30.04.2021, 18:59
(30.04.2021, 18:50)Kosmische Quante schrieb: "Und deshalb sollten sprachliche Fehler auch kein Ausschlusskriterium sein, sonst bleibt die Juristerei ein elitärer Kreis, zu dem viele Menschen keinen Zugang erhalten."
Und weiter? Ist es dann besser den Markt mit Leuten zu überladen, die furchtbare Schriftsätze etc. produzieren und z.T.auch schlicht und ergreifend falsch oder nicht präzise genug arbeiten?![]()
An unserer Uni wird tatsächlich darüber diskutiert dem Jurastudium einen Deutschkurs vorzuschalten, um zu prüfen, ob die Leute sich überhaupt artikulieren können. Ist das die Aufgabe einer Hochschule? Studierende durch Studiengänge tragen, die sich hauptsächlich über Sprache definieren?
Gibt es einen Anspruch auf Beruf XY? Ich wäre vllt auch gern Profifußballer, Star-Pianist oder Model bei Hugo Boss geworden. Geht eben nicht, weil ich deren Anforderungen nicht erfülle und nicht das nötige Talent besitze. Ich kann auch relativ gut Englisch, hab aber trotzdem kein bar-exam in New York geschrieben, weil es dafür vermutlich nicht reichen würde. Dennoch weiß ich vllt viel über deren Rechtssystem.
Jeder Mensch hat Talente oder kann bis zu einem Grad Dinge erlernen. Wer es dann eben nicht macht oder nicht schafft, sollte eine seiner Stärken herausarbeiten und ausbauen. Steht irgendwo geschrieben, dass jeder Hans und Franz ein Abitur bekommen und an Hochschulen studieren können muss??! Als ob eine Gesellschaft nur Akademiker bräuchte.
Ich hab als Korrektor schon haufenweise Klausuren gehabt, in denen ich teilweise wirklich überlegen musste, was mir die Person eig sagen will. Weil die sprachliche Fähigkeiten einfach miserabel waren. Oft wird sich auch keine Mühe gegeben oder einfach mal was aufs Papier gerotzt. Und das macht mich wütend und ich finde es auch richtig die Note deshalb zu senken. Meiner Erfahrung nach ist es auch die absolute Minderheit, die beschissen schreibt, aber juristisch was drauf hat
Leider lese ich auch in deinem Beitrag nicht unerheblich viele sprachliche Ungenauigkeiten und Fehler im Ausdruck. Bitte arbeite daran!
30.04.2021, 22:04
a. A.: Die Profs aus meinem Germanistik - und späteren Jurastudium
Aber ich arbeite an meinen Texten für dieses hochwertige Forum, wenn man mich dafür bezahlt
Aber ich arbeite an meinen Texten für dieses hochwertige Forum, wenn man mich dafür bezahlt
01.05.2021, 12:42
Möglicherweise kann man ja jetzt wieder zum Ausgangsthema zurück.
01.05.2021, 15:49
Also ich korrigiere im Examen auch keine Rechtschreibung und Zeichensetzung und habe das auch praktisch noch nie bei anderen Korrektoren gesehen. Ich bin kein Deutschlehrer. Ich lasse entsprechende Defizite aber, wenn es ein gewisses Maß übersteigt, natürlich in die Bewertung einfließen - genauso wie den Umstand, ob ich überhaupt ohne Mühe sprachlich nachvollziehen kann, was der Betreffende schreibt.
01.05.2021, 21:34
Wie viel bekommt man denn fürs Klausuren korrigieren durchschnittlich?
01.05.2021, 21:45
10€
01.05.2021, 22:53
(01.05.2021, 15:49)El Oso schrieb: Also ich korrigiere im Examen auch keine Rechtschreibung und Zeichensetzung und habe das auch praktisch noch nie bei anderen Korrektoren gesehen. Ich bin kein Deutschlehrer.
Natürlich nicht. Hier ging es aber um die Korrektur von Übungsklausuren, aus der die Autoren etwas lernen sollen, und das erfordert deutliche Hinweise, was falsch ist und wie es richtig wäre. Und weil das offenbar oft nicht geleistet wird, wird es nicht gelernt und im Examen nicht beherrscht. Darum ging es mir.
01.05.2021, 23:25
(01.05.2021, 22:53)Praktiker schrieb:(01.05.2021, 15:49)El Oso schrieb: Also ich korrigiere im Examen auch keine Rechtschreibung und Zeichensetzung und habe das auch praktisch noch nie bei anderen Korrektoren gesehen. Ich bin kein Deutschlehrer.
Natürlich nicht. Hier ging es aber um die Korrektur von Übungsklausuren, aus der die Autoren etwas lernen sollen, und das erfordert deutliche Hinweise, was falsch ist und wie es richtig wäre. Und weil das offenbar oft nicht geleistet wird, wird es nicht gelernt und im Examen nicht beherrscht. Darum ging es mir.
Ich habe früher auch an der Uni korrigiert. Auch dort habe ich nur in Ausnahmefällen Rechtschreibfehler markiert (etwa "Antragssteller"). Denn auch dort kann man erwarten, dass die Kandidaten Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik (einigermaßen) beherrschen. Auch dort gilt: Man ist kein Deutschlehrer. Und wenn man die Vergütung bedenkt, die Korrekturassistenten üblicherweise bei Semesterabschluss- oder Übungsklausuren im Klausurenkurs erhalten, kann man m.E. ganz sicher nicht erwarten, dass sie auch noch in größerem Umfang formale Mängel markieren.
Ja, Korrekturen sollten deutliche Hinweise geben, was falsch ist und wie es richtig wäre. Das gilt an einer Universität aber jedenfalls ganz überwiegend in fachlicher Hinsicht - erst recht, wenn man Korrekturassistenten nur ein paar Euro pro Klausur zahlt. Es ist erfahrungsgemäß ohnehin schon schwierig, dafür ausreichend ordentliche Leute zu finden.
01.05.2021, 23:28
(01.05.2021, 21:34)Gast schrieb: Wie viel bekommt man denn fürs Klausuren korrigieren durchschnittlich?
Das kommt ganz darauf an. In NRW bekommt man im 1. und 2. Examen 21 Euro pro Klausur, wobei es irrelevant ist, ob man Erst- oder Zweitkorrektor ist.
Für Semesterabschlussklausuren zumeist weit weniger, abhängig vom zeitlichen Umfang und der Fakultät.
03.05.2021, 14:56
... man wird ja nun nicht darüber informiert, ob es bei den von einem selbst korrigierten Klausuren eine Remonstration gab oder nicht.
Ich korrigiere im Examenskurs immer so 30 Klausuren und bei anderen Klausurtypen immer so zwischen 20-40. Hausarbeiten eher so 10, wobei ich jetzt festgestellt habe, dass ich eigentlich nicht wesentlich mehr Zeit brauche.
Ich korrigiere allerdings auch ziemlich gründlich, schreibe ausführliche Voten und Randbemerkungen. Ich versuche so zu korrigieren, wie ich es mir gewünscht hätte im Studium.
Ich korrigiere im Examenskurs immer so 30 Klausuren und bei anderen Klausurtypen immer so zwischen 20-40. Hausarbeiten eher so 10, wobei ich jetzt festgestellt habe, dass ich eigentlich nicht wesentlich mehr Zeit brauche.
Ich korrigiere allerdings auch ziemlich gründlich, schreibe ausführliche Voten und Randbemerkungen. Ich versuche so zu korrigieren, wie ich es mir gewünscht hätte im Studium.



