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Enjoy your 20s vs Grinding
Homer S.
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Beiträge: 449
Themen: 5
Registriert seit: Apr 2023
#11
29.01.2026, 10:52
Beide Extreme sind legitim, gibt aber auch gute Mischungen die es ermöglichen ganz vernünftig zu verdienen und eine ordentliche Portion Freizeit zu haben.
Bin nach dem zweiten Examen mehr oder weniger aus Geldgeilheit in einer GK gestartet und dort circa zwei Jahre geblieben. Habe in der Zeit echt wenig gelebt und Freundschaften, Fitness und Freizeit vernachlässigt. Wenn ich jetzt wieder zweimal die Woche beim Fußball mit Kollegen bin frage ich mich regelmäßig, wie ich jemals so (für mich) falsche Prioritäten setzen konnte. Mir macht meine Arbeit Spaß, würde ich ab morgen ohne zu Arbeiten bezahlt werden, würde ich das aber sofort machen. Glaube jeder von uns weiß welcher Typ er ist und dem sollte man auch halbwegs treu bleiben. Am Ende landet man eh dort oder ist unglücklich.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 29.01.2026, 10:53 von Homer S..)
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Arion
Junior Member
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Beiträge: 13
Themen: 1
Registriert seit: Dec 2025
#12
29.01.2026, 13:10
Ich habe im Studium gut Gas gegeben und Noten erreicht, die mir alles ermöglichen. Dann war aber irgendwie die Luft raus und ich habe einen Anwaltsjob angenommen, der deutlich unter meinen Möglichkeiten blieb. Habe ein Sabbatical gemacht und zusätzlich nochmals eine mehrmonatige Reise. Jetzt bin ich im Unternehmen und gehaltstechnisch und karrieremäßig sind viele an mir vorbeigezogen, auch mit deutlich schlechteren Noten. Allerdings ist mir das Finanzielle auch nicht so wichtig und es steht eher Flexibilität im Vordergrund (auch mal länger ins Ausland etc).

Insgesamt kann es daher sein, dass man sich im Studium zu sehr auspowert und danach gar keine Lust mehr auf Karriere hat ;)
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NRW556
Member
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Beiträge: 82
Themen: 1
Registriert seit: Mar 2024
#13
29.01.2026, 15:10
(28.01.2026, 20:14)EinJurist schrieb:  Es gibt ja viele die sagen, man sollte seine 20er genießen. Es sei die wertvollste Zeit weil man jung ist und als junger Mensch ganz andere Erlebnisse kreieren kann als wenn man alt ist oder in seinen 30ern mit Familie usw. viele Verpflichtungen hat (auch wenn das auch schön ist aber halt auf eine andere Weise)
Andererseits gibt es viele die sagen dass man in seinen 20ern grinden und alles geben soll und Freizeit usw hinten anstellen soll.
Wie sehr ihr das Ganze? Sowohl Erfahrungen von Leute in ihren 20ern als auch älteren wären hier sicher für alle sehr wertvoll (auch ganz allgemein für Nuchtjuristen)
Vor dem Hintergrund frage ich mich auch, ob ich mit 24/25 in eine andere Stadt zum Arbeiten in eine GK ziehen soll (Hustle in your 20s) oder ob ich in der Heimat bleiben soll bei einem Job wo ich deutlich weniger verdiene (unter 80k) dafür aber mehr Freizeit habe (Enjoy your 20s)
Gerade was so Sachen angeht wie in andere Städte ziehen ist das in den 20ern viel besser machbar als in den 30ern, weil man eben idR gar keine großen familiären Bindungen hat.
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ForumBenutzer
Senior Member
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Beiträge: 251
Themen: 4
Registriert seit: Feb 2023
#14
29.01.2026, 18:28
(28.01.2026, 22:28)EinJurist schrieb:  
(28.01.2026, 21:42)Spencer schrieb:  Da sprichst du eine wichtige Frage an, die sich viele gar nicht stellen. 

Uns wurde damals Anfang des Jahrtausends im 1. Semester noch von Professoren erzählt, wir sollten uns ordentlich reinhängen, sonst könnten wir es auch direkt sein lassen. Ohne Doppel-VB hätte man keine Chance auf gute Jobs. Das war natürlich damals schon übertrieben pessimistisch. Aber viele von uns haben deshalb auch sehr fokussiert studiert. Wenn ich damals von anderen Studiengängen (zB Lehramt) gehört habe, was die in den 3 Monaten Semesterferien für Weltreisen unternommen haben, während ich gerade mal wieder an einer Hausarbeit gesessen oder für eine Klausur gelernt habe… da kam bei mir schon öfter mal das Gefühl auf, gerade das Leben zu verpassen. 

