02.01.2026, 22:58
Ich suche seit Kürzerem nach Alternativen zu meiner aktuellen GK-Einstellung. Neben anderen GKs habe ich mir die Big4 angeschaut, aber ich bin auch über einige Boutiquen gestoßen und habe das Thema "Boutique-Kanzlei" etwas recherchiert. Es gibt ja Boutiquen, wie etwa PXR, SKW, LARK, GLNS, Annerton, Orbit etc., die in ihren jew. fokussierten Rechtsgebieten Top-Tier sind.
Was ich mich frage ist, wie sich die Arbeit zur GK unterscheidet, da das Gehalt mit wenigen Ausnahmen ja unter dem GK-Niveau ist - die Mandantschaft scheint ja wirklich GK-gleich zu sein, wenn man JUVE etc. glauben darf - das hat mich beeindruckt und mein Interesse geweckt.
Des Weiteren scheinen die Gehälter bei Boutiquen nicht immer kommuniziert zu sein bzw. haben größere Spannen, etwa bei Kliemt. Mir sind in meinem RG mehrere Boutiquen aufgefallen, davon haben einige gar kein Gehalt kommuniziert. Inwiefern kann man dann hier verhandeln, oder wird einem dann dennoch einfach eine Zahl angeboten, diese ist dann aber nicht auf Azur etc.?
Des Weiteren frage ich mich, ob man aus Boutique-Kanzleien auch (wieder) in GKs wechseln kann?
Was ich mich frage ist, wie sich die Arbeit zur GK unterscheidet, da das Gehalt mit wenigen Ausnahmen ja unter dem GK-Niveau ist - die Mandantschaft scheint ja wirklich GK-gleich zu sein, wenn man JUVE etc. glauben darf - das hat mich beeindruckt und mein Interesse geweckt.
Des Weiteren scheinen die Gehälter bei Boutiquen nicht immer kommuniziert zu sein bzw. haben größere Spannen, etwa bei Kliemt. Mir sind in meinem RG mehrere Boutiquen aufgefallen, davon haben einige gar kein Gehalt kommuniziert. Inwiefern kann man dann hier verhandeln, oder wird einem dann dennoch einfach eine Zahl angeboten, diese ist dann aber nicht auf Azur etc.?
Des Weiteren frage ich mich, ob man aus Boutique-Kanzleien auch (wieder) in GKs wechseln kann?
03.01.2026, 11:26
Ich kann nur für Orbit sprechen (war dort Associate): Arbeitszeiten jenseits von gut und böse (jeden Tag bis mindestens 23 Uhr), es wurde zwar immer auf locker und freundschaftlich getan, aber wenn die Zahlen nicht stimmten, wurde schlimm Druck ausgeübt.
03.01.2026, 14:48
(03.01.2026, 11:26)Dagobert schrieb: Ich kann nur für Orbit sprechen (war dort Associate): Arbeitszeiten jenseits von gut und böse (jeden Tag bis mindestens 23 Uhr), es wurde zwar immer auf locker und freundschaftlich getan, aber wenn die Zahlen nicht stimmten, wurde schlimm Druck ausgeübt.
Habe ich so auch schon aus diversen Boutiquen gehört. Ist mEn auch nicht überraschend, so zahlen viele Boutiquen vergleichbare Gehälter wie Großkanzleien, haben aber einen viel kleineren Unterbau und gehen mit jeder Einstellung ein deutlich höheres Risiko ein, da müssen die Umsätze schlichtweg stimmen und das am besten ziemlich schnell.
05.01.2026, 10:33
Boutique ist nicht gleich Boutique. Genauso wie GK nicht gleich GK ist (Bsp. Hengeler kannst du nicht mit Luther vergleichen, obwohl beides GKs sind).
Es gibt Boutiquen, die sind Spin-Offs von GKs. Wenn aber drei Hengeler Anwälte eine Boutique gründen, dann ist das eben oftmals klein-Hengeler, nur ohne die anderen Praxisgruppen. Andere, alteingesessene Boutiquen haben hingegen oft ein anderes Geschäftsmodell und beraten zwar fachlich auf hohem Niveau, aber zu niedrigeren Stundensätzen und mit einer geringeren Workload als die GKs.
