13.10.2022, 15:02
(13.10.2022, 14:00)Desperados schrieb: Vielleicht, um mal bisschen aus dem Nähkästchen zu plaudern, warum ich keine Lust darauf habe, Beamter zu sein:
Jeder hier, der zumindest in den sog. "alten Bundesländern" eine (öffentliche) Schule besucht hat, unterlag zumindest während der Schulzeit den hoheitlichen Befugnissen eines Beamten - zu Deutsch: musste mit den Lehrern klarkommen.
Und da habe ich so interessante Dinge erlebt, die mich sicher geprägt haben und zumindest im ersten Fall auch sehr, sehr übel für mich hätten enden können. Über "welcher Jura-Job ist der Geilste?" hätte ich mir dann sicherlich keine Gedanken mehr machen müssen...
1.:
Als ich eingeschult wurde, konnte ich schon lesen, schreiben und rechnen. Dementsprechend war ich dann in der 1. Klasse, als das durchgenommen wurde, unterfordert. Das habe ich dann so zum Ausdruck gebracht, dass ich mich geweigert habe, irgendwelche Buchstaben auszumalen, mich unter den Stuhl gelegt habe und dann Kraft-Übungen gemacht habe etc. Joa. Ich war halt sechs Jahre alt.
War (verständlicherweise) ein Problem für die Klassenlehrerin und die Grundschul-Direktorin. Was haben sie gemacht? Sie dachten sich wohl: "Ausländerkind, die Mutter spricht (Anm.: damals) nicht so gut Deutsch, also kurzer Prozess." Sie haben dann die entsprechenden Gremien unter Vorsitz der Grundschul-Direktorin einberufen, die mich auf die Sonderschule abschieben sollten, Belehrungen über Rechte natürlich im übelsten Behörden-Deutsch (habe mir die Schreiben vor einigen Jahren, als ich schon studiert habe, mal angesehen) und richtig pissed waren die in dem Gremium natürlich, als mein Vater, der Deutsch sprach wie ein Deutscher, das Wort ergriffen hat. Meine Eltern lebten damals in Trennung, was dann darin gipfelte, dass die Direktorin ins Blaue hinein das "Mitspracherecht" meines Vaters in der Sitzung in Frage gestellt hat, als sie gemerkt hat, dass das doch nicht so ein kurzer und smoother Prozess wird wie erhofft. Sie war auch noch so dumm, das ins Protokoll aufzunehmen.
Habe dann eine ordentliche Standpauke von meinen Eltern kassiert, mich benommen und dann meine Schulzeit ohne weitere nennenswerte Vorkommnisse meinerseits zu Ende gebracht. Man muss aber bei dieser Geschichte sagen: Die Klassenlehrerin hat sich am Ende des 1. Schuljahres für ihre Fehleinschätzung ausdrücklich bei meinen Eltern um Entschuldigung gebeten. Das muss man ihr natürlich sehr hoch anrechnen!
Nur: Hätte mein Vater denen nicht klar gemacht, dass ich das sehr wohl kann, was verlangt wird, ich mich halt unterfordert fühle, wäre ich auf der Sonderschule geendet und die bürgerliche Existenz eines intelligenten 6-jährigen Jungen wäre vernichtet worden. Zudem eine Familie zerstört, meine Eltern haben u.a. deshalb wieder zueinander gefunden. Man kann begründet annehmen, dass das nicht so gekommen wäre, wenn man mich auf die Sonderschule abgeschoben hätte. Weil zwei Beamtinnen in der Grundschule ein Problem, das ihrer Aufmerksamkeit und Analyse bedurft hätte (wofür sie ja mit Steuergeldern mit allen Privilegien des Beamtenrechts ein Leben lang versorgt werden!!), einfach abschieben wollten...
2.:
Gymnasium, so 9. oder 10. Klasse. Wir hatten einen Englisch-Lehrer, der einfach "durch" war, um das mal so zu sagen. Hat Mädels mit verdreckten Fingern im Mund herumgefummelt, wenn sie das "th" nicht gut genug ausgesprochen haben, Sprüche geklopft wie "wenn du nicht meine Schülerin wärest, ich würde so auf dich stehen!" (ja, Mann, ca. 50 gegenüber 15-jährigen Mädels...). Er hat sich zwar als "Marxist" bezeichnet, aber über die NS-Zeit und Deutschland im 2. WK so gesprochen, dass man sich gar nicht sicher war, ob er das verurteilt. Ein Mal grüßte er uns zu Beginn der Stunde auch mit "Heil Hitler" und der entsprechenden Armbewegung.
