17.04.2026, 22:51
Hallo, ihr Lieben!
Im Mai beginne ich nun endlich mein Referendariat und ich wollte euch fragen, welche Tipps ihr für mich und andere angehende Referendare für ein erfolgreiches Referendariat habt? Wie habt ihr den Spagat zwischen AG, Stationsarbeit und Lernen gemeistert? Wie habt ihr es mit der Wiederholung des materiellen Rechts gemacht? Was hat euch das Leben gerettet und was würdet ihr heute anders machen?
Ich freue mich über jede Antwort!
Im Mai beginne ich nun endlich mein Referendariat und ich wollte euch fragen, welche Tipps ihr für mich und andere angehende Referendare für ein erfolgreiches Referendariat habt? Wie habt ihr den Spagat zwischen AG, Stationsarbeit und Lernen gemeistert? Wie habt ihr es mit der Wiederholung des materiellen Rechts gemacht? Was hat euch das Leben gerettet und was würdet ihr heute anders machen?
Ich freue mich über jede Antwort!
Ich kann Dir empfehlen, zur Vorbereitung auf das Referendariat das Buch "99 Tipps & Hinweise für ein erfolgreiches Rechtsreferendariat" zu lesen. Das Buch gibt es als Print-Ausgabe und E-Book. Infos hierzu findest Du auf folgender Seite:
https://www.juristenkoffer.de/rechtsreferendariat/99-tipps-hinweise.php
Neben Tipps zur Planung des Referendariats beinhaltet das Buch auch viele hilfreiche Hinweise zur optimalen Examensvorbereitung sowie viele konkrete Tipps für das Schreiben der Klausuren.
https://www.juristenkoffer.de/rechtsreferendariat/99-tipps-hinweise.php
Neben Tipps zur Planung des Referendariats beinhaltet das Buch auch viele hilfreiche Hinweise zur optimalen Examensvorbereitung sowie viele konkrete Tipps für das Schreiben der Klausuren.
19.04.2026, 19:18
Früh genug, d.h. sofort mit dem Lernen anfangen und regelmäßig Klausuren lösen und/oder schreiben. Lange genug tauchen.
19.04.2026, 21:12
(19.04.2026, 19:18)Spencer schrieb: Früh genug, d.h. sofort mit dem Lernen anfangen und regelmäßig Klausuren lösen und/oder schreiben. Lange genug tauchen.
Bei mir beginnt das Ref. jetzt erst im Mai - ich hab die letzten Monate schon versucht etwas vorzulernen, aber mir auf Karteikarten zu schreiben, wie ich ein Urteil etc. verfassen muss, ist irgendwie ziemlich anstrakt, wenn man sowas nicht in der Praxis macht - was genau würdest du empfehlen am Anfang zu lernen?
19.04.2026, 21:48
(19.04.2026, 21:12)tillilill schrieb:Vorlernen ist vielleicht auch wieder übertrieben. Examensvorbereitung bedeutet Langstrecke, das muss man durchhalten, ohne dass einem auf der letzten Bergetappe (Tauchstation & Klausurenphase) die Puste ausgeht.(19.04.2026, 19:18)Spencer schrieb: Früh genug, d.h. sofort mit dem Lernen anfangen und regelmäßig Klausuren lösen und/oder schreiben. Lange genug tauchen.
Bei mir beginnt das Ref. jetzt erst im Mai - ich hab die letzten Monate schon versucht etwas vorzulernen, aber mir auf Karteikarten zu schreiben, wie ich ein Urteil etc. verfassen muss, ist irgendwie ziemlich anstrakt, wenn man sowas nicht in der Praxis macht - was genau würdest du empfehlen am Anfang zu lernen?
Auf das 2. Examen muss man sich auch anders vorbereiten als auf das 1. Examen. Karteikarten und Detailwissen würde ich zugunsten von Klausurpraxis und Formalia zurückschrauben. Meine beste Klausur (Erbrecht) habe ich mit Grundwissen und dem Palandt geschrieben.
