25.01.2023, 23:04
Moin,
ich dachte mir, wir könnten mal einen Sammelthread für kuriose Erlebnisse in Vorstellungsgesprächen aufmachen.
Berichten könnten sowohl Teilnehmer auf ArbG als auch auf ArbN-Seite. Wir haben hier ja auch einige erfahrene Anwälte, die schon Vorstellungsgespräche auf ArbG-Seite mitgemacht haben dürften.
Vielleicht auch mit einer kurzen Aussage, wie es insgesamt ausging (Angebot ja/nein?). Könnte vielleicht auch beruhigend auf mache wirken, die sich wegen Nebensächlichkeiten selbst stressen.
Ich selbst mache mal den Anfang:
Boutique, ich als Bewerber. Einer der Gründungspartner bezeichnet mein Ergebnis im 1. Examen (7,9 staatlich, insgesamt 8,3) als „bescheiden“. Nachdem ich ihm einen leicht ungläubigen Blick schenke, ergänzt er „… also für unsere Ansprüche“ und fragt mich, woran es gelegen hat.
Kann natürlich eine dieser Stressfragen sein, bei der jemand provoziert wird und man schaut, wie das Gegenüber reagiert.
Der Gesamteindruck aus dem Gespräch war aber für mich bescheiden, sodass ich nicht auf ein Angebot von ihnen warte, sondern weitermache.
ich dachte mir, wir könnten mal einen Sammelthread für kuriose Erlebnisse in Vorstellungsgesprächen aufmachen.
Berichten könnten sowohl Teilnehmer auf ArbG als auch auf ArbN-Seite. Wir haben hier ja auch einige erfahrene Anwälte, die schon Vorstellungsgespräche auf ArbG-Seite mitgemacht haben dürften.
Vielleicht auch mit einer kurzen Aussage, wie es insgesamt ausging (Angebot ja/nein?). Könnte vielleicht auch beruhigend auf mache wirken, die sich wegen Nebensächlichkeiten selbst stressen.
Ich selbst mache mal den Anfang:
Boutique, ich als Bewerber. Einer der Gründungspartner bezeichnet mein Ergebnis im 1. Examen (7,9 staatlich, insgesamt 8,3) als „bescheiden“. Nachdem ich ihm einen leicht ungläubigen Blick schenke, ergänzt er „… also für unsere Ansprüche“ und fragt mich, woran es gelegen hat.
Kann natürlich eine dieser Stressfragen sein, bei der jemand provoziert wird und man schaut, wie das Gegenüber reagiert.
Der Gesamteindruck aus dem Gespräch war aber für mich bescheiden, sodass ich nicht auf ein Angebot von ihnen warte, sondern weitermache.
26.01.2023, 00:43
Bewerbungsgespräch via Teams bei einem Unternehmen. Die potentielle Vorgesetzte rauchte E-Zigarette, stütze zeitweise den Kopf auf den Händen ab und strich sich mehrmals mit den Händen durchs Haar.
- Insgesamt ein sehr unprofessionelles Gespräch und man muss sich nur mal vorstellen, was los gewesen wäre, wenn ich als Bewerberin geraucht hätte.
Da es auf beiden Seiten wohl nicht klick machte, kam später die Absage. Auch für mich stand meine Entscheidung schon fest. Der Headhunter, über den die Stellenanzeige lief, rief mich später an und fragte mich nach meinem Feedback zum Gespräch, da wohl schon einige Gespräche zuvor nicht fruchtbar waren (wundert mich nicht). Nach einigem Zögern teilte ich ihm das mit der Zigarette mit und hoffe, er hat es weitergegeben, denn das ist nicht nur auf Bewerberseite ein No-Go.
- Insgesamt ein sehr unprofessionelles Gespräch und man muss sich nur mal vorstellen, was los gewesen wäre, wenn ich als Bewerberin geraucht hätte.
