25.11.2025, 11:54
Ich dachte als Patentanwalt hat man ein Patent zum Geld drucken.
Auf jeden Fall kann ich bei der Vorerfahrung nur dringend raten sich diesen Weg genau anzuschauen, bevor man den klassischen juristischen Weg wählt.
Auf jeden Fall kann ich bei der Vorerfahrung nur dringend raten sich diesen Weg genau anzuschauen, bevor man den klassischen juristischen Weg wählt.
25.11.2025, 12:15
25.11.2025, 17:56
(25.11.2025, 00:34)Kohlhaas schrieb: Gab hier ja schon ein paar Reaktionen à la „lebe deinen Traum“ und „niemals, Du Narr“.Danke für dein Feedback, aber ich glaub ich habe mich falsch ausgedrückt. Es ist nicht nur so, dass mich der Job nicht erfüllt. Die ganze Materie interessiert mich nicht mehr. Mein Satz von wegen "mich hält nur das Gehalt" ist wirklich genauso gemeint. Das Studium selbst hat mir vom Inhalt her auch nicht wirklich Spaß gemacht. Ich war halt trotzdem irgendwie gut.
Ich würde mir die Frage stellen, welchen Beruf Du ausüben möchtest. So präzise wie möglich (zB Verteidigung von Versicherungen bei Inanspruchnahme als angestellter Jurist bei xyz ). Und weil man im Zweifel nicht weiß, wie der Beruf dann wirklich ist, da dann nochmal nachforschen. Also klären, ob man da nur Vorurteile im Kopf, klären wie der Alltag eines entsprechenden Berufsträgers ist und den schönen und nicht so schönen Umständen.
In dem Ausgangsbeitrag ist davon die Rede, dass der aktuelle Job nicht erfüllend ist. Dann ist davon die Rede, dass Jurastudium spannend klingt und Kindheitstraum ist. Was mir dazu einfällt: das Jurastudium mag spannender sein als der jetzige Job. Ich glaube sogar daran, auch wenn ich über den jetzigen Job wenig weiß. Ich fand studieren auch spannend. Nur wird das Studium irgendwann vorbei sein. Worauf ich hinaus möchte: auch viele Juristen finden ihren Job nicht erfüllend und hatten in der Kindheit andere (unerfüllte) Träume. Die Wahrscheinlichkeit, dass Du einen Juristenjob ebensowenig erfüllend fändest ist hoch. Hängt natürlich vom jeweiligen Job und deiner Persönlichkeit in zehn Jahren ab. Aber die eigentliche Frage ist doch, welcher (juristische) Beruf erscheint dir derzeit erfüllender für dich zu sein als der aktuell ausgeübte Beruf.
ein guter Freund von mir ist erfolgreicher Ingenieur bei nem großen Konzern. Der meinte mal zu mir, für manche wäre mein Job ein Traum. Fürstliches Salär, adrett gekleidete und attraktive Menschen, tolle Büros im Wolkenkratzer, Verhandlungen bis tief in die Nacht für Projekte von BlackRock & Co. Was er nicht sieht? Alle negativen Seiten. Es ist eim bisschen so als würde ich zu nem Lehrer sagen „oh du arbeitest mit Kindern, ich finde Kinder faszinierend, dein Job wäre für mich ein Traum“. Dem Lehrer fallen dann Dinge ein, die nicht traumhaft sind. 35 Kinder, die in 40 verschiedenen Sprachen gleichzeitig laut schreien usw. Und Lehrer ist ein Job, bei dem jeder noch vergleichsweise realistische Vorstellungen hat. Bei juristischen Berufen ist das mit den realistischen Vorstellungen seltener der Fall. Der juristisch zu händelnde Fall ist oft genauso spannend wie die Bedienungsanleitung von einer Playstation 3. Die Bedienungsanleitung sollst Du um 22 Uhr lesen und mit den Bedienungsanleitungen von allen anderen Modellen vergleichen und nach 2 Minuten will ein Chef mit dem Charme von Friedrich Merz deine Ergebnisse.
Aber, wenn Du Bock drauf hast, studiere gerne Jura. Den Tipp mit Patentanwalt finde ich ziemlich gut. In die Richtung würde ich mal recherchieren.
Bevor die Frage kommt, warum ich E-Technik nicht abgebrochen habe, das hatte 2 Gründe. Wie gesagt, a) waren meine Noten gut und b) hab ich dual studiert -> hatte Gehalt während des Studiums. Das hätte ich im Falle des Abbruchs zurückzahlen müssen. Da das mein erstes Gehalt in meinem Leben war, war dieses Gehalt der ersten Monate aber auch schnell ausgegeben ;)
Aus diesem Grund will ich, sollte ich mich für Jura entscheiden, am liebsten von dem ganzen Technik Ding weg. Ja, es liegt mir irgendwie, aber ich mag es nicht mehr. Deswegen steh ich dem Patentanwaltsding auch kritisch gegenüber, auch wenn es Sinn machen würde :)
26.11.2025, 00:19
Ohne jetzt alles gelesen zu haben:
Als ich mich für jura eingeschrieben habe, war ich 27.
Das Referendariat habe ich mit 36 begonnen (dazwischen gearbeitet).
Ru das, was dir am Herzen liegt. Man verbringt mit der Arbeit zu viel Zeit, um sie mit etwas zu füllen, das man innerlich zunehmend ablehnt.
Als ich mich für jura eingeschrieben habe, war ich 27.
