29.06.2021, 11:17
Hallo,
habe vor kurzem Examen geschrieben und leider eine sehr große Angst entwickelt durchgefallen zu sein. Besonders verrückt machen mich Beiträge in denen der Verfasser mit einem guten Gefühl aus den Klausuren herauskam (bzw. dachte, dass er zumindest bestanden hätte) und dann doch durchgefallen ist. Ich habe panische Angst einen möglichen Zweitversuch zu schreiben und Horror vor dem ganzen Stress und der Niederlage.
In den AG Klausuren, die ich ohne Hilfsmittel geschrieben habe, war ich immer im Mittelfeld, allerdings habe ich gehört, dass man sich selbst darauf nicht verlassen kann. Außerdem habe ich total Angst, diese sog. Kaiser "Todesfehler" begangen zu haben.
Habt ihr Tipps wie ich die nächsten Monate überstehe? (außer Ablenken und Arbeiten?..)
habe vor kurzem Examen geschrieben und leider eine sehr große Angst entwickelt durchgefallen zu sein. Besonders verrückt machen mich Beiträge in denen der Verfasser mit einem guten Gefühl aus den Klausuren herauskam (bzw. dachte, dass er zumindest bestanden hätte) und dann doch durchgefallen ist. Ich habe panische Angst einen möglichen Zweitversuch zu schreiben und Horror vor dem ganzen Stress und der Niederlage.
In den AG Klausuren, die ich ohne Hilfsmittel geschrieben habe, war ich immer im Mittelfeld, allerdings habe ich gehört, dass man sich selbst darauf nicht verlassen kann. Außerdem habe ich total Angst, diese sog. Kaiser "Todesfehler" begangen zu haben.
Habt ihr Tipps wie ich die nächsten Monate überstehe? (außer Ablenken und Arbeiten?..)
29.06.2021, 11:37
Wähle dir ein Mantra aus, das du dir bei alltäglichen Handlungen aufsagst, die du täglich so 5-10x machst. Ich denke an so was wie Tür aufschließen / Wasser eingießen usw. Auch abends vor dem Schlafengehen nochmal.
ProTipp: stell dich morgens auf einen Stuhl und sag deinen Satz. So wirst du verhindern, das nur teilnahmslos vor dich hin zu faseln.
Das Mantra musst du dir natürlich ausdenken. Es wäre aber gut, wenn es nicht heißt "Ich werde bestanden haben." Sondern eher so was wie "Ich habe mein Bestes gegeben, es liegt nicht in meiner Hand / egal was kommt ich werde Volljurist werden. Ich bin gelassen."
Zusätzlich kannst du mal einfach atmen. Klingt banal. Mich hat das runter gebracht in der letzten Zeit vor den Klausuren. Hinstellen, locker lassen (vor allem ich spanne/ hebe gern dauerhaft die Schultern an) und mal Augen zu, einfach fühlen was gerade so in dir vorgeht, diese Gedanken kritiklos akzeptieren und alles tief weg atmen. Geht so in Richtung Achtsamkeit. Ich habe dazu noch nie was gelesen außer den kurzweiligen Roman "Achtsam morden". Witzigerweise hat mir dieses Buch viel Anstoß zum Entspannen geliefert und war innerhalb von drei Tagen durchgelesen.
Ich wünsche dir alles Gute.
ProTipp: stell dich morgens auf einen Stuhl und sag deinen Satz. So wirst du verhindern, das nur teilnahmslos vor dich hin zu faseln.
Das Mantra musst du dir natürlich ausdenken. Es wäre aber gut, wenn es nicht heißt "Ich werde bestanden haben." Sondern eher so was wie "Ich habe mein Bestes gegeben, es liegt nicht in meiner Hand / egal was kommt ich werde Volljurist werden. Ich bin gelassen."
Zusätzlich kannst du mal einfach atmen. Klingt banal. Mich hat das runter gebracht in der letzten Zeit vor den Klausuren. Hinstellen, locker lassen (vor allem ich spanne/ hebe gern dauerhaft die Schultern an) und mal Augen zu, einfach fühlen was gerade so in dir vorgeht, diese Gedanken kritiklos akzeptieren und alles tief weg atmen. Geht so in Richtung Achtsamkeit. Ich habe dazu noch nie was gelesen außer den kurzweiligen Roman "Achtsam morden". Witzigerweise hat mir dieses Buch viel Anstoß zum Entspannen geliefert und war innerhalb von drei Tagen durchgelesen.
