27.03.2026, 16:06
Liebe Community,
mich würde interessieren, welche beruflichen "Karrieremöglichkeiten" durch einen integrierten Bachelor of Laws (LL.B) im Rahmen eines normalen Jurastudiums mit Staatsexamen, offenstehen?
Ich persönlich würde mich langfristig für eine berufliche Tätigkeit im öffentlichen Dienst interessieren. :)
Nun habe ich jedoch festgestellt, dass viele Absolventen des LLB bloß im Angestelltenverhältnis des öD tätig sind. Da ich mich in Sachen öD überhaupt nicht auskenne: gibt es mit dem integrierten Bachelor of Laws auch die Möglichkeit auf eine zukünftige Verbeamtung? Wie ist das - arbeitet man dann 2-3 Jahre im Amgestelltenverhältnis und hat dann die Möglichkeit intern aufzusteigen auf Beamter auf Probe? Langfristig würde ich nämlich schon gerne Beamter werden. Mittlerer Dienst wäre für mich auch kein Problem, da man dort nach Jahren Erfahrung auch möglicherweise in den gD aufsteigen kann. Ist eine A7-Stelle mit einem integrierten LL.B möglich?
Falls dem nicht so sein sollte, welchen Masterstudiengang empfiehlt es sich mit dem LL.B nachzugehen, wenn man unbedingt langfristig in das Beamtentum im öffentlichen Dienst möchte? Einfach ein LL.M?
Und welche Erfahrungen habt ihr möglicherweise selber gesammelt oder aus näherem Umfeld? Liebe Grüße :)
mich würde interessieren, welche beruflichen "Karrieremöglichkeiten" durch einen integrierten Bachelor of Laws (LL.B) im Rahmen eines normalen Jurastudiums mit Staatsexamen, offenstehen?
Ich persönlich würde mich langfristig für eine berufliche Tätigkeit im öffentlichen Dienst interessieren. :)
Nun habe ich jedoch festgestellt, dass viele Absolventen des LLB bloß im Angestelltenverhältnis des öD tätig sind. Da ich mich in Sachen öD überhaupt nicht auskenne: gibt es mit dem integrierten Bachelor of Laws auch die Möglichkeit auf eine zukünftige Verbeamtung? Wie ist das - arbeitet man dann 2-3 Jahre im Amgestelltenverhältnis und hat dann die Möglichkeit intern aufzusteigen auf Beamter auf Probe? Langfristig würde ich nämlich schon gerne Beamter werden. Mittlerer Dienst wäre für mich auch kein Problem, da man dort nach Jahren Erfahrung auch möglicherweise in den gD aufsteigen kann. Ist eine A7-Stelle mit einem integrierten LL.B möglich?
Falls dem nicht so sein sollte, welchen Masterstudiengang empfiehlt es sich mit dem LL.B nachzugehen, wenn man unbedingt langfristig in das Beamtentum im öffentlichen Dienst möchte? Einfach ein LL.M?
Und welche Erfahrungen habt ihr möglicherweise selber gesammelt oder aus näherem Umfeld? Liebe Grüße :)
27.03.2026, 19:39
Ich verstehe nicht wirklich, ob Du jetzt ganz normal Volljurist werden willst, nur eben mit dem integrierten Bachelor oder ob es beim Bachelor bleiben soll und Du danach aufhörst?
27.03.2026, 21:51
27.03.2026, 23:35
Wenn dann nicht mittlerer, sondern gehobener Dienst. Nur ist es eben auch dafür nicht der reguläre Weg. Schau es Dir mal für Dein Bundesland an, aber in BW ist es z.B. so, dass Du mir einem Bachelor zwar die Bildungsvoraussetzungen erfüllst, aber noch nicht die Laufbahnbefähigung hast. Dafür musst Du entweder einen Vorbereitungsdienst durchlaufen (das ist aber normalerweise mit dem FH-Studium kombiniert) oder eine Zusatzqualifikation oder aber geeignete anderweitige Berufserfahrung nachweisen. Im Ergebnis führt das vermutlich (wenn Du nicht in den Vorbereitungsdienst reinkommst) dazu, dass Du nicht verbeamtet werden kannst, sondern erst einmal tariflich beschäftigt würdest.