Andererseits kenne ich auch die Fälle von Kollegen, die es mit der Feierei und Reiserei übertrieben haben, später mit schwachen Noten auf den Arbeitsmarkt gestolpert sind und jahrelang in miesen Jobs gefangen waren…

Die wahre Lebenskunst ist es deshalb mE, die richtige Balance zwischen Studium und Freizeit hinzubekommen. Sich komplett wegzuschließen ist genauso falsch und kann irgendwann in der Midlifecrisis enden wie eine komplette laisser faire-Einstellung mit bösem Erwachen bei der Jobsuche.
Da stimme ich dir zu 100% zu. Die Balance ist beim Studieren enorm wichtig. Da habe ich für mich ein sehr guten Weg gefunden nur mit Blick auf den Berufseinstieg nach Studium/Ref fällt es mir schwer abzuwägen ob es sich nicht doch lohnt 2-3 Jahre in einer GK zu arbeiten um dann eine Summe von 100k+ ansparen zu können die es mir eventuell ermöglicht später mal mehr Freiheiten nach dem Wechsel zu haben und etwa mal in Teilzeit gehen zu können als Beispiel
Die Frage ist natürlich, ob man wirklich in der Zeit 100.000 Euro netto ansparen kann. Die allermeisten Associates die ich kenne haben mit dem Einstieg in der GK ihren Lebensstandard erheblich hochgefahren. Wohnung in FFM, Auto, ausschließlich auswärts essen, party, Luxus Hotels, teure Reisen, relativ schnell teure Mode und Statussymbole... Selbst 7k netto garantieren keine große Sparquote wenn man ein Ausgaben Problem hat. Selbst wenn, reichen 100k doch hinten und vorne nicht um eine dauerhafte Teilzeitarbeit zu ermöglichen... Aber ja, es kann ein guter "Boost" sein, wenn man irgendwann mal eine Immobiliee für 1-1,5 Mio finanzieren will...wobei dann 300-400k besser wären. Zumal du nach einem Wechsel vermutlich weniger verdienen wirst, dann kämen nur noch 2k rein bei teilzeit...
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ForumBenutzer
Senior Member
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Beiträge: 251
Themen: 4
Registriert seit: Feb 2023
#15
29.01.2026, 18:35
(28.01.2026, 22:24)EinJurist schrieb:  
(28.01.2026, 21:15)ForumBenutzer schrieb:  
(28.01.2026, 20:14)EinJurist schrieb:  Es gibt ja viele die sagen, man sollte seine 20er genießen. Es sei die wertvollste Zeit weil man jung ist und als junger Mensch ganz andere Erlebnisse kreieren kann als wenn man alt ist oder in seinen 30ern mit Familie usw. viele Verpflichtungen hat (auch wenn das auch schön ist aber halt auf eine andere Weise)
Andererseits gibt es viele die sagen dass man in seinen 20ern grinden und alles geben soll und Freizeit usw hinten anstellen soll.
Wie sehr ihr das Ganze? Sowohl Erfahrungen von Leute in ihren 20ern als auch älteren wären hier sicher für alle sehr wertvoll (auch ganz allgemein für Nuchtjuristen)
Vor dem Hintergrund frage ich mich auch, ob ich mit 24/25 in eine andere Stadt zum Arbeiten in eine GK ziehen soll (Hustle in your 20s) oder ob ich in der Heimat bleiben soll bei einem Job wo ich deutlich weniger verdiene (unter 80k) dafür aber mehr Freizeit habe (Enjoy your 20s)
Erstmal Respekt, dass du mit 24 bereits Volljurist bist, das ist sehr jung. Leider war ich das erst mit 29 und dann kommt auch schnell die 30... Frau, Haus und Kinder... würde dir zu 100% empfehlen, dein Leben zu leben! Ab über 80k merkt man das "Mehr" an Gehalt kaum noch im Lifestyle, da das Mehr and Freizeit viel wertvoller ist. Zumindest, wenn du auch neben Jura andere Hobbys hast im Leben, soll ja nicht auf alle Juristen zutreffen ;D Mach die Weltreise, probier Hobbys aus.. leb dein Leben!
Vielen Dank für deinen Einblick. Ich bin noch nicht fertig aber werde voraussichtlich kurz vor meinem 25. Geburtstag mit dem 2. Examen fertig sein.
Dass man ab einem gewissen Gehalt nicht mehr viel glücklicher durch das Geld wird habe ich in einer Studie auch schon einmal gelesen. Bei den Einstiegsgehältern in Großkanzleien wird man aber natürlich trotzdem nachdenklich und überlegt inwiefern 2-3 Jahre in denen man ja immerhin über 100k zurücklegen/ investieren könnte trotzdem nachdenklich. Andererseits will der Mensch halt immer noch mehr Geld und die 2-3 Jahre auf Freizeit zu verzichten kostet einen auf andere Weise auch viel.
Darf ich fragen was du als Beruf gewählt hast?
Da ich bereits nach meinem ersten Examen nur noch wenig Motivation hatte, habe ich mein zweites nur noch der Form halber gemacht mit ensprechender Note. Ich arbeite in einem mittelständischem Unternehmen als Syndikus. Natürlich mit einem kleinerem Einstiegsgehalt als ein General Counsel von nem Großkonzern, aber für den Aufwand und die Umstände sehr fair. Man vergisst dabei, dass 1. die wichtigste finanzielle Entscheidung im Leben die Wahl des Ehepartners ist und 2. richtiges Vermögen in Deutschland ohnehin vererbt und nicht erarbeitet wird.
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Patenter Gast
Senior Member
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Registriert seit: Oct 2022
#16
29.01.2026, 18:40
(29.01.2026, 18:28)ForumBenutzer schrieb:  
(28.01.2026, 22:28)EinJurist schrieb:  
(28.01.2026, 21:42)Spencer schrieb:  Da sprichst du eine wichtige Frage an, die sich viele gar nicht stellen. 