Da es auf beiden Seiten wohl nicht klick machte, kam später die Absage. Auch für mich stand meine Entscheidung schon fest. Der Headhunter, über den die Stellenanzeige lief, rief mich später an und fragte mich nach meinem Feedback zum Gespräch, da wohl schon einige Gespräche zuvor nicht fruchtbar waren (wundert mich nicht). Nach einigem Zögern teilte ich ihm das mit der Zigarette mit und hoffe, er hat es weitergegeben, denn das ist nicht nur auf Bewerberseite ein No-Go.
26.01.2023, 00:43
Als HRler in einem großen Unternehmen habe ich schon einige Gespräche geführt. Hier mal 3 Anekdoten:
Schon Bewerbungsunterlagen sind manchmal "bemerkenswert". Jurist mit guten Noten bewirbt sich für Compliancen direkt nach dem Examen. Deckblatt der Unterlagen ein Foto in DIN A4, darauf der Bewerber vor einem Schachbrett, eine Figur in der Hand, Bewerber mit Hoddy und darunter der Schriftzug: entscheidend ist der erste Zug. Es gab herzhaftes Gelächter in HR, eingeladen wurde er trotzdem, aber nicht genommen
Bewerber mit Topnoten bewirbt sich als Jurist bei mir in HR. Bewerber kommt ihn den Besprechungsraum, Smaltalk zur Anreise etc. noch nicht beendet, da fängt der Bewerber an: "und was haben Sie mir zu bieten?" Meine Kollegin und ich haben etwas verdutzt geschaut und er wiederholt den Satz. Ich habe entgegnet: "hier ihr Formular zur Abrechnung der Fahrtkosten und ansonsten nichts" Er schaute daraufhin verdutzt und wir haben ihn nach draußen begleitet.
Bewerberin auch bei mir in HR. Sie hat den angebotenen Kaffee genommen und rührte mindestens seit 5 Minuten den Kaffee um. Ich unterbreche den normalen Ablauf und frage, ob sie nervös sei, "Warum?" fragt sie. "Weil Sie bald ein Loch in die Tasse rühren" antworte ich. Wit haben kurz unterbrochen, sie hat sich etwas gefangen und dann ging es weiter. Sie wurde eingestellt. Sie berichtete mir später, dass es ihr erstes Vorstellungsgespräch war. Sie hat direkt nach dem Examen ein Kind bekommen und auf Grund der Trennung vom Freund, stand sie unter massiven finanziellen Druck. Mehrere Nächte kaum geschlafen und verdammt aufgeregt. Kann ja passieren und ist ja kein Grund jemanden keine Chance zu geben
Schon Bewerbungsunterlagen sind manchmal "bemerkenswert". Jurist mit guten Noten bewirbt sich für Compliancen direkt nach dem Examen. Deckblatt der Unterlagen ein Foto in DIN A4, darauf der Bewerber vor einem Schachbrett, eine Figur in der Hand, Bewerber mit Hoddy und darunter der Schriftzug: entscheidend ist der erste Zug. Es gab herzhaftes Gelächter in HR, eingeladen wurde er trotzdem, aber nicht genommen
Bewerber mit Topnoten bewirbt sich als Jurist bei mir in HR. Bewerber kommt ihn den Besprechungsraum, Smaltalk zur Anreise etc. noch nicht beendet, da fängt der Bewerber an: "und was haben Sie mir zu bieten?" Meine Kollegin und ich haben etwas verdutzt geschaut und er wiederholt den Satz. Ich habe entgegnet: "hier ihr Formular zur Abrechnung der Fahrtkosten und ansonsten nichts" Er schaute daraufhin verdutzt und wir haben ihn nach draußen begleitet.