Ich wünsche dir alles Gute.
29.06.2021, 11:45
(29.06.2021, 11:17)gast467 schrieb: Hallo,
habe vor kurzem Examen geschrieben und leider eine sehr große Angst entwickelt durchgefallen zu sein. Besonders verrückt machen mich Beiträge in denen der Verfasser mit einem guten Gefühl aus den Klausuren herauskam (bzw. dachte, dass er zumindest bestanden hätte) und dann doch durchgefallen ist. Ich habe panische Angst einen möglichen Zweitversuch zu schreiben und Horror vor dem ganzen Stress und der Niederlage.
In den AG Klausuren, die ich ohne Hilfsmittel geschrieben habe, war ich immer im Mittelfeld, allerdings habe ich gehört, dass man sich selbst darauf nicht verlassen kann. Außerdem habe ich total Angst, diese sog. Kaiser "Todesfehler" begangen zu haben.
Habt ihr Tipps wie ich die nächsten Monate überstehe? (außer Ablenken und Arbeiten?..)
Man weiß es einfach nicht.
Das Gefühl trügt oft.
Gibt genug Fälle wo sich Leute todsicher waren, bestanden zu haben, und nicht bestanden hatten, und andersrum.
Auch bei angeblichen „Todsünden“ gibts dann oft 1 Punkt abgezogen und trotzdem 6-7 Punkte am Ende.
Im Examen und vor Gericht ist man in Gottes Händen
Du wirst Dir trotzdem eventuell 3 Monate Sorgen machen, auch das ist ganz normal.
Da Du jetzt aber an den Ergebnisse in diesem Durchgang nichts mehr ändern kannst, ist das sinnvollste die drei Monate als Erholung zu nutzen.
Solltest Du aus irgendeinem Grund rein theroretisch doch durchgefallen sein, hättest Du mit drei Monaten „Pause“ für Dein Gehirn deutlich bessere Voraussetzungen, in die Vorbereitung auf den Verbesserungsversuch zu starten als jemand, der in den drei Monaten Stress geschoben hat oder sogar schon im Voraus gelernt hat.
Du kannst natürlich in den drei Monaten auch Jura machen, ist schließlich Wahlstation.
Du solltest aber nicht irgendwie Lernen oder sowas.
Danach wäre noch genug Zeit das Wissen im Gehirn aufzuwecken.
Im Moment ist aber die Wahrscheinlichkeit, dass Du bestanden hast, ca. 85% (Beispiel NRW).
Das Gefühl spielt, wie gesagt, keine Rolle.
29.06.2021, 12:59
Falls es dich etwas beruhigt: Ich selbst bin durchgefallen und wusste das auch schon während des Examens bzw. unmittelbar danach ziemlich sicher. Wenn in den Klausuren irgendwie so gar nichts klappen will, ich weiß nicht wie ich das beschreiben soll, aber man spürt das ganz deutlich, dass es wahrscheinlich nicht reichen wird. Das geht über diese generelle Angst hinaus, nicht bestanden zu haben. Man merkt das irgendwie. Bei meiner Gruppe im Ergänzungsvorbereitungsdienst ging es etwa der Hälfte wie mir. Die andere Hälfte war zwar überrascht, aber sorry, im anonymen Internet kann ich es ja sagen, die waren notenmäßig in ihrer Ref-Gruppe immer bei den Schlechtesten dabei, sind auch bei Hemmer ständig durchgefallen und hätten daher damit rechnen müssen. Überhaupt war niemand in der EVD-Gruppe von den Noten her im Mittelfeld. Alle dümpelten ganz unten. Also im Prinzip spricht alles dafür, dass du bestanden hast!
29.06.2021, 13:19
Ich bin mit dem Gefühl aus den Klausuren raus: "War ganz okay und wird schon gereicht haben." Je näher der Termin der Notenbekanntgabe kam, desto unsicherer wurde ich. Zum Schluss war ich mir sicher, durchgefallen zu sein.
Tatsächlich hatte ich nachher alle Klausuren bestanden.
Du siehst, wie sehr dich dein Gefühl trügen kann. Statt deine Zeit mit dem Gedanken daran zu verschwenden, das oder ob du jetzt durchgefallen bist, blicke lieber nach vorn und sammle Kraft für die mündliche. Du kannst schließlich nichts mehr an den Klausuren ändern.