19.04.2026, 22:28
(19.04.2026, 21:48)Spencer schrieb:(19.04.2026, 21:12)tillilill schrieb:Vorlernen ist vielleicht auch wieder übertrieben. Examensvorbereitung bedeutet Langstrecke, das muss man durchhalten, ohne dass einem auf der letzten Bergetappe (Tauchstation & Klausurenphase) die Puste ausgeht.(19.04.2026, 19:18)Spencer schrieb: Früh genug, d.h. sofort mit dem Lernen anfangen und regelmäßig Klausuren lösen und/oder schreiben. Lange genug tauchen.
Bei mir beginnt das Ref. jetzt erst im Mai - ich hab die letzten Monate schon versucht etwas vorzulernen, aber mir auf Karteikarten zu schreiben, wie ich ein Urteil etc. verfassen muss, ist irgendwie ziemlich anstrakt, wenn man sowas nicht in der Praxis macht - was genau würdest du empfehlen am Anfang zu lernen?
Auf das 2. Examen muss man sich auch anders vorbereiten als auf das 1. Examen. Karteikarten und Detailwissen würde ich zugunsten von Klausurpraxis und Formalia zurückschrauben. Meine beste Klausur (Erbrecht) habe ich mit Grundwissen und dem Palandt geschrieben.
Danke für die Tipps, die Formalia eignet man sich dann durch Klausurpraxis an? Oder hattest du die mit KK gelernt? Irgendwie hab ich Angst, dass ich was vergesse, wenn ich es mir nicht auf KK schreibe
20.04.2026, 11:04
Mit KK meinte ich eher Streitstände, Definitionen usw.
Man kann sich natürlich seine früheren KK vom 1. Stex nochmal zur Wiederholung anschauen. Die Schwerpunktsetzung würde ich allerdings eher bei den Klausuren sehen. Damit lernt man dann die Formalia gleich mit. Natürlich kann man die sich auch nochmal rausschreiben. Aber je öfter du sie im konkreten Klausurkontext wiederholst, desto besser prägen sie sich ein.
Ich schreibe das übrigens als jmd, der das damals zu wenig beherzigt hat. Das hat mir einen Verbesserungsversuch eingebracht. Hinterher ist man halt immer schlauer. Und du hoffentlich schon vorher ;-)
Man kann sich natürlich seine früheren KK vom 1. Stex nochmal zur Wiederholung anschauen. Die Schwerpunktsetzung würde ich allerdings eher bei den Klausuren sehen. Damit lernt man dann die Formalia gleich mit. Natürlich kann man die sich auch nochmal rausschreiben. Aber je öfter du sie im konkreten Klausurkontext wiederholst, desto besser prägen sie sich ein.
Ich schreibe das übrigens als jmd, der das damals zu wenig beherzigt hat. Das hat mir einen Verbesserungsversuch eingebracht. Hinterher ist man halt immer schlauer. Und du hoffentlich schon vorher ;-)
20.04.2026, 15:34
(20.04.2026, 11:04)Spencer schrieb: Mit KK meinte ich eher Streitstände, Definitionen usw.
Man kann sich natürlich seine früheren KK vom 1. Stex nochmal zur Wiederholung anschauen. Die Schwerpunktsetzung würde ich allerdings eher bei den Klausuren sehen. Damit lernt man dann die Formalia gleich mit. Natürlich kann man die sich auch nochmal rausschreiben. Aber je öfter du sie im konkreten Klausurkontext wiederholst, desto besser prägen sie sich ein.
Ich schreibe das übrigens als jmd, der das damals zu wenig beherzigt hat. Das hat mir einen Verbesserungsversuch eingebracht. Hinterher ist man halt immer schlauer. Und du hoffentlich schon vorher ;-)
vielen lieben Dank für deine Antworten, ist sehr hilfreich! :)
24.04.2026, 23:54
(19.04.2026, 19:18)Spencer schrieb: Früh genug, d.h. sofort mit dem Lernen anfangen und regelmäßig Klausuren lösen und/oder schreiben. Lange genug tauchen.
