29.06.2022, 22:03
Mal ehrlich, ich, Akademikerkind, habe immer eher den Eindruck, mein größtes Manko sei, dass ich mich wirklich 0 für Fußball interessiere während alle anderen darüber reden. Dafür muss man keinen Habitus mitbringen. Wenn sich der Partner X für Fußball interessiert und Associate Arbeiterkind auch, hat man immer was zu besprechen. Da kann ich nicht mithalten.
29.06.2022, 22:16
Was ist denn jetzt genau die Frage?
Meiner Erfahrung nach spielt das kaum eine Rolle. Umgangsformen etc haben wir alle drauf. Da wird in der GK niemand einen Vorteil haben, weil Papa ein paar Millionen schwer ist.
Mandanten kriegen auch die Leute der reichen Eltern nicht ran. Wenn die Eltern SO reich sind, arbeitet das Kind nicht in der GK, sondern gar nicht oder in irgendeinem Stiftungsposten.
Meiner Erfahrung nach spielt das kaum eine Rolle. Umgangsformen etc haben wir alle drauf. Da wird in der GK niemand einen Vorteil haben, weil Papa ein paar Millionen schwer ist.
Mandanten kriegen auch die Leute der reichen Eltern nicht ran. Wenn die Eltern SO reich sind, arbeitet das Kind nicht in der GK, sondern gar nicht oder in irgendeinem Stiftungsposten.
29.06.2022, 22:29
Ich (selbst auch Arbeiterkind) stelle mal folgende These auf: In keiner anderen Industrienation ist es für uns so „einfach“ und chancengleich in eine führende Grosskanzlei zu kommen wie in Deutschland.
Ich selbst habe meine Wahlstation und ein Secondment in den USA bzw. in London machen dürfen. (Fast) alle meine Kollegen dort waren vorher auf teuren Privatschulen und elitären Privatunis gewesen, um in eine namhafte Grosskanzlei zu kommen, in der auch ich gearbeitet habe. Die meisten Anwälte kamen von den selben 5 Universitäten (von denen fast ausschließlich rekrutiert wurde), die allesamt eine Stange Geld kosteten. Natürlich gab es dort auch wenige Ausnahmen (bspw. durch Stipendien) aber im Durchschnitt ist der juristische Arbeitsmarkt in den USA/UK wesentlich geldelitärer als hier, wo in erster Linie nur die Leistungen in den Examina zählen.
Ich selbst habe meine Wahlstation und ein Secondment in den USA bzw. in London machen dürfen. (Fast) alle meine Kollegen dort waren vorher auf teuren Privatschulen und elitären Privatunis gewesen, um in eine namhafte Grosskanzlei zu kommen, in der auch ich gearbeitet habe. Die meisten Anwälte kamen von den selben 5 Universitäten (von denen fast ausschließlich rekrutiert wurde), die allesamt eine Stange Geld kosteten. Natürlich gab es dort auch wenige Ausnahmen (bspw. durch Stipendien) aber im Durchschnitt ist der juristische Arbeitsmarkt in den USA/UK wesentlich geldelitärer als hier, wo in erster Linie nur die Leistungen in den Examina zählen.
29.06.2022, 22:56
(29.06.2022, 22:29)BerlinerKindl schrieb: Ich (selbst auch Arbeiterkind) stelle mal folgende These auf: In keiner anderen Industrienation ist es für uns so „einfach“ und chancengleich in eine führende Grosskanzlei zu kommen wie in Deutschland.
Ich selbst habe meine Wahlstation und ein Secondment in den USA bzw. in London machen dürfen. (Fast) alle meine Kollegen dort waren vorher auf teuren Privatschulen und elitären Privatunis gewesen, um in eine namhafte Grosskanzlei zu kommen, in der auch ich gearbeitet habe. Die meisten Anwälte kamen von den selben 5 Universitäten (von denen fast ausschließlich rekrutiert wurde), die allesamt eine Stange Geld kosteten. Natürlich gab es dort auch wenige Ausnahmen (bspw. durch Stipendien) aber im Durchschnitt ist der juristische Arbeitsmarkt in den USA/UK wesentlich geldelitärer als hier, wo in erster Linie nur die Leistungen in den Examina zählen.
Ich kenne mich nicht vertieft im englischen oder amerikanischen Schulsystem aus. In Deutschland besteht das Problem darin, dass die meisten Arbeiterkinder es gar nicht bis zum Abitur schaffen, weil
a) man keine entsprechenden Vorbilder in den Eltern hat,
b) die Eltern wollen, dass man endlich sein eigenes Geld verdient,
c) das Umfeld und die Lehrer davon abraten.
Wer das Abi hat, Jura studiert und entsprechende Noten hat, kommt locker auch in die GK, ebenso wie ins Richteramt oder zur StA (was die weiter oben gestellte Frage klärt).
Keiner fragt einen Endzwanziger im Vorstellungsgespräch, was die Eltern beruflich machen, oder ob derjenige gerne auf Sylt Urlaub macht.
Eine andere Frage ist, ob man anschließend bis zur Partnerebene aufsteigt und da mögen Habitus und die Umgangsformen durchaus eine Rolle spielen.
Umgangsformen kann man lernen. Tennis oder Golf spielen auch, wobei ich bezweifle, dass jeder Jurist diesen Klischees entspricht. Mit meinen Kollegen unterhalte ich mich darüber jedenfalls nicht und Sylt sieht ebenfalls keiner von denen als Must-Have an.