Uns wurde damals Anfang des Jahrtausends im 1. Semester noch von Professoren erzählt, wir sollten uns ordentlich reinhängen, sonst könnten wir es auch direkt sein lassen. Ohne Doppel-VB hätte man keine Chance auf gute Jobs. Das war natürlich damals schon übertrieben pessimistisch. Aber viele von uns haben deshalb auch sehr fokussiert studiert. Wenn ich damals von anderen Studiengängen (zB Lehramt) gehört habe, was die in den 3 Monaten Semesterferien für Weltreisen unternommen haben, während ich gerade mal wieder an einer Hausarbeit gesessen oder für eine Klausur gelernt habe… da kam bei mir schon öfter mal das Gefühl auf, gerade das Leben zu verpassen. 

Andererseits kenne ich auch die Fälle von Kollegen, die es mit der Feierei und Reiserei übertrieben haben, später mit schwachen Noten auf den Arbeitsmarkt gestolpert sind und jahrelang in miesen Jobs gefangen waren…

Die wahre Lebenskunst ist es deshalb mE, die richtige Balance zwischen Studium und Freizeit hinzubekommen. Sich komplett wegzuschließen ist genauso falsch und kann irgendwann in der Midlifecrisis enden wie eine komplette laisser faire-Einstellung mit bösem Erwachen bei der Jobsuche.
Da stimme ich dir zu 100% zu. Die Balance ist beim Studieren enorm wichtig. Da habe ich für mich ein sehr guten Weg gefunden nur mit Blick auf den Berufseinstieg nach Studium/Ref fällt es mir schwer abzuwägen ob es sich nicht doch lohnt 2-3 Jahre in einer GK zu arbeiten um dann eine Summe von 100k+ ansparen zu können die es mir eventuell ermöglicht später mal mehr Freiheiten nach dem Wechsel zu haben und etwa mal in Teilzeit gehen zu können als Beispiel
Die Frage ist natürlich, ob man wirklich in der Zeit 100.000 Euro netto ansparen kann. Die allermeisten Associates die ich kenne haben mit dem Einstieg in der GK ihren Lebensstandard erheblich hochgefahren. Wohnung in FFM, Auto, ausschließlich auswärts essen, party, Luxus Hotels, teure Reisen, relativ schnell teure Mode und Statussymbole... Selbst 7k netto garantieren keine große Sparquote wenn man ein Ausgaben Problem hat. Selbst wenn, reichen 100k doch hinten und vorne nicht um eine dauerhafte Teilzeitarbeit zu ermöglichen... Aber ja, es kann ein guter "Boost" sein, wenn man irgendwann mal eine Immobiliee für 1-1,5 Mio finanzieren will...wobei dann 300-400k besser wären. Zumal du nach einem Wechsel vermutlich weniger verdienen wirst, dann kämen nur noch 2k rein bei teilzeit...