Klingt vernünftig. :)
So habe ich es tatsächlich auch geplant. Im Studium habe ich es nämlich sehr entspannt angehen lassen, was mir in der Examensvorbereitung auf die Füße gefallen ist. Außerdem habe ich in der EV sehr spät mit dem Klausurenschreiben begonnen, was sich zumindest im FS gerächt hat.
Im Ref kann man dann leicht die gleichen Fehler machen...
25.04.2026, 17:36
Kann das Gesagte nur unterschreiben. Im zweiten Examen ist die Klausurenpraxis nochmal deutlich wichtiger als im ersten Examen.
In der Vorbereitung hat man nicht so viel Zeit, dass materielle Recht zu wiederholen. Deswegen ist es auch wichtig für Arbeit mit dem Kommentar zu lernen. Ich würde daher immer empfehlen, sich frühzeitig einen Kommentar zuzulegen und damit auch zu lernen.
In der Vorbereitung hat man nicht so viel Zeit, dass materielle Recht zu wiederholen. Deswegen ist es auch wichtig für Arbeit mit dem Kommentar zu lernen. Ich würde daher immer empfehlen, sich frühzeitig einen Kommentar zuzulegen und damit auch zu lernen.
27.07.2026, 10:54
Wichtig ist es wirklich, genug Zeit zum Lernen zu haben. Das bedeut mE, dass man in den Stationen zwar Engagegemnt zeigt, aber auch zwischen den Zeilen klar macht, dass man in erster Linie hier ist, um etwas zu lernen und zum Lernen auh kommen möchte. Da vielleicht auch bei der Art der Fragestellung darauf achten (z.B. nach dem Unterschied zwischen der "echten" Praxis und der Klausur fragen). Wenn man Pech hat, und mit Arbeit überladen wird, dann einfach Urlaub nehmen. Der Urlaub steht dir zu und war bei mir in der ein oder anderen Station echt wichtig.
Im 2. Examen gibt es mE noch viel mehr Pflichtveranstaltungen, die überhaupt nichts bringen (schlechter Dozent, Thema viel zu oberflächlich in der eingeplanten Zeit nur abhandelbar). Deshalb: Mach dir einen eigenen Plan, der idealerweise auch schon Vorbereitung auf die nächste Station enthält.
Das wichtigste sind im 2. Examen aber mE wieder Klausurroutine und Fallübung. Es hilft einfach mehr, wenn man möglichst viele Originalfälle löst und diese nachvollzieht - idealerweise mit einer guten Musterlösung. Ich selbst habe noch mehr Fälle gelöst, als in der Vorbereitung für das 1. Examen. Das würde ich wieder genau so machen - insbesondere, weil ich wegen einer ins Ref mitgeschleppten Diss noch eine Paralellbaustelle permanent hatte.
Generell gilt wie auch bei 1. Examen: Versuch dich nicht verrückt zu machen und evaluiere immer ehrlich, ob dir ein Lernmedium was bringt. Ich bspw. habe einen Tag Kaiserseminar zur Revision gehört und einen Tag zum Gesellschaftsrecht und fand beides nicht gut bzw. bin einfach ständig abgedriftet. Mir waren die Wochenenden es dann nicht wert, immer 2 Tage komplett in einem Seminar zu verbringen. Da habe ich lieber eine Klausur geschrieben und etwas wiederholt. Die Kaiserskripte fand ich dagegen echt super oft, wobei ich die zum materiellen Recht nur als Mininachschlagewerk herangezogen habe.
ich würde im materiellen Recht zunächst die größten Schwächen bzw. Lücken anpacken, aber mich nicht in Details verlieren. Du hast den Kommentar, der dir (bis auf im ÖRecht <- hier hilft nur Stoff wiederholen) echt hilft. Den Umgang mit dem Kommentar zu üben und den Kommentar ständig als Nachschlagewerk beim Lernen bzw. beim Falllösen zur Hand zu nehmen, ist mE ein weiterer zentraler Punkt.