Klar, es hagelte Beschwerden seitens der Eltern, die unseren Direktor, kurz vor der Pensionierung stehend, kalt ließen. Es hieß immer so sinngemäß: "wie bei Schülern gibt es Fehlverhalten, das man im Ergebnis dulden muss und Verstöße, die, aber auch nur die Konsequenzen auslösen können". Und für Verstöße fehle es ihm an Belegen. Ja gut, also mit der Begründung kriegt man einen Lehrer nur aus dem Dienst, wenn er im Direktorenbüro mit einer minderjährigen Schülerin lautstark Liebe macht. ;-)
Ich war damals Klassensprecher und echt versucht, im laienhaften Wissen, dass der "Hitlergruß" strafbar ist, zur Polizei zu gehen. Hätte ich eigentlich machen sollen, Legalitätsgrundsatz etc. und ich glaube, die auf der Dienststelle hätten gar nicht mal so ungern eine Strafanzeige gegen einen Lehrer wegen sowas aufgenommen. Ob dann wirklich der entsprechende Tatbestand erfüllt ist, ist ja Aufgabe der Justiz.
Das Problem mit dem Lehrer löste sich dann so, als in einer anderen Klasse eine Wirtschafts-Delegation aus einem anderen Kulturkreis zu Gast war und er dann in einem Smalltalk anfing, mit ihnen über Rassetheorien und die deutsche Kriegsschuld zu reden. Das nahm dann die Schleife über die gastgebende Stadtverwaltung, bei der sich wohl die Delegationsmitglieder beschwert haben und ging dann wohl (ist eine der größten Städte im Bundesland) von der kommunalpolitischen Ebene per Standleitung in Richtung Landesregierung/Kultusministerium und danach per Weisungskette wohl an die untergeordneten zuständigen Ebenen. Jedenfalls hat man den Lehrer schon am Tag danach und darauffolgend nie wieder in unserer Schule gesehen.
Und der untätige Direktor, der dringend, ob mit den §§ des Beamtenrechts oder unter dem Radar hätte handeln müssen, man ihn aber "zum Jagen tragen" musste? Den haben selbst die Lehrer nicht ernst genommen. Wurde wenige Jahre vor der Pensionsgrenze Direktor (was laut ihnen unüblich sein soll), war aber parteipolitisch bestens vernetzt.
Und ich habe einfach Jura studiert, weil ich Leute, die aus verschiedenen Gründen nicht in der Lage sind, sich effektiv zur Wehr zu setzen, vor ungerechtfertigten Eingriffen anderer in deren Rechte schützen möchte. Hätte ich mit 19 nach dem Abi sicher nicht so formulieren können, aber auch (!) die beiden Ereignisse waren so die Beweggründe, weshalb ich gesagt habe "Wenn einer sich dann nicht helfen kann, will ich für ihn da sein!"
Und deshalb sehe ich mich nicht als Beamter. Habe einfach zu nachdrücklich erlebt, wie diese "Operation erfolgreich, Patient zwar tot, aber ich habe Ruhe"-Mentalität Konsequenzen haben kann, die die Entscheider womöglich gar nicht ermessen können. Dass da mit Vorsatz irgendwas ruiniert wird, unterstelle ich keinem.
Ich glaub wenn du nur halb so viel Energie in deinen Job wie in dein Rumgejammere/Gestichele hier im Forum gesteckt hättest, hättest du das gepackt.
13.10.2022, 15:30
Nach deiner Unrechtserfahrung müsstest du eigentlich erst recht Beamter werden, um es anders zu machen. In Berlin oder Brandenburg kann man als Volljurist auch den Quereinstieg als Lehrer machen. Dein Problem mit der sozialen Isolation wäre dann auch gelöst. Da du auch schon mal Klassensprecher warst sehe ich dich nicht als Eigenbrödler im Home Office.
