07.07.2021, 13:02
(07.07.2021, 12:53)Gast schrieb:(07.07.2021, 12:48)Gast schrieb: Bei 5-6 Billables pro Tag, abzüglich Urlaub/Krankheit/Feiertage käme ich auf 1300 Billables pro Jahr.
Dafür würde ich im nächsten Appraisal ordentlich auf die Fresse bekommen
Wobei du das mE missverstanden hast. Es wären 5-6 Stunden weniger Arbeitszeit pro Woche. Also netto so etwa 45 Stunden. Das sind 9 Billables pro Tag, wobei ich realistischerweise eher 6-7 mache. Also so auf meine knapp 150 Billables im Monat komme ich schon ;)
Sorry, mein Fehler.
Aber bei 10 Stunden Anwesenheit täglich käme ich wahrscheinlich auf maximal 7 Billables. Dafür würde es keinen auf die Fresse geben, aber Wunschmarke sind (zumindest bei uns) 8 Stunden täglich.
07.07.2021, 13:11
Naive Frage: ist es denn so schwer auf 9 Std am Tag billables zu kommen? Ich meine ich setze mich ab 9:15 ungefähr an die erste Arbeit, mache zwischendurch vielleicht 45 Minuten Pause, mit Kaffeeholen am Tag so eine Stunde, die von der Zeit am Rechner abgeht.
Da kloppe ich dann Tabellen voll / schreibe was...Das ist doch alles abrechenbar? Als WissMit bin ich immer mit gutem Gewissen (sofern es denn Arbeit für den ganzen Tag gab) auf 8 abrechenbare Stunden gekommen. Was man davon tatsächlich in Rechnung gestellt hat ist ne andere Frage, aber man war sehr zufrieden mit meiner Arbeit.
Da kloppe ich dann Tabellen voll / schreibe was...Das ist doch alles abrechenbar? Als WissMit bin ich immer mit gutem Gewissen (sofern es denn Arbeit für den ganzen Tag gab) auf 8 abrechenbare Stunden gekommen. Was man davon tatsächlich in Rechnung gestellt hat ist ne andere Frage, aber man war sehr zufrieden mit meiner Arbeit.
07.07.2021, 13:24
Ja es ist schwer. Es ist nur leicht wenn man eine Sache macht und dann easy 8h aufschreibt. Sobald du 5-10 verschiedene Sachen pro Tag machst wird es schwer.
07.07.2021, 13:38
(07.07.2021, 13:11)omnimodo schrieb: Naive Frage: ist es denn so schwer auf 9 Std am Tag billables zu kommen? Ich meine ich setze mich ab 9:15 ungefähr an die erste Arbeit, mache zwischendurch vielleicht 45 Minuten Pause, mit Kaffeeholen am Tag so eine Stunde, die von der Zeit am Rechner abgeht.
Da kloppe ich dann Tabellen voll / schreibe was...Das ist doch alles abrechenbar? Als WissMit bin ich immer mit gutem Gewissen (sofern es denn Arbeit für den ganzen Tag gab) auf 8 abrechenbare Stunden gekommen. Was man davon tatsächlich in Rechnung gestellt hat ist ne andere Frage, aber man war sehr zufrieden mit meiner Arbeit.
Als Anwalt mit ein paar Jahren Berufserfahrung in GKs. Ja, ist es oft. Gründe hierfür:
1. Du hast nicht jeden Tag einen vollen Schreibtisch. Mal sind ein paar Dinge abgearbeitet und dann kommt erst am Nachmittag das nächste rein. Schon fehlen dir morgens drei Stunden.
2. Du hast relativ viel Reibungsverlust, wenn du diverse Sachen gleichzeitig betreust. Zumindest bei mir ist es nicht so, dass ich 2 Stunden auf Sache A arbeite, dann dort den Stift fallen lasse und sofort 2 Stunden auf Sache B weiterarbeite. Dazwischen mal Kaffee holen, Kollege kommt mit einer Frage oder kurzes Schwätzchen rein, schon wieder 30 Minuten weg.