Bewerberin auch bei mir in HR. Sie hat den angebotenen Kaffee genommen und rührte mindestens seit 5 Minuten den Kaffee um. Ich unterbreche den normalen Ablauf und frage, ob sie nervös sei, "Warum?" fragt sie. "Weil Sie bald ein Loch in die Tasse rühren" antworte ich. Wit haben kurz unterbrochen, sie hat sich etwas gefangen und dann ging es weiter. Sie wurde eingestellt. Sie berichtete mir später, dass es ihr erstes Vorstellungsgespräch war. Sie hat direkt nach dem Examen ein Kind bekommen und auf Grund der Trennung vom Freund, stand sie unter massiven finanziellen Druck. Mehrere Nächte kaum geschlafen und verdammt aufgeregt. Kann ja passieren und ist ja kein Grund jemanden keine Chance zu geben
26.01.2023, 00:47
Ich bin regelmäßig bei Bewerbungsgesprächen mit WissMits, Refs und first years auf Arbeitgeber-Seite dabei. Was Du beschreibst ist mir unerklärlich. Die Noten kannte die Kanzlei schon vor der Einladung. Wo wozu dann diese Frage? Um Dich einmal vorzuführen? …ich würde direkt von mir aus absagen.
Im Bewerbungsgespräch stelle ich nie komische Klischee-Fragen, sondern schaue allein darauf, ob mir das Gespräch Spaß macht und mein Gegenüber zu einem professionellen Gespräch in der Lage ist. Als Anwälte müssen wir zwar fachlich liefern, aber gleichzeitig halt angenehme Gesprächspartner sein, die man gerne anruft und mit denen man gerne spricht. Wer mir diese Qualifikation im Gespräch verkaufen kann, hat mein Placet. Die fachliche Qualifikation ist daneben allerdings auf keinen Fall egal. Allerdings wird diese einerseits durch die Examina schon hinreichend dokumentiert (unter 16 aus 2 laden wir nicht ein) und ergibt sich zudem ungezwungen auch aus dem Gespräch.
Im Bewerbungsgespräch stelle ich nie komische Klischee-Fragen, sondern schaue allein darauf, ob mir das Gespräch Spaß macht und mein Gegenüber zu einem professionellen Gespräch in der Lage ist. Als Anwälte müssen wir zwar fachlich liefern, aber gleichzeitig halt angenehme Gesprächspartner sein, die man gerne anruft und mit denen man gerne spricht. Wer mir diese Qualifikation im Gespräch verkaufen kann, hat mein Placet. Die fachliche Qualifikation ist daneben allerdings auf keinen Fall egal. Allerdings wird diese einerseits durch die Examina schon hinreichend dokumentiert (unter 16 aus 2 laden wir nicht ein) und ergibt sich zudem ungezwungen auch aus dem Gespräch.
26.01.2023, 01:06
(26.01.2023, 00:47)DAS IST KEIN SPIEL schrieb: Ich bin regelmäßig bei Bewerbungsgesprächen mit WissMits, Refs und first years auf Arbeitgeber-Seite dabei. Was Du beschreibst ist mir unerklärlich. Die Noten kannte die Kanzlei schon vor der Einladung. Wo wozu dann diese Frage? Um Dich einmal vorzuführen? …ich würde direkt von mir aus absagen.
Im Bewerbungsgespräch stelle ich nie komische Klischee-Fragen, sondern schaue allein darauf, ob mir das Gespräch Spaß macht und mein Gegenüber zu einem professionellen Gespräch in der Lage ist. Als Anwälte müssen wir zwar fachlich liefern, aber gleichzeitig halt angenehme Gesprächspartner sein, die man gerne anruft und mit denen man gerne spricht. Wer mir diese Qualifikation im Gespräch verkaufen kann, hat mein Placet. Die fachliche Qualifikation ist daneben allerdings auf keinen Fall egal. Allerdings wird diese einerseits durch die Examina schon hinreichend dokumentiert (unter 16 aus 2 laden wir nicht ein) und ergibt sich zudem ungezwungen auch aus dem Gespräch.
Ich habe ja schon berichtet, dass mein 2. StEx nicht berauschend war.
In einem anderen Vorstellungsgespräch war der erste Satz des Kanzleipartners noch bevor die Sekretärin den vergessenen Kaffee holte: "Normalerweise haben wir höhere Anforderungen, aber wir wollten Sie uns trotzdem mal angucken."