Vielleicht ist deine Krise auch nur eine Sinnkrise. Es bieten sich folgende Jobs an, für die du dich einfach mal bewerben solltest:
- Anwalt im ÖR
- Verwaltungsrichter
- Lehrer im Quereinstieg
- Referent im Justiz-, Außen- oder Bildungsministerium
- Politiker
- ggf. noch Notar wegen den Noten und dem Kontakt mit Leuten
Vielleicht ist deine Krise auch nur eine Sinnkrise. Es bieten sich folgende Jobs an, für die du dich einfach mal bewerben solltest:
- Anwalt im ÖR
- Verwaltungsrichter
- Lehrer im Quereinstieg
- Referent im Justiz-, Außen- oder Bildungsministerium
- Politiker
- ggf. noch Notar wegen den Noten und dem Kontakt mit Leuten
13.10.2022, 15:33
(13.10.2022, 15:30)Gast schrieb: Nach deiner Unrechtserfahrung müsstest du eigentlich erst recht Beamter werden, um es anders zu machen. In Berlin oder Brandenburg kann man als Volljurist auch den Quereinstieg als Lehrer machen. Dein Problem mit der sozialen Isolation wäre dann auch gelöst. Da du auch schon mal Klassensprecher warst sehe ich dich nicht als Eigenbrödler im Home Office.
Vielleicht ist deine Krise auch nur eine Sinnkrise. Es bieten sich folgende Jobs an, für die du dich einfach mal bewerben solltest:
- Anwalt im ÖR
- Verwaltungsrichter
- Lehrer im Quereinstieg
- Referent im Justiz-, Außen- oder Bildungsministerium
- Politiker
- ggf. noch Notar wegen den Noten und dem Kontakt mit Leuten
Du empfiehlst gerade nicht wirklich einem Doppel-VBler als ANGESTELLTER Lehrer, sprich weniger als A13, zu arbeiten?
Selbst normale A13ler sind für mich schon fast Überlebenskünstler.
13.10.2022, 15:53
(13.10.2022, 15:30)Gast schrieb: Nach deiner Unrechtserfahrung müsstest du eigentlich erst recht Beamter werden, um es anders zu machen. In Berlin oder Brandenburg kann man als Volljurist auch den Quereinstieg als Lehrer machen. Dein Problem mit der sozialen Isolation wäre dann auch gelöst. Da du auch schon mal Klassensprecher warst sehe ich dich nicht als Eigenbrödler im Home Office.
Vielleicht ist deine Krise auch nur eine Sinnkrise. Es bieten sich folgende Jobs an, für die du dich einfach mal bewerben solltest:
- Anwalt im ÖR
- Verwaltungsrichter
- Lehrer im Quereinstieg
- Referent im Justiz-, Außen- oder Bildungsministerium
- Politiker
- ggf. noch Notar wegen den Noten und dem Kontakt mit Leuten
Bitte nicht Politiker. Das fehlt gerade noch
13.10.2022, 15:56
(13.10.2022, 15:33)GKA schrieb:(13.10.2022, 15:30)Gast schrieb: Nach deiner Unrechtserfahrung müsstest du eigentlich erst recht Beamter werden, um es anders zu machen. In Berlin oder Brandenburg kann man als Volljurist auch den Quereinstieg als Lehrer machen. Dein Problem mit der sozialen Isolation wäre dann auch gelöst. Da du auch schon mal Klassensprecher warst sehe ich dich nicht als Eigenbrödler im Home Office.
Vielleicht ist deine Krise auch nur eine Sinnkrise. Es bieten sich folgende Jobs an, für die du dich einfach mal bewerben solltest:
- Anwalt im ÖR
- Verwaltungsrichter
- Lehrer im Quereinstieg
- Referent im Justiz-, Außen- oder Bildungsministerium
- Politiker
- ggf. noch Notar wegen den Noten und dem Kontakt mit Leuten
Du empfiehlst gerade nicht wirklich einem Doppel-VBler als ANGESTELLTER Lehrer, sprich weniger als A13, zu arbeiten?
Selbst normale A13ler sind für mich schon fast Überlebenskünstler.
Geld sollte ja nicht ausschlaggebend sein für den Traumberuf. Beim Auswärtigen Amt bekommt man auch nur A13, trotzdem ist es für viele der Traumberuf. Was bringt es mit 120 k unglücklich in einer GK alleine rumzuhängen? Es gibt auch Banker, die Käser geworden sind und jetzt glücklich sind.
