31.10.2022, 22:52
Hallo liebe Leute,
ich bin relativ frisch im Beruf und hab ein riesen Problem damit, mich nicht offensichtlich über planlose Richter und schlichtweg falsche Urteile zu ärgern. Heute war ich als Klägervertreterin in einer Verhandlung, in der sowohl der Richter als auch der Beklagtenvertreter keinen Peil hatten von dem Inhalt der Akten und von der rechtlichen Basis des Ganzen. Der Richter war so dermaßen cholerisch on top und unbelehrbar wobei er wirklich nicht einen Strich Ahnung davon hatte was los ist. Am liebsten hätte ich mich zurück gelehnt und ihn gebeten, sich bitte zu beeilen, damit ich die Berufung vorbereiten kann, aber die Mandantin ist nicht rechtsschutzversichert, sodass ich nicht weiß, ob sie sich auf die zweite Instanz einlässt. Ich hab keine Ahnung wie ich bei einer Niederlage dies der Mandantin erklären soll oder ihr nahebringen soll, wie skandalös planlos und falsch dir Rechtsansicht des Richters ist, der sich vom Beklagtenvertreter schlichtweg verarschen lässt. Ich wollte vor Wut durch das Fenster springen, ehrlich. Ich krieg diesen Mist nicht aus dem Kopf und bin weiterhin so fassungslos und wütend. Der Zustand ist natürlich überhaupt nicht gut und daher meine Bitte: Tipps für den Umgang mit sowas. Danke liebe Kolleginnen und Kolllegen.
ich bin relativ frisch im Beruf und hab ein riesen Problem damit, mich nicht offensichtlich über planlose Richter und schlichtweg falsche Urteile zu ärgern. Heute war ich als Klägervertreterin in einer Verhandlung, in der sowohl der Richter als auch der Beklagtenvertreter keinen Peil hatten von dem Inhalt der Akten und von der rechtlichen Basis des Ganzen. Der Richter war so dermaßen cholerisch on top und unbelehrbar wobei er wirklich nicht einen Strich Ahnung davon hatte was los ist. Am liebsten hätte ich mich zurück gelehnt und ihn gebeten, sich bitte zu beeilen, damit ich die Berufung vorbereiten kann, aber die Mandantin ist nicht rechtsschutzversichert, sodass ich nicht weiß, ob sie sich auf die zweite Instanz einlässt. Ich hab keine Ahnung wie ich bei einer Niederlage dies der Mandantin erklären soll oder ihr nahebringen soll, wie skandalös planlos und falsch dir Rechtsansicht des Richters ist, der sich vom Beklagtenvertreter schlichtweg verarschen lässt. Ich wollte vor Wut durch das Fenster springen, ehrlich. Ich krieg diesen Mist nicht aus dem Kopf und bin weiterhin so fassungslos und wütend. Der Zustand ist natürlich überhaupt nicht gut und daher meine Bitte: Tipps für den Umgang mit sowas. Danke liebe Kolleginnen und Kolllegen.
Wer Richter auf Probe bzw. Staatsanwalt werden möchte, sollte sich mit dem Karriere-Dossier über die Einstellungschancen und Bewerbungsvoraussetzungen informieren. Das Karriere-Dossier ist als Print-Buch sowie als E-Book für alle 16 Bundesländer erhältlich:
https://www.juristenkoffer.de/richter/karriere-dossier-richter-staatsanwalt-werden.php
Und zur Vorbereitung auf das alles entscheidende Vorstellungsgespräch sollte man auf die vielen hunderten Erfahrungsberichte anderer Juristen zugreifen, die bereits das Bewerbungsverfahren erfolgreich absolviert haben.