Ist ja ok und mir bewusst, aber muss man das einem Bewerber als ersten Satz reindrücken? Auch der Rest des Gesprächs war in ähnlichem Stil. O-Ton: "Wir machen hier nur High-End-Beratung und befassen uns nicht mit solchen banalen Dingen wie einer verhaltensbedingten Kündigung.", obwohl man meinem Lebenslauf sehr genau entnehmen konnte, dass ich als Arbeitsrechtlerin eher generalistisch unterwegs bin und u.a. jenen Kleinkram bearbeite, für den er sich zu fein ist.
Ich bin höflich geblieben, aber ich empfinde das als ganz schlechten Stil. Warum das sein musste, weiß ich auch nicht, aber es gibt ja nicht nur den IQ, sondern auch den EQ und der ist vielleicht bei demjenigen nicht so ausgeprägt ;-)
26.01.2023, 02:34
(26.01.2023, 00:47)DAS IST KEIN SPIEL schrieb: Ich bin regelmäßig bei Bewerbungsgesprächen mit WissMits, Refs und first years auf Arbeitgeber-Seite dabei. Was Du beschreibst ist mir unerklärlich. Die Noten kannte die Kanzlei schon vor der Einladung. Wo wozu dann diese Frage? Um Dich einmal vorzuführen? …ich würde direkt von mir aus absagen.
Im Bewerbungsgespräch stelle ich nie komische Klischee-Fragen, sondern schaue allein darauf, ob mir das Gespräch Spaß macht und mein Gegenüber zu einem professionellen Gespräch in der Lage ist. Als Anwälte müssen wir zwar fachlich liefern, aber gleichzeitig halt angenehme Gesprächspartner sein, die man gerne anruft und mit denen man gerne spricht. Wer mir diese Qualifikation im Gespräch verkaufen kann, hat mein Placet. Die fachliche Qualifikation ist daneben allerdings auf keinen Fall egal. Allerdings wird diese einerseits durch die Examina schon hinreichend dokumentiert (unter 16 aus 2 laden wir nicht ein) und ergibt sich zudem ungezwungen auch aus dem Gespräch.
Das ist eben das Kuriose. Der betreffende Partner kannte meinen Lebenslauf auch ziemlich genau. Er hat mich nach einer in Deutschland recht exotischen Fremdsprache gefragt, die ich im Lebenslauf unter Sprachkenntnissen habe und wie es dazu kommt. Bei der „Notengeilheit“ unter Juristen wird er wohl kaum erst das Zeugnis im Vorstellungsgespräch bemerkt haben.
Wie gesagt, es kann auch eine Frage des Typs gewesen sein „provozieren und schauen, ob er unpassend reagiert“. Ist grundsätzlich nicht verkehrt, weil wer als Anwalt auf jede kleinste Gemeinheit anspringt, ist vielleicht auch nicht ganz richtig in diesem Beruf aufgehoben. Aber in der Tat: ich werde mich nicht auf einen ArbG einlassen, der Zweifel an meiner Qualifikation anmeldet. Hat ja dann echt keinen Sinn.
26.01.2023, 08:24
Nicht wirklich beruhigend, aber ich hatte nach 2 richtig guten Gesprächen und der mündlichen Zusage, nach dem zweiten Gespräch dann eine E-Mail bekommen, dass sie sich doch noch die weiteren Bewerber anschauen möchten (wegen der Chancengleichheit…). Sie haben mir einen Zeitraum gesagt, in denen sie sich melden würden. Als der Zeitraum verstrichen war, fragte ich wieder nach. Eine Woche noch. Ich habe wieder nichts gehört.
Das ist leider auch keine Seltenheit gewesen, wenn auch nicht in der Form. Ich kann nur jedem Bewerber raten, sich von Anfang breit zu bewerben. Es ist nie gesagt, dass ihr trotz guter Noten und Zusatztitel eure Wunschstelle bekommt.
Das ist leider auch keine Seltenheit gewesen, wenn auch nicht in der Form. Ich kann nur jedem Bewerber raten, sich von Anfang breit zu bewerben. Es ist nie gesagt, dass ihr trotz guter Noten und Zusatztitel eure Wunschstelle bekommt.