Zumal die Statistik auch ganz klar gegen deine Angst spricht.
Tatsächlich hatte ich nachher alle Klausuren bestanden.
Du siehst, wie sehr dich dein Gefühl trügen kann. Statt deine Zeit mit dem Gedanken daran zu verschwenden, das oder ob du jetzt durchgefallen bist, blicke lieber nach vorn und sammle Kraft für die mündliche. Du kannst schließlich nichts mehr an den Klausuren ändern.
Zumal die Statistik auch ganz klar gegen deine Angst spricht.
29.06.2021, 15:07
Vielen lieben Dank für Eure hilfreichen und aufmunternden Beiträge:)
29.06.2021, 16:56
(29.06.2021, 12:59)Gast schrieb: Falls es dich etwas beruhigt: Ich selbst bin durchgefallen und wusste das auch schon während des Examens bzw. unmittelbar danach ziemlich sicher. Wenn in den Klausuren irgendwie so gar nichts klappen will, ich weiß nicht wie ich das beschreiben soll, aber man spürt das ganz deutlich, dass es wahrscheinlich nicht reichen wird. Das geht über diese generelle Angst hinaus, nicht bestanden zu haben. Man merkt das irgendwie. Bei meiner Gruppe im Ergänzungsvorbereitungsdienst ging es etwa der Hälfte wie mir. Die andere Hälfte war zwar überrascht, aber sorry, im anonymen Internet kann ich es ja sagen, die waren notenmäßig in ihrer Ref-Gruppe immer bei den Schlechtesten dabei, sind auch bei Hemmer ständig durchgefallen und hätten daher damit rechnen müssen. Überhaupt war niemand in der EVD-Gruppe von den Noten her im Mittelfeld. Alle dümpelten ganz unten. Also im Prinzip spricht alles dafür, dass du bestanden hast!
Ich bin nicht der Threadersteller und "meine" Liste meines Examensmonats kommt Ende Juli erst...dennoch:
Ich gehörte tatsächlich zum oberen Schnitt in der AG meistens, aber in den Klausuren im Examen war es leider doch sehr mies. Ich wurde von den komischen Situationen und der Überlänge von den Klausuren so überrascht, dass ich teilweise nur Müll geschrieben habe, die Klausuren längst nicht fertig bekommen habe (nur ÖffR lief gefühlt gut!)... also bin ich mir leider auch sehr sicher, dass es nicht gereicht hat.
Wie die Threaderstellerin graust es mir auch vor einem Durchgefallen sein, der weiteren AG, Ausbildung und nochmaligen Klausurschreiberei. Das wär so grausam ...argh.
30.06.2021, 18:28
(29.06.2021, 16:56)nrw schrieb:(29.06.2021, 12:59)Gast schrieb: Falls es dich etwas beruhigt: Ich selbst bin durchgefallen und wusste das auch schon während des Examens bzw. unmittelbar danach ziemlich sicher. Wenn in den Klausuren irgendwie so gar nichts klappen will, ich weiß nicht wie ich das beschreiben soll, aber man spürt das ganz deutlich, dass es wahrscheinlich nicht reichen wird. Das geht über diese generelle Angst hinaus, nicht bestanden zu haben. Man merkt das irgendwie. Bei meiner Gruppe im Ergänzungsvorbereitungsdienst ging es etwa der Hälfte wie mir. Die andere Hälfte war zwar überrascht, aber sorry, im anonymen Internet kann ich es ja sagen, die waren notenmäßig in ihrer Ref-Gruppe immer bei den Schlechtesten dabei, sind auch bei Hemmer ständig durchgefallen und hätten daher damit rechnen müssen. Überhaupt war niemand in der EVD-Gruppe von den Noten her im Mittelfeld. Alle dümpelten ganz unten. Also im Prinzip spricht alles dafür, dass du bestanden hast!
Ich bin nicht der Threadersteller und "meine" Liste meines Examensmonats kommt Ende Juli erst...dennoch:
Ich gehörte tatsächlich zum oberen Schnitt in der AG meistens, aber in den Klausuren im Examen war es leider doch sehr mies. Ich wurde von den komischen Situationen und der Überlänge von den Klausuren so überrascht, dass ich teilweise nur Müll geschrieben habe, die Klausuren längst nicht fertig bekommen habe (nur ÖffR lief gefühlt gut!)... also bin ich mir leider auch sehr sicher, dass es nicht gereicht hat.