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01.11.2022, 12:38
(31.10.2022, 22:52)Temperamentvoll? schrieb: Hallo liebe Leute,
ich bin relativ frisch im Beruf und hab ein riesen Problem damit, mich nicht offensichtlich über planlose Richter und schlichtweg falsche Urteile zu ärgern. Heute war ich als Klägervertreterin in einer Verhandlung, in der sowohl der Richter als auch der Beklagtenvertreter keinen Peil hatten von dem Inhalt der Akten und von der rechtlichen Basis des Ganzen. Der Richter war so dermaßen cholerisch on top und unbelehrbar wobei er wirklich nicht einen Strich Ahnung davon hatte was los ist. Am liebsten hätte ich mich zurück gelehnt und ihn gebeten, sich bitte zu beeilen, damit ich die Berufung vorbereiten kann, aber die Mandantin ist nicht rechtsschutzversichert, sodass ich nicht weiß, ob sie sich auf die zweite Instanz einlässt. Ich hab keine Ahnung wie ich bei einer Niederlage dies der Mandantin erklären soll oder ihr nahebringen soll, wie skandalös planlos und falsch dir Rechtsansicht des Richters ist, der sich vom Beklagtenvertreter schlichtweg verarschen lässt. Ich wollte vor Wut durch das Fenster springen, ehrlich. Ich krieg diesen Mist nicht aus dem Kopf und bin weiterhin so fassungslos und wütend. Der Zustand ist natürlich überhaupt nicht gut und daher meine Bitte: Tipps für den Umgang mit sowas. Danke liebe Kolleginnen und Kolllegen.
Vor Klageeinreichung die Beweis- und Rechtslage besser prüfen und Argumentation trainieren.
Grade die FWWler arbeiten nicht selten schlampig und wundern sich dann hinterher ob des "Fehlurteiles".
Hast du alles vorher sorgfältig geprüft? Wenn ja, dann leg Berufung ein, wenn du so sicher bist. Solltest du dem Mdt. dann ja auch verkaufen können.
01.11.2022, 15:50
(31.10.2022, 22:52)Temperamentvoll? schrieb: Hallo liebe Leute,Hello, naja, du hast ja schon an der etwas "ruppigen" Vorantwort gemerkt, dass manches in deinem Post ein bisschen sehr pauschal klang (v.a. der Plural - "planlose Richter" und "Fehlurteile", "verarschen") - so als wär das trotz der "beruflichen Frische" die jahrelange Regel? Das scheint mir ein bisschen verzerrt. Wenn du jetzt tatsächlich im Einzelfall mal einen sehr unleidlichen Richter hast, der noch dazu nach deiner Auffassung rechtlich daneben liegt, würde ich sagen, ist für die Verhandlung das erste immer selber sachlich zu bleiben und, wie der Vorredner ja schon gesagt hat, dann versuchen, argumentativ dagegen zu halten. Hinterher kann man bei Kollegen "Dampf ablassen" und auch fragen, wie die den entsprechenden Richter bisher erlebt haben.
ich bin relativ frisch im Beruf und hab ein riesen Problem damit, mich nicht offensichtlich über planlose Richter und schlichtweg falsche Urteile zu ärgern. Heute war ich als Klägervertreterin in einer Verhandlung, in der sowohl der Richter als auch der Beklagtenvertreter keinen Peil hatten von dem Inhalt der Akten und von der rechtlichen Basis des Ganzen. Der Richter war so dermaßen cholerisch on top und unbelehrbar wobei er wirklich nicht einen Strich Ahnung davon hatte was los ist. Am liebsten hätte ich mich zurück gelehnt und ihn gebeten, sich bitte zu beeilen, damit ich die Berufung vorbereiten kann, aber die Mandantin ist nicht rechtsschutzversichert, sodass ich nicht weiß, ob sie sich auf die zweite Instanz einlässt. Ich hab keine Ahnung wie ich bei einer Niederlage dies der Mandantin erklären soll oder ihr nahebringen soll, wie skandalös planlos und falsch dir Rechtsansicht des Richters ist, der sich vom Beklagtenvertreter schlichtweg verarschen lässt. Ich wollte vor Wut durch das Fenster springen, ehrlich. Ich krieg diesen Mist nicht aus dem Kopf und bin weiterhin so fassungslos und wütend. Der Zustand ist natürlich überhaupt nicht gut und daher meine Bitte: Tipps für den Umgang mit sowas. Danke liebe Kolleginnen und Kolllegen.
