10.05.2022, 18:40
Hallo zusammen,
ich bin Partner in einer kleineren Anwalts-und Notarkanzlei im Münsterland (8 Berufsträger) und stehe mit meinen Kollegen vor der Herausforderung, potentielle Kollegen/-innen für unsere Kanzlei zu finden und junge Anwälte ''in die Provinz zu locken". Daher die Frage in die Runde der (baldigen) Berufsanfänger: Wie seid ihr auf euren (avisierten) Arbeitgeber aufmerksam geworden? Welche Stellenbörsen o. ä. habt ihr favorisiert? Wie/womit kann man sich am Bewerbermarkt eurer Meinung nach auszeichnen?
Hintergrund ist, dass ich persönlich (habe aber natürlich auch die Fanbrille auf) unser Profil eigentlich ganz attraktiv finde (sitzen in einem Mittelzentrum mit ca. 40k Einwohnern, bieten die Chance auf eine zügige Partnerschaft - bei mir nach 4 Jahren - und damit die Möglichkeit auch "auf dem Land" relativ schnell sechstellig zu verdienen, gute Mandantenstruktur etc.). Ich habe allerdings den Eindruck, dass es uns nicht wirklich gelingt für Bewerber attraktiv zu sein, jedenfalls ist die Anzahl von Bewerbungen überschaubar. Die Klassiker (Ausschreibung über Homepage, Jobbörse, Stepstone) haben wir durch.
Über Anregungen und Erfahrungsberichte von Berufsanfängern würde ich mich daher freuen :).
ich bin Partner in einer kleineren Anwalts-und Notarkanzlei im Münsterland (8 Berufsträger) und stehe mit meinen Kollegen vor der Herausforderung, potentielle Kollegen/-innen für unsere Kanzlei zu finden und junge Anwälte ''in die Provinz zu locken". Daher die Frage in die Runde der (baldigen) Berufsanfänger: Wie seid ihr auf euren (avisierten) Arbeitgeber aufmerksam geworden? Welche Stellenbörsen o. ä. habt ihr favorisiert? Wie/womit kann man sich am Bewerbermarkt eurer Meinung nach auszeichnen?
Hintergrund ist, dass ich persönlich (habe aber natürlich auch die Fanbrille auf) unser Profil eigentlich ganz attraktiv finde (sitzen in einem Mittelzentrum mit ca. 40k Einwohnern, bieten die Chance auf eine zügige Partnerschaft - bei mir nach 4 Jahren - und damit die Möglichkeit auch "auf dem Land" relativ schnell sechstellig zu verdienen, gute Mandantenstruktur etc.). Ich habe allerdings den Eindruck, dass es uns nicht wirklich gelingt für Bewerber attraktiv zu sein, jedenfalls ist die Anzahl von Bewerbungen überschaubar. Die Klassiker (Ausschreibung über Homepage, Jobbörse, Stepstone) haben wir durch.
Über Anregungen und Erfahrungsberichte von Berufsanfängern würde ich mich daher freuen :).
10.05.2022, 19:14
Falls das kein trolling ist:
Wenn man durch Anwalts- bzw Wahlstation keinen Nachwuchs an sich binden kann: Schaltung von Werbung bei lto, stepstone, indeed. Dies sind zumindest für meine Ref-Kollegen und mich meine aktuellen "go-to"-plattformen. Leider sind diese Werbungen teuer.
Und rigides Festhalten am doppel VB schreckt ab (falls das bei euch so praktiziert wird).
Wenn man durch Anwalts- bzw Wahlstation keinen Nachwuchs an sich binden kann: Schaltung von Werbung bei lto, stepstone, indeed. Dies sind zumindest für meine Ref-Kollegen und mich meine aktuellen "go-to"-plattformen. Leider sind diese Werbungen teuer.
Und rigides Festhalten am doppel VB schreckt ab (falls das bei euch so praktiziert wird).
10.05.2022, 19:24
(10.05.2022, 19:14)Gast schrieb: Falls das kein trolling ist:
Wenn man durch Anwalts- bzw Wahlstation keinen Nachwuchs an sich binden kann: Schaltung von Werbung bei lto, stepstone, indeed. Dies sind zumindest für meine Ref-Kollegen und mich meine aktuellen "go-to"-plattformen. Leider sind diese Werbungen teuer.
Und rigides Festhalten am doppel VB schreckt ab (falls das bei euch so praktiziert wird).
Die Stellenbeschreibung müsste freundlich und perspektivisch formuliert sein (aber ohne zu viel "hipp" getue)
10.05.2022, 19:39
Bin in der Justiz, also nicht eure Zielgruppe, aber war im Ref. in einer vergleichbar strukturierten Kanzlei, wie es scheint ("erstes Haus am Platz" in 50T Ew-Stadt) und hätte dort auch gerne angefangen, wenn die Justiz nicht schnell zugeschlagen hätte. Bin auf die Kanzlei damals aufmerksam geworden, weil 2 Partner, vermutlich gerade wg Recruiting, recht rührig in der Ref.ausbildung waren (Sonderveranstaltungen, AnwaltsAG) und sowohl ihren Bedarf für gute Refs und gute WissMits (auch wenn die sich vllt nicht rechnen), als auch die Konditionen und Perspektiven recht offen kommuniziert hatten. Und ganz allgemein (auch wenn das bei euch sicher tiptop ist), man sollte nicht zu knausrig mit den Einstiegsgehältern sein. Keiner erwartet bei einer MK wie eurer Großkanzlei- oder Boutiquegehälter, aber wenn das Porscheleasing der Partner wichtiger ist, als ein ordentliches Auskommen der jungen Kollegen, muss man sich nicht beschweren. Man darf die Mund zu Mund-Propaganda unter den Refs und Berufsanfängern nicht unterschätzen. Und was ich an der Front manchmal höre und lese, ist unterirdisch.
