19.02.2022, 00:44
Mal eine sehr provokative Frage: Macht das Anwaltsdasein überhaupt Sinn ohne mehr oder weniger konkrete Partnerperspektive?
Egal ob FWW, MK oder GK: Nach 10-15 Jahren ist man Partner oder man hat etwas falsch gemacht. Weil man dann einfach nur der bessere Knecht vom Partner ist. Deswegen gibt es mit dieser Seniorität auch nicht mehr soo viele angestellten (gute) Anwälte.
Um Partner zu werden braucht man eigenes Business. Dazu muss man connecten können. Eine Anwaltspersönlichkeit haben. Leute ansprechen. Das juristische Können ist sekundär.
Für die Leute, die juristisch gut aber unternehmerisch schlecht sind ist das Anwaltsdasein also auf jeden Fall der falsche Weg. Man ist nur der Wasserträger. Für schlechte Juristen ist es teils alternativlos, diese sind dann immer die Laufhunde vom Partner.
Wie seht ihr das?
Egal ob FWW, MK oder GK: Nach 10-15 Jahren ist man Partner oder man hat etwas falsch gemacht. Weil man dann einfach nur der bessere Knecht vom Partner ist. Deswegen gibt es mit dieser Seniorität auch nicht mehr soo viele angestellten (gute) Anwälte.
Um Partner zu werden braucht man eigenes Business. Dazu muss man connecten können. Eine Anwaltspersönlichkeit haben. Leute ansprechen. Das juristische Können ist sekundär.
Für die Leute, die juristisch gut aber unternehmerisch schlecht sind ist das Anwaltsdasein also auf jeden Fall der falsche Weg. Man ist nur der Wasserträger. Für schlechte Juristen ist es teils alternativlos, diese sind dann immer die Laufhunde vom Partner.
Wie seht ihr das?
19.02.2022, 00:47
Ist jeder Arbeitnehmer in anderen Branchen also bloß ein Wasserträger?
19.02.2022, 00:54
Auf jeden Fall. Aber als Anwalt ist es besonders bitter. Ein Anwalt ist per se Kämpfer und Macher. Schließlich soll er die Interessen der Mandanten gegen Widerstände durchsetzen. Dort auf immer nur Wasserträger zu sein ist demütigend. Wen willst du als Mandant: Den Macher oder den Laufburschen?
19.02.2022, 08:51
Ja, (Senior) Counsel in GKs mit 200-300k jährlich sind echte Looser!
Lieber Partner in einer 1-Mann-FWW in der Uckermark als das!
Lieber Partner in einer 1-Mann-FWW in der Uckermark als das!
19.02.2022, 09:32
Nicht zu vergessen die Chef- und Oberärzte im Krankenhaus. Wer keine eigene Praxis eröffnet, muss etwas falsch gemacht haben!
19.02.2022, 09:49
(19.02.2022, 00:44)OMG schrieb: Um Partner zu werden braucht man eigenes Business. Dazu muss man connecten können. Eine Anwaltspersönlichkeit haben. Leute ansprechen. Das juristische Können ist sekundär.
Jein. Viel Geschäft kommt auch über den Namen der Kanzlei oder irgendwelche Rankings, Empfehlungen. Es ist ein Irrtum zu glauben, dass man als erfolgreicher Partner nur gut schwätzen können muss… wer natürlich super introvertiert ist, wird ein Problem haben. Aber ein normales Maß an sozialer Interaktionsfähigkeit reicht oft aus.
19.02.2022, 10:12
(19.02.2022, 09:32)Gast schrieb: Nicht zu vergessen die Chef- und Oberärzte im Krankenhaus. Wer keine eigene Praxis eröffnet, muss etwas falsch gemacht haben!
Das ist mittlerweile tatsächlich so. Oberarzt tut man sich nur wegen dem Prestige an, am verdient deutlich schlechter als mit eigener Praxis und arbeitet dafür auch noch mehr.
Auch die jüngeren Chefärzte verdienen nicht mehr so wie früher. Mit einer gut laufenden Praxis und ggf. ein paar angestellten Ärzte verdient man schnell mehr.