Also besser 100k als Vermögen haben statt sie nicht zu haben.  Wink bei den heutigen GK-Gehältern sollten knapp 30k sparen p.a. auch kein Problem sein. Die Lifestyle-Inflation, die du ansprichst, ist natürlich ein reales Problem und diesem sollte man sich bewusst sein. Mit einem normalen Lebensstil (so 3k netto im Monat), sollte man aber wahrscheinlich sogar eher 40k-50k p.a. ansparen können.

Aber am Ende ist immer die Frage, woran hat man Spaß, wo will man hin. Selbst drei Jahre würde ich nicht traurig verbringen, nur um Geld ansparen zu können. Das macht einen auch nicht glücklich. Wenn man die Arbeit aber mal versuchen will, ist das Geld ein schöner Nebeneffekt. 

Dazu muss man auch in sich selbst reinhören: Wo sehe ich mich in 10-20 Jahren, was macht mich glücklich, was will ich beruflich und privat erreichen. Das kann man auch immer wieder nachjustieren, nur gibt es hier keine Allgemeingültigkeit. Ich habe Freunde, die haben sich nach dem Doppel-Prädikat gefreut, dass sie endlich in die sichere Richterstelle können. Und andere hatten das Ziel, so viel Erfolg und Geld wie möglich aus ihren Fähigkeiten zu schlagen.

PS: Wenn ich hier lese "richtiges Vermögen in Deutschland ohnehin vererbt und nicht erarbeitet wird." Das ist nicht zutreffend. Man kann sich richtiges Vermögen in Deutschland erarbeiten. Ja, es wird auch vererbt aber man kann auch selbst so ein Erblasser werden. Dazu gehört auch Glück und mit einem normalen Job kommt kein Vermögen. Aber als Jurist hat man zumindest die Chance dazu, weil man als Anwalt schnell genug Geld verdienen kann (!, nicht muss), um einen Grundstock zu haben, mit dem man weiter investieren kann. Und immer dran denken, die meisten Multimillionäre sind es nicht mit Anfang 40 geworden, sondern in ihren 60igern. Das ist in der Regel eine Langstrecke und kein Sprint.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 29.01.2026, 18:44 von Patenter Gast.)
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gastling
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#17
30.01.2026, 10:41
Chille mit 26 auf 75k in einem großen Haus auf dem Dorf. Am Wochenende mache ich die Dorfplätze und die Schützenfeste unsicher. Dieses Leben habe ich mir durch Hustlen ermöglicht. Ich habe die Zeit zwischen 18 und 25 genutzt, um mir danach das Leben aufbauen zu können, was ich leben möchte. Aus diesem Grund: Grinding ;-).
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kumpelanton
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#18
30.01.2026, 11:10
(29.01.2026, 18:40)Patenter Gast schrieb:  
(29.01.2026, 18:28)ForumBenutzer schrieb:  
(28.01.2026, 22:28)EinJurist schrieb:  
(28.01.2026, 21:42)Spencer schrieb:  Da sprichst du eine wichtige Frage an, die sich viele gar nicht stellen. 

Uns wurde damals Anfang des Jahrtausends im 1. Semester noch von Professoren erzählt, wir sollten uns ordentlich reinhängen, sonst könnten wir es auch direkt sein lassen. Ohne Doppel-VB hätte man keine Chance auf gute Jobs. Das war natürlich damals schon übertrieben pessimistisch. Aber viele von uns haben deshalb auch sehr fokussiert studiert. Wenn ich damals von anderen Studiengängen (zB Lehramt) gehört habe, was die in den 3 Monaten Semesterferien für Weltreisen unternommen haben, während ich gerade mal wieder an einer Hausarbeit gesessen oder für eine Klausur gelernt habe… da kam bei mir schon öfter mal das Gefühl auf, gerade das Leben zu verpassen. 