Und dann kommt halt dazu, dass Du in einem Jurastudium auf etwas komplett anderes hin vorbereitet wirst, was Du aber nur halb durchlaufen hast und als Sachbearbeitung gar nicht brauchst, während Du das, was sie an der FH lernen, wiederum nicht hast. Es ist also mit Glück alles irgendwie möglich, aber ein sehr ungewöhnlicher Weg. Wenn Du in den gehobenen Dienst der Verwaltung willst, dann mach die dafür vorgesehene Ausbildung, nicht ein halbes Jurastudium. Das ist sonst ein bisschen so wie vier Semester Ingenieursstudium zu durchlaufen mit dem Ziel, Automechaniker zu werden. Das kann schon irgendwie werden, ist aber weder einfach noch sinnvoll.
Vgl. für BW hier (ist anders als Jura auch bezahlt...): https://www.hs-ludwigsburg.de/studium-le...gement-bpm
Und dann kommt halt dazu, dass Du in einem Jurastudium auf etwas komplett anderes hin vorbereitet wirst, was Du aber nur halb durchlaufen hast und als Sachbearbeitung gar nicht brauchst, während Du das, was sie an der FH lernen, wiederum nicht hast. Es ist also mit Glück alles irgendwie möglich, aber ein sehr ungewöhnlicher Weg. Wenn Du in den gehobenen Dienst der Verwaltung willst, dann mach die dafür vorgesehene Ausbildung, nicht ein halbes Jurastudium. Das ist sonst ein bisschen so wie vier Semester Ingenieursstudium zu durchlaufen mit dem Ziel, Automechaniker zu werden. Das kann schon irgendwie werden, ist aber weder einfach noch sinnvoll.
Vgl. für BW hier (ist anders als Jura auch bezahlt...): https://www.hs-ludwigsburg.de/studium-le...gement-bpm
28.03.2026, 04:25
(27.03.2026, 23:35)Praktiker schrieb: Wenn dann nicht mittlerer, sondern gehobener Dienst. Nur ist es eben auch dafür nicht der reguläre Weg. Schau es Dir mal für Dein Bundesland an, aber in BW ist es z.B. so, dass Du mir einem Bachelor zwar die Bildungsvoraussetzungen erfüllst, aber noch nicht die Laufbahnbefähigung hast. Dafür musst Du entweder einen Vorbereitungsdienst durchlaufen (das ist aber normalerweise mit dem FH-Studium kombiniert) oder eine Zusatzqualifikation oder aber geeignete anderweitige Berufserfahrung nachweisen. Im Ergebnis führt das vermutlich (wenn Du nicht in den Vorbereitungsdienst reinkommst) dazu, dass Du nicht verbeamtet werden kannst, sondern erst einmal tariflich beschäftigt würdest.Wenn man den Bachelor dann schon hat, sollte man dann also tatsächlich wieder von vorne anfangen mit einem Bachelor-Studium mit Beamtenlaufbahn oder könnte man die Wahrscheinlichkeit mit einem Master erhöhen? Es gibt ja Masterstudiengänge in öffentlicher Verwaltung
Und dann kommt halt dazu, dass Du in einem Jurastudium auf etwas komplett anderes hin vorbereitet wirst, was Du aber nur halb durchlaufen hast und als Sachbearbeitung gar nicht brauchst, während Du das, was sie an der FH lernen, wiederum nicht hast. Es ist also mit Glück alles irgendwie möglich, aber ein sehr ungewöhnlicher Weg. Wenn Du in den gehobenen Dienst der Verwaltung willst, dann mach die dafür vorgesehene Ausbildung, nicht ein halbes Jurastudium. Das ist sonst ein bisschen so wie vier Semester Ingenieursstudium zu durchlaufen mit dem Ziel, Automechaniker zu werden. Das kann schon irgendwie werden, ist aber weder einfach noch sinnvoll.