19.02.2022, 10:30
Meine Sicht: Nach zehn Jahren angestellter Anwalt in KKen/MKen habe ich eigentlich keine Lust mehr auf das Angestelltenverhältnis. Die Arbeitsbedingungen waren oft schlecht. Bis heute werde ich immer wieder mit den Phänomenen konforontiert, dass Büroausstattung im Werte weniger Arbeitsstunden nicht angeschafft wird, Computer und Software noch ein paar Jahre halten werden
, während sie privat bei mir längst mindestens schon zweimal erneuert worden sind, oder effizienssteigernde Software gar nicht erst angeschafft wird, sinnvolle Arbeitsprozesse nicht oder nur gegen erheblichen Widerstand durchgesetzt werden können (nach erfolgreicher Umsetzung war es plötzlich die Idee eines anderen
) und zuletzt, und als RA am nervigsten, aussichtslose Fälle angenommen, angearbeitet, an die Wand gefahren
und dann nach unten durchgereicht werden, damit der Karren dann in der Freizeit, da umsatzneutral, aus dem Dreck gezogen wird.
Leider bin ich nicht so ein fake-it-till-you-make-it-Verkäufertyp und habe mit den Jahren auch private Verpflichtungen aufgebaut, so dass (m)einem Wechsel in die Selbständigkeit doch mentale und finanzielle Barrieren im Weg stehen.
Jedenfalls unter den Bedingungen, die ich kennengelernt habe, ist das Angestelltendasein eher ein Laufburschendasein gewesen. Es gibt aber sicher andere Konstellationen, insbesondere solche, in denen die Vergütung sehr hoch ist, in denen auch der angestellte RA kanzleiintern so behandelt wird, wie es einem Interessenvertreter gebührt, der in fremden Streitereien für eine Seite nach außen höchst selbstbewußt (das ist für mich nicht deckungsgleich mit Verkäufertyp) auftreten muß.
, während sie privat bei mir längst mindestens schon zweimal erneuert worden sind, oder effizienssteigernde Software gar nicht erst angeschafft wird, sinnvolle Arbeitsprozesse nicht oder nur gegen erheblichen Widerstand durchgesetzt werden können (nach erfolgreicher Umsetzung war es plötzlich die Idee eines anderen
) und zuletzt, und als RA am nervigsten, aussichtslose Fälle angenommen, angearbeitet, an die Wand gefahren
und dann nach unten durchgereicht werden, damit der Karren dann in der Freizeit, da umsatzneutral, aus dem Dreck gezogen wird.Leider bin ich nicht so ein fake-it-till-you-make-it-Verkäufertyp und habe mit den Jahren auch private Verpflichtungen aufgebaut, so dass (m)einem Wechsel in die Selbständigkeit doch mentale und finanzielle Barrieren im Weg stehen.
Jedenfalls unter den Bedingungen, die ich kennengelernt habe, ist das Angestelltendasein eher ein Laufburschendasein gewesen. Es gibt aber sicher andere Konstellationen, insbesondere solche, in denen die Vergütung sehr hoch ist, in denen auch der angestellte RA kanzleiintern so behandelt wird, wie es einem Interessenvertreter gebührt, der in fremden Streitereien für eine Seite nach außen höchst selbstbewußt (das ist für mich nicht deckungsgleich mit Verkäufertyp) auftreten muß.
19.02.2022, 10:32
ich kaufe ein z... effizienzsteigernd
19.02.2022, 10:57
Dieses "Counsel mit 300k" ist einfach die Ausnahme.
In GKen gilt meist "Up or out". In KK/MK finden sich ab einer gewissen Seniorität nur noch Anwälte im Angestelltenverhältnis, die entweder schlecht sind oder den Absprung nicht geschafft haben.
In GKen gilt meist "Up or out". In KK/MK finden sich ab einer gewissen Seniorität nur noch Anwälte im Angestelltenverhältnis, die entweder schlecht sind oder den Absprung nicht geschafft haben.