Das Referendariat habe ich mit 36 begonnen (dazwischen gearbeitet).
Ru das, was dir am Herzen liegt. Man verbringt mit der Arbeit zu viel Zeit, um sie mit etwas zu füllen, das man innerlich zunehmend ablehnt.
26.11.2025, 20:47
Dein Alter ist egal. Wichtig ist nur, dass du entschlossen bist, Jura zu studieren. Ich denke, dass dir das Studium sehr viel leichter fallen wird, als den Leuten, deren Erststudium das ist. Auch in habe eine Vorgeschichte in Etechnik und ich kann dir versichern, dass es nichts in Jura gibt, was inhaltlich auch nur halb so anspruchsvoll ist wie Feldtheorie oder Analysis 3.
Mit 25 hätte ich keine Lust mehr gehabt, nochmal 7 Jahre zu studieren, aber das ist eine individuelle Entscheidung. Falls du nur von der Technik weg willst, würde auch ein Master genügen.
Mit 25 hätte ich keine Lust mehr gehabt, nochmal 7 Jahre zu studieren, aber das ist eine individuelle Entscheidung. Falls du nur von der Technik weg willst, würde auch ein Master genügen.
10.12.2025, 15:48
Servus, ich habe mit 27 angefangen. Also falls du Fragen/Bedenken hast :D. Ich bereue es nicht, war eine bewusste Entscheidung.
11.12.2025, 12:31
(25.11.2025, 00:34)Kohlhaas schrieb: Dann ist davon die Rede, dass Jurastudium spannend klingt und Kindheitstraum ist. Der juristisch zu händelnde Fall ist oft genauso spannend wie die Bedienungsanleitung von einer Playstation 3. Die Bedienungsanleitung sollst Du um 22 Uhr lesen und mit den Bedienungsanleitungen von allen anderen Modellen vergleichen und nach 2 Minuten will ein Chef mit dem Charme von Friedrich Merz deine Ergebnisse.Endlich sagt es mal jemand! *Lach
Du hast völlig Recht, die meisten juristischen Probleme, mit denen man sich später als Volljurist so rumschlägt, dürften für Außenstehende unfassbar langweilig sein.
Wer als Laie zB an den Justizalltag denkt, hat meist Bilder aus Hollywood im Kopf, von eloquenten Verteidigern, die vor holzgetäfelter Kulisse den Jahrhundertfall lösen. Ich rate daher jedem Laien einmal, einen Tag im örtlichen Amtsgericht oder Verwaltungsgericht als Zuschauer zu verbringen. Und da bekommt man sogar noch die spektakulärere Seite des Jobs zu sehen. Die meiste Zeit heisst es nämlich auch für den Richter in seiner Amtsstube Akten lesen, Verfügungen schreiben, Juris recherchieren etc.
Da braucht man schon echte intrinsische Motivation, um dieser unspektakulären Kopfarbeit nachzugehen.
11.12.2025, 19:01
Thomas Fischer hat übrigens mit 27 angefangen. Und er hat es noch zum Senatsvorsitzenden am BGH, zum Herausgeber des Standard-Praktikerkommentars zum StGB und zum ZEIT-Kolumnisten gebracht. Also nur zu.
11.12.2025, 19:35
(11.12.2025, 19:01)Lucille schrieb: Thomas Fischer hat übrigens mit 27 angefangen. Und er hat es noch zum Senatsvorsitzenden am BGH, zum Herausgeber des Standard-Praktikerkommentars zum StGB und zum ZEIT-Kolumnisten gebracht. Also nur zu.Vor allem die zuletzt genannte Position verdient wärmste Bewunderung ;D
30.01.2026, 19:03
(22.11.2025, 11:16)ST27922 schrieb: Hallo,
ich weiß gerade nicht ob ich über den größten Fehler meines Lebens nachdenke oder alles richtig mache.
Ich wollte bis zur 11ten Klasse immer Jura studieren, hab dann an einer Uni eine Vorstellung der E-Technik Fakultät gesehen und mich spontan für E-Technik entschieden. Das hab ich dann dual studiert. Ich habe allerdings nach ca. 6 Monaten schon gemerkt, dass es nicht das ist was mir wirklich gefällt. Da ich aber gut war hab ich es durchgezogen. Mittlerweile hab ich seit 2 Jahren den Bachelor und arbeite.
Umso mehr Zeit im Beruf vergeht, desto mehr denke ich, ich habe mich falsch entschieden. Es erfüllt mich nicht, das einzige was mich hält ist das Gehalt. Ich habe das Gefühl, wenn ich irgendwann 40 bin, werde ich es extrem bereuen, nicht Jura angefangen zu haben.
Was ist eure dahingehend eure Meinung, jetzt einen Cut zu machen, den Job "hinzuwerfen" und es mit dem Jurastudium zu versuchen? Ich weiß, es ist ein langes schwieriges Studium, aber ich hätte genug Geld angespart um mind. 6 Jahre ohne großes Einkommen durchzukommen solange ich einigermaßen sparsam lebe. Selbst wenn ich es nicht schaffe, meinen Bachelor habe ich ja, d.h. ich würde denke ich ja wieder einen Job finden.
Danke schonmal für eure Meinungen dazu :)
Wenn du dafür brennst, Go for it. Glücklich im Job zu sein, ist soo wichtig. Zieh dir mal ein paar Vorlesungen auf YouTube, Urteile und Bücher rein (zB Jura für Nichtjuristen).