26.01.2023, 09:07
Informelles Bewerbungsgespräch mit einem Partner aus einer Boutique:
- Hat beiläufig erwähnt, dass der Gründungspartner einen schwierigen Charakter hat und gelegentlich gegenüber Mitarbeitern laut wird. Aber das sei ja markbekannt.
- Hat über die (noch) angestellte RAin hergezogen, deren Stelle nachbesetzt werden soll.
Gespräch war vor vier Monaten. Stelle ist immer noch nicht nachbesetzt.
- Hat beiläufig erwähnt, dass der Gründungspartner einen schwierigen Charakter hat und gelegentlich gegenüber Mitarbeitern laut wird. Aber das sei ja markbekannt.
- Hat über die (noch) angestellte RAin hergezogen, deren Stelle nachbesetzt werden soll.
Gespräch war vor vier Monaten. Stelle ist immer noch nicht nachbesetzt.
26.01.2023, 09:43
Ich hatte während der Zeit im Studium und neben dem Ref einige Gespräche auch zur Bewerbung für verschiedene Stationen. Dabei gab es allerdings nur 2 seltsame Situationen:
Nr. 1 - Bewerbung für Werkstudentenstelle
Ich kam in einem Startup an und der Termin war als Vorstellungsgespräch deklariert. Zusammen mit mir saß im Raum eine weitere Studentin, die zur gleichen Zeit ebenfalls ein solches Gespräch hatte - mit dem gleichen Vorgesetzten. Wir waren also der Überzeugung, wir müssten jetzt direkt „gegeneinander antreten“. Was aber folgte, war direkt die Einarbeitung ins System für uns beide. Wir wurden beide direkt eingestellt.
Nr. 2 - Bewerbung für die Wahlstation in einer bekannten SteuerR-GK
Vorab zu sagen: ich kam frisch aus der Elternzeit zurück, befand mich am Ende der Anwaltsstation und hatte vor meiner Elternzeit unter anderem Tax DDs und Umwandlungen begleitet und meine Diss in einem steuerrechtlich anderen Thema abgeschlossen.
Das Gespräch begann bereits zeitnah mit der anlasslosen Aussage, man müsse hier durchaus auch Überstunden machen und könne nicht bereits frühzeitig gehen. Ob also meine Kinderbetreuung gesichert sei, wollte der Partner wissen.
Danach fragte er mich, welche Paragrafen ich denn bei einer Umwandlung prüfen würde. Daraufhin erwähnte ich, dass ich vor meiner Elternzeit lediglich Teilaspekte und Teilfragen von Umwandlungen betreut habe, nicht jedoch ganze Umwandlungsvorgänge.
Insgesamt war das Gespräch so unangenehm, dass ich es am liebsten direkt abgebrochen hätte. Uns beiden war sicher klar, dass wir nicht zusammen finden. Die Absage kam dann einige Zeit später. Wäre es hier um einen richtigen Job gegangen, bei dem man Berufserfahrene hätte einstellen wollen, hätte ich diese Fragen durchaus noch nachvollziehen können - nicht aber für eine Wahlstation.
Nr. 1 - Bewerbung für Werkstudentenstelle
Ich kam in einem Startup an und der Termin war als Vorstellungsgespräch deklariert. Zusammen mit mir saß im Raum eine weitere Studentin, die zur gleichen Zeit ebenfalls ein solches Gespräch hatte - mit dem gleichen Vorgesetzten. Wir waren also der Überzeugung, wir müssten jetzt direkt „gegeneinander antreten“. Was aber folgte, war direkt die Einarbeitung ins System für uns beide. Wir wurden beide direkt eingestellt.
Nr. 2 - Bewerbung für die Wahlstation in einer bekannten SteuerR-GK
Vorab zu sagen: ich kam frisch aus der Elternzeit zurück, befand mich am Ende der Anwaltsstation und hatte vor meiner Elternzeit unter anderem Tax DDs und Umwandlungen begleitet und meine Diss in einem steuerrechtlich anderen Thema abgeschlossen.