Andererseits kenne ich auch die Fälle von Kollegen, die es mit der Feierei und Reiserei übertrieben haben, später mit schwachen Noten auf den Arbeitsmarkt gestolpert sind und jahrelang in miesen Jobs gefangen waren…

Die wahre Lebenskunst ist es deshalb mE, die richtige Balance zwischen Studium und Freizeit hinzubekommen. Sich komplett wegzuschließen ist genauso falsch und kann irgendwann in der Midlifecrisis enden wie eine komplette laisser faire-Einstellung mit bösem Erwachen bei der Jobsuche.
Da stimme ich dir zu 100% zu. Die Balance ist beim Studieren enorm wichtig. Da habe ich für mich ein sehr guten Weg gefunden nur mit Blick auf den Berufseinstieg nach Studium/Ref fällt es mir schwer abzuwägen ob es sich nicht doch lohnt 2-3 Jahre in einer GK zu arbeiten um dann eine Summe von 100k+ ansparen zu können die es mir eventuell ermöglicht später mal mehr Freiheiten nach dem Wechsel zu haben und etwa mal in Teilzeit gehen zu können als Beispiel
Die Frage ist natürlich, ob man wirklich in der Zeit 100.000 Euro netto ansparen kann. Die allermeisten Associates die ich kenne haben mit dem Einstieg in der GK ihren Lebensstandard erheblich hochgefahren. Wohnung in FFM, Auto, ausschließlich auswärts essen, party, Luxus Hotels, teure Reisen, relativ schnell teure Mode und Statussymbole... Selbst 7k netto garantieren keine große Sparquote wenn man ein Ausgaben Problem hat. Selbst wenn, reichen 100k doch hinten und vorne nicht um eine dauerhafte Teilzeitarbeit zu ermöglichen... Aber ja, es kann ein guter "Boost" sein, wenn man irgendwann mal eine Immobiliee für 1-1,5 Mio finanzieren will...wobei dann 300-400k besser wären. Zumal du nach einem Wechsel vermutlich weniger verdienen wirst, dann kämen nur noch 2k rein bei teilzeit...

Also besser 100k als Vermögen haben statt sie nicht zu haben.  Wink bei den heutigen GK-Gehältern sollten knapp 30k sparen p.a. auch kein Problem sein. Die Lifestyle-Inflation, die du ansprichst, ist natürlich ein reales Problem und diesem sollte man sich bewusst sein. Mit einem normalen Lebensstil (so 3k netto im Monat), sollte man aber wahrscheinlich sogar eher 40k-50k p.a. ansparen können.

Aber am Ende ist immer die Frage, woran hat man Spaß, wo will man hin. Selbst drei Jahre würde ich nicht traurig verbringen, nur um Geld ansparen zu können. Das macht einen auch nicht glücklich. Wenn man die Arbeit aber mal versuchen will, ist das Geld ein schöner Nebeneffekt. 

Dazu muss man auch in sich selbst reinhören: Wo sehe ich mich in 10-20 Jahren, was macht mich glücklich, was will ich beruflich und privat erreichen. Das kann man auch immer wieder nachjustieren, nur gibt es hier keine Allgemeingültigkeit. Ich habe Freunde, die haben sich nach dem Doppel-Prädikat gefreut, dass sie endlich in die sichere Richterstelle können. Und andere hatten das Ziel, so viel Erfolg und Geld wie möglich aus ihren Fähigkeiten zu schlagen.

PS: Wenn ich hier lese "richtiges Vermögen in Deutschland ohnehin vererbt und nicht erarbeitet wird." Das ist nicht zutreffend. Man kann sich richtiges Vermögen in Deutschland erarbeiten. Ja, es wird auch vererbt aber man kann auch selbst so ein Erblasser werden. Dazu gehört auch Glück und mit einem normalen Job kommt kein Vermögen. Aber als Jurist hat man zumindest die Chance dazu, weil man als Anwalt schnell genug Geld verdienen kann (!, nicht muss), um einen Grundstock zu haben, mit dem man weiter investieren kann. Und immer dran denken, die meisten Multimillionäre sind es nicht mit Anfang 40 geworden, sondern in ihren 60igern. Das ist in der Regel eine Langstrecke und kein Sprint.

der besondere umstand, dass man möglicherweise in die lage versetzt wird, vermögen durch arbeit aufzubauen, schmälert nicht die regel, dass vermögen hauptsächlich vererbt wird. es macht auch einen unterschied, ob ich reich geboren werde oder reich sterbe.
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Praktiker
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#19
30.01.2026, 13:03
(30.01.2026, 11:10)kumpelanton schrieb:  
(29.01.2026, 18:40)Patenter Gast schrieb:  
(29.01.2026, 18:28)ForumBenutzer schrieb:  
(28.01.2026, 22:28)EinJurist schrieb:  
(28.01.2026, 21:42)Spencer schrieb:  Da sprichst du eine wichtige Frage an, die sich viele gar nicht stellen. 