Das ist der USP der Boutique. Der Mandant zahlt weniger als in der GK und bekommt Zugriff auf den Partner. Möglich ist das Modell für die Boutiquen, weil sie geringere overhead Kosten haben (auch durch niedrigere Gehälter). Oftmals sind die Stundenvorgaben auch geringer als in den GKs, weil die Maschinerie eben nicht ganz so groß ist und man auch mit weniger Arbeit immer noch sehr profitabel ist. Das Level an Organisiertheit ist daher auch ganz unterschiedlich. Eine Boutique mit vier Associates wird keine einheitliche Vergütungsstruktur haben. Eine Boutique mit 15 Associates hingegen schon.
Zur Frage, wie sich die Arbeit zwischen Boutique und GK unterscheidet: Fachlich kaum, aber in der GK ist vielmehr drumherum. Hier ein Newsletter, da ein PG-Meeting, dort ein Associate Development Program usw. In der Boutique kann ich mich mehr auf meine eigentliche Arbeit konzentrieren (gleichzeitig ist man für sein Netzwerk und die neuen Mandanten aber stärker selbst verantwortlich und kann nicht auf referrals aus dem London Office hoffen).
Und schlussendlich hängt es auch an den eigenen Ansprüchen: Wer unbedingt die krassesten Mandanten in den größten Deals beraten will, während er im 47. Stock eines Turms in FFM sitzt, der wird nicht um 18 Uhr Feierabend machen können. Egal, welches Setting er wählt.
Es gibt Boutiquen, die sind Spin-Offs von GKs. Wenn aber drei Hengeler Anwälte eine Boutique gründen, dann ist das eben oftmals klein-Hengeler, nur ohne die anderen Praxisgruppen. Andere, alteingesessene Boutiquen haben hingegen oft ein anderes Geschäftsmodell und beraten zwar fachlich auf hohem Niveau, aber zu niedrigeren Stundensätzen und mit einer geringeren Workload als die GKs.
Das ist der USP der Boutique. Der Mandant zahlt weniger als in der GK und bekommt Zugriff auf den Partner. Möglich ist das Modell für die Boutiquen, weil sie geringere overhead Kosten haben (auch durch niedrigere Gehälter). Oftmals sind die Stundenvorgaben auch geringer als in den GKs, weil die Maschinerie eben nicht ganz so groß ist und man auch mit weniger Arbeit immer noch sehr profitabel ist. Das Level an Organisiertheit ist daher auch ganz unterschiedlich. Eine Boutique mit vier Associates wird keine einheitliche Vergütungsstruktur haben. Eine Boutique mit 15 Associates hingegen schon.
Zur Frage, wie sich die Arbeit zwischen Boutique und GK unterscheidet: Fachlich kaum, aber in der GK ist vielmehr drumherum. Hier ein Newsletter, da ein PG-Meeting, dort ein Associate Development Program usw. In der Boutique kann ich mich mehr auf meine eigentliche Arbeit konzentrieren (gleichzeitig ist man für sein Netzwerk und die neuen Mandanten aber stärker selbst verantwortlich und kann nicht auf referrals aus dem London Office hoffen).
Und schlussendlich hängt es auch an den eigenen Ansprüchen: Wer unbedingt die krassesten Mandanten in den größten Deals beraten will, während er im 47. Stock eines Turms in FFM sitzt, der wird nicht um 18 Uhr Feierabend machen können. Egal, welches Setting er wählt.
05.01.2026, 13:02
Ich bin auch in einer Boutique Kanzlei.
Stundenvorgaben gibt es keine. Das Gehalt ist auf Verhandlungsbasis und beläuft sich bei mir zum Einstieg auf 100k.
Ich war nahezu nie länger als 18:30 dort.
Bin aber im Insolvenzrecht, weiß nicht ob das Dein Interessengebiet ist. Was ich so mitbekommen habe, liegt hier ordentlich Geld und die Partner verdienen Tip top, natürlich auch mit Stress. Aber nicht im Ansatz vergleichbar mit GK.
Stundenvorgaben gibt es keine. Das Gehalt ist auf Verhandlungsbasis und beläuft sich bei mir zum Einstieg auf 100k.