Wenn dann ein missliebiges Urteil kommt, muss man schlicht einen Schritt zurück machen und sich fragen, wie der Vorredner schon sagte, ob das - selbst wenn ich das nicht teile - "vertretbar" ist. Das ist nicht nur für den eigenen Frieden wichtig, sondern auch für die Kommunikation an den Mandanten wichtig. Denn das ist der letzte Punkt, der mir auffällt: Wenn du dich häufiger fragst, "wie bringe ich das denn dem bei" hast du ein Defizit bei deinen Risikohinweisen. Vor einer "skandalös falschen Entscheidung" kann man einen Mandanten vielleicht nicht zuverlässig von Anfang an warnen, aber vor einem möglichen Prozessverlust schon. Daher schnappt man sich am Besten bei Übersendung des eigenen SS diesen nochmal und kommentiert diesen in SV und RL knapp aber offen und ehrlich. Dann fallen bestimmt 99% der Übersendungs-Schreiben bei negativen Entscheidungen so aus, dass man auf diese Kommentare verweisen kann und kurz erklären, dass das Gericht da aus Grund 1-x (vertretbar) anderes "abgebogen" ist.
Wenn wir für deinen Fall ein "skandalös" falsches Urteil als SV unterstellen, liegt der Rat zur Berufung mit Hinweis auf das Kostenrisiko fachlich wie der Vorredner sagte, auf der Hand. Wenn du hier fürchtest, dass wegen Geld die Berufung nicht geführt wird, ist das verständlich, du solltest aber auch einen Schritt zurück machen und trotz aller "Leidenschaft", klar kommunizieren, dass auch eine wirtschaftlich abwägende Entscheidung, die auf die Berufung verzichtet, vertretbar ist und die Entscheidung bei den Mandanten liegt. Mittelfristig kann man sich kurzes "ärgern" nicht abgewöhnen, aber Fälle zu persönlich zu nehmen. Man muss auch verlieren lernen, egal ob es "aus der eigenen Warte zu recht ist." Sonst kann man manche Fälle gar nicht erst anfangen.
01.11.2022, 23:07
Ich habe mich beim Lesen des Posts bei der Frage erwischt, ob es sich nicht um einen Trollbeitrag handelt.
Auch wenn ich der Threaderstellerin nicht ihre Erfahrung absprechen möchte, kann ich mir die beschriebene Situation nur schwerlich vorstellen. Dass die Kollegen trotz zwei juristischen Staatsexamina wirklich "keinen Strich Ahnung" gezeigt haben sollen, obwohl das ihr Amt (Richter) bzw. ihr Job (Prozessvertreter) ist, halte ich für fernliegend.
Klar kann es sein, dass Richter ein Dezernat frisch übernommen haben und deswegen noch ein "wenig schwimmen". Oder dass Kollegen vielleicht kurz vor der Pension stehen und deswegen nicht mehr jedes Verfahren mit voller Hingabe bearbeiten. Aber das dürfte in aller Regel nicht dazu führen, dass in allen Bereichen richterlicher Tätigkeit (Rechtskenntnisse, Verfahrensleitung und Umgang mit Parteien) nur noch Blödsinn von ihnen kommt.
Gleiches gilt für die gegnerischen Parteivertreter: Schon um keinen Haftungsfall zu produzieren dürften sich auch diese mit den wesentlichen tatsächlichen und rechtlichen Fragen des Verfahrensstoffes beschäftigt haben.
Deswegen an Dich die Kontrollfragen:
War wirklich alles Mist (also rechtsfehlerhaft) oder hast Du das vielleicht nur als Mist aufgenommen?
Und wenn es an Deiner Empfindung lag - woher kam sie ? Davon, dass Du selbst vielleicht rechtliche Aspekte nicht voll überblickt hast? Oder davon, dass Du eine Vorstellung eines "richtigen" Ausgangs hattest und Dich jede andere Entscheidung enttäuscht/verärgert?
In jeden Fall halte ich es für sinnvoll, Kollegen von Anwaltschaft und Justiz grundsätzlich mit Respekt und Verständnis zu begegnen und sich nicht zu sehr emotionalisieren zu lassen. Das ist deutlich gesünder und entspannter, als nach jedem Verfahren in die Luft zu gehen.
