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  5. Fühle mich wie der größte Versager
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Fühle mich wie der größte Versager
glanrw
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**
Beiträge: 1
Themen: 1
Registriert seit: May 2026
#1
12.05.2026, 22:52
Ich muss mich mal auskotzen und hoffe auf ein wenig Austausch, der mir aktuell fehlt. Bessert sich dieses Selbstbild irgendwann? Wie ist/war es bei euch?

Dieses Minderwertigkeitsgefühl hat jetzt, kurz vor dem Berufseinstieg, seinen absoluten Höhepunkt erreicht. Ich weiß nicht, was ich der juristischen Arbeitswelt bieten könnte. Mein größtes Problem ist, dass ich mich ständig vergleiche, mich bzgl. des Berufseinstiegs sorge und mein fachliches Können ausschließlich an meinen Noten festmache. Dass ich in beiden Examina meine Ziele nicht erreicht habe und nun der von mir geplante Berufseinstieg in einer bestimmten Kanzlei flachfällt, war nicht gerade hilfreich:
1. Examen schriftlich: 7,8. Mündliche Prüfung verlief sehr unglücklich und ich bin am Ende mit 7,6 raus. Neben mir wurde ein weiterer Mitprüfling runtergeprüft. Immerhin komme ich mit dem SP auf ein "VB". 
2. Examen schriftlich: 4,6. Nach der mündlichen immerhin noch auf 5,9 verbessert. Auch hier waren keine großen Notensprünge in der Gruppe zu verzeichnen. 

An dem einen Tag finde ich alles unfair: andere werden von 6 auf 9 hochgeprüft, hatten andere Startbedingungen, mussten nicht nebenher arbeiten und hatten keine Schwierigkeiten mit der Finanzierung eines VV. An anderen Tagen rede ich mir alles damit "schön", dass ich nun mal Pech mit der Kommission hatte, im 2. sämtliche meiner "Lücken" drankamen und ich trotz meines backgronds immerhin 2 juristische Staatsexamina in der Tasche habe. Aber dann denke ich mir: hättest du halt mal im 1. schriftlich 0,2 Punkte mehr geholt oder im 2. keine Lücken gehabt. Die anderen kriegen es ja auch hin und machen on top noch LLM und Dr.

Der aktuelle Arbeitsmarkt stimmt mich noch pessimistischer und ich habe Angst, keinen anständigen Job zu finden. Mein juristisches Umfeld war leider ziemlich toxisch und hat meinen Hang zu dieser ganzen Denkweise ziemlich verstärkt.

Das ganze Jura-System hat mich nervlich auseinander genommen und ich kann dieses Gedankenkarussell nicht abschalten. Kann es mit der steigenden Verantwortung im Beruf überhaupt besser werden? Dieses geringe Selbstwertgefühl strahlt man doch gewissermaßen aus. Was hat euch geholfen? Wann habt ihr euch von diesem Jura-Drama erholen können - sofern es euch auch so sehr zugesetzt hat?
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 12.05.2026, 22:57 von glanrw.)
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Egal_
Posting Freak
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Beiträge: 1.421
Themen: 1
Registriert seit: Feb 2022
#2
13.05.2026, 01:05
Blöder Spruch, aber er stimmt: Die Zeit heilt alle Wunden. Je größer der Abstand zum Examen wird, umso mehr wirst du gedanklich damit abschließen.
Hier im Forum sind diverse User, mich eingeschlossen, mit ähnlichen oder teils schlechteren Noten, und trotzdem sind wir alle unseren Weg gegangen. Auch du wirst es schaffen. Der Einstieg wird mit dem ausreichend im 2. StEx vermutlich etwas holprig werden, muss aber nicht. Jedenfalls geht es mit 1-2 Jahren Berufserfahrung bergauf. Von daher Kopf hoch. Das Leben erscheint dir derzeit schlimmer, als es ist. Du wirst zwar keine mega GK-Karriere mehr hinlegen, aber abseits dessen gibt es zahlreiche Möglichkeiten, trotzdem langfristig glücklich zu werden und (im Vergleich zu Ottonormalbürgern) sehr gut zu verdienen.
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Praktiker
Posting Freak
*****
Beiträge: 2.178
Themen: 0
Registriert seit: Apr 2021
#3
13.05.2026, 06:51
Ich kann das nur bestätigen: meine AG hatte neulich Examensjubiläum nach vielen Jahren, und ausnahmslos jeder ist seinen Weg gegangen und war zufrieden damit, auch die, wo man damals Zweifel hat haben können. Du kannst dich selbständig machen oder in der Verwaltung oder einer Kanzlei eine Nische finden. Es gibt viele Stellen, wo es nicht vorrangig auf die Note ankommt. Wenn die Großkanzlei oder das Nurnotariat Dein Traum war, ist er leider geplatzt (übrigens auch für Leute mit deutlich besseren Noten), ansonsten ist aber noch viel möglich.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 13.05.2026, 06:53 von Praktiker.)
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JurisRef
Member
***
Beiträge: 246
Themen: 6
Registriert seit: Dec 2023
#4
13.05.2026, 11:58
(12.05.2026, 22:52)glanrw schrieb:  Ich muss mich mal auskotzen und hoffe auf ein wenig Austausch, der mir aktuell fehlt. Bessert sich dieses Selbstbild irgendwann? Wie ist/war es bei euch?