3. Ich bekomme 50-100 Emails pro Tag. Wenn ich nun hier und dort Dinge querlese, trage ich das nicht jedes Mal ein (ginge auch gar nicht). Wenn ich mit einem Auge schaue, was so in den Parallelverfahren abgeht, kann ich das nicht aufschreiben; ich brauche aber trotzdem den Überblick.
4. Arbeitsaufwand und Budget beißen sich manchmal.
5. Es ist mE einfach schwierig, den ganzen Tag - 9 Stunden lang - konsequent an Sachen zu arbeiten.
Ja, ich weiß, hier kommen gleich wieder Kollegen, die über den dicken Daumen abrechnen. Wo jede Zeiteinheit aufgerundet wird, die auf einem einzigen Großprojekt hocken und von morgens bis abends den Timer dort laufen lassen können, beim Schwatz mit den Kollegen die Uhr weiterläuft und jede Stunde knallhart aufgeschrieben wird (Budget hin oder her). Aber aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass sind die Kollegen, die nicht lange in den GKs bleiben.
Bei 10 Stunden Arbeitszeit (9-20 Uhr, Stunde Mittag) komme ich auf 8 Stunden, wenn es gut läuft. Können auch mal schnell nur 7 sein. Und so Tage, an denen mal weniger ist (oder man einfach 2 Stunden in einem Team internen Call hängt), schlagen dann halt mit nur 3-4 billables zu buche.
Und ja, das leben als WiMi war da einfacher, weil ich fröhlich aufgeschrieben habe und es am Ende keinen interessiert hat. Die Stunden wurden rausgestrichen oder eben mit paar Euro beim Mandanten in Rechnung gestellt. Jetzt hingegen habe ich einen business case, es geht um Wirtschaftlichkeit und bei 400 Euro die Stunde, schaut der Mandant schon auf die Rechnung, so dass 20 Stunden mehr oder weniger von mir in einem Fall pro Monat schon Auswirkungen auf das Budget haben.
07.07.2021, 15:50
(07.07.2021, 13:38)Gasto schrieb:(07.07.2021, 13:11)omnimodo schrieb: Naive Frage: ist es denn so schwer auf 9 Std am Tag billables zu kommen? Ich meine ich setze mich ab 9:15 ungefähr an die erste Arbeit, mache zwischendurch vielleicht 45 Minuten Pause, mit Kaffeeholen am Tag so eine Stunde, die von der Zeit am Rechner abgeht.
Da kloppe ich dann Tabellen voll / schreibe was...Das ist doch alles abrechenbar? Als WissMit bin ich immer mit gutem Gewissen (sofern es denn Arbeit für den ganzen Tag gab) auf 8 abrechenbare Stunden gekommen. Was man davon tatsächlich in Rechnung gestellt hat ist ne andere Frage, aber man war sehr zufrieden mit meiner Arbeit.
Als Anwalt mit ein paar Jahren Berufserfahrung in GKs. Ja, ist es oft. Gründe hierfür:
1. Du hast nicht jeden Tag einen vollen Schreibtisch. Mal sind ein paar Dinge abgearbeitet und dann kommt erst am Nachmittag das nächste rein. Schon fehlen dir morgens drei Stunden.
2. Du hast relativ viel Reibungsverlust, wenn du diverse Sachen gleichzeitig betreust. Zumindest bei mir ist es nicht so, dass ich 2 Stunden auf Sache A arbeite, dann dort den Stift fallen lasse und sofort 2 Stunden auf Sache B weiterarbeite. Dazwischen mal Kaffee holen, Kollege kommt mit einer Frage oder kurzes Schwätzchen rein, schon wieder 30 Minuten weg.
3. Ich bekomme 50-100 Emails pro Tag. Wenn ich nun hier und dort Dinge querlese, trage ich das nicht jedes Mal ein (ginge auch gar nicht). Wenn ich mit einem Auge schaue, was so in den Parallelverfahren abgeht, kann ich das nicht aufschreiben; ich brauche aber trotzdem den Überblick.