Auch wenn ich der Threaderstellerin nicht ihre Erfahrung absprechen möchte, kann ich mir die beschriebene Situation nur schwerlich vorstellen. Dass die Kollegen trotz zwei juristischen Staatsexamina wirklich "keinen Strich Ahnung" gezeigt haben sollen, obwohl das ihr Amt (Richter) bzw. ihr Job (Prozessvertreter) ist, halte ich für fernliegend.
Klar kann es sein, dass Richter ein Dezernat frisch übernommen haben und deswegen noch ein "wenig schwimmen". Oder dass Kollegen vielleicht kurz vor der Pension stehen und deswegen nicht mehr jedes Verfahren mit voller Hingabe bearbeiten. Aber das dürfte in aller Regel nicht dazu führen, dass in allen Bereichen richterlicher Tätigkeit (Rechtskenntnisse, Verfahrensleitung und Umgang mit Parteien) nur noch Blödsinn von ihnen kommt.
Gleiches gilt für die gegnerischen Parteivertreter: Schon um keinen Haftungsfall zu produzieren dürften sich auch diese mit den wesentlichen tatsächlichen und rechtlichen Fragen des Verfahrensstoffes beschäftigt haben.
Deswegen an Dich die Kontrollfragen:
War wirklich alles Mist (also rechtsfehlerhaft) oder hast Du das vielleicht nur als Mist aufgenommen?
Und wenn es an Deiner Empfindung lag - woher kam sie ? Davon, dass Du selbst vielleicht rechtliche Aspekte nicht voll überblickt hast? Oder davon, dass Du eine Vorstellung eines "richtigen" Ausgangs hattest und Dich jede andere Entscheidung enttäuscht/verärgert?
In jeden Fall halte ich es für sinnvoll, Kollegen von Anwaltschaft und Justiz grundsätzlich mit Respekt und Verständnis zu begegnen und sich nicht zu sehr emotionalisieren zu lassen. Das ist deutlich gesünder und entspannter, als nach jedem Verfahren in die Luft zu gehen.
03.11.2022, 22:09
(31.10.2022, 22:52)Temperamentvoll? schrieb: Hallo liebe Leute,
ich bin relativ frisch im Beruf und hab ein riesen Problem damit, mich nicht offensichtlich über planlose Richter und schlichtweg falsche Urteile zu ärgern. Heute war ich als Klägervertreterin in einer Verhandlung, in der sowohl der Richter als auch der Beklagtenvertreter keinen Peil hatten von dem Inhalt der Akten und von der rechtlichen Basis des Ganzen. Der Richter war so dermaßen cholerisch on top und unbelehrbar wobei er wirklich nicht einen Strich Ahnung davon hatte was los ist. Am liebsten hätte ich mich zurück gelehnt und ihn gebeten, sich bitte zu beeilen, damit ich die Berufung vorbereiten kann, aber die Mandantin ist nicht rechtsschutzversichert, sodass ich nicht weiß, ob sie sich auf die zweite Instanz einlässt. Ich hab keine Ahnung wie ich bei einer Niederlage dies der Mandantin erklären soll oder ihr nahebringen soll, wie skandalös planlos und falsch dir Rechtsansicht des Richters ist, der sich vom Beklagtenvertreter schlichtweg verarschen lässt. Ich wollte vor Wut durch das Fenster springen, ehrlich. Ich krieg diesen Mist nicht aus dem Kopf und bin weiterhin so fassungslos und wütend. Der Zustand ist natürlich überhaupt nicht gut und daher meine Bitte: Tipps für den Umgang mit sowas. Danke liebe Kolleginnen und Kolllegen.
Ob das ein Trollbeitrag ist oder nicht. Du solltest dringend etwas herunterkommen. Klingt ein bisschen wie ein besserwisserisches Kind. Wenn du so sicher bist, leg Berufung ein. Akzeptier, dass es auch andere Auffassungen gibt.