Vgl. für BW hier (ist anders als Jura auch bezahlt...): https://www.hs-ludwigsburg.de/studium-le...gement-bpm
28.03.2026, 08:05
(28.03.2026, 04:25)JuraLLB schrieb:(27.03.2026, 23:35)Praktiker schrieb: Wenn dann nicht mittlerer, sondern gehobener Dienst. Nur ist es eben auch dafür nicht der reguläre Weg. Schau es Dir mal für Dein Bundesland an, aber in BW ist es z.B. so, dass Du mir einem Bachelor zwar die Bildungsvoraussetzungen erfüllst, aber noch nicht die Laufbahnbefähigung hast. Dafür musst Du entweder einen Vorbereitungsdienst durchlaufen (das ist aber normalerweise mit dem FH-Studium kombiniert) oder eine Zusatzqualifikation oder aber geeignete anderweitige Berufserfahrung nachweisen. Im Ergebnis führt das vermutlich (wenn Du nicht in den Vorbereitungsdienst reinkommst) dazu, dass Du nicht verbeamtet werden kannst, sondern erst einmal tariflich beschäftigt würdest.Wenn man den Bachelor dann schon hat, sollte man dann also tatsächlich wieder von vorne anfangen mit einem Bachelor-Studium mit Beamtenlaufbahn oder könnte man die Wahrscheinlichkeit mit einem Master erhöhen? Es gibt ja Masterstudiengänge in öffentlicher Verwaltung
Und dann kommt halt dazu, dass Du in einem Jurastudium auf etwas komplett anderes hin vorbereitet wirst, was Du aber nur halb durchlaufen hast und als Sachbearbeitung gar nicht brauchst, während Du das, was sie an der FH lernen, wiederum nicht hast. Es ist also mit Glück alles irgendwie möglich, aber ein sehr ungewöhnlicher Weg. Wenn Du in den gehobenen Dienst der Verwaltung willst, dann mach die dafür vorgesehene Ausbildung, nicht ein halbes Jurastudium. Das ist sonst ein bisschen so wie vier Semester Ingenieursstudium zu durchlaufen mit dem Ziel, Automechaniker zu werden. Das kann schon irgendwie werden, ist aber weder einfach noch sinnvoll.
Vgl. für BW hier (ist anders als Jura auch bezahlt...): https://www.hs-ludwigsburg.de/studium-le...gement-bpm
Mit einem Master kommst Du dann schon in den höheren Dienst - auch dann brauchst Du aber entweder noch ein Referendariat oder Berufserfahrung für die Verbeamtung. Im Einzelnen kommt es dann aber auch auf die jeweilige Laufbahn an: allgemeiner nichttechnischer Verwaltungsdienst oder eine spezielle Laufbahn? Die Art des Masters muss zur Laufbahn passen.
28.03.2026, 10:55
Ich würde tatsächlich dann trotz bereits bestandenem LLB ein duales Studium in deinem Bundesland empfehlen, zB den Diplom-Rechtspfleger oder den Diplom-Verwaltungswirt. Habe selbst erst den Diplom-Rechtspfleger absolviert und bin mittlerweile Volljuristin und kann sagen, dass die Inhalte wirklich kaum vergleichbar sind, auch wenn es alles die juristische Materie betrifft. Wir hatten in dem dualen Studiengang umgekehrt auch einige Personen, die ein paar Semester Jura hinter sich hatten, die hatten bis auf die Kenntnisse des Gutachtenstils keine wirklichen Vorteile in Bezug auf den Inhalt des Studiums. Kann natürlich aber sein, dass das in anderen Bereichen anders ist und die Inhalte sich weitergehend decken.
28.03.2026, 10:55
Die Finanzverwaltung sucht regelmäßig Quereinsteiger, dort wäre man dann als Tarifbeschäftigter angestellt. Z.B. hier: Unbefristete Vollzeitstelle im Prüfungsinnendienst (m/w/d). Ansonsten suchen viele Verbände und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften. Du könntest dich natürlich auch für einen Steuerberater entscheiden, die Vorbereitung ist aber in etwa mit der fürs Stex vergleichbar. Ich weiß auch von Unternehmen, die vor allem im Datenschutzrecht und gewerblichen Rechtsschutz auch Leute mit LLB einstellen.
Ich würde mich an deiner Stelle einfach mal auf den einschlägigen Karriereportalen umsehen.
Ich würde mich an deiner Stelle einfach mal auf den einschlägigen Karriereportalen umsehen.
28.03.2026, 22:40
(28.03.2026, 10:55)juranrw1234 schrieb: Ich würde tatsächlich dann trotz bereits bestandenem LLB ein duales Studium in deinem Bundesland empfehlen, zB den Diplom-Rechtspfleger oder den Diplom-Verwaltungswirt. Habe selbst erst den Diplom-Rechtspfleger absolviert und bin mittlerweile Volljuristin und kann sagen, dass die Inhalte wirklich kaum vergleichbar sind, auch wenn es alles die juristische Materie betrifft. Wir hatten in dem dualen Studiengang umgekehrt auch einige Personen, die ein paar Semester Jura hinter sich hatten, die hatten bis auf die Kenntnisse des Gutachtenstils keine wirklichen Vorteile in Bezug auf den Inhalt des Studiums. Kann natürlich aber sein, dass das in anderen Bereichen anders ist und die Inhalte sich weitergehend decken.
Was ich aber echt verrückt finde, dass Volljuristen ausdrücklich für Rechtspflegerstellen teilweise gesucht werden oder eingestellt werden, obwohl wie du ja sagst, das ist eine ganz andere Ausbildung