Dieses Minderwertigkeitsgefühl hat jetzt, kurz vor dem Berufseinstieg, seinen absoluten Höhepunkt erreicht. Ich weiß nicht, was ich der juristischen Arbeitswelt bieten könnte. Mein größtes Problem ist, dass ich mich ständig vergleiche, mich bzgl. des Berufseinstiegs sorge und mein fachliches Können ausschließlich an meinen Noten festmache. Dass ich in beiden Examina meine Ziele nicht erreicht habe und nun der von mir geplante Berufseinstieg in einer bestimmten Kanzlei flachfällt, war nicht gerade hilfreich:
1. Examen schriftlich: 7,8. Mündliche Prüfung verlief sehr unglücklich und ich bin am Ende mit 7,6 raus. Neben mir wurde ein weiterer Mitprüfling runtergeprüft. Immerhin komme ich mit dem SP auf ein "VB". 
2. Examen schriftlich: 4,6. Nach der mündlichen immerhin noch auf 5,9 verbessert. Auch hier waren keine großen Notensprünge in der Gruppe zu verzeichnen. 

An dem einen Tag finde ich alles unfair: andere werden von 6 auf 9 hochgeprüft, hatten andere Startbedingungen, mussten nicht nebenher arbeiten und hatten keine Schwierigkeiten mit der Finanzierung eines VV. An anderen Tagen rede ich mir alles damit "schön", dass ich nun mal Pech mit der Kommission hatte, im 2. sämtliche meiner "Lücken" drankamen und ich trotz meines backgronds immerhin 2 juristische Staatsexamina in der Tasche habe. Aber dann denke ich mir: hättest du halt mal im 1. schriftlich 0,2 Punkte mehr geholt oder im 2. keine Lücken gehabt. Die anderen kriegen es ja auch hin und machen on top noch LLM und Dr.

Der aktuelle Arbeitsmarkt stimmt mich noch pessimistischer und ich habe Angst, keinen anständigen Job zu finden. Mein juristisches Umfeld war leider ziemlich toxisch und hat meinen Hang zu dieser ganzen Denkweise ziemlich verstärkt.

Das ganze Jura-System hat mich nervlich auseinander genommen und ich kann dieses Gedankenkarussell nicht abschalten. Kann es mit der steigenden Verantwortung im Beruf überhaupt besser werden? Dieses geringe Selbstwertgefühl strahlt man doch gewissermaßen aus. Was hat euch geholfen? Wann habt ihr euch von diesem Jura-Drama erholen können - sofern es euch auch so sehr zugesetzt hat?

Das Selbstwertgefühl ist bei mir auch im Keller momentan, obwohl das 2. Examen noch relativ gut ist, aber da sage ich mir auch immer, ich hatte einfach nur Glück mit der Prüferkommission. Eine andere Kommission hätte mich niemals so gut bewertet. Dann kamen die Vorstellungsgespräche und ich merke, dass ich einfach nicht mithalten kann und andere sich besser verkaufen können als ich. Kann dich daher ganz gut verstehen, dass du an dir zweifelst :( Aber denke, wenn man erstmal einen Job hat und damit zufrieden ist, heilt die Zeit irgendwann die Wunden. Und ja, die einen müssen arbeiten für die Finanzierung des VV, während andere es von Eltern problemlos finanziert bekommen, gleiches auch um Studium mit den Nebenjobs. Das fühlt sich dann im 1. Moment des Frusts unfair an
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Freidenkender
Posting Freak
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Beiträge: 782
Themen: 1
Registriert seit: Mar 2022
#5
13.05.2026, 13:21
keiner der das Examen bestanden hat, ist ein Versager! Ihr seid Gewinner!!!! Bitte behaltet das immer im Hinterkopf. Das Studium ist anspruchsvoll und es ist ein langer Weg, der sehr viel Selbstmotivation fordert. Und ich glaube da liegt so ein wenig das Problem. Nach dem Examen fällt sehr viel Druck ab und man fällt in ein gewisses Losch. Wenn dann bestimmte Wege verschlossen sind, dann mag das auf den ersten Blick enttäuschend sein, aber es gibt da draußen viele spannende Ecken, auf die man sich aber ggf einlassen muss.