13.10.2022, 16:22
(13.10.2022, 15:30)Gast schrieb: Nach deiner Unrechtserfahrung müsstest du eigentlich erst recht Beamter werden, um es anders zu machen. In Berlin oder Brandenburg kann man als Volljurist auch den Quereinstieg als Lehrer machen. Dein Problem mit der sozialen Isolation wäre dann auch gelöst. Da du auch schon mal Klassensprecher warst sehe ich dich nicht als Eigenbrödler im Home Office.
Vielleicht ist deine Krise auch nur eine Sinnkrise. Es bieten sich folgende Jobs an, für die du dich einfach mal bewerben solltest:
- Anwalt im ÖR
- Verwaltungsrichter
- Lehrer im Quereinstieg
- Referent im Justiz-, Außen- oder Bildungsministerium
- Politiker
- ggf. noch Notar wegen den Noten und dem Kontakt mit Leuten
Danke. Ans Notariat habe ich tatsächlich auch schon so leise gedacht. Im „Geh-mal-besser-Gespräch“ mit den Partnern meinten diese auch: „der X ist jetzt in der Justiz, ok, dafür sind Sie jetzt nicht so 100%ig der Typ, aber man kann sich ja anpassen und lernen und der Y ist jetzt Notar, die sind da alle sehr glücklich“. Kann da auch bisschen was an materiell-rechtlicher Anschauung aus der GK mitnehmen.
Ich habe im 1. 9.x und im (insoweit wohl meist alleinig maßgeblichen 2. 10 mit hohem X). Das kann reichen, *kann*. Bayern/HH sicher nicht. Aber Osten sollte gehen, oder? Rheinische Notarkammer?
13.10.2022, 16:24
Notar wäre auch nett, weil ich ja das Notariat auch bisschen organisieren müsste (Personal, Vertretungen, Händeschütteln beim Mittelstand vor Ort, einfach damit man cool miteinander ist). Sowas macht mir richtig Spaß!
13.10.2022, 16:41
Was mir hier völlig untergeht, ist der Umstand, dass Du es für bare Münze nimmst, dass du "gescheitert" seist. Du hast offenbar zwei Prädikatsexamina, eine Promotion, einschlägige wiss. Veröffentlichungen auf DE und EN, 2 Jahre Berufserfahrung in einer Tier1 GK.
1. Du musst aus deinem jetzigen Job raus. Der macht Dich unglücklich.
2. Es stehen dir alle (!) Türen offen. Du kannst nun machen, was Du möchtest. Du solltest überall genommen werden. Bei einem Rechtsgebietswechsel vllt eher Tier2 GK, um nicht als 1st year gehaltlich eingestuft zu werden.
3. Das aller aller wichtigste: In einer Kanzlei, an einem Standort, bei einem Partner bist du "verbrannt". Das wars! Kein Mensch kann Dir sagen, ob GK wirklich nichts für Dich ist, außer Du selbst.
Es passiert ständig, dass Person A aus Sicht (!) des Arbeitgebers X nicht performt; aus Sicht des Arbeitgebers Y aber stets abliefert.
Deine psychische Gesundheit ist eine ganz andere Baustelle. Bei dieser kann ich Dir nicht weiterhelfen. Aber dass hier ein Großteil Deine Wahrnehmung Gescheitertzusein einfach für bare Münze nehmen, kann ich nicht nachvollziehen.
1. Du musst aus deinem jetzigen Job raus. Der macht Dich unglücklich.
2. Es stehen dir alle (!) Türen offen. Du kannst nun machen, was Du möchtest. Du solltest überall genommen werden. Bei einem Rechtsgebietswechsel vllt eher Tier2 GK, um nicht als 1st year gehaltlich eingestuft zu werden.
3. Das aller aller wichtigste: In einer Kanzlei, an einem Standort, bei einem Partner bist du "verbrannt". Das wars! Kein Mensch kann Dir sagen, ob GK wirklich nichts für Dich ist, außer Du selbst.
Es passiert ständig, dass Person A aus Sicht (!) des Arbeitgebers X nicht performt; aus Sicht des Arbeitgebers Y aber stets abliefert.