4. Arbeitsaufwand und Budget beißen sich manchmal.
5. Es ist mE einfach schwierig, den ganzen Tag - 9 Stunden lang - konsequent an Sachen zu arbeiten.
Ja, ich weiß, hier kommen gleich wieder Kollegen, die über den dicken Daumen abrechnen. Wo jede Zeiteinheit aufgerundet wird, die auf einem einzigen Großprojekt hocken und von morgens bis abends den Timer dort laufen lassen können, beim Schwatz mit den Kollegen die Uhr weiterläuft und jede Stunde knallhart aufgeschrieben wird (Budget hin oder her). Aber aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass sind die Kollegen, die nicht lange in den GKs bleiben.
Bei 10 Stunden Arbeitszeit (9-20 Uhr, Stunde Mittag) komme ich auf 8 Stunden, wenn es gut läuft. Können auch mal schnell nur 7 sein. Und so Tage, an denen mal weniger ist (oder man einfach 2 Stunden in einem Team internen Call hängt), schlagen dann halt mit nur 3-4 billables zu buche.
Und ja, das leben als WiMi war da einfacher, weil ich fröhlich aufgeschrieben habe und es am Ende keinen interessiert hat. Die Stunden wurden rausgestrichen oder eben mit paar Euro beim Mandanten in Rechnung gestellt. Jetzt hingegen habe ich einen business case, es geht um Wirtschaftlichkeit und bei 400 Euro die Stunde, schaut der Mandant schon auf die Rechnung, so dass 20 Stunden mehr oder weniger von mir in einem Fall pro Monat schon Auswirkungen auf das Budget haben.
Danke für die ausführliche und mir Einsicht gebende Antwort. Ich fange demnächst in einer GK an. Kleineres Team, allerdings relativ viele Transaktionen. Daneben aber auch normale Beratung, manchmal auch Gerichtsverfahren.
Mal sehen wie ich klarkomme.
07.07.2021, 15:59
(07.07.2021, 15:50)omnimodo schrieb:(07.07.2021, 13:38)Gasto schrieb:(07.07.2021, 13:11)omnimodo schrieb: Naive Frage: ist es denn so schwer auf 9 Std am Tag billables zu kommen? Ich meine ich setze mich ab 9:15 ungefähr an die erste Arbeit, mache zwischendurch vielleicht 45 Minuten Pause, mit Kaffeeholen am Tag so eine Stunde, die von der Zeit am Rechner abgeht.
Da kloppe ich dann Tabellen voll / schreibe was...Das ist doch alles abrechenbar? Als WissMit bin ich immer mit gutem Gewissen (sofern es denn Arbeit für den ganzen Tag gab) auf 8 abrechenbare Stunden gekommen. Was man davon tatsächlich in Rechnung gestellt hat ist ne andere Frage, aber man war sehr zufrieden mit meiner Arbeit.
Als Anwalt mit ein paar Jahren Berufserfahrung in GKs. Ja, ist es oft. Gründe hierfür:
1. Du hast nicht jeden Tag einen vollen Schreibtisch. Mal sind ein paar Dinge abgearbeitet und dann kommt erst am Nachmittag das nächste rein. Schon fehlen dir morgens drei Stunden.
2. Du hast relativ viel Reibungsverlust, wenn du diverse Sachen gleichzeitig betreust. Zumindest bei mir ist es nicht so, dass ich 2 Stunden auf Sache A arbeite, dann dort den Stift fallen lasse und sofort 2 Stunden auf Sache B weiterarbeite. Dazwischen mal Kaffee holen, Kollege kommt mit einer Frage oder kurzes Schwätzchen rein, schon wieder 30 Minuten weg.
3. Ich bekomme 50-100 Emails pro Tag. Wenn ich nun hier und dort Dinge querlese, trage ich das nicht jedes Mal ein (ginge auch gar nicht). Wenn ich mit einem Auge schaue, was so in den Parallelverfahren abgeht, kann ich das nicht aufschreiben; ich brauche aber trotzdem den Überblick.