10.05.2022, 20:39
mögliche weitere Bewerberportale:
Legalhead und talentrocket
Legalhead und talentrocket
10.05.2022, 21:43
"bieten die Chance auf eine zügige Partnerschaft - bei mir nach 4 Jahren -"
Ist das auch für potentielle Bewerber erkennbar?
Ist das auch für potentielle Bewerber erkennbar?
10.05.2022, 22:04
Ich bin kein Berufsanfänger, antworte aber trotzdem:
Die Frage ist, wer bewirbt sich bei euch? Das wird eher nicht der Prädikatsjurist mit Doppel-vb sein, der die GK als Ziel hat.
Stattdessen denke ich regionaler. Vermutlich sind es Leute mit Heimatbezug zu dieser Region. Leute, die regional verwurzelt sind, die Eltern dort um die Ecke haben oder schon eine/n Partner/in die/der dort arbeitet und man deswegen nicht wegziehen will bzw. kann.
Ich würde mich daher an die umliegenden LG-Bezirke wenden. In der Regel hat der Personalrat der Referendare oder das Ausbildungs-OLG ein virtuelles Schwarzes Brett, wo man Stellenangebote posten kann.
Wer nicht in die GK will, hat oft ein Interesse an einer gesunden WLB. Wenn die Stelle also teilzeitfähig ist, schreibt es rein. Wie flexibel sind die Arbeitszeiten allgemein und ist Home-Office möglich? Die Stellenanzeige sollte irgendwo in der Mitte zwischen hipp und altbacken sein.
Und was ich persönlich ganz wichtig finde: eine gute Homepage. Ich sehe so oft wirklich grottige Internetauftritte mancher Kanzleien und schüttel jedes Mal den Kopf, wie man sich so inkompetent nach außen darstellen kann. Mich schreckt das ab.
Xing könnte man sonst auch noch probieren, wobei sicherlich noch nicht viele Berufsanfänger dort anzutreffen sind. Entweder die Stellenbörse von Xing oder sich selbst auf die Suche dort machen.
Nicht jeder möchte Partner werden, daher sollte Leute mit Partnerambitionen nicht eure einzige Zielgruppe sein.
Die Frage ist, wer bewirbt sich bei euch? Das wird eher nicht der Prädikatsjurist mit Doppel-vb sein, der die GK als Ziel hat.
Stattdessen denke ich regionaler. Vermutlich sind es Leute mit Heimatbezug zu dieser Region. Leute, die regional verwurzelt sind, die Eltern dort um die Ecke haben oder schon eine/n Partner/in die/der dort arbeitet und man deswegen nicht wegziehen will bzw. kann.
Ich würde mich daher an die umliegenden LG-Bezirke wenden. In der Regel hat der Personalrat der Referendare oder das Ausbildungs-OLG ein virtuelles Schwarzes Brett, wo man Stellenangebote posten kann.
Wer nicht in die GK will, hat oft ein Interesse an einer gesunden WLB. Wenn die Stelle also teilzeitfähig ist, schreibt es rein. Wie flexibel sind die Arbeitszeiten allgemein und ist Home-Office möglich? Die Stellenanzeige sollte irgendwo in der Mitte zwischen hipp und altbacken sein.
Und was ich persönlich ganz wichtig finde: eine gute Homepage. Ich sehe so oft wirklich grottige Internetauftritte mancher Kanzleien und schüttel jedes Mal den Kopf, wie man sich so inkompetent nach außen darstellen kann. Mich schreckt das ab.
Xing könnte man sonst auch noch probieren, wobei sicherlich noch nicht viele Berufsanfänger dort anzutreffen sind. Entweder die Stellenbörse von Xing oder sich selbst auf die Suche dort machen.
Nicht jeder möchte Partner werden, daher sollte Leute mit Partnerambitionen nicht eure einzige Zielgruppe sein.
10.05.2022, 22:11
Ein - ernstgemeinter - Hinweis auf die Work-Life-Balance und eigenverantwortliches Arbeiten sowie Unterstützung beim Einarbeiten würde helfen.
10.05.2022, 22:26
Oder direkt eine Gehaltsangabe.
10.05.2022, 22:39
Den Hinweis auf die WLB bringen ALLE Kanzleien, damit lockt man doch keinen. Ich würde mal (relativ) offen reinschreiben, dass man perspektivisch bald sechsstellig verdient. Das ist nämlich der Unterschied zur Konkurrenz: kleinere Kanzleien sind gehaltsmäßig eine totale black box für Bewerber, ob man da (zum Einstieg oder in ein paar Jahren) 40k oder 80k kriegt, kann man nicht erkennen.










