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Wissensverlust nach bestandenem Examen
Questioner
Member
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Beiträge: 96
Themen: 25
Registriert seit: Mar 2024
#1
07.11.2025, 19:54
Hallo liebe Leute,

ich habe mir für das Examen wirklich sehr viel Wissen angeeignet, was sich auch in den zivilrechtlichen und strafrechtlichen Noten wiedergespiegelt hat. 

Nun merke ich ca 9 Monaten nach meiner mündlichen Prüfung, dass mein Wissen schwindet. Teilweise fallen mir Schlagwörter nicht ein, die ich früher drauf hatte, mein Systemverständnis baut ab oder auch die Normanwendung (in Gebieten, mit denen ich beruflich kaum in Berührung komme).

Und das finde ich wirklich schade, weil ich für dieses Wissen sehr gelitten habe und jetzt merke ich, wie ich es verliere.

Kennt ihr das auch? Wie seid ihr damit umgegangen? Lässt man einfach los und recherchiert zur Not?

Es ist ein seltsames Gefühl. 

Ich habe überlegt mir eine App zuzulegen (die mit dem Tiername wirbt), weil die App immer kleine Mini-Fälle stellt. Vllt würde man so das Wissen aufrechterhalten.
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Spencer
Senior Member
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Beiträge: 366
Themen: 0
Registriert seit: May 2023
#2
07.11.2025, 20:51
Willkommen in der Welt der Absolventen  Wink

Es ist ganz normal, dass Wissen, das man nicht anwendet, mit der Zeit wieder verschwindet. Überleg mal, wieviel von deinem Abi-Wissen heute noch übrig ist. Ich würde mal schätzen, dass keiner meiner Kollegen, die alle sehr gute Noten haben dürften, heute noch das 2. Stex bestehen würde.

Die gute Nachricht ist, dass du im Beruf jeden Tag neues Wissen aufbaust, auf dem Fundament deines juristischen Grundwissens.

Ich fand es sogar unglaublich befreiend, den ganzen Ballast an Detailwissen aus dem Examen ab dem Tag der mündlichen Prüfung nicht mehr präsent haben zu müssen. Ab jetzt darfst du straffrei juris und beck-online nutzen, das ist ab heute dein digitales Gedächtnis ;-)
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 07.11.2025, 20:55 von Spencer.)
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ranger
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***
Beiträge: 87
Themen: 7
Registriert seit: Jan 2022
#3
08.11.2025, 11:47
So ging es mir bereits während der Wahlstation Cheese Der "Klausurmodus" ist wirklich einzigartig. Er stellt sich meiner Meinung nach nur ein, wenn man monatelang nichts anderes tut. 
Genauso, wie es einen Klausurmodus gibt, gibt es aber auch einen Berufsmodus. Das Gehirn passt sich zwangsläufig vor allem den dringenden, unmittelbaren Herausforderungen an.
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Patenter Gast
Senior Member
****
Beiträge: 732
Themen: 0
Registriert seit: Oct 2022
#4
08.11.2025, 12:13
(07.11.2025, 19:54)Questioner schrieb:  Und das finde ich wirklich schade, weil ich für dieses Wissen sehr gelitten habe und jetzt merke ich, wie ich es verliere.

Kennt ihr das auch? Wie seid ihr damit umgegangen? Lässt man einfach los und recherchiert zur Not?

Es ist ein seltsames Gefühl. 

Warum? Ich habe in der Schule Gedichte gelernt - kann ich nicht mehr. Ich habe sogar mal eine Fremdsprache gelernt, die ich kaum noch sprechen kann. Den Großteil des Krams aus dem Studium habe ich vergessen und vom zweiten Examen auch. Wo soll das Problem sein? Wieso sollte ich darüber traurig sein, dass ich keine super strafrechtliche Revisionsklausur mehr schreiben kann, wenn ich damit im Alltag nullkommanichts zu tun habe?

Ich war vielmehr happy darüber, dass ich mich mit dem ganzen unnötigen Kram nicht mehr beschäftigen musste.
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Eifelman
Junior Member
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Beiträge: 15
Themen: 3
Registriert seit: Apr 2025
#5
08.11.2025, 13:31
Wundert mich überhaupt nicht. Das meiste davon ist reines Ballastwissen. Je länger man beruflich tätig wird, desto eher wirkt sich das aus. Schließlich wirst du, selbst wenn du "Generalist" wirst, massiv neues Wissen erwerben und damit ganz automatisch "unnötiges" verdrängen und vergessen. Wenn du deinen FA im Bau- und Architektenrecht machst, wirst du den ETBI schlicht nie benötigen. Selbst die meisten Strafverteidiger kommen bei Revisionsbegründungen arg ins Schwitzen.