4. Arbeitsaufwand und Budget beißen sich manchmal.
5. Es ist mE einfach schwierig, den ganzen Tag - 9 Stunden lang - konsequent an Sachen zu arbeiten.
Ja, ich weiß, hier kommen gleich wieder Kollegen, die über den dicken Daumen abrechnen. Wo jede Zeiteinheit aufgerundet wird, die auf einem einzigen Großprojekt hocken und von morgens bis abends den Timer dort laufen lassen können, beim Schwatz mit den Kollegen die Uhr weiterläuft und jede Stunde knallhart aufgeschrieben wird (Budget hin oder her). Aber aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass sind die Kollegen, die nicht lange in den GKs bleiben.
Bei 10 Stunden Arbeitszeit (9-20 Uhr, Stunde Mittag) komme ich auf 8 Stunden, wenn es gut läuft. Können auch mal schnell nur 7 sein. Und so Tage, an denen mal weniger ist (oder man einfach 2 Stunden in einem Team internen Call hängt), schlagen dann halt mit nur 3-4 billables zu buche.
Und ja, das leben als WiMi war da einfacher, weil ich fröhlich aufgeschrieben habe und es am Ende keinen interessiert hat. Die Stunden wurden rausgestrichen oder eben mit paar Euro beim Mandanten in Rechnung gestellt. Jetzt hingegen habe ich einen business case, es geht um Wirtschaftlichkeit und bei 400 Euro die Stunde, schaut der Mandant schon auf die Rechnung, so dass 20 Stunden mehr oder weniger von mir in einem Fall pro Monat schon Auswirkungen auf das Budget haben.
Danke für die ausführliche und mir Einsicht gebende Antwort. Ich fange demnächst in einer GK an. Kleineres Team, allerdings relativ viele Transaktionen. Daneben aber auch normale Beratung, manchmal auch Gerichtsverfahren.
Mal sehen wie ich klarkomme.
Hoffe du twitterst dann nicht mehr so viel
07.07.2021, 16:12
(07.07.2021, 15:59)Gast schrieb:(07.07.2021, 15:50)omnimodo schrieb:(07.07.2021, 13:38)Gasto schrieb:(07.07.2021, 13:11)omnimodo schrieb: Naive Frage: ist es denn so schwer auf 9 Std am Tag billables zu kommen? Ich meine ich setze mich ab 9:15 ungefähr an die erste Arbeit, mache zwischendurch vielleicht 45 Minuten Pause, mit Kaffeeholen am Tag so eine Stunde, die von der Zeit am Rechner abgeht.
Da kloppe ich dann Tabellen voll / schreibe was...Das ist doch alles abrechenbar? Als WissMit bin ich immer mit gutem Gewissen (sofern es denn Arbeit für den ganzen Tag gab) auf 8 abrechenbare Stunden gekommen. Was man davon tatsächlich in Rechnung gestellt hat ist ne andere Frage, aber man war sehr zufrieden mit meiner Arbeit.
Als Anwalt mit ein paar Jahren Berufserfahrung in GKs. Ja, ist es oft. Gründe hierfür:
1. Du hast nicht jeden Tag einen vollen Schreibtisch. Mal sind ein paar Dinge abgearbeitet und dann kommt erst am Nachmittag das nächste rein. Schon fehlen dir morgens drei Stunden.
2. Du hast relativ viel Reibungsverlust, wenn du diverse Sachen gleichzeitig betreust. Zumindest bei mir ist es nicht so, dass ich 2 Stunden auf Sache A arbeite, dann dort den Stift fallen lasse und sofort 2 Stunden auf Sache B weiterarbeite. Dazwischen mal Kaffee holen, Kollege kommt mit einer Frage oder kurzes Schwätzchen rein, schon wieder 30 Minuten weg.