Ich war nahezu nie länger als 18:30 dort.
Bin aber im Insolvenzrecht, weiß nicht ob das Dein Interessengebiet ist. Was ich so mitbekommen habe, liegt hier ordentlich Geld und die Partner verdienen Tip top, natürlich auch mit Stress. Aber nicht im Ansatz vergleichbar mit GK.
10.01.2026, 11:36
Wie sind denn die etwaigen Wechselchancen, wenn man z.B. von Orbit/Annerton/LARK etc. kommen würde? Ich frage mich nur, ob ein Wechsel aus GK zu so hochgerankten Boutiquen im Fall, dass es einem nach 1-2 Jahren doch nicht gefällt, auch wieder umgekehrt problemlos möglich ist?
10.01.2026, 12:52
(10.01.2026, 11:36)Bln2024 schrieb: Wie sind denn die etwaigen Wechselchancen, wenn man z.B. von Orbit/Annerton/LARK etc. kommen würde? Ich frage mich nur, ob ein Wechsel aus GK zu so hochgerankten Boutiquen im Fall, dass es einem nach 1-2 Jahren doch nicht gefällt, auch wieder umgekehrt problemlos möglich ist?
Von den renommierten Boutiquen ist ein Wechsel zurück in die GK definitiv möglich.
10.01.2026, 15:50
(05.01.2026, 13:02)Frankfurt123 schrieb: Ich bin auch in einer Boutique Kanzlei.
Stundenvorgaben gibt es keine. Das Gehalt ist auf Verhandlungsbasis und beläuft sich bei mir zum Einstieg auf 100k.
Ich war nahezu nie länger als 18:30 dort.
Bin aber im Insolvenzrecht, weiß nicht ob das Dein Interessengebiet ist. Was ich so mitbekommen habe, liegt hier ordentlich Geld und die Partner verdienen Tip top, natürlich auch mit Stress. Aber nicht im Ansatz vergleichbar mit GK.
wow, das klingt echt mega! willst du verraten wo du bist? Das ist eigentlich exakt das, was ich für den Berufseinstieg suche.
10.01.2026, 20:57
(10.01.2026, 12:52)JuraHassLiebe schrieb:(10.01.2026, 11:36)Bln2024 schrieb: Wie sind denn die etwaigen Wechselchancen, wenn man z.B. von Orbit/Annerton/LARK etc. kommen würde? Ich frage mich nur, ob ein Wechsel aus GK zu so hochgerankten Boutiquen im Fall, dass es einem nach 1-2 Jahren doch nicht gefällt, auch wieder umgekehrt problemlos möglich ist?
Von den renommierten Boutiquen ist ein Wechsel zurück in die GK definitiv möglich.
@Bln2024: Wenn du so fragst, was wären denn deine Sorgen, was man dir aus der GK vorhalten könnte?
14.01.2026, 00:22
(10.01.2026, 20:57)Patenter Gast schrieb:(10.01.2026, 12:52)JuraHassLiebe schrieb:(10.01.2026, 11:36)Bln2024 schrieb: Wie sind denn die etwaigen Wechselchancen, wenn man z.B. von Orbit/Annerton/LARK etc. kommen würde? Ich frage mich nur, ob ein Wechsel aus GK zu so hochgerankten Boutiquen im Fall, dass es einem nach 1-2 Jahren doch nicht gefällt, auch wieder umgekehrt problemlos möglich ist?
Von den renommierten Boutiquen ist ein Wechsel zurück in die GK definitiv möglich.
@Bln2024: Wenn du so fragst, was wären denn deine Sorgen, was man dir aus der GK vorhalten könnte?
Danke für die Rückfrage. Im Prinzip will ich vor allem wegen dem fehlenden Team-Fit wechseln. Meine Sorge ist, dass man in eine Boutique wechselt, wo es dann ggf. auch nicht passt, daher ist es mir wichtig zu wissen, ob ich auch aus einer Boutique zurück zu T1/2 wechseln könnte.
Wobei ich mal auf LinkedIn geguckt habe und viele Wechsel aus namenhaften Boutiquen wie Gütt Olk Feldhaus, Orbit, Annerton etc. zu namenhaften GKs gesehen habe.