Deine psychische Gesundheit ist eine ganz andere Baustelle. Bei dieser kann ich Dir nicht weiterhelfen. Aber dass hier ein Großteil Deine Wahrnehmung Gescheitertzusein einfach für bare Münze nehmen, kann ich nicht nachvollziehen.
13.10.2022, 22:04
(13.10.2022, 16:41)Gast schrieb: Was mir hier völlig untergeht, ist der Umstand, dass Du es für bare Münze nimmst, dass du "gescheitert" seist. Du hast offenbar zwei Prädikatsexamina, eine Promotion, einschlägige wiss. Veröffentlichungen auf DE und EN, 2 Jahre Berufserfahrung in einer Tier1 GK.
1. Du musst aus deinem jetzigen Job raus. Der macht Dich unglücklich.
2. Es stehen dir alle (!) Türen offen. Du kannst nun machen, was Du möchtest. Du solltest überall genommen werden. Bei einem Rechtsgebietswechsel vllt eher Tier2 GK, um nicht als 1st year gehaltlich eingestuft zu werden.
3. Das aller aller wichtigste: In einer Kanzlei, an einem Standort, bei einem Partner bist du "verbrannt". Das wars! Kein Mensch kann Dir sagen, ob GK wirklich nichts für Dich ist, außer Du selbst.
Es passiert ständig, dass Person A aus Sicht (!) des Arbeitgebers X nicht performt; aus Sicht des Arbeitgebers Y aber stets abliefert.
Deine psychische Gesundheit ist eine ganz andere Baustelle. Bei dieser kann ich Dir nicht weiterhelfen. Aber dass hier ein Großteil Deine Wahrnehmung Gescheitertzusein einfach für bare Münze nehmen, kann ich nicht nachvollziehen.
+1
14.10.2022, 01:38
Nochmals vielen Dank für all die Beiträge!
Um darauf einzugehen:
Ich möchte (ein bisschen auch zu meiner Ehrenrettung :D) nochmal klarstellen, dass ich das Thema "mit R1/A13 finde ich keine attraktive Frau" nicht aufgeworfen habe. Ich bin einfach nicht dieser Meinung.
Ich hab da auch null Bock darauf, dass jemand meinen GK-Job "geiler" findet als mich als Person/Persönlichkeit. Ist auch so einer der Gründe, weshalb sich trotz regelmäßiger Dates da nichts Ernstes entwickelt hat. ;-) Manche waren da einfach zu offensichtlich. Dass ich Single bin, ist für mich überhaupt kein Problem. Und ich hatte auch als armer Student in "Konkurrenz" zu diesen typischen Jura-Constantin-Laurentius, die es auf jeder Jura-Fakultät gibt ("mein Uropa war Präsident des OLG Königsberg und mein Opa war Name Partner bei XYZ") wirklich hübsche Freundinnen, mit denen ich viel gelacht habe und eine schöne Zeit hatte. Also alles easy. Das wird schon. Auch ohne Coach.
Was aber ein ernsteres Problem ist und wo ich Hilfe brauche (und mir auch holen werde):
Es ist richtig, ich bin halt den "Track" bis zum 2. Examen und der Diss in hohem Tempo entlang gerauscht. Und mir dabei auch nicht die Zeit genommen, für mich zu definieren, wo ich hin will. Und vielleicht hat mir da halt auch in diesen Momenten eine Partnerin mit ernsten Absichten gefehlt, mit der man dann ja ab einem gewissen Alter auch in an realistischen Umständen orientierter Diskussion Zukunftspläne schmiedet und man dann weiß, was man dafür tun muss.
Auf der anderen Seite ging es halt auch immer bergauf. Einer der Partner meiner Abteilung hat ja zur "Beziehung" zwischen mir und meinem Rechtsgebiet gesagt: "Der Berg ist für Sie zu steil". Ob das jetzt die super Wortwahl ist in einem Gespräch, in dem man seinem Mitarbeiter nahelegt, sich zu trennen, sei mal dahingestellt. Die Einschätzung hat mich aber nicht vom heiteren Himmel herab getroffen und ich sehe das im Ergebnis genauso.