3. Ich bekomme 50-100 Emails pro Tag. Wenn ich nun hier und dort Dinge querlese, trage ich das nicht jedes Mal ein (ginge auch gar nicht). Wenn ich mit einem Auge schaue, was so in den Parallelverfahren abgeht, kann ich das nicht aufschreiben; ich brauche aber trotzdem den Überblick.
4. Arbeitsaufwand und Budget beißen sich manchmal.
5. Es ist mE einfach schwierig, den ganzen Tag - 9 Stunden lang - konsequent an Sachen zu arbeiten.
Ja, ich weiß, hier kommen gleich wieder Kollegen, die über den dicken Daumen abrechnen. Wo jede Zeiteinheit aufgerundet wird, die auf einem einzigen Großprojekt hocken und von morgens bis abends den Timer dort laufen lassen können, beim Schwatz mit den Kollegen die Uhr weiterläuft und jede Stunde knallhart aufgeschrieben wird (Budget hin oder her). Aber aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass sind die Kollegen, die nicht lange in den GKs bleiben.
Bei 10 Stunden Arbeitszeit (9-20 Uhr, Stunde Mittag) komme ich auf 8 Stunden, wenn es gut läuft. Können auch mal schnell nur 7 sein. Und so Tage, an denen mal weniger ist (oder man einfach 2 Stunden in einem Team internen Call hängt), schlagen dann halt mit nur 3-4 billables zu buche.
Und ja, das leben als WiMi war da einfacher, weil ich fröhlich aufgeschrieben habe und es am Ende keinen interessiert hat. Die Stunden wurden rausgestrichen oder eben mit paar Euro beim Mandanten in Rechnung gestellt. Jetzt hingegen habe ich einen business case, es geht um Wirtschaftlichkeit und bei 400 Euro die Stunde, schaut der Mandant schon auf die Rechnung, so dass 20 Stunden mehr oder weniger von mir in einem Fall pro Monat schon Auswirkungen auf das Budget haben.
Danke für die ausführliche und mir Einsicht gebende Antwort. Ich fange demnächst in einer GK an. Kleineres Team, allerdings relativ viele Transaktionen. Daneben aber auch normale Beratung, manchmal auch Gerichtsverfahren.
Mal sehen wie ich klarkomme.
Hoffe du twitterst dann nicht mehr so viel
Ich denke du meinst diesen StA mit ähnlichem Namen. Der bin ich nicht, nur nochmal zur Klarstellung.
Rückblickend hätte ich mich lieber omnimodo fuckurass genannt. Das wäre viel besser.
07.07.2021, 22:22
(07.07.2021, 12:52)Gast schrieb:(07.07.2021, 12:48)Gast schrieb: Bei 5-6 Billables pro Tag, abzüglich Urlaub/Krankheit/Feiertage käme ich auf 1300 Billables pro Jahr.
Dafür würde ich im nächsten Appraisal ordentlich auf die Fresse bekommen
Warum? 1300 Billables machen dich locker profitabel für die Kanzlei. Muss man halt vorher prüfen bevor man sich bindet, ich hab mir nen Chef gesucht den dieser ganze Billablesscheiss nur nervt und der am liebsten nur inhaltlich arbeiten will. Insofern interessiert der sich da kaum für, das Wort Appraisal hab ich im Übrigen noch nie gehört. Wie gesagt, wir sind ÖR, nicht M&A. Wir sind die verkopften Nerds, nicht die Rainmaker, wir schreiben die 120 Seiten wissenschaftlichen Gutachten für das Ministerium, wir wickeln hier nicht die krassen Deals mit Megakonzernen ab. Und dafür sind wir auch um 19:30 zuhause :)
Erinnert mich an meine Anwaltsstation. Und jeden Tag Kaffeerunde, als einziges Team. Schöne Grüße, wenn ihr's seid :)
08.07.2021, 10:25
(07.07.2021, 13:38)Gasto schrieb:(07.07.2021, 13:11)omnimodo schrieb: Naive Frage: ist es denn so schwer auf 9 Std am Tag billables zu kommen? Ich meine ich setze mich ab 9:15 ungefähr an die erste Arbeit, mache zwischendurch vielleicht 45 Minuten Pause, mit Kaffeeholen am Tag so eine Stunde, die von der Zeit am Rechner abgeht.