Wie die Threaderstellerin graust es mir auch vor einem Durchgefallen sein, der weiteren AG, Ausbildung und nochmaligen Klausurschreiberei. Das wär so grausam ...argh.
Abwarten. Eine meiner besten Klausuren war am Ende eine, bei der ich dachte, dass sie schlecht gelaufen sei. Die Argumente und Aufbau haben anscheinend (im Verhältnis zu den anderen) doch mehr überzeugt.
Abwarten und Tee trinken. Erst wenn man das Ergebnis sieht, sollte man sich darüber Sorgen machen.
01.07.2021, 08:10
Das Phänomen, dass man nix einschätzen kannst, ist ja hinlänglich bekannt. Auch ich war mir zu 90% sicher, durchgefallen zu sein. Am Ende waren es 7,9 Punkte im Schnitt schriftlich.
Aber: das Ziel ist es ja, dir das Leben jetzt leichter zu machen. Klar, ändern kannst du jetzt eh nichts mehr. Aber das muss man seinem Kopf mal sagen. Hast du eine Idee, wie du selbst aus dem Denk-Strudel rauskommst? Ansonsten helfen mir folgende Dinge: Meditation und Gedankenstop-Übungen, Sport (insb. Yoga), Verabredungen, Hypnose.
Je nachdem wie sehr es dich gerade mitnimmt, würde ich überlegen, vielleicht 2-3 therapiestunden zu nehmen (selbst zahlen - Staatsdienst und so!!) und eine Verhaltensstrategie zu erarbeiten, so Gedanken wegzuschieben. Mir hat tatsächlich Hypnose in dieser Zeit geholfen. Aber da lacht der eine drüber, dem anderen hilft es.
Und manchmal muss man sich auch nur einfach wieder in Erinnerung rufen, dass das Leben nicht von diesem Examen abhängt - auch wenn es sich so anfühlt.
Aber: das Ziel ist es ja, dir das Leben jetzt leichter zu machen. Klar, ändern kannst du jetzt eh nichts mehr. Aber das muss man seinem Kopf mal sagen. Hast du eine Idee, wie du selbst aus dem Denk-Strudel rauskommst? Ansonsten helfen mir folgende Dinge: Meditation und Gedankenstop-Übungen, Sport (insb. Yoga), Verabredungen, Hypnose.
Je nachdem wie sehr es dich gerade mitnimmt, würde ich überlegen, vielleicht 2-3 therapiestunden zu nehmen (selbst zahlen - Staatsdienst und so!!) und eine Verhaltensstrategie zu erarbeiten, so Gedanken wegzuschieben. Mir hat tatsächlich Hypnose in dieser Zeit geholfen. Aber da lacht der eine drüber, dem anderen hilft es.
Und manchmal muss man sich auch nur einfach wieder in Erinnerung rufen, dass das Leben nicht von diesem Examen abhängt - auch wenn es sich so anfühlt.
01.07.2021, 08:46
(29.06.2021, 11:17)gast467 schrieb: Hallo,
habe vor kurzem Examen geschrieben und leider eine sehr große Angst entwickelt durchgefallen zu sein. Besonders verrückt machen mich Beiträge in denen der Verfasser mit einem guten Gefühl aus den Klausuren herauskam (bzw. dachte, dass er zumindest bestanden hätte) und dann doch durchgefallen ist. Ich habe panische Angst einen möglichen Zweitversuch zu schreiben und Horror vor dem ganzen Stress und der Niederlage.
In den AG Klausuren, die ich ohne Hilfsmittel geschrieben habe, war ich immer im Mittelfeld, allerdings habe ich gehört, dass man sich selbst darauf nicht verlassen kann. Außerdem habe ich total Angst, diese sog. Kaiser "Todesfehler" begangen zu haben.
Habt ihr Tipps wie ich die nächsten Monate überstehe? (außer Ablenken und Arbeiten?..)
doch, ich konnte mich auf die AG und OLG Klausuren verlassen. am ende lag sogar etwas über dem schnitt.
es klingt als hättest du gut gelern und einiges an übung geschrieben. außerdem hast du bereits schonmal ein examen geschafft.
widme dich deiner wahlstation. das lenkt ab