Das stört mich an der aktuellen Ausweitung der examensrelevanten Rechtsgebiete auch am meisten. Gerade im Verwaltungsrecht muss man sich jetzt vertiefte Kenntnisse in teilweise völlig "abwegigen" Rechtsgebieten aneignen. Etwa Europarecht wird ja immer mehr eingebracht. Dabei bleibt aber der Erwerb der Kernkompetenzen - aus Kostengründen wird die Dauer des Refs ja verkürzt und das Examen soll ja am besten auch nach 8 Semestern abgelegt werden - dann auf der Strecke.
Da lohnt sich das Gespräch und der Vergleich mit "älteren" Juristen. Wer heute Partner ist oder Abteilungsleiter auf Ministerialebene oder Vorsitzender am LG oder OLG, der hatte noch einen deutlich schlankeren Kanon an examensrelevanten Problemen. Da ist dann auch schlicht weniger, was vergessen geht.
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ranger
Member
***
Beiträge: 87
Themen: 7
Registriert seit: Jan 2022
#6
08.11.2025, 15:24
Vielleicht könnte die Nebentätigkeit als Prüfer in sämtlichem Rechtsgebieten des ersten und zweiten Examens dazu beitragen, im Stoff zu bleiben ...
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Pontifex Maximus
Member
***
Beiträge: 174
Themen: 0
Registriert seit: Oct 2023
#7
12.11.2025, 08:27
(08.11.2025, 15:24)ranger schrieb:  Vielleicht könnte die Nebentätigkeit als Prüfer in sämtlichem Rechtsgebieten des ersten und zweiten Examens dazu beitragen, im Stoff zu bleiben ...

Ich prüfe nur in „meinem“ Rechtsgebiet und habe immer wieder Momente in Prüfungen, in denen ich den Kollegen aus den anderen Rechtsgebieten zuhöre und mir denke „Ach ja, das gab es ja auch noch…“. Gleichzeitig ist es erstaunlich, dass man dann sofort wieder auf Sachen kommt, über die man zwanzig Jahre nicht mehr nachgedacht hat.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 12.11.2025, 11:26 von Pontifex Maximus.)
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ranger
Member
***
Beiträge: 87
Themen: 7
Registriert seit: Jan 2022
#8
12.11.2025, 10:53
(12.11.2025, 08:27)Pontifex Maximus schrieb:  
(08.11.2025, 15:24)ranger schrieb:  Vielleicht könnte die Nebentätigkeit als Prüfer in sämtlichem Rechtsgebieten des ersten und zweiten Examens dazu beitragen, im Stoff zu bleiben ...

Ich prüfe nur in „meinem“ Rechtsgebiet und habe immer wieder Momente in Prüfungen, in denen ich den Kollegen aus den anderen Rechtsgebieten zu höre und mir denke „Ach ja, das gab es ja auch noch…“. Gleichzeitig ist es erstaunlich, dass man dann sofort wieder auf Sachen kommt, über die man zwanzig Jahre nicht mehr nachgedacht hat.
Interessante Beobachtung! 
Beim GJPA Berlin Brandenburg gibt es einen legendären Prüfer, der alle Rechtsgebiete prüft.
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Paul Klee
Member
***
Beiträge: 172
Themen: 2
Registriert seit: Apr 2023
#9
12.11.2025, 21:43
(12.11.2025, 10:53)ranger schrieb:  
(12.11.2025, 08:27)Pontifex Maximus schrieb:  
(08.11.2025, 15:24)ranger schrieb:  Vielleicht könnte die Nebentätigkeit als Prüfer in sämtlichem Rechtsgebieten des ersten und zweiten Examens dazu beitragen, im Stoff zu bleiben ...

Ich prüfe nur in „meinem“ Rechtsgebiet und habe immer wieder Momente in Prüfungen, in denen ich den Kollegen aus den anderen Rechtsgebieten zu höre und mir denke „Ach ja, das gab es ja auch noch…“. Gleichzeitig ist es erstaunlich, dass man dann sofort wieder auf Sachen kommt, über die man zwanzig Jahre nicht mehr nachgedacht hat.
Interessante Beobachtung! 
Beim GJPA Berlin Brandenburg gibt es einen legendären Prüfer, der alle Rechtsgebiete prüft.

Na da hat sich wenigstens bei ihm das Studium gelohnt :)
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lexus
Junior Member
**
Beiträge: 27
Themen: 4
Registriert seit: Apr 2024
#10
13.11.2025, 12:46
Dein Kopf ist schlau und realisiert, dass er endlich nicht mehr Kraft in dieses sinnlosen Gepauke und andauernde Ungewissheit/Angst investieren muss. Glückwunsch!

Aber im Ernst: echtes Systemverständnis kommt schnell wieder. Dinge die dir wirklich Spaß machen/Interesse erzeugen sollten dich auch immer wieder einholen. Wenn dir Wissensarbeit an sich Spaß macht, mach damit weiter (Repetitor, Artikel, Kochen, Sprachen,....). 

Leider ist es so, dass ein großer Teil das ganzen nur ein Sport mit späterem Abzeichen war, um eine Messzahl für Kosten/Nutzen Abwägung oder Ungleichbehandlung zu haben. Das Verlustgefühl verschwindet mit der Begeisterung an neuen Aufgaben.
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