Da kloppe ich dann Tabellen voll / schreibe was...Das ist doch alles abrechenbar? Als WissMit bin ich immer mit gutem Gewissen (sofern es denn Arbeit für den ganzen Tag gab) auf 8 abrechenbare Stunden gekommen. Was man davon tatsächlich in Rechnung gestellt hat ist ne andere Frage, aber man war sehr zufrieden mit meiner Arbeit.
Als Anwalt mit ein paar Jahren Berufserfahrung in GKs. Ja, ist es oft. Gründe hierfür:
1. Du hast nicht jeden Tag einen vollen Schreibtisch. Mal sind ein paar Dinge abgearbeitet und dann kommt erst am Nachmittag das nächste rein. Schon fehlen dir morgens drei Stunden.
2. Du hast relativ viel Reibungsverlust, wenn du diverse Sachen gleichzeitig betreust. Zumindest bei mir ist es nicht so, dass ich 2 Stunden auf Sache A arbeite, dann dort den Stift fallen lasse und sofort 2 Stunden auf Sache B weiterarbeite. Dazwischen mal Kaffee holen, Kollege kommt mit einer Frage oder kurzes Schwätzchen rein, schon wieder 30 Minuten weg.
3. Ich bekomme 50-100 Emails pro Tag. Wenn ich nun hier und dort Dinge querlese, trage ich das nicht jedes Mal ein (ginge auch gar nicht). Wenn ich mit einem Auge schaue, was so in den Parallelverfahren abgeht, kann ich das nicht aufschreiben; ich brauche aber trotzdem den Überblick.
4. Arbeitsaufwand und Budget beißen sich manchmal.
5. Es ist mE einfach schwierig, den ganzen Tag - 9 Stunden lang - konsequent an Sachen zu arbeiten.
Ja, ich weiß, hier kommen gleich wieder Kollegen, die über den dicken Daumen abrechnen. Wo jede Zeiteinheit aufgerundet wird, die auf einem einzigen Großprojekt hocken und von morgens bis abends den Timer dort laufen lassen können, beim Schwatz mit den Kollegen die Uhr weiterläuft und jede Stunde knallhart aufgeschrieben wird (Budget hin oder her). Aber aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass sind die Kollegen, die nicht lange in den GKs bleiben.
Bei 10 Stunden Arbeitszeit (9-20 Uhr, Stunde Mittag) komme ich auf 8 Stunden, wenn es gut läuft. Können auch mal schnell nur 7 sein. Und so Tage, an denen mal weniger ist (oder man einfach 2 Stunden in einem Team internen Call hängt), schlagen dann halt mit nur 3-4 billables zu buche.
Und ja, das leben als WiMi war da einfacher, weil ich fröhlich aufgeschrieben habe und es am Ende keinen interessiert hat. Die Stunden wurden rausgestrichen oder eben mit paar Euro beim Mandanten in Rechnung gestellt. Jetzt hingegen habe ich einen business case, es geht um Wirtschaftlichkeit und bei 400 Euro die Stunde, schaut der Mandant schon auf die Rechnung, so dass 20 Stunden mehr oder weniger von mir in einem Fall pro Monat schon Auswirkungen auf das Budget haben.
6. es kommt auch gerne mal so eine Anfrage wie: "Schreiben Sie bitte mal eben einen Newsletter zu XYZ-Verordnung" oder "Bereiten Sie mal die Unterlage für den Pitch bei der X-GmbH vor". Und schwupps hast Du einen ganzen Tag gearbeitet aber alles ist non-billable
08.07.2021, 10:37
(08.07.2021, 10:25)Gast schrieb:(07.07.2021, 13:38)Gasto schrieb:(07.07.2021, 13:11)omnimodo schrieb: Naive Frage: ist es denn so schwer auf 9 Std am Tag billables zu kommen? Ich meine ich setze mich ab 9:15 ungefähr an die erste Arbeit, mache zwischendurch vielleicht 45 Minuten Pause, mit Kaffeeholen am Tag so eine Stunde, die von der Zeit am Rechner abgeht.