Uns wurde damals Anfang des Jahrtausends im 1. Semester noch von Professoren erzählt, wir sollten uns ordentlich reinhängen, sonst könnten wir es auch direkt sein lassen. Ohne Doppel-VB hätte man keine Chance auf gute Jobs. Das war natürlich damals schon übertrieben pessimistisch. Aber viele von uns haben deshalb auch sehr fokussiert studiert. Wenn ich damals von anderen Studiengängen (zB Lehramt) gehört habe, was die in den 3 Monaten Semesterferien für Weltreisen unternommen haben, während ich gerade mal wieder an einer Hausarbeit gesessen oder für eine Klausur gelernt habe… da kam bei mir schon öfter mal das Gefühl auf, gerade das Leben zu verpassen. 

Andererseits kenne ich auch die Fälle von Kollegen, die es mit der Feierei und Reiserei übertrieben haben, später mit schwachen Noten auf den Arbeitsmarkt gestolpert sind und jahrelang in miesen Jobs gefangen waren…

Die wahre Lebenskunst ist es deshalb mE, die richtige Balance zwischen Studium und Freizeit hinzubekommen. Sich komplett wegzuschließen ist genauso falsch und kann irgendwann in der Midlifecrisis enden wie eine komplette laisser faire-Einstellung mit bösem Erwachen bei der Jobsuche.
Da stimme ich dir zu 100% zu. Die Balance ist beim Studieren enorm wichtig. Da habe ich für mich ein sehr guten Weg gefunden nur mit Blick auf den Berufseinstieg nach Studium/Ref fällt es mir schwer abzuwägen ob es sich nicht doch lohnt 2-3 Jahre in einer GK zu arbeiten um dann eine Summe von 100k+ ansparen zu können die es mir eventuell ermöglicht später mal mehr Freiheiten nach dem Wechsel zu haben und etwa mal in Teilzeit gehen zu können als Beispiel
Die Frage ist natürlich, ob man wirklich in der Zeit 100.000 Euro netto ansparen kann. Die allermeisten Associates die ich kenne haben mit dem Einstieg in der GK ihren Lebensstandard erheblich hochgefahren. Wohnung in FFM, Auto, ausschließlich auswärts essen, party, Luxus Hotels, teure Reisen, relativ schnell teure Mode und Statussymbole... Selbst 7k netto garantieren keine große Sparquote wenn man ein Ausgaben Problem hat. Selbst wenn, reichen 100k doch hinten und vorne nicht um eine dauerhafte Teilzeitarbeit zu ermöglichen... Aber ja, es kann ein guter "Boost" sein, wenn man irgendwann mal eine Immobiliee für 1-1,5 Mio finanzieren will...wobei dann 300-400k besser wären. Zumal du nach einem Wechsel vermutlich weniger verdienen wirst, dann kämen nur noch 2k rein bei teilzeit...

Also besser 100k als Vermögen haben statt sie nicht zu haben.  Wink bei den heutigen GK-Gehältern sollten knapp 30k sparen p.a. auch kein Problem sein. Die Lifestyle-Inflation, die du ansprichst, ist natürlich ein reales Problem und diesem sollte man sich bewusst sein. Mit einem normalen Lebensstil (so 3k netto im Monat), sollte man aber wahrscheinlich sogar eher 40k-50k p.a. ansparen können.

Aber am Ende ist immer die Frage, woran hat man Spaß, wo will man hin. Selbst drei Jahre würde ich nicht traurig verbringen, nur um Geld ansparen zu können. Das macht einen auch nicht glücklich. Wenn man die Arbeit aber mal versuchen will, ist das Geld ein schöner Nebeneffekt. 