Niemand aus meiner Ref-Gruppe hat keinen Job gefunden und heute mit etwas Abstand haben alle tolle Jobs. Die Bewerbungsphase ist sicher noch mal anstrengend und mit Rückschlägen verbunden. Auch das ist normal, aber bitte deswegen nicht als Versager fühlen. Selbst wenn es der vermeintliche Traumjob geworden wäre, es gibt hier im Forum genug Menschen, die auch damit nicht glücklich werden und sich neue Nischen suchen. Aber ich bin mir sicher, dass es mit etwas Zeit in tollen, erfüllenden Jobs landet. 

Bitte Kopf oben halten, ich finde toll was ihr geleistet habt!!!!!
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asesor
Junior Member
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Beiträge: 4
Themen: 0
Registriert seit: Mar 2026
#6
13.05.2026, 19:11
Mir geht es ganz genau so. Durch und durch von Selbstzweifeln geplagt. Angst vor dem Berufseinstieg und ich frage mich jeden Tag, was ich einem Arbeitgeber bieten könnte, da es sich so anfühlt, als hätte ich die letzten 8 Jahre nichts gelernt.

 Ich bin auch ein wenig wütend auf dieses Ausbildungssystem. Man wird sehr unzureichend auf den Beruf vorbereitet. Stattdessen wird man zu einer Subsumtionsmaschine erzogen. Da die KI zumindest jetzt schon sehr viel kann, wird es für den Juristen der Zukunft immer wichter statt Fachwissen auch Softskills, wie soziale Kompetenzen zu entwickeln. Das wird allerdings leider kein Stück gelehrt. Ich fühle mich einfach nur nutzlos für die Arbeitswelt.
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Freidenkender
Posting Freak
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Beiträge: 782
Themen: 1
Registriert seit: Mar 2022
#7
13.05.2026, 19:31
(13.05.2026, 19:01)asesor schrieb:  Mir geht es ganz genau so. Durch und durch von Selbstzweifeln geplagt. Angst vor dem Berufseinstieg und ich frage mich jeden Tag, was ich einem Arbeitgeber bieten könnte, da es sich so anfühlt, als hätte ich die letzten 8 Jahre nichts gelernt.

 Ich bin auch ein wenig wütend auf dieses Ausbildungssystem. Man wird sehr unzureichend auf den Beruf vorbereitet. Stattdessen wird man zu einer Subsumtionsmaschine erzogen. Da die KI zumindest jetzt schon sehr viel kann, wird es für den Juristen der Zukunft immer wichter statt Fachwissen auch Softskills, wie soziale Kompetenzen zu entwickeln. Das wird allerdings leider kein Stück gelehrt. Ich fühle mich einfach nur nutzlos für die Arbeitswelt.

bitte zieh dich selbst nicht runter. Du hast einem potentiellen AG eine Menge zu bieten. Du hast in deinem Studium nicht nur gelernt zu subsumieren. Meine Erfahrung nach über 10 Jahren als Führungskraft ist, dass Juristen sich sehr gut in neue Themenfelder einarbeiten können, eine eigene Strategie zur Problembeschreibung und Problemlösung haben. Die Denke ist nicht immer hilfreich im Leben aber bei juristischen Themen schon ;)

Ich gebe dir völlig Recht mit der Kritik an der Ausbildung. Soziale Kompetenzen kommen zu kurz und der Fokus liegt stark auf Justiz und öD. Aber du hast vielleicht mehr soziale Kompetenz als du denkst. Was ist mir als Führungskraft wichtig? Ich brauche jemanden, der anderen Menschen komplexe juristische Probleme erklären kann, jemanden der dabei nicht von oben herab ist, der Kompromisse aushandeln kann. Da sind mir Noten eher zweitrangig. Ich habe derzeit zB ein Team mit 9 Juristen für kollektives und individuelles Arbeitsrecht bei mir in der Abteilung. Noten von 2stellig bis ausreichend. Jeder ist sehr authentisch und daher super geeignet um mit Betriebsräten und Führungskräften auf Augenhöhe zu sprechen... das fachliche kann man lernen. Keiner erwartet nach dem Examen den Überflieger
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