Da kloppe ich dann Tabellen voll / schreibe was...Das ist doch alles abrechenbar? Als WissMit bin ich immer mit gutem Gewissen (sofern es denn Arbeit für den ganzen Tag gab) auf 8 abrechenbare Stunden gekommen. Was man davon tatsächlich in Rechnung gestellt hat ist ne andere Frage, aber man war sehr zufrieden mit meiner Arbeit.
Als Anwalt mit ein paar Jahren Berufserfahrung in GKs. Ja, ist es oft. Gründe hierfür:
1. Du hast nicht jeden Tag einen vollen Schreibtisch. Mal sind ein paar Dinge abgearbeitet und dann kommt erst am Nachmittag das nächste rein. Schon fehlen dir morgens drei Stunden.
2. Du hast relativ viel Reibungsverlust, wenn du diverse Sachen gleichzeitig betreust. Zumindest bei mir ist es nicht so, dass ich 2 Stunden auf Sache A arbeite, dann dort den Stift fallen lasse und sofort 2 Stunden auf Sache B weiterarbeite. Dazwischen mal Kaffee holen, Kollege kommt mit einer Frage oder kurzes Schwätzchen rein, schon wieder 30 Minuten weg.
3. Ich bekomme 50-100 Emails pro Tag. Wenn ich nun hier und dort Dinge querlese, trage ich das nicht jedes Mal ein (ginge auch gar nicht). Wenn ich mit einem Auge schaue, was so in den Parallelverfahren abgeht, kann ich das nicht aufschreiben; ich brauche aber trotzdem den Überblick.
4. Arbeitsaufwand und Budget beißen sich manchmal.
5. Es ist mE einfach schwierig, den ganzen Tag - 9 Stunden lang - konsequent an Sachen zu arbeiten.
Ja, ich weiß, hier kommen gleich wieder Kollegen, die über den dicken Daumen abrechnen. Wo jede Zeiteinheit aufgerundet wird, die auf einem einzigen Großprojekt hocken und von morgens bis abends den Timer dort laufen lassen können, beim Schwatz mit den Kollegen die Uhr weiterläuft und jede Stunde knallhart aufgeschrieben wird (Budget hin oder her). Aber aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass sind die Kollegen, die nicht lange in den GKs bleiben.
Bei 10 Stunden Arbeitszeit (9-20 Uhr, Stunde Mittag) komme ich auf 8 Stunden, wenn es gut läuft. Können auch mal schnell nur 7 sein. Und so Tage, an denen mal weniger ist (oder man einfach 2 Stunden in einem Team internen Call hängt), schlagen dann halt mit nur 3-4 billables zu buche.
Und ja, das leben als WiMi war da einfacher, weil ich fröhlich aufgeschrieben habe und es am Ende keinen interessiert hat. Die Stunden wurden rausgestrichen oder eben mit paar Euro beim Mandanten in Rechnung gestellt. Jetzt hingegen habe ich einen business case, es geht um Wirtschaftlichkeit und bei 400 Euro die Stunde, schaut der Mandant schon auf die Rechnung, so dass 20 Stunden mehr oder weniger von mir in einem Fall pro Monat schon Auswirkungen auf das Budget haben.
6. es kommt auch gerne mal so eine Anfrage wie: "Schreiben Sie bitte mal eben einen Newsletter zu XYZ-Verordnung" oder "Bereiten Sie mal die Unterlage für den Pitch bei der X-GmbH vor". Und schwupps hast Du einen ganzen Tag gearbeitet aber alles ist non-billable
oder Partner aus anderem Gebiet kommt vorbei und meint: Wie ist das Thema XYZ zu bewerten? Können Sie mir mal eine kurze E-Mail dazu schicken.
Schon hockt man 4h dran, weil man nichts falsches schreiben will.