Ich sehe mich trotz einschlägiger, zT wissenschaftlicher Veröffentlichungen in diesem Gebiet nicht als Berater-Persönlichkeit dort. Mir fehlt einfach das "vernetzte Wissen", das man als Berater braucht. Was ich damit meine: Ich kann ja nicht mit drei starren Schemata an 30 mitunter gänzlich unterschiedliche Sachverhalte herangehen. Wenn ich auf hohem Niveau beraten will, muss ich doch in der Lage sein, schnell (!) zu erkennen: Wenn sich im Sachverhalt dieser Parameter verändert, hat das jene Folgen. Der Weg 1 geht dann nicht mehr. Weg 2 mit Hindernissen. Weg 3 ist frei, entspricht aber nicht dem Mandanteninteresse, weil Lösung zu lange dauert, zu teuer, man muss irgendwas disclosen, ...
Also Weg 2, aber Hindernisse beseitigen. Dann tun sich neue Probleme auf. Da muss man dann wieder entscheiden. Und in einem Sachverhalt verändert sich zumeist nicht nur ein Parameter, sondern während des fact findings eine ganze Reihe. Darauf zu reagieren bin ich einfach nicht in angemessener Schnelligkeit in der Lage, ohne mich mit zig Kommentaren und Recherchen abzusichern. Oftmals erkenne ich auch erst nach tiefem Einstieg, dass auf dem Weg zum Ziel ein weiteres Hindernis liegt. Und so weiter, und so weiter. Ich kann da einfach qualitativ mit dem Rest des Teams nicht mithalten. Dass ich der erste Hire nach 2.5 Jahren war und der Associate-Kollege, der in der Seniorität unmittelbar vor mir steht, sich in der Zeit natürlich schon einen für jeden erkennbaren Vorsprung herausgearbeitet hat, macht's objektiv nicht besser und leichter.
Aufsätze zu schreiben oder als Ref/WissMit recht punktuell zu einzelnen Rechtsfragen zu recherchieren ist doch was ganz anderes als zu beraten. Ja, es war so, die Partner haben mich als Ref/WissMit angesprochen, wann ich denn als Associate anfange. Nicht nur ein Mal. Vom ältesten Partner (dessen Namen in diesem Rechtsgebiet wirklich JEDER GK-/MK-Partner in DE kennen dürfte) waren das auch wirklich "süße" Bemühungen, mich zu holen. War halt eine Fehleinschätzung von beiden Seiten. Dennoch: es steht für mich schon fest, dass ich mich beim Rechtsgebiet umorientieren möchte. Soweit bin ich jetzt erstmal schon.
Über alles Weitere mache ich mir am WE mal Gedanken, damit ich dann nächste Woche die ersten Kontakte (für Support im Sinne von Coach/Therapeut) aufnehme. Für konkrete Bewerbungen sehe ich mich erstmal in nächster Zeit nicht in der Lage. Muss erstmal wieder Selbstvertrauen tanken. Ich denke, jemand mit viel Recruiting-Erfahrung kann aus einem Anschreiben recht gut rauslesen, ob das jemand schreibt, der weiß was er will oder jemand schreibt: "bitte bitte gib mir den Job, ich will nicht arbeitslos sein!"
DANKE!!!!!
Um darauf einzugehen:
Ich möchte (ein bisschen auch zu meiner Ehrenrettung :D) nochmal klarstellen, dass ich das Thema "mit R1/A13 finde ich keine attraktive Frau" nicht aufgeworfen habe. Ich bin einfach nicht dieser Meinung.
Ich hab da auch null Bock darauf, dass jemand meinen GK-Job "geiler" findet als mich als Person/Persönlichkeit. Ist auch so einer der Gründe, weshalb sich trotz regelmäßiger Dates da nichts Ernstes entwickelt hat. ;-) Manche waren da einfach zu offensichtlich. Dass ich Single bin, ist für mich überhaupt kein Problem. Und ich hatte auch als armer Student in "Konkurrenz" zu diesen typischen Jura-Constantin-Laurentius, die es auf jeder Jura-Fakultät gibt ("mein Uropa war Präsident des OLG Königsberg und mein Opa war Name Partner bei XYZ") wirklich hübsche Freundinnen, mit denen ich viel gelacht habe und eine schöne Zeit hatte. Also alles easy. Das wird schon. Auch ohne Coach.