Dazu muss man auch in sich selbst reinhören: Wo sehe ich mich in 10-20 Jahren, was macht mich glücklich, was will ich beruflich und privat erreichen. Das kann man auch immer wieder nachjustieren, nur gibt es hier keine Allgemeingültigkeit. Ich habe Freunde, die haben sich nach dem Doppel-Prädikat gefreut, dass sie endlich in die sichere Richterstelle können. Und andere hatten das Ziel, so viel Erfolg und Geld wie möglich aus ihren Fähigkeiten zu schlagen.

PS: Wenn ich hier lese "richtiges Vermögen in Deutschland ohnehin vererbt und nicht erarbeitet wird." Das ist nicht zutreffend. Man kann sich richtiges Vermögen in Deutschland erarbeiten. Ja, es wird auch vererbt aber man kann auch selbst so ein Erblasser werden. Dazu gehört auch Glück und mit einem normalen Job kommt kein Vermögen. Aber als Jurist hat man zumindest die Chance dazu, weil man als Anwalt schnell genug Geld verdienen kann (!, nicht muss), um einen Grundstock zu haben, mit dem man weiter investieren kann. Und immer dran denken, die meisten Multimillionäre sind es nicht mit Anfang 40 geworden, sondern in ihren 60igern. Das ist in der Regel eine Langstrecke und kein Sprint.

der besondere umstand, dass man möglicherweise in die lage versetzt wird, vermögen durch arbeit aufzubauen, schmälert nicht die regel, dass vermögen hauptsächlich vererbt wird. es macht auch einen unterschied, ob ich reich geboren werde oder reich sterbe.

Wobei der Erblasser oder irgendeiner seiner Vorgänger es ja auch erarbeitet hat, Lottogewinner mal ausgenommen. Man darf natürlich nicht das übers gesamte Leben mit großer Sparsamkeit vermehrte Vermögen, das zum Zeitpunkt x vererbt wird, mit dem Jahresgehalt Großkanzlei vergleichen.
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Tess T. Culls
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Registriert seit: Sep 2022
#20
30.01.2026, 13:21
[quote pid="252101" dateline="1769704858"]
PS: Wenn ich hier lese "richtiges Vermögen in Deutschland ohnehin vererbt und nicht erarbeitet wird." Das ist nicht zutreffend. Man kann sich richtiges Vermögen in Deutschland erarbeiten. Ja, es wird auch vererbt aber man kann auch selbst so ein Erblasser werden. Dazu gehört auch Glück und mit einem normalen Job kommt kein Vermögen. Aber als Jurist hat man zumindest die Chance dazu, weil man als Anwalt schnell genug Geld verdienen kann (!, nicht muss), um einen Grundstock zu haben, mit dem man weiter investieren kann. Und immer dran denken, die meisten Multimillionäre sind es nicht mit Anfang 40 geworden, sondern in ihren 60igern. Das ist in der Regel eine Langstrecke und kein Sprint.
[/quote]

Das ist immer die Frage, was man als "richtiges Vermögen" in diesem Sinne sieht. 
Wenn beispielsweise ein paar Immobilien und / oder ein Aktienpaket in Höhe einiger 100k oder gar 1-2 Mio als solches definiert, stimmt das sicherlich. Dazu muss man aber auch kein Jurist sein. Das schafft jede Berufsgruppe mit einer ordentlichen Gehaltsstruktur und einer guten finanziellen Bildung mehr oder weniger. Den Gerüchten nach schafft das der Zahnarzt besser als der niedergelassene Allgemeinarzt. Und die Berufsgruppe der Ärzte in Gänze vielleicht noch besser als die der Juristen.Die frühere Gehaltsstruktur der Fließbandarbeiter bei VW oder Mercedes bspw. konnten das ebenfalls erreichen.

Richtiges Vermögen (netto) im Sinne von bspw. 100 Mio aufwärts....aus meiner Sicht grundsätzlich nicht möglich mit bloßer Hände / Geistes Arbeit. Ausnahmen gab und gibt es, die mit der richtigen Idee und / oder zur richtigen Zeit das richtige gemacht haben (Aldi-Brüder, Drogeriekönige, etc.), wobei auch diese Persönlichkeiten irgendwann Arbeit delegiert haben, was letztendlich der Grundstein des Unternehmens- bzw. Vermögenswachtsums war.

Darüberhinaus bezweifle ich stark, dass Menschen Multimillionäre per Gehaltsscheck werden. Insofern ist Arbeitnehmerschaft aus meiner Sicht bereits schon der falsche Weg und die falsche Denkweise in Richtung "richtiges Vermögen". Auch für Juristen.
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