zeiterfassung, insofern ist das im Grundsatz flexibel.
06.06.2026, 21:05
Arbeitszeiten bei der StA 8-20 Uhr in den ersten Jahren (Quelle: befreundeter Staatsanwalt aus BW)
06.06.2026, 23:47
(06.06.2026, 21:05)Daggel schrieb: Arbeitszeiten bei der StA 8-20 Uhr in den ersten Jahren (Quelle: befreundeter Staatsanwalt aus BW)
Das deckt sich auch mit meiner Erfahrung (allerdings nicht BW), wobei es, wie schon erwähnt wurde, sehr auf die Abteilung ("Massenabfertigung" wie in Verkehr oder Allgemein vs. Spezialabteilung) und das Dezernat (abgesoffen vs. aufgeräumt) ankommt.
Berücksichtigen muss man aber auch, dass es in BW Amtsanwälte gibt, die viel von der kleinen und mittleren "Alltagskriminalität" wegschaffen.
Viel Freude und Erfolg!
07.06.2026, 09:08
Wie gesagt, ich habe es so nicht erlaubt.
Außer den genannten gibt es noch zwei Faktoren: Zum einen die jeweiligen Vorgesetzten, also ob sie hilfreich sind (so bei mir) oder einem die Arbeit schwer machen. Vor allem aber kommt es auch auf Dich selbst an, wie schnell, strukturiert und taktisch geschickt Du arbeitest: Wenn der Vorsatz nicht nachzuweisen ist, wird nicht am objektiven Tatbestand rumermittelt, sondern eingestellt. Von 153 ff. wird sinnvoll Gebrauch gemacht. Die Polizei wird so angeleitet, dass die relevanten Tatsachen zügig ermittelt werden. Usw. Man glaubt gar nicht, wie unterschiedlich die Arbeitsweisen und damit auch die Arbeitszeiten auf gleichen Dezernaten sein können, und wohlgemerkt gerade bei kunstgerechter Arbeit.
Außer den genannten gibt es noch zwei Faktoren: Zum einen die jeweiligen Vorgesetzten, also ob sie hilfreich sind (so bei mir) oder einem die Arbeit schwer machen. Vor allem aber kommt es auch auf Dich selbst an, wie schnell, strukturiert und taktisch geschickt Du arbeitest: Wenn der Vorsatz nicht nachzuweisen ist, wird nicht am objektiven Tatbestand rumermittelt, sondern eingestellt. Von 153 ff. wird sinnvoll Gebrauch gemacht. Die Polizei wird so angeleitet, dass die relevanten Tatsachen zügig ermittelt werden. Usw. Man glaubt gar nicht, wie unterschiedlich die Arbeitsweisen und damit auch die Arbeitszeiten auf gleichen Dezernaten sein können, und wohlgemerkt gerade bei kunstgerechter Arbeit.
07.06.2026, 09:36
Der Bekannte arbeitet in der Abteilung für Wirtschaftsstrafrecht, da hast du halt auch sehr umfangreiche Verfahren...bei 80 bis 100 Neueingängen kannst du das wahrscheinlich nur mit hohem Arbeitspensum bewältigen.
07.06.2026, 11:08
Danke euch für´s Teilen! Ich nehme mit, dass man es schlicht nicht sagen kann, es aber wohl nicht schadet, sich auf eine gewisse Mehrbelastung am Anfang einzustellen
07.06.2026, 11:10
@Praktiker: Bist du inzwischen Richter/in und machst Strafrecht? Wie hat sich die Arbeitsbelastung entwickelt über die Jahre?