Noch ein Aspekt: In den Klausuren geht es wieder viel um Zeit und Routine. Es müssen praktische Formulierungen sitzen und die Unterschiede in den einzelnen Rechtsgebieten klar sein. Mir hat es geholfen, eine Formulierungsliste zu erstellen, die ich laufend ergänzt habe, wenn ich gute Formulierungen gelesen habe oder was nicht vergessen durfte. Vielleicht hilft dir das auch.
Letzter Aspekt: Das Ref ist ein großes Projekt, geht aber unglaublich schnell vorbei. Ich selbst fand die Zeit teils sehr anstrengend. Versuch positiv zu bleiben! Du hast es schon bald geschafft, auch wenn es sich manchmal nicht so anfühlt.
Im 2. Examen gibt es mE noch viel mehr Pflichtveranstaltungen, die überhaupt nichts bringen (schlechter Dozent, Thema viel zu oberflächlich in der eingeplanten Zeit nur abhandelbar). Deshalb: Mach dir einen eigenen Plan, der idealerweise auch schon Vorbereitung auf die nächste Station enthält.
Das wichtigste sind im 2. Examen aber mE wieder Klausurroutine und Fallübung. Es hilft einfach mehr, wenn man möglichst viele Originalfälle löst und diese nachvollzieht - idealerweise mit einer guten Musterlösung. Ich selbst habe noch mehr Fälle gelöst, als in der Vorbereitung für das 1. Examen. Das würde ich wieder genau so machen - insbesondere, weil ich wegen einer ins Ref mitgeschleppten Diss noch eine Paralellbaustelle permanent hatte.
Generell gilt wie auch bei 1. Examen: Versuch dich nicht verrückt zu machen und evaluiere immer ehrlich, ob dir ein Lernmedium was bringt. Ich bspw. habe einen Tag Kaiserseminar zur Revision gehört und einen Tag zum Gesellschaftsrecht und fand beides nicht gut bzw. bin einfach ständig abgedriftet. Mir waren die Wochenenden es dann nicht wert, immer 2 Tage komplett in einem Seminar zu verbringen. Da habe ich lieber eine Klausur geschrieben und etwas wiederholt. Die Kaiserskripte fand ich dagegen echt super oft, wobei ich die zum materiellen Recht nur als Mininachschlagewerk herangezogen habe.
ich würde im materiellen Recht zunächst die größten Schwächen bzw. Lücken anpacken, aber mich nicht in Details verlieren. Du hast den Kommentar, der dir (bis auf im ÖRecht <- hier hilft nur Stoff wiederholen) echt hilft. Den Umgang mit dem Kommentar zu üben und den Kommentar ständig als Nachschlagewerk beim Lernen bzw. beim Falllösen zur Hand zu nehmen, ist mE ein weiterer zentraler Punkt.
Noch ein Aspekt: In den Klausuren geht es wieder viel um Zeit und Routine. Es müssen praktische Formulierungen sitzen und die Unterschiede in den einzelnen Rechtsgebieten klar sein. Mir hat es geholfen, eine Formulierungsliste zu erstellen, die ich laufend ergänzt habe, wenn ich gute Formulierungen gelesen habe oder was nicht vergessen durfte. Vielleicht hilft dir das auch.
Letzter Aspekt: Das Ref ist ein großes Projekt, geht aber unglaublich schnell vorbei. Ich selbst fand die Zeit teils sehr anstrengend. Versuch positiv zu bleiben! Du hast es schon bald geschafft, auch wenn es sich manchmal nicht so anfühlt.