Das Gespräch begann bereits zeitnah mit der anlasslosen Aussage, man müsse hier durchaus auch Überstunden machen und könne nicht bereits frühzeitig gehen. Ob also meine Kinderbetreuung gesichert sei, wollte der Partner wissen.
Danach fragte er mich, welche Paragrafen ich denn bei einer Umwandlung prüfen würde. Daraufhin erwähnte ich, dass ich vor meiner Elternzeit lediglich Teilaspekte und Teilfragen von Umwandlungen betreut habe, nicht jedoch ganze Umwandlungsvorgänge.
Insgesamt war das Gespräch so unangenehm, dass ich es am liebsten direkt abgebrochen hätte. Uns beiden war sicher klar, dass wir nicht zusammen finden. Die Absage kam dann einige Zeit später. Wäre es hier um einen richtigen Job gegangen, bei dem man Berufserfahrene hätte einstellen wollen, hätte ich diese Fragen durchaus noch nachvollziehen können - nicht aber für eine Wahlstation.
26.01.2023, 10:20
Beworben bei einer GK fürs Ref, es war nur noch was im Steuerrecht frei, worin ich im Studium keine Vorkenntnisse hatte (lediglich Steuerstrafrecht) - trotzdem hingegangen, weil noch gar keine GK-Erfahrung und why not, vielleicht macht Steuerrecht ja Spaß. Gespräch mit Partner und zwei Seniors, lief irgendwie sehr stockend und unterkühlt, Smalltalk-Frage nach "ooooh Sie haben auf der Website erwähnt, dass Sie auch Pro Bono machen" führte zu Augenrollen und "ja, das machen wir aber eigentlich nicht" - ich gedanklich danach abgeschlossen und verbucht unter "sieh es als Übung fürs nächste Gespräch". Wider Erwarten wurde ich dann zu einem zweiten Gespräch für die PA Wirtschaftsstrafrecht eingeladen, Grund war, dass der Steuer-Partner mich wohl sehr mochte, aber denkt, dass ich in einer anderen PA aufgrund Vorkenntnisse besser aufgehoben wäre. Mir wurde gesagt, es sei eigentlich schon mit dem anderen Partner besprochen und ich soll "nur" ihn und das Team kennenlernen. Zweites Gespräch war dann lediglich mit einem Associate, weil keiner sonst da war, der erstmal auch die Augen verdreht hat wegen einer Smalltalk-Anmerkung, dass er und ich ja im gleichen OLG-Bezirk im Ref waren (er hat mir dann augenrollend erklärt, wie das OLG die Refs im Bundesland verteilt und wir ja an ganz anderen LG's waren - ok, scheinbar ein etwas steifer Zeitgenosse, dachte ich). Dann blätterte er durch meine Unterlagen, merkt mehrfach an, dass meine Noten "so schlecht" seien und dass sie sonst andere Voraussetzungen hätten. Beim dritten Kommentar in dem Zusammenhang meint eich dann auch nur noch "verstehe, aber ich bin nun auch zum zweiten Mal hier und bin davon ausgegangen, dass meine Noten jetzt auch kein Faktor sind, weil bekannt". Naja, ich wurde verabschiedet mit den Worten "wir melden uns" (wie gesagt, es wurde sehr stark impliziert, dass ich nur zur Formalität da war) - eine Woche später hatte ich den Vertrag im Briefkasten - ohne Ankündigung etc. Ich bei HR angerufen und erstmal gesagt, dass ich die Stelle nicht mehr möchte und auch wegen des Associates den Eindruck hatte, ich sei nicht willkommen - sie war schockiert, aber verständnisvoll. Nicht, dass diese spezielle GK auf mich angewiesen war, aber so herablassend, dass ich auch nicht bereit war, 3 Monate meiner Zeit dort zu verbringen - wer so im Bewerbungsgespräch ist, der ist sonst sicherlich noch ekelhafter drauf.