29.06.2022, 23:31
(29.06.2022, 16:17)Gast schrieb:(29.06.2022, 16:07)DrängelerKnüller schrieb: Der prekär beschäftigte weiße heterosexuelle Schichtarbeiter ist eben deutlich privilegierter als die schwarze lesbische Großkanzleipartnerin. Finde dich damit ab
Wenn du eine findestaber so sieht das dann halt aus. Zehn weiße, männliche GK Partner sitzen in einem Raum und echauffieren sich darüber, dass der weiße Schichtarbeiter (als ob die so einen kennen würden) weniger gesehen wird als die schwarze lesbische GK Partnerin (als ob sie so eine in der Partnerriege hätten).
Kenne eine (zugegeben) weiße lesbische GK Partnerin. Noch nie habe ich eine so arrogante und selbstverliebte Person kennen gelernt
30.06.2022, 07:17
(29.06.2022, 22:56)Egal schrieb:(29.06.2022, 22:29)BerlinerKindl schrieb: Ich (selbst auch Arbeiterkind) stelle mal folgende These auf: In keiner anderen Industrienation ist es für uns so „einfach“ und chancengleich in eine führende Grosskanzlei zu kommen wie in Deutschland.
Ich selbst habe meine Wahlstation und ein Secondment in den USA bzw. in London machen dürfen. (Fast) alle meine Kollegen dort waren vorher auf teuren Privatschulen und elitären Privatunis gewesen, um in eine namhafte Grosskanzlei zu kommen, in der auch ich gearbeitet habe. Die meisten Anwälte kamen von den selben 5 Universitäten (von denen fast ausschließlich rekrutiert wurde), die allesamt eine Stange Geld kosteten. Natürlich gab es dort auch wenige Ausnahmen (bspw. durch Stipendien) aber im Durchschnitt ist der juristische Arbeitsmarkt in den USA/UK wesentlich geldelitärer als hier, wo in erster Linie nur die Leistungen in den Examina zählen.
Ich kenne mich nicht vertieft im englischen oder amerikanischen Schulsystem aus. In Deutschland besteht das Problem darin, dass die meisten Arbeiterkinder es gar nicht bis zum Abitur schaffen, weil
a) man keine entsprechenden Vorbilder in den Eltern hat,
b) die Eltern wollen, dass man endlich sein eigenes Geld verdient,
c) das Umfeld und die Lehrer davon abraten.
Wer das Abi hat, Jura studiert und entsprechende Noten hat, kommt locker auch in die GK, ebenso wie ins Richteramt oder zur StA (was die weiter oben gestellte Frage klärt).
Keiner fragt einen Endzwanziger im Vorstellungsgespräch, was die Eltern beruflich machen, oder ob derjenige gerne auf Sylt Urlaub macht.
Eine andere Frage ist, ob man anschließend bis zur Partnerebene aufsteigt und da mögen Habitus und die Umgangsformen durchaus eine Rolle spielen.
Umgangsformen kann man lernen. Tennis oder Golf spielen auch, wobei ich bezweifle, dass jeder Jurist diesen Klischees entspricht. Mit meinen Kollegen unterhalte ich mich darüber jedenfalls nicht und Sylt sieht ebenfalls keiner von denen als Must-Have an.
Heute machen was, 60 oder mehr % aller Schulkinder Abitur. Das sind nicht nur Akademikerkinder, das ist Quatsch. Die Abi quote hat sich drastisch erhöht.
30.06.2022, 07:54
Mit Verlaub, halte ich dieses Diversity-System mitsamt den dazugehörigen Theorien von Diskriminierung usw.für großen Unsinn. Das Ganze dient offensichtlich nur dazu, damit Personen die sonst nicht gut genug wären, in Positionen rein kommen, in denen sie gerne wären. Boni für Herkunft und finanzielle Ausstattung, am besten noch für die sexuelle Einstellung. Ich glaube mein Schwein pfeift
30.06.2022, 09:07
(30.06.2022, 07:54)Gast schrieb: Mit Verlaub, halte ich dieses Diversity-System mitsamt den dazugehörigen Theorien von Diskriminierung usw.für großen Unsinn. Das Ganze dient offensichtlich nur dazu, damit Personen die sonst nicht gut genug wären, in Positionen rein kommen, in denen sie gerne wären. Boni für Herkunft und finanzielle Ausstattung, am besten noch für die sexuelle Einstellung. Ich glaube mein Schwein pfeift
Mit Verlaub - wer Sätze in Foren "mit Verlaub" beginnt, will in der Regel seine Minderwertigkeitskomplexe überspielen!
30.06.2022, 09:52
Es stimmt halt
30.06.2022, 10:10
(30.06.2022, 09:52)Gast schrieb: Es stimmt halt
Bis du in der GK sitzt, das Team nebenan siehst und der dortige Partner jeden Tag seine drei männlichen Associates zum Mittagessen mitnimmt und die weibliche Associate ungefragt in ihrem Büro lässt. Bevor jetzt die Aussage kommt, die war halt doof. Das hat der bei drei weiblichen Associates in Folge gemacht (alle haben sich nach der Probezeit wieder verabschiedet).
Oder in einem anderen Team Partner und weibliche Senior Associate den Mandanten im Konferenzraum treffen und der Mandant auf sie gar nicht reagiert bei der Begrüßung, weil er denkt, dass sie die Sekretärin ist. Und erst blöd schaut, als sie sich dann mit an den Konferenztisch setzt.
Oder meine Frau in einem Konzern regelmäßig erleben muss, dass erstmal ihre männlichen Kollegen zu Konferenzen mitgenommen werden und Gehaltserhöhungen bekommen (nach der sie und er beide gefragt haben) und erst wenn sie sich beschwert und droht es zu eskalieren, bekommt sie es auch.
Ein bisschen Achtsamkeit kann da Justus Jura nicht schaden