Was aber ein ernsteres Problem ist und wo ich Hilfe brauche (und mir auch holen werde):
Es ist richtig, ich bin halt den "Track" bis zum 2. Examen und der Diss in hohem Tempo entlang gerauscht. Und mir dabei auch nicht die Zeit genommen, für mich zu definieren, wo ich hin will. Und vielleicht hat mir da halt auch in diesen Momenten eine Partnerin mit ernsten Absichten gefehlt, mit der man dann ja ab einem gewissen Alter auch in an realistischen Umständen orientierter Diskussion Zukunftspläne schmiedet und man dann weiß, was man dafür tun muss.
Auf der anderen Seite ging es halt auch immer bergauf. Einer der Partner meiner Abteilung hat ja zur "Beziehung" zwischen mir und meinem Rechtsgebiet gesagt: "Der Berg ist für Sie zu steil". Ob das jetzt die super Wortwahl ist in einem Gespräch, in dem man seinem Mitarbeiter nahelegt, sich zu trennen, sei mal dahingestellt. Die Einschätzung hat mich aber nicht vom heiteren Himmel herab getroffen und ich sehe das im Ergebnis genauso.
Ich sehe mich trotz einschlägiger, zT wissenschaftlicher Veröffentlichungen in diesem Gebiet nicht als Berater-Persönlichkeit dort. Mir fehlt einfach das "vernetzte Wissen", das man als Berater braucht. Was ich damit meine: Ich kann ja nicht mit drei starren Schemata an 30 mitunter gänzlich unterschiedliche Sachverhalte herangehen. Wenn ich auf hohem Niveau beraten will, muss ich doch in der Lage sein, schnell (!) zu erkennen: Wenn sich im Sachverhalt dieser Parameter verändert, hat das jene Folgen. Der Weg 1 geht dann nicht mehr. Weg 2 mit Hindernissen. Weg 3 ist frei, entspricht aber nicht dem Mandanteninteresse, weil Lösung zu lange dauert, zu teuer, man muss irgendwas disclosen, ...
Also Weg 2, aber Hindernisse beseitigen. Dann tun sich neue Probleme auf. Da muss man dann wieder entscheiden. Und in einem Sachverhalt verändert sich zumeist nicht nur ein Parameter, sondern während des fact findings eine ganze Reihe. Darauf zu reagieren bin ich einfach nicht in angemessener Schnelligkeit in der Lage, ohne mich mit zig Kommentaren und Recherchen abzusichern. Oftmals erkenne ich auch erst nach tiefem Einstieg, dass auf dem Weg zum Ziel ein weiteres Hindernis liegt. Und so weiter, und so weiter. Ich kann da einfach qualitativ mit dem Rest des Teams nicht mithalten. Dass ich der erste Hire nach 2.5 Jahren war und der Associate-Kollege, der in der Seniorität unmittelbar vor mir steht, sich in der Zeit natürlich schon einen für jeden erkennbaren Vorsprung herausgearbeitet hat, macht's objektiv nicht besser und leichter.
Aufsätze zu schreiben oder als Ref/WissMit recht punktuell zu einzelnen Rechtsfragen zu recherchieren ist doch was ganz anderes als zu beraten. Ja, es war so, die Partner haben mich als Ref/WissMit angesprochen, wann ich denn als Associate anfange. Nicht nur ein Mal. Vom ältesten Partner (dessen Namen in diesem Rechtsgebiet wirklich JEDER GK-/MK-Partner in DE kennen dürfte) waren das auch wirklich "süße" Bemühungen, mich zu holen. War halt eine Fehleinschätzung von beiden Seiten. Dennoch: es steht für mich schon fest, dass ich mich beim Rechtsgebiet umorientieren möchte. Soweit bin ich jetzt erstmal schon.
Über alles Weitere mache ich mir am WE mal Gedanken, damit ich dann nächste Woche die ersten Kontakte (für Support im Sinne von Coach/Therapeut) aufnehme. Für konkrete Bewerbungen sehe ich mich erstmal in nächster Zeit nicht in der Lage. Muss erstmal wieder Selbstvertrauen tanken. Ich denke, jemand mit viel Recruiting-Erfahrung kann aus einem Anschreiben recht gut rauslesen, ob das jemand schreibt, der weiß was er will oder jemand schreibt: "bitte bitte gib mir den Job, ich will nicht arbeitslos sein!"
DANKE!!!!!









